Sie befinden sich in der Bewerbungssituation und möchten das Telefon als schnelle Kontaktmöglichkeit zu Ihrem potenziellen Arbeitgeber nutzen? Erlernen Sie effektive Gesprächsstrategien, um in direkten Kontakt zu Entscheidungsträgern zu treten und diese von sich zu überzeugen.
AllgemeinesIn einer beruflich entscheidenden Situation per Telefon zu überzeugen, ist für viele Bewerber nicht ganz selbstverständlich. Sehr häufig werden die Möglichkeiten des gezielten Einsatzes des Mediums Telefon unterschätzt. Nur ungefähr 10% der Bewerber greifen bei der Kontaktaufnahme auf das Telefon zurück. Die Mehrheit belässt es bei schriftlichen Bewerbungen. Ein gut vorbereitetes Telefongespräch ist die beste Möglichkeit, die eigene Kommunikationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Sie können als Bewerber einen ersten positiven Eindruck hinterlassen. Doch ein erfolgreiches Telefonat erfordert eine gute Vorbereitung. Optimale GesprächsvorbereitungTelefonieren Sie im Stehen Sorgen Sie dadurch für viel Bewegungsfreiheit. Ihrer Stimme gibt das Kraft und vermittelt Dynamik. Das ist ein Trick, den versierte Telefonprofis sehr gerne anwenden. Wenn Sie ein schnurloses Telefon besitzen und gerade nichts notieren müssen, können Sie sogar auf und ab gehen. Zeitpunkt des Telefonats Es gibt günstige und ungünstige Tageszeiten zum Telefonieren. Vermeiden Sie es Führungskräfte am Montagmorgen oder Freitagnachmittag zu kontaktieren. Montags sind sie meistens mit der Wochenplanung und mit Besprechungen beschäftigt, am Freitagnachmittag freuen diese sich meistens schon auf das kommende Wochenende nach einer anstrengenden Arbeitswoche. Vermeiden Sie Hintergrundgeräusche Während des wichtigen Telefongesprächs mit dem potenziellen Arbeitgeber sollte Ihre Umgebung absolut ruhig sein. Das bedeutet zum einen, dass Sie nicht aus der Telefonzelle heraus anrufen. Aber auch, dass niemand im Hintergrund mit Geschirr klappert oder hitzige Diskussionen führt. Auch Bürolärm sollte nicht sein, da Sie sonst schnell den Eindruck erwecken könnten, Sie telefonieren von Ihrem aktuellen Arbeitsplatz aus. Tipp: Stellen Sie Ihre Klingel ab oder dämpfen diese akustisch. Schalten Sie während der Bewerbungsphase auch immer Ihr Telefon und Radio ab, sobald das Telefon klingelt. Zum einen ist es äußerst unhöflich, wenn Ihnen das Hintergrundgeräusch wichtiger ist, als Ihr Gesprächspartner. Zum anderer können Sie sich unmöglich auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren. Vorsicht Rückruf!Dies gilt auch für den Fall, wenn Sie nach einer schriftlichen Bewerbung vom Unternehmen angerufen werden. Das passiert neuerdings häufiger, als Sie glauben! Meistens wird ohne Vorwarnung angerufen, oft am Vormittag, aber in der Regel eher in der Abendzeit. Lassen Sie sich aber trotzdem nicht aus dem Konzept bringen! Halten Sie Ihre Unterlagen in jedem Fall in der Nähe des Telefons bereit, legen Sie sich Karteikarten mit den Unternehmen an, bei denen Sie sich beworben haben. TelefonskriptDa nicht nur die äußere Form des Telefonats wichtig ist, sondern vor allem der Inhalt, sollten Sie sich ein Telefonskript vor dem Starten anfertigen. Notieren Sie sich die wichtigsten Punkte, die Sie besprechen wollen und auch die wichtigsten Stationen aus Ihrem Lebenslauf. Solange Sie kein Telefon-Profi sind, sollten Sie jedes Telefonat auf dem Papier detailliert vorbereiten. Nur so verhindern Sie, dass Sie herumstammeln oder vergessen, wichtige Punkte zu klären. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass Ihnen manche Fragen erst dann einfallen, wenn Sie aufgelegt haben. Stellen Sie sich vor, welch zerstreuten Eindruck Sie hinterlassen, wenn Sie fünf Minuten nach Beendigung des Gesprächs erneut anrufen, um zu fragen, wo das Vorstellungsgespräch stattfinden soll. Namentliche AnspracheEs stimmt natürlich, dass jeder seinen Namen sehr gerne hört, aber nennen Sie Ihren Gesprächspartner nicht pausenlos mit dem Namen. Das klingt dann eher nach Drückerkolonnen, als nach einem seriösen Bewerbungstelefonat. Beschränken Sie die Namensnennung auf den Beginn und das Ende des Telefonats. Klingen Sie freundlich und natürlich! Seien Sie zielgerichtet und konkretVermitteln Sie stets den Eindruck, das Sie etwas wichtiges zu sagen oder zu fragen haben, egal in welcher Phase der Bewerbung Sie sich befinden. Führungskräfte sprechen sehr gerne über