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Diskussion : Thukydides
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Thukydides
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Allgemein
Bild nicht gefunden Thukydides Thukydides (* zwischen 460 und 455 v
Chr.
†ca
399 v
Chr.) war ein griechischer Historiker
"Verbergen") 1 Leben 2 Werk 2.1 Aufbau und Stil 2.2 Darstellung 2.3 Problematik 2.4 Nachwirkung und Bedeutung 3 Zitate zu Thukydides 4 Literatur 4.1 Werkausgabe 4.2 Sekundärliteratur (in Auswahl) 5 Weblinks [Bearbeiten]
Gesichert zugeschrieben wird ihm nur Der Peloponnesische Krieg (der Originaltitel ist nicht überliefert); dieses Werk machte ihn zum bedeutendsten Geschichtsschreiber der Antike. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Leben
aristokratischer athenischer Familie und war entfernt mit Kimon und Miltiades verwandt
Er stammte aus vornehmer
ein Athener aus dem Demos Halimus; die Familie unterhielt auch verwandtschaftliche Beziehung nach Thrakien
wo sie über reiche Besitzungen (Goldbergwerke) verfügte
Sein Vater war Oloros
Politisch stammte er damit aus eher konservativen Kreisen
welche der Politik des Reformers/Demokraten Perikles eher misstrauisch gegenüberstanden
Bei Ausbruch des Peloponnesischen Krieges 431 v
Chr. war Thukydides ca
30 Jahre alt
begann er bereits Aufzeichnungen darüber anzufertigen
Da er dessen Bedeutung schon früh erkannte
Als die Pest im Jahr 430 v
erkrankte Thukydides an dieser Krankheit
Chr. in Athen ausbrach
deren Verlauf er ausführlich in seinem Werk schildert
Im Jahre 424 v
Chr. bekleidete er das Amt eines Strategos und war in Thrakien stationiert
Den Verlust der strategisch wichtigen Stadt Amphipolis an den spartanischen General Brasidas konnte er nicht verhindern – er kam mit seiner Flotte wenige Stunden zu spät
abgesetzt und aus Athen verbannt
auf Veranlassung Kleons
obwohl unverschuldet
Er wurde für diese Niederlage
Das Exil verbrachte er vor allem auf den Besitzungen seiner Familie in Thrakien
Dort schrieb er auch sein berühmtes Werk nieder
dass die eigentliche Niederschrift erst nach Kriegsende 404 v
jedoch deuten Bemerkungen über das Kriegsende im Werk darauf hin
Mit den Aufzeichnungen begann er zwar schon bei Kriegsbeginn
Chr. erfolgte
Die teilweise recht detailierte Ortskenntnis lassen die Vermutung zu
z.B
dass er auch einige Schauplätze des Krieges zu Recherche-Zwecken selbst bereiste
Sizilien
Auch in Sparta hat er sich zeitweise aufgehalten
Das genaue Datum seines Todes ist nicht bekannt
genauso wenig wie die Todesursache. [Bearbeiten]
Werk
[Bearbeiten]
Aufbau und Stil
der nicht zwischen Mythen und Realem unterschied
was auch wirklich vorgefallen ist
In klarer Abgrenzung zu Herodot
wollte er nur das berichten
was vor allem in der Einleitung deutlich wird
dem Zufall zu
wobei er jedoch bei der Auswahl des Quellenmaterials systematisch und nach dem Grundsatz der Genauigkeit vorging (Thuk
wo er seine wissenschaftliche Methodik erläutert. Großen Einfluss auf die Geschicke der Menschen weist Thukydides der Tyche
Ziel ist Klarheit und Gegenwartsbezug
I 22
2 f.)
