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Thelonious Monk
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Thelonious Sphere Monk (* 10
North Carolina; †17
Oktober 1917 in Rocky Mount
New Jersey) war ein amerikanischer Jazzmusiker (Pianist und Komponist). Er ist neben Charlie Parker
Charlie Christian und Kenny Clarke einer der Mitbegründer des Bebop
Dizzy Gillespie
Februar 1982 in Weehawken
"Verbergen") 1 Biographie 1.1 Kindheit und Jugend 1.2 Anfänge als Musiker 1.3 Minton’s Playhouse 1.4 Die Blue Note–Jahre 1947–1952 1.5 Die Prestige–Jahre 1952–1954 1.6 Die Riverside–Jahre 1955–1961 1.7 Die Columbia–Jahre 1962–1968 1.8 Verstummen 2 Der Mensch Thelonious Monk 3 Die Musik Thelonious Monks 3.1 Der Komponist 3.2 Der Improvisator 3.3 Einfluss auf andere Musiker 4 Kompositionen 5 Wichtige Aufnahmen 6 Filme/DVDs 7 Literatur 8 Weblinks [Bearbeiten]
Mit seinem eigenwilligen Klavierstil und seinen unverwechselbaren Kompositionen gilt Monk als einer der großen Individualisten und bedeutenden Innovatoren des Modern Jazz. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Biographie
[Bearbeiten]
Kindheit und Jugend
der südwestlich von Harlem liegt und vor allem von Farbigen bewohnt wird
Thelonious Monk zieht als Kind Anfang der 20er Jahre mit seiner Familie in den New Yorker Stadtteil San Juan Hill
Thelonious Monk Sr.
Der Vater
verlässt die Familie jedoch bereits wenige Jahre später
die als Angestellte für die Stadtverwaltung arbeitet. Monk wird von seiner Mutter in seinen musikalischen Neigungen unterstützt und erhält bereits als Kind Klavierunterricht
So liegt die Verantwortung für Erziehung und Lebensunterhalt von Thelonious und seinen beiden Geschwistern allein bei seiner Mutter Barbara
dass er von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen wird. [Bearbeiten]
Im Alter von 13 Jahren hat er einen Klavierwettbewerb im Harlemer Apollo Theater so oft gewonnen
Anfänge als Musiker
Die Stadt New York entwickelt sich in Monks Jugendzeit zu einer der großen Jazzmetropolen
Besonders der Stadtteil Harlem wird mit seinen vielen Clubs zu einem Brennpunkt dieser Entwicklung
So wächst Monk in einer musikalisch sehr lebhaften Umgebung auf und hört viele Jazzmusiker „live“
Earl Hines und der Stride-Pianist James P
Als frühe Einflüsse gelten Duke Ellington
Fats Waller
der in der Nachbarschaft der Familie Monk lebt. Erste Erfahrungen sammelt Monk
als Pianist auf „House-Rent-Parties“
wie viele Musiker jener Zeit
Johnson
Diese sind in von Schwarzen bewohnten Stadtteilen weit verbreitet
die ihre Miete (Rent) nicht aufbringen können
laden die Menschen ihrer Nachbarschaft ein
sorgen für musikalische Unterhaltung und lassen dann „den Hut herumgehen“
Mieter
Davon bezahlen sie die Musiker und die Miete
Daneben begleitet Monk auch den Gesang seiner Mutter in der Kirche auf der Orgel
Ein New Yorker Auftritt des blinden Klavier-Virtuosen Art Tatum im Jahr 1932 hinterlässt bei dem fünfzehnjährigen Monk einen tiefen Eindruck
um mit einer Wanderpredigerin zwei Jahre lang als Pianist auf Tour zu gehen
Mit 17 Jahren verlässt Monk die High School
Er tritt dabei auch in Kansas City auf
das damals eine pulsierende Jazz-Stadt ist
Sie ist u.a. die Heimat der Count Basie Band und der Pianistin Mary Lou Williams
Diese hört Monk spielen
erkennt sein Talent und ermutigt ihn in seinen musikalischen Ambitionen
Ihr zufolge verfügte Monk schon damals über einen rhythmisch und harmonisch sehr eigenwilligen Stil. [Bearbeiten]
Minton’s Playhouse
Wieder zurück in New York City
schlägt Monk sich einige Jahre mit Gelegenheitsjobs als Pianist durch
Anfang der 40er Jahre wird er Hauspianist im Harlemer Club Minton’s Playhouse
