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Diskussion : Induktion (Mathematik)
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Induktion (Mathematik)
Stichpunkte
Allgemein
die üblicherweise eine Aussage für alle natürlichen Zahlen beweist
Induktion oder vollständige Induktion oder Schluss von n auf n+1 ist eine Beweismethode
Sie funktioniert aber auch für allgemeinere Fälle (siehe unten)
in der Logik meint man damit den Schluss von speziellen Sachverhalten auf allgemeine Regeln
siehe Induktion (Logik)
Der Name dieses Beweisverfahrens leitet sich von lat. inductio (= Hereinführung) ab
Das Verfahren der vollständigen Induktion ist jedoch kein induktives
"Verbergen") 1 Definition 2 Motivation 2.1 Beispiel 3 Die Idee 4 Anderes Beispiel: Summe der ungeraden Zahlen 5 Bezeichnungen 6 Tipps zur Anwendung 7 Anwendungen 8 Verallgemeinerungen und Variationen 8.1 Beweis für fast alle natürlichen Zahlen 8.2 Verwendung mehrerer Vorgänger 8.3 Vorwärts-rückwärts-Induktion 8.4 Sonstige [Bearbeiten]
sondern ein deduktives Prinzip. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Definition
Das Beweisverfahren der vollständigen Induktion beruht auf den Peano-Axiomen für die natürlichen Zahlen <math>mathbb{N}<math>
dass 0 (bzw
Eines dieser Axiome (das Induktionsaxiom) besagt: Ist K eine Teilmenge von <math>mathbb{N}<math> mit den Eigenschaften
dass eine bestimmte logische Formel p(n) für jede natürliche Zahl n gilt
setzt man K als die Menge aller natürlichen Zahlen k
und wendet auf diese Menge das Induktionsaxiom an
für die p(k) gilt
ob 0 als Element von <math>mathbb{N}<math> gezählt wird; das wird je nach Zweckmäßigkeit unterschiedlich definiert.) Um zu beweisen
hängt davon ab
1) in K liegt und für jedes Element k von K auch k+1 in K liegt
dann ist K gleich <math>mathbb{N}<math>. (Ob man bei 0 oder 1 beginnt
und damit 1 in K
sowie p(k) => p(k+1)
Man zeigt also p(1)
dass für k in K auch k+1 in K liegt
und damit
Damit gilt K = <math>mathbb{N}^+<math>
und p(n) gilt für alle natürlichen Zahlen <math>nge 1<math>. [Bearbeiten]
Motivation
dann hat man ein Problem: Da die Anzahl der natürlichen Zahlen unendlich ist
kann man die Wahrheit der Aussage nicht für alle Zahlen einzeln beweisen. [Bearbeiten]
und es ist nicht möglich
die Aussage mit einer für alle Zahlen gültigen Rechnung zu beweisen
oder man hat noch keine Idee
Hat man eine Aussage
die für alle natürlichen Zahlen gelten soll
Beispiel
Zu zeigen ist
dass <math>1+2+...+n = frac{n(n+1)}{2}<math>
Für einzelne Zahlen ist die Formel leicht nachzurechnen: <math>n = 1<math>: <math>1 = frac{1(1+1)}{2}<math> <math>n = 2<math>: <math>1 + 2 = 3 = frac{2(2+1)}{2}<math> usw. [Bearbeiten]
Die Idee
und
dann auch für n = k+1 gilt
wenn für ein beliebiges n = k
dass eine bestimmte Aussage sowohl für n = 1 gilt
Wenn wir wissen
dass sie für alle n gilt
dann ist klar
Damit scheint das Problem auf den ersten Blick nur anders formuliert
indem wir die nächste Zahl eben als die vorherige Zahl plus 1 bezeichnen; es sind immer noch unendlich viele Zahlen
Allerdings haben wir tatsächlich etwas gewonnen: indem wir "der Reihe nach" beweisen
dass die Aussage für n=1 bis n=k bereits gilt