in einem nüchternen
wobei sich in den (stilisierten) Reden der Einfluss der sophistischen Rhetorik bemerkbar macht. Thukydides bezog in seine Darstellung zahlreiche Quellen ein
Sein Werk ist klar strukturiert
knappen Stil verfasst
zu denen er Zugang hatte
Ursachen des Krieges): Buch I. archidamischer Krieg (431-421 v
Methodologie
sondern wurde nachträglich vorgenommen): Einleitung (Vorgeschichte
Das Werk kann in fünf Teile eingeteilt werden (insgesamt 8 Bücher/Kapitel; die Einteilung selbst stammt jedoch nicht von Thukydides selbst
421-416 v
Chr): Buch II-V. der faule Frieden (Nikiasfrieden
Chr.): Buch V
VI. Sizilische Expedition (415-413 v
Chr.): Buch VI
VII. der dekeleisch-ionische Krieg (414/13-411 v
Chr
Ende des Werkes; der Krieg selbst dauerte noch bis 404 v
Chr. an): Buch VIII. Das VIII
Buch bricht abrupt im Jahre 411 v.Chr. ab
Es wurde durch den Historiker Xenophon in seiner Hellenika fortgesetzt
Auch wirken Teile des Werkes unfertig
dass der Tod Thukydides von einer gründlichen Überarbeitung des letzten Teils abgehalten hat
so dass davon auszugehen ist
nämlich ob das Werk in Etappen oder als Ganzes entstanden ist
ist in der Forschung umstritten. [Bearbeiten]
Die so genannte Thukydideische Frage
Darstellung
Die wahre Ursache für den Ausbruch des Krieges sah Thukydides in der Hegemonie Athens und dessen Großmachtstreben
dem sich die alte Hegemonialmacht Sparta widersetzte
dass die Strategie des Perikles die erfolgversprechendste für einen Sieg Athens gewesen wäre. Bei der Darstellung der Kriegsereignisse verfährt Thukydides nach dem chronologischen Muster von Jahreszeiten
auch wenn er Athen in den Krieg steuerte; allerdings scheint Thukydides die Meinung vertreten zu haben
Für Thukydides ist dabei der Athener Perikles der Prototyp eines großen Staatsmanns
andere hingegen sehr ausführlich behandelt
Dabei werden manche Ereignisse recht knapp
wobei gerade in den Reden teils eine beeindruckende Argumentationskette aufgebaut wird
Die Geschichte des Thukydides ist das Werk eines großen und scharfsinnigen Geistes
welches jemals geschrieben wurde
Vielleicht ist es sogar das größte und bedeutendste Geschichtswerk
wie eine Hegemonialmacht zu Grunde gehen kann
Es entwickelte (trotz seiner Komplexität
das Werk zu erfassen) eine ungeheure Breitenwirkung bis in unsere heutige Zeit hinein (siehe der berühmte Melierdialog; Thukydides Worte über die Demokratie standen - vor der Streichung - beispielsweise am Anfang des Entwurfs der EU-Verfassung). Denn Thukydides Fragestellung ist es auch zu untersuchen
die es nicht gerade leicht machte
die er als Triebfeder der Politik erkannte
und nirgends wird dies deutlicher als im berühmten Melierdialog (Thuk V
Sein Hauptaugenmerk gilt der Macht
85 ff.)
so bedeutend. [Bearbeiten]
welche auch den Zynismus der Handelnden aufdeckt
macht dieses Werk
In diesem machen die Athener den Meliern deutlich
das weit mehr ist als nur eine Kriegschronik
da Melos keine Großmacht war
dass es sich an gültige Verträge halten solle! Gerade die rationale und kühle Analyse der Politik (sein Werk sollte schließlich ein "Besitz für alle Zeit" sein)
dass sie
von Athen nicht erwarten könnten
Problematik
wie auch für meine Gewährsleute von anderwärts; wie meiner Meinung nach ein jeder in seiner Lage sprechen musste
in möglichst engem Anschluss an den Gesamtsinn des in Wirklichkeit Gesagten.“ (Thuk I
die aber – wie er selbst betont – nicht den genauen Wortlaut wiedergeben
so stehen die Reden da
Thukydides baute zahlreiche Reden in sein Werk ein (ca. ein Viertel des Gesamtwerks)
wo ich selber zuhörte
denn: „die wörtliche Genauigkeit wiederzugeben war schwierig sowohl für mich
übersetzt von G.P
22
Landmann) Allerdings ist es durch diese Abstraktion teils relativ problematisch
die Intention des Thukydides vom eigentlichen Zeitgeschehen zu trennen
auch wenn sich die Reden wohl dennoch so nah wie möglich am tatsächlich Gesagten orientieren
vor allem wenn manchem Redner die Meinung des Thukydides in den Mund gelegt wird
dass sich Thukydides nicht vollständig hinter der Handlung zurücktritt - was freilich auch sehr schwierig gewesen wäre
manche Ereignisse stilisiert wiederzugeben - oder manche nicht zu erwähnen
Zudem arrangierte Thukydides sein Werk derart
wie den so genannten Kalliasfrieden: Thukydides erwähnt den Frieden nicht
dass vor allem seine Betrachtungsweise der Realpolitik deutlich wurde - was ihn freilich teils dazu verleiten konnte
obwohl es ihn jedoch wahrscheinlich gegeben hat (zu diesem Punkt siehe Forschungsproblematik des Kalliasfriedens). Es muss also folglich betont werden
Dennoch orientiert sich Thukydides am Grundsatz der größt möglichen Objektivität
Daran besteht auch in der modernen Forschung wenig Zweifel: zwar lassen sich nicht alle Angaben des Thukydides verifizieren