die bei Jam-Sessions nach neuen musikalischen Wegen abseits des Swing-Mainstreams suchen
Er ist Treffpunkt eines losen Verbandes junger Musiker
Neben Charlie Parker
bleibt Monk diese Anerkennung jedoch zunächst versagt
der sich später als Keimzelle eines neuen Stils – des Bebop – und damit des Modern Jazz erweisen wird. Während Parker und Gillespie später zu den Protagonisten des Bebop avancieren
Dizzy Gillespie
Charlie Christian und Kenny Clarke gehört Monk zu diesem Kreis
für viele nur schwer nachvollziehbaren Spielweise
die selbst bei großzügiger Auffassung von Pünktlichkeit kaum regelmäßige Proben mit ihm möglich machen
Dies liegt zum einem an Monks individualistischer
zum anderen aber auch an seiner notorischen Unzuverlässigkeit
Zwar wird er 1946 von Dizzy Gillespie als Pianist für dessen Big Band engagiert
wird er gefeuert
Da er jedoch wiederholt verspätet oder überhaupt nicht zu Proben oder Auftritten erscheint
die Monk als Pianisten engagieren
Der Tenorsaxophonist Coleman Hawkins ist in dieser Zeit einer der wenigen Bandleader
Hawkins
da das rhythmisch und harmonisch unkonventionelle Spiel Monks beim Publikum auf schroffe Ablehnung stößt
wird dafür jedoch heftig kritisiert
ein Veteran des traditionellen Swing-Stils
Trotz dieser Widerstände hält Hawkins den Pianisten in seinem Quartett und macht im Jahr 1944 mit Monk dessen erste Studioaufnahmen. Da Monk noch immer bei seiner Mutter lebt
die auch für seinen Lebensunterhalt sorgt
muss er nicht aufgrund wirtschaftlicher Zwänge künstlerische Zugeständnisse machen oder seinen eigensinnigen Lebensrhythmus an die Gewohnheiten seiner Mitmenschen anpassen
Stattdessen kann er sich ungehindert ausschließlich seiner musikalischen Leidenschaft widmen und seine kompositorischen Ideen verwirklichen. Zu dieser Zeit hält Monk auch eine Art „Hausseminare“ für befreundete Musiker ab
Der junge Miles Davis
Bud Powell und andere gehen in der Wohnung der Familie Monk ein und aus und lassen sich von Thelonious dessen Kompositionen am Klavier erklären
Sonny Rollins
dass seine oft sehr komplizierten Stücke korrekt gespielt werden
Dabei achtet er penibel darauf
Miles Davis
sagt später
der ein Jahrzehnt später mit Monks Komposition Round Midnight seinen Durchbruch beim breiten Publikum erleben wird
dass diese Lektionen für seine musikalischen Entwicklung von großer Bedeutung gewesen sind. [Bearbeiten]
Die Blue Note–Jahre 1947–1952
Erst 1947 – Monk ist nun schon 30 Jahre alt – kommt beim aufstrebenden Plattenlabel Blue Note Records Monks erste Schallplatte als Bandleader heraus
†2002)
ein Mädchen aus der Nachbarschaft
Seine Partner bei den Aufnahmen der folgenden Jahre sind u.a. der Vibraphonist Milt Jackson und die Schlagzeuger Art Blakey und Max Roach. Im gleichen Jahr heiratet er Nellie Smith (*1921
Thelonious Jr. (*1949) und Barbara (*1953
die erst Jahre oder Jahrzehnte später Anerkennung erlangen werden
Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor
†1984). Monk hat zu diesem Zeitpunkt bereits viele seiner Stücke komponiert
You Needn’t
Round Midnight und Straight
Dazu zählen seine bekanntesten Kompositionen Well
No Chaser
Auch sein individualistischer Klavierstil mit dem für ihn typischen perkussiven Anschlag ist jetzt bereits voll ausgeprägt
Seine künstlerische Entwicklung ist damit weitgehend abgeschlossen: Im Laufe seiner weiteren Karriere wird seine Musik keine wesentlichen stilistischen Veränderungen und Brüche mehr erfahren
Viele der auf Blue Note veröffentlichten Aufnahmen stellen mustergültige Interpretationen seiner Kompositionen dar und gelten heute als Klassiker. Monks erste Aufnahmen unter eigenem Namen verkaufen sich jedoch nur schleppend
