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Jobwechsel als Karrieresprungbrett? PDF Drucken E-Mail
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Magazin - Karriere
Einer Firma vom Jobeinstieg bis zur Pensionierung die Treue zu halten ist heutzutage selten. Nach einer gewissen Zeit nutzen viele einen Jobwechsel als Karrieresprungbrett.


 Jobwechsel als Karrieresprungbrett?

Eigentlich läuft alles super... der Jobeinstieg war erfolgreich, die Kolleginnen und Kollegen sind nett, man arbeitet bereits seit drei Jahren im Unternehmen und plötzlich entdeckt man eine Stellenanzeige, die den absoluten Traumjob beschreibt. Und jetzt? Schreibt man eine Bewerbung, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhält sogar den Entwurf für einen Arbeitsvertrag?

Oder wie sieht es aus, wenn man ein Angebot von einer Firma erhält, bei der man sich vor langer Zeit bewarb. Gab es damals eine Absage mit dem Vermerk "leider können wir ihnen zum momentanen Zeitpunkt keine auf Ihr Profil zugeschriebene Stelle anbieten, aber wir würden gerne Ihre Bewerbung in unserem Archiv aufbewahren"? Klar war man damit einverstanden, fühlte sich sogar geehrt, dass die Firma langfristiges Interesse zeigte.


Neue berufliche Weichen stellen

"Soll ich den Job wechseln?" ist eine wichtige Frage, die sich auch in anderen Konstellationen stellt. Die Antwort darauf lautet: Es hängt von verschiedenen Umständen ab, ob man beruflich neue Weichen stellt. Sofern Sie in Ihrem derzeitigen Beruf derart leiden, dass sie die Firma bei der nächstbesäten Gelegenheit wechseln möchten, lautet die Antwort natürlich "Ja." Vermutlich sind Sie in diesem Fall sogar bereit, auch schlechter bezahlte Jobs anzunehmen, nur um dem Arbeitsumfeld zu entrinnen. Gleiches gilt, wenn angesichts drohender Stellenstreichungen Angst um Ihren Arbeitsplatz besteht.


Ohne Risiko kann man nichts gewinnen

Was ist, wenn der Traumjob einer ist, der eigentlich nicht unbedingt Ihrem Ausbildungsprofil entspricht, aber die Qualifikationen alle erfüllt sind?

"Nach zwei bis drei Jahren den Arbeitgeber zu wechseln kann auch in diesem Fall durchaus karrierefördernd sein" empfiehlt Karrierecoach Cordula Schaub. Im Karrierecoaching des Platin-Clubs der CoachAcademy wird ihr diese Frage immer wieder gestellt. Eine gewisse Risikobereitschaft sei jedoch unverzichtbar, denn "ohne Risiko kann man nichts gewinnen", fügt die gelernte Soziologin hinzu.


Kein Jobwechsel ohne Verbesserung

Ein Stellenwechsel sollte daher wohl überlegt sein. Wechselwillige Angestellte unterschreiben manchmal zu schnell den nächst besten Vertrag. "Ein Jobwechsel muss Verbesserungen bringen, sonst sollte besser alles beim alten bleiben", empfiehlt Schaub.


Firma soll sich dem Bewerber vorstellen

Im Vorstellungsgespräch geht es nicht nur darum sich dem eventuell künftigen Arbeitgeber vorzustellen. Dieser stellt sich - und das Unternehmen - auch dem Bewerber vor. Sollte man das Gefühl haben, dass die Firma nicht zu einem passt, dann sollte man besser beim alten Job bleiben. Dies kann vielfältige Ursachen haben: Büroräume, Produkt oder das Firmenimage. Wichtig ist von Anfang bis Ende immer, dass Sie sich in der neuen Firma wohl fühlen.


Rund 20 Prozent suchen neuen Job

Der Wunsch nach Weiterbildung gilt als häufigster Kündigungsgrund, so das Ergebnis der aktuellen Untersuchung von Research Team und der Universität Graz. In der mehrjährigen Studie kam man zu dem Schluss, dass sogar in schlechten Zeiten fast 19 Prozent aller Beschäftigten nach einem anderen Job Ausschau halten. Dies bedeute, dass diese Mitarbeiter, sobald sie etwas Geeignetes finden oder abgeworben werden, sofort wechseln.

Zudem würden 16 Prozent der Mitarbeiter aktiv von anderen Unternehmen abgeworben. Im Rahmen der Studie wurden zunächst 1500 Personen (online) befragt. Unter den Befragten befanden sich 101 Personen, die den Arbeitsplatz innerhalb der vergangenen beiden Jahre gewechselt hatten.

Die jetzige Folgestudie beschäftigte sich mit den Motiven für den Wechsel. Die Untersuchung ergab zudem, dass neben dem Wunsch nach Aus- und Weiterbildungen vor allem Arbeitsplatzunsicherheit und Arbeitszeitregelungen, Betriebsklima, Firmenkonzept und Mobbing angegeben wurden.


Mobbing als Motiv für Jobwechsel

Mobbing wird auch in Deutschland oft als Motiv für einen Jobwechsel angegeben! Eine andere Studie zog das Fazit, dass jede vierte Führungskraft unter Stress leidet und sich ausgebrannt fühlt. Zu diesem Schluss kam das Karlsruher Institut für Arbeits- und Sozialhygiene. In Deutschland scheinen sich die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu bessern. Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland plant, in der zweiten Jahreshälfte Fach- und Führungskräfte einzustellen. Dies ergab eine aktuelle Umfrage des MRI Worldwide (MRIWW).