aber doch ein guter Teil (wie durch den Vergleich mit Inschriften oder der Methodik der Prosopographie). [Bearbeiten]
Nachwirkung und Bedeutung
Polybios
Dennoch: so zu schreiben wie Thukydides
später in der römischen Kaiserzeit)
mit dessen scharfer Urteilskraft und (freilich nicht völlig uneingeschränkter) Objektivität
war das Ziel vieler antiker Autoren - wenn sie sich denn für politische Geschichte interessierten (teils Xenophon
In Byzanz blieb er oft Vorbild (siehe Prokopios von Caesarea)
Dennoch war Thukydides
während er in der Renaissance wieder Verbreitung fand. In der Moderne wurde er als Vater der politischen Geschichtsschreibung gefeiert und seine Objektivität zu Recht gerühmt
der in seinem Werk Themen wie Frauen und Kulte etc. weitgehend ausblendete
und im Westen kannte man Thukydides während des Mittelalters nur in Auszügen bzw. indirekter Überlieferung aus Byzanz
in der Antike nicht so beliebt wie Herodot
Immanuel Kant
Hegel und Nietzsche (um nur einige wenige Beispiele zu nennen)
priesen ihn über alle Maße
David Hume
ebenso wie viele Historiker der Neuzeit
Macchiavelli
Thomas Hobbes
Trotzdem muss gesagt werden
seine Darstellung unreflektiert zu übernehmen
dass gerade diese Wirkungsmächtigkeit seines Werks die modernen Historiker dazu verleiten kann
denn er unterschied streng zwischen Ursache und Anlass
womit er den Schritt zur wissenschaftlichen Beurteilung machte
von der Problematik der Reden ganz zu schweigen (siehe oben). Und dennoch ist seine Objektivität und vor allem sein Geschichtsverständnis einmalig gewesen
Thukydides verfährt in Teilen seines Werkes recht selektiv
so bleibt doch der Gesamteindruck eines intelligenten und scharfsinnigen Autors bestehen
So kritisch man im Einzelnen verfahren kann
der mit seiner Monographie über den Peloponnesischen Krieg ein einmaliges Werk geschaffen hat. [Bearbeiten]
Zitate zu Thukydides
in my opinion
kurirt Nichts so gründlich als Thukydides. (Friedrich Nietzsche
1888) . . the first page of Thucydides is
"Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophirt"
Von der jämmerlichen Schönfärberei der Griechen in's Ideal
die der "klassisch gebildete" Jüngling als Lohn für seine Gymnasial-Dressur in's Leben davonträgt
the commencement of real history
"Of the Populousness of Ancient Nations") [Bearbeiten]
that philosophers ought to abandon them
All preceding narrations are so intermixed with fable
to the embellishments of poets and orators. (David Hume
Literatur
[Bearbeiten]
Werkausgabe
hrsg. von H
Thukydides: Der Peloponnesische Krieg (Reclam)
Vrestka und W
Stuttgart 2000
Rinner
Dort auch weiterführende Literatur und Angaben zu anderen Ausgaben des Werks
2 Bde.
gr.-dt. von Georg Peter Landmann
Darmstadt 1993
ISBN 3-150-01808-0 Diese Ausgabe ist näher am Text als Landmanns Übersetzung. Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges (Bücherei Tusculum)
Leider z.Z. nicht lieferbar. Thukydides: Der Peloponnesische Krieg (Bibliothek der alten Welt)
übersetzt von G
PL
Düsseldorf 2002I
andmann
SBN 3-7608-4103-1 [Bearbeiten]
Sekundärliteratur (in Auswahl)
Oxford 1991 ff
Simon Hornblower: A Commentary on Thucydides
ISBN 0198150997 (Bd
1) Der beste Kommentar zum Werk des Thukydides. Ders.: Thukydides aus Athen
IH
erkunft und LebenI
IW
erkA
Inhalt
BM
ethodeC
Probleme der Forschung
III
in: Der Neue Pauly
Würdigung
Bd
Enzyklopädie der Antike
hrsg. von Hubert Cancik und Helmuth Schneider
12 (2002)
S
506-511
Knappe Diskussion des Forschungsstandes und Angaben zur neueren Literatur. Hartmut Leppin: Thukydides und die Verfassung der Polis
die Thukydides im Zusammenhang mit seiner Zeit betrachtet. Wolfgang Schadewaldt: Die Anfänge der Geschichtsschreibung bei den Griechen
Ein Beitrag zur politischen Ideengeschichte des fünften Jahrhunderts vor Christus
Berlin 1999. ISBN 3050034580 Ideengeschichtliche Abhandlung
Bd
3
2
Frankfurt a
Aufl.
M1
990I
SBN 3-518-27989-0 Zur Einführung. Wolfgang Will: Thukydides und PeriklesD
er Historiker und sein Held (= AntiquitasA
bhandlungen zur Alten Geschichte
Bd5
Bonn 2003I
1)
SBN 3-7749-3149-6 Intelligente Abhandlung über das Geschichtsbild des Thukydides; das Buch ist dabei fast schon eine Doppelbiographie der beiden berühmten Athener. [Bearbeiten]
Weblinks
Thukydides in englischer Übersetzung. (http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Aabo%3Atlg%2C0003%2C001&query=1%3A1%3A1) Thukydides Weg zur Geschichtsschreibung
von Prof
JM
zuerst erschienen in Historia 31 (1981) (http://www.gnomon.ku-eichstaett.de/LAG/thukydides.html) Bibliographie (in Auswahl) (http://www.rci.rutgers.edu/~edmunds/thuc.html#Bibliographies) Vorlage:Personendaten en:Thucydides fr:Thucydide hr:Tukidid ja:トゥã‚ディデス lb:Thukydides (Historiker) nl:Thucydides (historicus) pl:Tukidydes sl:Tukidid sr:Тукидид sv:Thukydides uk:Фукідід
alitz
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