Seine eigenwillige Musik trifft beim Publikum auf Unverständnis
Auch unter Musikerkollegen und Musikkritikern bleibt er umstritten
Häufig wird ihm sogar mangelndes technisches Können unterstellt. Auch ein unglücklicher Vorfall Ende 1951 wird Monks Karriere in den folgenden Jahren empfindlich behindern: Bei einer Polizeikontrolle werden in einem von Monk geparkten Auto Drogen gefunden
Da er nicht gegen den wirklichen Drogenbesitzer – seinen Freund Bud Powell – aussagen will
wird er zu 60 Tagen Gefängnis verurteilt
die damals für Engagements in Night Clubs in New York erforderlich war
Weit schwerer wiegt jedoch ein mehrjähriger Entzug der „Cabaret Card“
Club-Engagements in seiner Heimatstadt zu bekommen. [Bearbeiten]
Damit ist es Monk jahrelang unmöglich
Die Prestige–Jahre 1952–1954
Das Label Prestige macht Monk 1952 ein Angebot für Aufnahmen mit ihm
Da sich seine bisherigen Platten nur schlecht verkauft haben
lässt Blue Note Records ihn ziehen
Leider wird Monk bei Prestige teilweise stiefmütterlich behandelt
Einige seiner Schallplatten der frühen Fünfziger Jahre lassen ein deutlich verstimmtes Klavier hören
Doch auch während dieser Periode macht Monk einige bemerkenswerte Aufnahmen
Hervorzuheben sind seine Alben mit Sonny Rollins und die Aufnahmen vom Heiligabend 1954 mit Miles Davis als Leader
Percy Heath und Kenny Clarke: Diese gelten vielen Kennern als eine Sternstunde des Jazz. [Bearbeiten]
Milt Jackson
Die Riverside–Jahre 1955–1961
Der Jazzproduzent und Monk-Fan Orrin Keepnews gründet Anfang der 50er Jahre das Label Riverside
Für nur 108 Dollar kauft er Monk 1954 aus dessen Vertrag bei Prestige heraus
Doch er zögert zunächst
Aufnahmen mit Monks Eigenkompositionen zu veröffentlichen
das Publikum schrittweise an Monks exzentrische Musik heranzuführen
werden stattdessen zwei LPs mit Standards bzw
In der Absicht
Interpretationen von Stücken Duke Ellingtons veröffentlicht
die bei Publikum und Kritik zumindest bescheidene Achtungserfolge erzielen
Einen Wendepunkt in Monks Karriere stellt das Jahr 1957 dar
Zum einen erlangt er auf Betreiben der einflussreichen Baroness Pannonica de Koenigswarter seine Auftrittsgenehmigung zurück
Diese ehemalige Diplomatengattin aus dem Hause Rothschild kümmert sich in der Art einer Patronin um Jazz-Musiker
dem Bassisten Oscar Pettiford und dem Schlagzeuger Max Roach entsteht ein sorgfältig konzipiertes und produziertes Album
Dies ermöglicht Monk ein erfolgreiches mehrmonatiges Engagement im New Yorker Five Spot Café mit dem Tenorsaxophonisten John Coltrane. Zum anderen wird das dritte auf Riverside veröffentlichte Album Brillant Corners zu einem Meilenstein in Monks Diskographie: Begleitet von dem Tenorsaxophonisten Sonny Rollins
auf dem sich Monks Musik voll entfaltet
dem Altsaxophonisten Ernie Henry
der als früherer Besucher von Monks „Seminaren“ mit dessen Musik bestens vertraut ist und diese entsprechend zu spielen versteht
Großen Anteil daran hat Sonny Rollins
Höhepunkte sind die vertrackte Neukomposition Brillant Corners sowie der ausgedehnte Blues mit dem lautmalerischen Titel Ba-Lue Bolivar Ba-Lues-Are
in dem die Baroness de Koenigswarter in einer Suite residiert
Dieser Titel bezieht sich auf das Bolivar Hotel in New York
Als zusätzlichen Dank für ihre Unterstützung nennt Monk eine seiner schönsten Balladen Pannonica
Mit diesem Album gelingt Monk endlich der Durchbruch beim Publikum. Im weiteren Verlauf der 50er Jahre nimmt Monk zahlreiche bedeutende Schallplatten auf
Darunter sind Einspielungen mit so großen Musikern wie John Coltrane und Gerry Mulligan
mit seinem ehemaligen Mentor Coleman Hawkins und Solo-Einspielungen
Erfolgreiche Tourneen durch die USA und Europa schließen sich an