Beruf und Berufung

Beruf hat auch mit Berufung zu tun. Allerdings ist es oft so, dass man bereut, einen bestimmten Studiengang gewählt zu haben. Manche würden gerne die Zeit zurückdrehen, um sich dann für einen anderen Studiengang oder eine anderen Berufszweig zu entschieden. Die Zeit lässt sich aber nicht zurückdrehen. Daher sollte man sich gründlich belegen, ob man über einen Wechsel wagen will. Dies kann aber eine gravierende Wende sein, die man nicht verpassen sollte.


Berühmte und legendäre Jobwechsler

In den Medien gibt es berühmte Beispiele für Menschen, die eigentlich nicht in dem Beruf arbeiten, den sie gelernt haben. Dazu zählen zum Beispiel der promovierte Jurist Alfred Biolek (ARD-Talkshow Boulevard Bio) oder die gelernten Lehrer Nina Ruge (ZDF-Moderatorin) und Thomas Gottschalk.

Diese Quereinstiege kommen aber nicht nur in Medienberufen vor. Bereits vor vielen Jahren gab es prominente Jobwechsler. Besonders berühmt wurde der Erfinder des Wankelmotors Felix Wankel. Er kam vor 100 Jahren zur Welt. Der gelernte Verlagskaufmann hatte keinerlei Ausbildung als Konstrukteur oder gar eine Ingenieurspatent - nicht einmal einen Führerschein. Dennoch tüftelte er eine Drehkolben-Maschine DKM 32 und einen Motor, der quasi ohne Ventile auskam: den Wankelmotor. Man baute diesen Motor unter anderem im Mazda RX-8 und Mazda 787 B ein. Letzterer wurde 1991 in Le Mans überraschend Sieger des legendären Autorennens. Neben zahlreichen Verdienstkreuzen und Orden verlieh die TU München dem legendären Jobwechsler sogar die Ehrendoktorwürde.


Stopp: Jobanfrage beim Kunden

Die Mehrzahl der Jobwechsler sucht jedoch eine Tätigkeit in ihrem gelernten Berufsfeld, aber bei einem anderen Arbeitgeber. Dies sollte jedoch diskret ablaufen. Mitarbeiter, die während ihrer Arbeitszeit zahlreiche Kunden auf einen neuen Job ansprechen, riskieren die Kündigung aus dem aktuellen Unternehmen, noch bevor die Aktion erfolgreich war! Dies hat das Landesarbeitsgericht Berlin (Aktenzeichen 6 Sa 1256/02) unlängst entschieden.

Hintergrund war, dass der Arbeitnehmer dadurch zum Ausdruck brächte, dass er mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden sei und ein schlechtes Licht auf das Unternehmen werfe. Dies wiederum erschüttere das Vertrauen der Kunden in die Qualität der zu erbringenden Dienstleistungen des Unternehmens.


Tipps für Jobwechsler

I. To do

1. Gründlich recherchieren (Was bietet die neue Firma? Was macht die neue Firma? Welchen Ruf hat sie?)

2. Eigener "Marktwert" sollte durch Jobwechsel steigen.

3. Mehr Gehalt.

4. Urlaubszeit auf Kündigungsfrist legen?

5. Gut vorbereitet in Vorstellungsgespräche gehen. Fragen nach Stärken und Schwächen sowie Karrierewünsche ohne großes Grübeln beantworten können.

6. Aussagen und Versprechen hinterfragen und vertraglich fixieren.

7. Jobwechsel nach zwei bis drei Jahren erneut überdenken.


II. Not to do

1. Eine Kündigung aus Rache (Ihr Arbeitgeber wird davon ausgehen, dass sich angesichts der Arbeitsmarktsituation ein Ersatz findet.)

2. Nicht von Headhuntern/Personalvermittlern täuschen lassen. Headhunter sind natürlich an einer Vermittlungsprovision interessiert. Daher beschönigen sie unter Umständen jobrelevante Details...

3. Psychologische Tests sind ungewöhnlich, wenn das Unternehmen nach mehreren Tagen Assessment Center diese zusätzlich verlangt.

4. Den Job möglichst nicht vor Ende der Probezeit wechseln, da dies mit rechtlichen Nachteilen verbunden sein kann.

5. Nicht kündigen, bevor der neue Vertrag vom neuen Arbeitgeber unterzeichnet ist.

Tipp: Manchmal ist dem aktuellen Arbeitgeber sehr daran gelegen, dass Sie als Mitarbeiter in der Firma bleiben und er bietet Ihnen deshalb eine Gehaltserhöhung und neue Aufgabenfelder an, sofern Sie nicht wechseln. Einen Versuch ist es wert!


Anmerkung der Redaktion: Für den Monat Oktober 2003 steht der Platin-Club der CoachAcademy unter dem Motto: Zeit für Ein-, Um- oder Aufsteiger. Dort wird das wird auch das Thema Jobwechsel ausführlich behandelt.

www.coachacademy.deDieser Artikel wurde uns von unserem Partner CoachAcademy zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf www.coachacademy.de




 
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