können wir beim Beweis für n=k+1 bereits davon ausgehen
wir können die Formel
die wir beweisen wollen
bereits im Beweis als Voraussetzung für Zahlen unterhalb der aktuellen Zahl (also unterhalb k+1) verwenden
Das heißt
wir haben die Formel bereits bis zur Zahl n=k bewiesen
Angewandt auf obiges Beispiel sieht das so aus: Angenommen
also die Summe 1 + 2 + 3 + ... + k + (k+1) berechnen
Wir wollen nun die Formel für n=k+1 beweisen
was kleiner ist als k+1
Die ersten k Summanden bilden ebenfalls eine solche Summe
und zwar für k
wir haben mit der gemachten Voraussetzung
womit wir erhalten: <math>1 + 2 + 3 + ... + k + (k+1) = frac{k(k+1)}{2} + (k+1)<math> In diesem Ausdruck wird (k+1) ausgeklammert: <math>= (k+1) cdot left(frac{k}{2}+1 right)<math> und dies weiter umgeformt zu <math>= (k+1) cdot frac{k+2}{2}<math> Das heißt
bei der n nur durch k+1 ersetzt ist
dass die Formel dann auch für n=k+1 gilt
dass die zu beweisende Formel für n=k richtig ist
durch Anwendung von richtigen Rechenschritten bewiesen
denn die erhaltene Formel entspricht der Ausgangsformel
Also dürfen wir - nach der Voraussetzung
dass wir die Formel für n=k bereits bewiesen haben - selbige hier anwenden
dass k beliebig gewählt werden darf
Zu beachten ist
Damit ist der Schritt von k zu k+1 hier unabhängig vom konkreten Wert von k allgemein bewiesen
Der Witz am Induktionsbeweis ist nun
dass der Schritt für jedes einzelne k allgemein gilt
dass wir diese Schritte nicht mehr einzeln durchführen müssen: Wir haben ja bereits bewiesen
dass wir jede Zahl erreichen können
indem wir den Schritt nur oft genug anwenden (wenn man lange genug zählt
dann kann man bis zu jeder Zahl zählen - das ist die umgangssprachliche Formulierung des Induktionsaxioms)
Und es ist sofort klar
das dann auch für die nächste Zahl tut
dass die zu beweisende Aussage für die unterste Zahl gilt (im Beispiel 1
und dass sie
sehr oft jedoch 0)
es muss nur gezeigt werden
Das heißt
wenn sie bis zu einer Zahl gilt
In der Praxis wird üblicherweise für n und k der gleiche Buchstabe n gewählt
so sieht es so aus
Das ist kein Problem
als ob die zu beweisende Aussage als Voraussetzung verwendet würde; dies wäre aber ein wertloser Zirkelschluss
solange man sich der unterschiedlichen Bedeutung von n in "p(n) gilt für alle natürlichen Zahlen n" in der zu beweisenden Aussage und "p(n) gilt für ein konkretes n=k" in der Induktionsvoraussetzung bewusst ist. Übersieht man diesen Unterschied
würde entweder der Induktionsschritt nicht zum Ziel führen oder die Formel würde den Induktionsanfang nicht erfüllen oder beides. [Bearbeiten]
Wenn die zu beweisende Formel falsch sein sollte
Anderes Beispiel: Summe der ungeraden Zahlen
die die Summe aller ungeraden Zahlen von 1 bis n vereinfacht und
wir wollen diese Formel beweisen: 1 = 1; 1 + 3 = 4; 1 + 3 + 5 = 9; 1 + 3 + 5 + 7 = 16 Vermutung: Die Summe aller ungeraden Zahlen von 1 bis n ergibt eine Quadratzahl
Wir wollen eine Formel finden
was wichtiger ist
Genauer gesagt: <math>sum^n_{i=1} (2i-1) = n^2<math> Das ist zu zeigen
müssen zwei Dinge gezeigt werden: <math>sum^1_{i=1} (2i-1) = 1^2 = 1<math> Wenn <math>sum^n_{i=1} (2i-1) = n^2 <math>
Um diese Formel zu beweisen