1958 wird Monk im Down Beat Critics Poll erstmals zum besten Pianisten gekürt
Im Februar 1959 kommt es zu einem Konzert in der renommierten New Yorker Town Hall
bei dem Monk seine Musik in den orchestralen Bearbeitungen des Arrangeurs Hall Overton mit einem Tentett aufführt. Im Jahr 1960 wird der Tenorsaxophonist Charlie Rouse Monks fester Partner in seinem Quartett
Rouse ist zwar kein Saxophonist vom Format eines John Coltrane oder Sonny Rollins
aber seine Spielweise fügt sich ideal in Monks Klangwelt ein
Diese Verbindung wird bis Ende der 60er Jahre bestehen bleiben. [Bearbeiten]
Die Columbia–Jahre 1962–1968
wird Monk 1962 endgültig zu einem international gefeierten Jazz-Star
Mit einem Vertragsabschluss beim Schallplattenriesen Columbia
wo bereits andere Jazz-Größen wie Miles Davis oder Dave Brubeck unter Vertrag sind
Die ersten für Columbia aufgenommenen Schallplatten zeigen das Thelonious-Monk-Quartett mit Charlie Rouse am Tenorsaxophon
dem Bassisten John Ore und dem Schlagzeuger Frankie Dunlop in gereifter
perfekt aufeinander eingespielter Form und zählen mit zu seinen besten Aufnahmen
Ende 1964 kommt es im New Yorker Lincoln Center zu einer zweiten erfolgreichen Aufführung der Musik Monks in Big-Band-Besetzung
Monk unternimmt nun Tourneen nach Europa und sogar bis nach Japan
Das Time-Magazine nimmt ihn im gleichen Jahr auf die Titelseite. Monks kompositorische Aktivität geht im Verlauf dieser Zeit jedoch mehr und mehr zurück
Aufnahmen neuer Kompositionen werden immer seltener
Einige seiner für Columbia aufgenommenen Schallplatten enthalten kein einziges neues Stück
Abgesehen von einigen improvisierten Stücken stammt Monks letzte Komposition aus dem Jahr 1967
Er spielt in dieser Zeit - anders als in den Fünfzigerjahren - auch nur noch selten mit Musikern außerhalb seines festen Quartetts und erhält dadurch nur wenige Impulse von außen
So erstarrt die einst so unkonventionelle und aufregende Musik Monks allmählich in einer vorhersehbaren Formelhaftigkeit. [Bearbeiten]
Verstummen
Gegen Ende der 60er Jahre erhalten Monks Schallplatten nur noch mittelmäßige Kritiken in der Presse
und auch die Verkaufszahlen gehen zurück
Aus kommerziellen Erwägungen drängt Columbia Monk 1968
ein Album mit Orchester-Begleitung aufzunehmen
Die sehr glatt geratenen Arrangements von Oliver Nelson werden der Musik Monks jedoch in keiner Weise gerecht
lehnt Monk aber ab
eine Platte mit Beatles-Kompositionen einzuspielen
Den Vorschlag
Daraufhin beendet Columbia die Zusammenarbeit mit ihm
Sein Quartett löst sich in den Folgejahren nach und nach auf
Danach macht Monk mit wechselnden Begleitern nur noch vereinzelt Aufnahmen für kleinere Labels
Doch auch während dieser Zeit bleibt er sich stilistisch treu und spielt auf hohem Niveau. Nach 1970 verschwindet Monk offenbar aus gesundheitlichen Gründen - er zeigt Symptome von Schizophrenie - von der Bühne
seinen letzten öffentlichen Auftritt hat er 1976. [Bearbeiten]
Seine letzte Aufnahme stammt aus dem Jahr 1971
Der Mensch Thelonious Monk
Monk wird von Zeitgenossen als introvertierter Exzentriker und gutmütiger Familienmensch beschrieben
Er fällt schon äußerlich durch seine hünenhafte Gestalt
seine Vorliebe für ungewöhnliche Kopfbedeckungen und Sonnenbrillen sowie seinen Ziegenbart auf
während Soli seiner Mitmusiker mit der Klavierbegleitung auszusetzen und in einem ihm eigenen Stil auf der Bühne zu tanzen
Damit prägt er neben Dizzy Gillespie das Bild des Hipsters der 40er und 50er Jahre. Bei Auftritten liebt Monk es
In der Öffentlichkeit ist er äußerst wortkarg und folgt ausschließlich seinem eigenem Lebensrhythmus
wann und wo es ihm beliebt
dass er schläft