ihr Unternehmen, über dessen Größe und die Zahl der Mitarbeiter. Zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie sich für seine Arbeit und seinen Betrieb interessieren. Machen Sie so auch deutlich, das Sie sich vorab informiert haben. Präsenz am TelefonViele Leute sind unsicher wie Ihre Stimme am Telefon klingt. In solchen Fällen, sollten Sie Freunde oder Bekannte gezielt auf dieses Thema ansprechen. Vielleicht können Sie mit ihnen ein Probetelefonat aufzeichnen. Rollenspiele am Telefon sind allgemein zu empfehlen. Aber auch Atem-, Entspannungs- und Stimmübungen sind hilfreich und verschaffen Ihrer Stimme mehr Präsenz. Kürzer ist besserLassen Sie sich bei Telefongesprächen mit Personalchefs nicht auf lange Diskussionen ein. Nachdem Sie kurz erklärt haben, wer Sie sind und was Sie für das Unternehmen tun können, muss es Ihr Ziel sein, ein Treffen zu vereinbaren. Ein "Liveauftritt" bietet Ihnen immer noch die beste Möglichkeit, Ihren Gegenüber zu überzeugen. Lassen Sie es also nicht zu, dass das ganze Vorstellungsgespräch bereits am Telefon stattfindet. Erwischen Sie einen günstigen ZeitpunktAchten Sie auf Hintergrundgeräusche und die Stimmlage Ihres Gesprächspartners. Hören Sie genau hin, ob der andere entspannt klingt und auf Ihre Stichworte reagiert. Falls er abwesend oder ungeduldig erscheint, im Hintergrund andere Telefone klingeln und Stimmen zu hören sind, bieten Sie dann lieber an, zu einem anderen Zeitpunkt anzurufen. Stellen Sie sich auf Ihren Gegenüber einPassen Sie Ihre Stimme in Lautstärke und Geschwindigkeit an Ihren Gegenüber an. Wenn sich Ihr Gesprächspartner gestresst anhört, werden Sie ihn sicherlich verärgern, wenn Sie sich viel Zeit nehmen und alle Details runterleiern. So erreichen Sie Ihre Zielperson: - Zeigen Sie auch durch mehrfaches Anrufen wie wichtig Ihnen die Angelegenheit ist. Bleiben Sie dabei aber immer höflich!
- Achten Sie auf den selbstsicheren Klang Ihrer Stimme. Man muss Ihnen anhören, dass sie ein wichtiges Anliegen haben. Vermeiden Sie es, autoritär, arrogant oder gar fordernd zu klingen.
- Bitten Sie die Sekretärin um Hilfe, wenn Sie selbst nach mehreren Versuchen noch nicht zu Ihrer Zielperson vorstoßen konnten. Sie wird Ihnen dann entweder helfen oder Ihnen zu erkennen geben, dass es sinnlos ist, nochmals den Kontakt aufzunehmen.
- Rufen Sie zu ungewöhnlichen Zeiten an. Rufen Sie morgens, mittags oder aber auch spät gegen 20 Uhr an. So können Sie perfekt abgeschirmt Führungskräfte auch persönlich am Telefon erreichen.
- Verwenden Sie die sog. Brückentechnik, indem Sie einen gemeinsamen Bekannten erwähnen, der den Kontakt empfohlen haben.
- Verhalten Sie sich am Telefon ungezwungen. Ein gutes Training: Tonbandaufnahmen der eigenen Telefongespräche anhören und analysieren.
- Fassen Sie sich kurz. Bilden Sie einfache Sätze. Geben Sie der anderen Person Gelegenheit zu antworten. Leiern Sie nicht Ihre vorüberlegten Fragen aneinander!
- Seien Sie dabei präzise. Vermeiden Sie leere Floskeln und kommen Sie schnell zu Ihrem Anliegen.
- Kalkulieren Sie bei der Vorbereitung Ihrer Notizen ein, dass Gespräche mitunter anders als geplant verlaufen. Lassen Sie sich dadurch aber nicht entmutigen.
- Überlegen Sie, was Ihnen bei Telefongesprächen die größten Schwierigkeiten bereitet. Arbeiten Sie an diesen Problemen.
Was beim Telefonieren immer auf Ihrem Schreibtisch liegen sollte:- Stellenanzeigen, auf die Sie geantwortet haben, kleben Sie auf DIN-A4-Blätter. An den Rand schreiben Sie Namen, Telefonnummer und Anschrift der Zielperson.
- Erstellen Sie Karteikarten für jedes Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben mit wichtigen Hinweisen. Auf die Vorderseite schreiben Sie fünf Punkte, die der jeweilige Arbeitgeber über Sie erfahren sollte. Auf die Rückseite gehören fünf Fragen, die Sie Ihrem Gesprächspartner stellen wollen.
- Sie haben Papier und Kugelschreiber bereitliegen, so dass Sie sich immer Notizen machen können.
- Ihr Lebenslauf liegt vor Ihnen für den Fall, dass man genaue Daten von Ihnen verlangt.
- Ihr Terminkalender liegt ebenfalls vor, damit Sie sofort Zeit, Ort und Datum aufschreiben können, wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden sollen.
Mein Tipp: Glück und Übung Dieser Artikel wurde uns von unserem Partner CoachAcademy zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf www.coachacademy.de |