so ist <math>sum^{n+1}_{i=1} (2i-1) = (n+1)^2<math> Dies zeigt man durch die Gleichung <math>sum^{n+1}_{i=1} (2i-1) = sum^n_{i=1} (2i-1) + 2(n+1)-1 = n^2 + 2(n+1)-1 = n^2 + 2n +1 = (n+1)^2<math>
Die binomische Formel liefert die letzte Gleichheit
Damit ist die vollständige Induktion für <math>sum^n_{i=1} (2i-1) = n^2<math> abgeschlossen und bewiesen. [Bearbeiten]
Bezeichnungen
dass sie bis n gilt
Induktionsvoraussetzung)
den Beweis für n+1 unter der Annahme (Induktionsannahme
Den Beweis der Aussage für die erste Zahl nennt man Induktionsanfang
nennt man Induktionsschritt
dann ist die Aussage für alle natürlichen Zahlen bewiesen
Hat man diese beiden Beweisschritte durchgeführt
dass die Aussage für N wahr ist: Die Aussage ist wahr für n = 0 (Induktionsanfang) und deshalb für n = 1 (Induktionsschritt) und deshalb für n = 2 (Induktionsschritt) ... und deshalb für n = N (Induktionsschritt) Nach endlich vielen Induktionsschritten gelangt man schließlich zur Aussage für N
In Kurzform: Wir wählen eine beliebige aber feste natürliche Zahl N und zeigen
Diese Methode ist vergleichbar mit einem Dominoeffekt: Wenn der erste Dominostein fällt und durch jeden fallenden Dominostein ein weiterer umgestoßen wird
so fallen schließlich alle Dominosteine. [Bearbeiten]
Tipps zur Anwendung
beim Induktionsschritt von n zu n+1 durch Umformungen die Struktur der Ausgangsformel neu zu konstruieren
Es kann sich beim Beweis von Summenformeln mitunter als sehr mühsam erweisen
Dies ist jedoch zur Beweisführung unerlässlich
Da ist es dann manchmal hilfreich
das Pferd von hinten aufzuzäumen
Beispielsweise ist das Ausmultiplizieren und Zusammenfassen von Gliedern oftmals leichter zu bewerkstelligen als das phantasievolle Aufspalten und Umordnen von Gliedern
um etwas ausklammern zu können
setzt man in die zu beweisende Formel n+1 für n ein und versucht
Um diesen Umstand zu nutzen
durch äquivalente Umformungen die Ausgangsformel für n zu isolieren
ist der Beweis geführt
was bei den äquivalenten Umformungen außer der isolierten Formel z
sobald das
Da die Formel für n laut Voraussetzung gilt
B. als Summand oder als zusätzlicher Faktor entsteht
was beim Induktionsschritt hinzugefügt wird. [Bearbeiten]
dem entspricht
Anwendungen
Baut man die natürlichen Zahlen auf den Peano-Axiomen auf
Kommutativgesetz und Distributivgesetz für die Addition und Multiplikation natürlicher Zahlen mit vollständiger Induktion bewiesen
so werden die arithmetischen Grundgesetze wie Assoziativgesetz
komplexen Zahlen)
Leipzig 1930
rationalen
Eine ausführliche Ausarbeitung dieser Beweise findet sich in Edmund Landau: Grundlagen der Analysis (Das Rechnen mit ganzen
irrationalen
Weitere wichtige mathematische Sätze
sind beispielsweise der Binomische Lehrsatz und die Bernoullische Ungleichung. [Bearbeiten]
die üblicherweise mit Induktion bewiesen werden
Verallgemeinerungen und Variationen
[Bearbeiten]
Beweis für fast alle natürlichen Zahlen
die nicht für alle natürlichen Zahlen
sondern nur für alle Zahlen ab einem gewissen Startwert gelten
Der Induktionsbeweis ist auch für Aussagen möglich
<math>2n^2 =n^2+n^2ge n^2+3n > n^2+2n+1=(n+1)^2<math> für <math>nge 3<math>. Die Ungleichung ist allerdings für <math>n=3<math> falsch