was sich unter anderem so äußern kann
Gesellschaftliche Konventionen wie z.B
Pünktlichkeit haben für ihn nur bedingt Gültigkeit
Seine Unzuverlässigkeit zu Beginn seiner Laufbahn ist geradezu legendär
Seinen Mitmenschen gegenüber zeigt er sich oft desinteressiert
Selbst gegenüber der Musik anderer Musiker ist er gelegentlich ignorant oder äußert sich sogar abfällig darüber. Trotz seiner Exzentrik ist Monk aber offenbar ein durchaus verantwortungsbewusster Ehemann
Familienvater und verlässlicher Freund
Seine Angehörigen schildern den in der Öffentlichkeit so schweigsamen und einzelgängerischen Monk als einen in seiner vertrauten Umgebung durchaus kommunikativen und geselligen Menschen
Er spielt gerne Karten und gilt als ausgezeichneter Schach- und Ping-Pong-Spieler
Thelonious Monk führt nicht nur über Jahrzehnte ein intaktes Familienleben
enge Freundschaft
Coleman Hawkins und der Baroness de Koenigswarter verbindet ihn auch eine lebenslange
Mit Bud Powell
der sich nie unter Wert verkauft
Er ist außerdem ein durchaus guter Geschäftsmann
die sonst für seine Musikergeneration fast schon typisch sind
Es sind von ihm auch keinerlei Drogenprobleme bekannt
Die meiste Zeit seines Lebens lebt Monk in der Wohnung seiner Kindheit und verlässt New York nur ungern
gar hilflos ist er oft außerhalb seiner vertrauten Umgebung
So beharrlich und souverän er in seiner Musik ist
so unsicher
Nachdem er 1959 auf dem Bostoner Flughafen von der Polizei aufgegriffen und wegen seines erratischen Verhaltens für drei Tage in psychiatrische Beobachtung gegeben wurde
die ihm auch oft bei seinen seltenen Interviews zur Seite steht. Viele von Monks Kompositionen beziehen sich im Titel direkt auf Verwandte
enge Freunde oder sogar auf den Komponisten selbst
lässt Monk sich auf Reisen meist von seiner Frau Nellie begleiten
Little Rootie Tootie bezieht sich auf den Spitznahmen seines Sohnes Thelonious Jr.
Boo Boo’s Birthday auf den seiner Tochter Barbara
Pannonica der Baroness de Koenigswarter
Crepuscule With Nellie ist seiner Ehefrau gewidmet
die den Namen des Komponisten im Titel tragen
Thelonious
Blue Monk oder Monk’s Mood sind nur drei der Stücke
in deren Villa in New Jersey er sich 1973 im Alter zurückzieht
später von seiner Frau Nellie
und zuletzt von der Baroness de Koenigswarter
die in für Monk wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch den Lebensunterhalt der Familie Monk sichert
Monk wird während seines gesamten Lebens von Frauen in seiner unmittelbaren Umgebung gefördert und umsorgt: anfangs von seiner Mutter
Dort verbringt er mit seiner Frau Nellie fast völlig zurückgezogen seinen Lebensabend
Sein psychischer Zustand verschlechtert sich in dieser Zeit zunehmend
Seine letzten Lebensjahre verbringt Monk in geistiger Umnachtung
Er stirbt 1982 nach einem Gehirnschlag
Sein Sohn Thelonious Jr. folgt dem Vater als Musiker
indem er eine Karriere als professioneller Schlagzeuger einschlägt und das „Thelonious-Monk-Institute for Jazz“ ins Leben ruft
Dessen Ziel ist es
musikalisch begabte Jugendliche zu fördern
Es verleiht jährlich den renommierten Thelonious-Monk-Award an herausragende Talente. [Bearbeiten]
Die Musik Thelonious Monks
Monk gilt als Mitbegründer und führender Musiker des Bebop
Er nimmt innerhalb dieses Genres jedoch eine Außenseiterposition ein: zum einen wegen seiner eigenwilligen Kompositionen
zum anderen wegen seines nicht weniger individuellen Improvisationsstils
Monk entwickelt eine sehr eigenständige musikalische Ästhetik
aber im Wesentlichen von diesem unabhängig ist. [Bearbeiten]
die zwar etwa zeitgleich mit dem Bebop entsteht und auf diesen einwirkt
Der Komponist
In für den Bebop atypischer Weise sind Monks Kompositionen nicht bloße Neuharmonisierungen bekannter Standards
sondern meist vollständig neue Themen
zum Beispiel ausgerechnet das Stück Thelonious
Diese sind teils hoch komplex und enthalten ungewöhnliche Harmoniefolgen - wie etwa Round Midnight -
teils aber auch frappierend einfach
das auf einem einzigen Ton aufbaut. Monk hat eine Vorliebe für besonders kurze
prägnante Themen
Sie beruhen zwar oft auf dem 12-taktigen Blues-Schema oder der 32-taktigen Standardform populärer Songs
indem er scheinbar völlig unlogisch und überraschend ungerade Takte anhängt
einschiebt oder die Melodie um einen halben Beat vorverlegt
16- oder 32-taktige Formteile
Doch gern verfremdet er symmetrische 8-
Themen wie I mean you oder Straight no chaser basieren auf solchen rhythmischen Verschiebungen und Unregelmäßigkeiten
Diese Besonderheiten geben Monks Stücken einen sperrigen und irritierenden
aber umso faszinierenderen Charakter: Sie sind an ihrer individuellen Formensprache meist unmittelbar als seine Werke zu erkennen. [Bearbeiten]
Der Improvisator
sondern bevorzugt eher moderate Tempi
Als Pianist improvisiert Monk selten wie typische Bebop-Solisten in rasanten
sondern die verborgenen Strukturen eines Themas aufzudecken und den Hörer dabei mitzunehmen
seine Virtuosität unter Beweis zu stellen
Ihm liegt nicht daran
Er variiert ständig die Melodien und Harmonien der kompositorischen Vorlagen
indem er Motive
dehnt oder verkürzt
Phrasen und Akkorde daraus abstrahiert
Intervalle und Skalen: Etwa den übermäßigen Dreiklang
als besonders dissonant empfundene Sekunden
Seine kantigen
die Ganztonleiter
sondern beziehen sich immer auf das zu Grunde liegende Thema. Monk benutzt damals sehr ungewöhnliche Akkorde
bilden aber keine losgelöste und frei assoziierte Linie
bizarren Improvisationen sind spontan erfunden
die erhöhte Quarte (das „Bebop“-Intervall) und kleine
Er kombiniert diese Elemente auf bizarre Weise miteinander und verteilt seine Akkorde über die ganze Klaviatur
Er setzt diese sowohl als harmonische Wendungen als auch als eigene „Farben“ ein
so dass völlig überraschende neue Klangwelten aufblitzen. Auch rhythmisch setzt Monk in dem für ihn typischen perkussiven Stil unerwartete
aber umso effektvollere Akzente
Er setzt diese sparsam
aber immer an Stellen
wo sie ein Höchstmaß an Aussagekraft erreichen
die den weiterlaufenden swing kontrastieren
Er spielt mit Pausen und Gegenrhythmen
Indem er die Form verfremdet und neue großräumige thematische Bezüge herstellt
erzeugt er außergewöhnliche Spannungsmomente und öffnet neue Horizonte
durchdenkt und nochmals ganz neu erfindet
wie Monk das Stück improvisierend kommentiert
Der Hörer kann miterleben
Monks Art der Komposition und Improvisation sind untrennbar miteinander verbunden
seine Kompositionen sind gefrorene Improvisationen.� Innerhalb des Modern Jazz geht Monk bis an die Grenzen zur Auflösung jeder Tonalität
Phrasierung und Rhythmik
Der Kritiker Whitney Balliet fasst diese Wechselbeziehung so zusammen: “Seine Improvisationen sind verflüssigte Kompositionen
Deswegen ist er lange Zeit dem Unverständnis von Publikum und Kritik ausgesetzt
In der Bebop-Ära wird er deshalb oft heftig abgelehnt und angefeindet
Seine Kritiker führen seine Art
Spannung zu erzeugen
auf mangelndes technisches Können und fehlendes Swing-Gefühl zurück
Monks Musik gewinnt jedoch gerade durch seine konsequent skurrile Exzentrik eine innere Stimmigkeit und Geschlossenheit
wie sie auch im Jazz nur selten zu finden sind
unterläuft die Erwartungshaltung des Hörers und schafft neue
unvermutete Bezüge