gilt aber für <math>n=4<math>; der Induktionsbeweis zeigt also die Gültigkeit der Ungleichung für <math>nge 4<math>
So lässt sich beispielsweise für die Ungleichung <math>2^nge n^2<math> der Induktionsschritt für <math>nge 3<math> durchführen: <math>2^{n+1}=2cdot 2^nge 2n^2<math> laut Induktionsvoraussetzung
die durch den Induktionsbeweis nicht abgedeckt sind
Die endlich vielen Fälle
können einzeln untersucht werden. [Bearbeiten]
Verwendung mehrerer Vorgänger
für den Beweis der Aussage für n+1 die Gültigkeit sowohl für n als auch für n-1 (oder für noch mehr Vorgänger) vorauszusetzen
Manchmal ist es notwendig
da ja beispielsweise für den Induktionsschritt für n=1 auch die Voraussetzung für n=-1 benötigt würde
Der Induktionsanfang muss dann allerdings für mehrere Startwerte (also z.B. n=0 und n=1) durchgeführt werden
Ein Beispiel wäre der Beweis der Formeln von Binet <math>f_n=frac{1}{sqrt{5}}(a^n-b^n)<math> mit a = <math>frac{1+sqrt{5}}{2}<math> und b = <math>frac{1-sqrt{5}}{2}<math> für die Fibonacci-Folge <math>f_n<math>. [Bearbeiten]
Vorwärts-rückwärts-Induktion
Eine andere Variante ist die "Vorwärts-rückwärts-Induktion"
indem z.B. von n auf 2n geschlossen wird; danach werden die Lücken mit einem Rückwärstsschritt geschlossen
Dabei wird in einem Vorwärtsschritt die Aussage für beliebig große Zahlen bewiesen
in dem z.B. aus der Gültigkeit für n die Gültigkeit für n-1 bewiesen wird
Analyse algebrique
Paris 1821 zum Beweis der Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel verwendet. [Bearbeiten]
premier partie
in Cours d'analyse de l'Ecole Royale Polytechnique
Diese Technik wurde beispielsweise von Augustin Louis Cauchy
Sonstige
Eine andere Verallgemeinerung wäre
als Induktionsvoraussetzung nicht nur eine Aussage für die Zahl n zu verwenden
sondern eine Aussage für alle Zahlen m mit 0 ≤ m ≤ n
dass die Aussage für alle m ≤ n gilt
D.h. man darf beim Beweis für n+1 annehmen
Dies eröffnet der Beweisführung mehr Möglichkeiten
Aus rechentechnischen Gründen wird oft als Induktionsschritt nicht von n auf n + 1 geschlossen sondern von n - 1 auf n
macht aber ansonsten keinen Unterschied
die manchmal die Umformungen vereinfacht
Dies ist alledings lediglich eine Notationsänderung
auf denen eine partielle Ordnung definiert ist
so zeigt sich
Wenn man zu allgemeineren Mengen übergehen will
dass die vollständige Induktion auf allen Mengen anwendbar ist
wobei keine unendlichen absteigenden Ketten auftreten dürfen (weil sonst keine Anfangselemente gefunden werden können)
Eine solche Menge heißt fundierte Menge
Diese Art der Induktion kann auf Ordinalzahlen angewendet werden (Ordinalzahlen können unendlich und größer werden)
In diesem Fall wird die Methode transfinite Induktion genannt
Sie ist wichtig in der Mengenlehre und der Topologie. bg:МатематичеÑ?ка индукциÑ? en:Mathematical induction es:Inducción matemática he:×?×™× ×“×•×§×¦×™×” מתמטית ja:æ•°å¦çš„帰ç´?法 it:Principio di induzione nl:Inductie (wiskunde) pl:Indukcja matematyczna pt:Indução matemática ru:МатематичеÑ?каÑ? индукциÑ? sl:MatematiÄ?na indukcija tr:Matematiksel tümevarım zh:æ•°å¦å½’纳法
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