Sein sehr persönlicher Improvisationsstil findet daher nur wenige Nachahmer. Monk lotet die kompositorischen und improvisatorischen Möglichkeiten innerhalb des modernen Bebop-Idioms bis an ihre Grenzen aus: Er ironisiert vermeintlich Bekanntes
parodiert Klischees
Dabei gibt er aber die Tradition niemals auf
vom Blues „getränkten“ Jazzharmonik und konventionellen Songformen
sondern bleibt im Rahmen der funktionalen
Diese vorgegebenen Strukturen sind als Basis seiner Spielweise immer erkennbar und werden gerade durch ihre Verfremdung hervorgehoben
Ein besonderer Reiz der Musik Monks liegt daher in dem stets spürbaren Spannungsverhältnis zwischen den traditionellen musikalischen Formen und ihrer individualistischen Transformation. [Bearbeiten]
Einfluss auf andere Musiker
Durch seine verspätete Anerkennung macht sich Monks Einfluss erst ab etwa 1955 bemerkbar
was später in den 60er Jahren im Free Jazz üblich und breit entfaltet wird
Er eröffnet dem Jazz in den 50er Jahren neuartige Perspektiven: Sein experimenteller Stil nimmt schon vieles von dem vorweg
Durchsetzt von seinem zynischen Humor klingt bei Monk Vieles erstmals an
was ebenso geniale Jazz-Avantgardisten später weiterentwickeln
die radikalen Umwälzungen mitzumachen
Ornette Coleman
sondern steht dem Free Jazz der 60er Jahre seinerseits ablehnend gegenüber
So beeinflusst Monk zahlreiche Jazzmusiker der 60er Jahre wie John Coltrane
Sonny Rollins und Eric Dolphy. Er selbst ist jedoch nicht bereit
Er wirft den jungen Avantgardisten vor
unzusammenhängend und unlogisch einfach nur „einen Haufen Noten“ nacheinander zu spielen
dass der Komponist und Strukturalist Monk auf die traditionelle Form angewiesen blieb
mit seinen neuartigen musikalischen Konzepten den Jazz zu zerstören. - Hier zeigt sich
Den Free-Jazz-Pionier Ornette Coleman beschuldigt er sogar
um seine individuelle musikalische Sprache sprechen zu können
Monk komponierte im Laufe seines Lebens nur etwa knapp 70 Themen (Duke Ellington zum Beispiel komponierte etwa 2000!)
Dennoch gilt er als einer der wenigen großen Jazz-Komponisten
Viele seiner Stücke wurden wegen ihrer genialen eigenwilligen
oft bizarren Formensprache ihrerseits zu Jazzklassikern (sogenannten „Standards“)
die bis heute anhält
eine absolut überragende Stellung eingenommen und gelten als Paradebeispiele für diese Musikrichtung
an der kein bedeutender heutiger Jazzmusiker und Jazzpianist vorbeikommt. Seit Monks Tod erlebt seine Musik eine regelrechte Renaissance
was man als Modern Jazz bezeichnet
Sie haben in dem
Viele namhafte Musiker beschäftigen sich bis heute intensiv mit seinem Werk und spielen seine Kompositionen ein
Misha Mengelberg und Chick Corea
Dazu gehören unter anderen Anthony Braxton
Der Pianist Alexander von Schlippenbach führt mit einer Gruppe junger Musiker in einem Konzertprogramm das Gesamtwerk Monks auf und hat dieses im Jahr 2004 komplett aufgenommen
Der Sopransaxophonist Steve Lacy spielte einige Jahre seiner Karriere sogar ausschließlich Monk-Kompositionen
Monks Einfluss reicht jedoch weit über den Jazz hinaus
So erschien 1984 das von Hal Willner produzierte Doppelalbum That’s The Way I Feel Now
auf dem sowohl Jazz- als auch Popmusiker Monk ihre Ehrerbietung erweisen
Dr
Gil Evans
Unter ihnen sind Donald Fagen
John und John Zorn
No Chaser unter der Regie von Charlotte Zwerin ins Kino. [Bearbeiten]
Auch das Kronos Quartet hat eine kammermusikalische Hommage an Monk aufgenommen. 1989 kam der von Clint Eastwood produzierte Dokumentarfilm Thelonious Monk: Straight
Kompositionen
No Chaser Well You Needn't [Bearbeiten]
52nd Street Theme Ask me now Ba-Lue Bolivar Ba-Lues-Are Bemsha Swing Blue Monk Bright Mississippi Brilliant Corners Bye-Ya Crepuscule With Nellie Epistrophy Evidence Hackensack I mean you In walked Bud Introspection Let´s call this Light Blue Little Rootie Tootie Misterioso Monk´s Dream Monk´s Mood Off Minor Pannonica Played Twice Reflections 'Round Midnight Ruby My Dear Rhythm-A-Ning Straight
Wichtige Aufnahmen
Bereits zu Lebzeiten wurden mehr als 50 Aufnahmen Thelonious Monks unter seinem eigenen Namen oder dem anderer Leader veröffentlicht
Seit seinem Tode werden seiner Diskographie bis heute zahlreiche weitere
bislang unveröffentlichte Aufnahmen oder Zusammenstellungen hinzugefügt
Eine vollständige Auflistung an dieser Stelle ist weder sinnvoll noch möglich
Stattdessen wird hier exemplarisch auf einige besonders hervorzuhebende Aufnahmen hingewiesen
Alben Genius Of Modern Music Vol
Blue Note) Genius Of Modern Music Vol
1 (1948
Blue Note) Miles Davis: Miles Davis And The Modern Jazz Giants (1954
Riverside) The Thelonious Monk Orchestra At Town Hall (1959
Riverside) Criss Cross (1963
Riverside) Thelonious Monk With John Coltrane (1957
Riverside) Thelonious Alone In San Francisco (1957
2 (1952
Prestige) Brillant Corners (1957
Columbia) Monk Big Band & Quartet In Concert (1964
Columbia) Solo Monk (1965
Columbia) The London Collection Vol
I+II (1971
Black Lion) Zusammenstellungen The Best Of Thelonious Monk
auf denen andere Musiker ausschließlich Kompositionen Thelonious Monks spielen
erschienen 2001) Andere Es existieren zahlreiche Schallplatten
Sony
erschienen 1991) Thelonious Monk 85th Birthday Celebration (1952-1961
Blue Note
The Blue Note Years (1947-1952
oder bei denen diese einen Schwerpunkt bilden
ZYX Music
erschienen 2002) The Columbia Years: '62-'68 (1962-1968
Soul Note) Anthony Braxton: Six Monk’s Compositions (1987
1997) Alexander von Schlippenbach: Monks Casino (Das Gesamtwerk
1996) Alexander von Schlippenbach: Plays Monk (enja
Black Saint) Paul Motian: Monk In Motian (1988
A&M) Kronos Quartet : Monk Suite (1985
1997) T.S.Monk: Monk On Monk (N2K
Novus) Steve Lacy: More Monk (1989
Soul Note) Bebop & Beyond: Plays Thelonious Monk (Blue Moon
New Jazz/OJC) Sphere: Four In One (1982
Elektra) Roswell Rudd / Misha Mengelberg: Regeneration (1982
1990) T.J.Kirk: If Four Was One (Warner Bros.
Nonesuch) Steve Lacy: Only Monk (1985
Diese Liste kann daher nur eine kleine Auswahl wiedergeben. Steve Lacy: Reflections (1958
jmt) Carmen McRae: Carmen Sings Monk (1988
Intakt
2005) [Bearbeiten]
Soul Note) Verschiedene: That’s The Way I Feel Now (1984
Filme/DVDs
1989) [Bearbeiten]
Thelonious Monk: Straight
No Chaser (Dokumentarfilm von Charlotte Zwerin
Literatur
Thomas Fitterling: Thelonious Monk Sein Leben Seine Musik Seine Schallplatten
Oreos Verlag 1987
ISBN 3-923657-14-5 du Misterioso
TA-Media Verlag
Heft Nr
Jazzlegende Thelonious Monk (Schweizer Zeitschrift
ISBN 030680526X (ausgiebige Interviews mit 30 Jazzmusikern
3
März 1994) Arthur Taylor: Notes and Tones: Musician-to-Musician Interviews
darunter Monk) Marcus A
Da Capo Press 1993
Woelffle: Liner Notes zur CD-Box Thelonious Monk 85th Birthday Celebration (ZYX Music 2002) Jacques Ponzio und Francois Postif: "blue monk" - prophet der moderne im jazz
Hannibal 1997
ISBN 3-85445-142-3 [Bearbeiten]
Weblinks
http://www.monkzone.com/ http://www.misterioso.de/index.html http://www.monkinstitute.com Beurteilung: Dieser Artikel ist in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen worden. Vorlage:Personendaten en:Thelonious Monk fr:Thelonious Monk he:ת'×œ×•× ×™×•×¡_×ž×•× ×§ it:Thelonious Monk ja:ã‚»ãƒãƒ‹ã‚¢ã‚¹ãƒ»ãƒ¢ãƒ³ã‚¯ nl:Thelonious Monk sv:Thelonious Monk
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
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Thomas Hofer
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