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Diskussion : Studio für Elektronische Musik
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Studio für Elektronische Musik
Stichpunkte
Allgemein
Das Kölner Studio für Elektronische Musik war weltweit das erste seiner Art
Seine Geschichte spiegelt die Entwicklung der Elektronischen Musik in der zweiten Hälfte des 20
Jahrhunderts wieder. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Gründung 2 Die Anfänge 3 Serielle Musik / Sinustonkompositionen 4 Einbeziehen von Schallmaterial 5 Weitere Vorstöße 6 Modernisierung des Studios 7 Abkehr von seriellen Prinzipien / die weitere Entwicklung 8 Literatur 9 Klangbeispiele und Musik [Bearbeiten]
Gründung
Am 18
Oktober 1951 fand im Westdeutschen Rundfunk (WDR - damals noch NWDR) eine Besprechung anlässlich einer Sendung eines Nachtprogrammbandes über Elektronische Musik am Abend des gleichen Tages statt
grünes Licht für die Einrichtung des Studios
Hanns Hartmann
Durch einen Bericht über diese Besprechung informiert gab der Intendant des Senders
Insofern kann dieser Tag als Gründungsdatum des Studios für Elektronische Musik angesehen werden
An der Besprechung nahmen neben anderen teil: Werner Meyer-Eppler
Robert Beyer
Fritz Enkel und Herbert Eimert
Robert Beyer hatte bereits seit den zwanziger Jahren von einer Klangfarbenmusik gesprochen
Er sah nun endlich die Zeit reif für ihre Verwirklichung
der die erste Einrichtung des Studios konzipierte
Fritz Enkel war ein Techniker
Herbert Eimert war Komponist
Musikwissenschaftler und -journalist
Er hatte in den zwanziger Jahren eine Atonale Musiklehre geschrieben
wegen der er aus der Kölner Musikhochschule hinausgeworfen wurde (später machte sie ihn zum Professor)
Er stand also seit seiner Jugend auf der Seite des radikalen musikalischen Fortschritts
Er veranstaltete zum Beispiel auch Konzerte mit Geräuschinstrumenten
Eimert wurde der erste Leiter des Studios für Elektronische Musik
Werner Meyer-Eppler war Dozent am Institut für Phonetik und Kommunikationsforschung der Bonner Universität
Er hatte 1949 den Begriff "Elektronische Musik" als erster verwendet im Untertitel eines seiner Bücher (Elektrische Klangerzeugung: Elektronische Musik und synthetische Sprache)
Nach einer Bestandsaufnahme der bis dahin entwickelten elektronischen Musikinstrumente in diesem Buch entwickelte Meyer-Eppler in seinem Bonner Institut experimentell eines der grundlegenden Verfahren der elektronischen Musik
nämlich die kompositorische Musikgestaltung unmittelbar auf Magnettonband
Am Ende des genannten Berichtes wurde hingewiesen auf die Greifbarkeit der Herren Trautwein (Düsseldorf) und Meyer-Eppler (Bonn)
Köln liegt zwischen Düsseldorf und Bonn
eines der frühen elektronischen Musikinstrumente
Friedrich Trautwein hatte anfangs der dreißiger Jahre das Trautonium entwickelt
wurde für das Studio angeschafft
Eine Version des Trautoniums
das Monochord
Meyer-Eppler führte seine Experimente in Bonn mit einem Melochord durch
Harald Bode hatte dieses Instrument - nach Meyer-Epplers Wünschen modifiziert - konstruiert
Auch für das Kölner Studio wurde deshalb ein Melochord angeschafft
Das Monochord und vor allem das Melochord lassen sich als Vorläufer bzw. als Frühform des Synthesizers auffassen
Synthesizer spielten in der späteren Geschichte des Studios eine wichtige Rolle. [Bearbeiten]
Die Anfänge
Die beiden erwähnten Instrumente Monochord und Melochord wurden in dem Studio zusammen mit weiteren Geräten verwendet
Ein Rauschgenerator lieferte ein Rauschsignal
wie man es z.B. im UKW-Radio auf den Frequenzen zwischen den Radiokanälen hören kann
Wichtig für Klangveränderungen waren Filter
Ein Oktavfilter schwächte ein Eingangssignal (wie z.B. das Rauschen) auf mehreren eine Oktave breiten Frequenzbändern ab
Zwei Bandpassfilter ließen von so einem Eingangssignal nur ein einziges Frequenzband durch
Bei den Bandpassfiltern war dieses Band in Breite und Mittenfrequenz einstellbar
im Unterschied zum Oktavfilter
der zwei Eingangssignale multiplikativ mischte
Daneben gab es einen so genannten Ringmodulator
im Unterschied zur additiven Mischung in einem Mischpult
Der Ringmodulator wurde zu einer sehr starken Klangtransformation benutzt
Ein Oszilloskop diente zur Sichtbarmachung von Klängen
Ein Vierspurtonbandgerät erlaubte die Synchronisation von mehreren getrennt voneinander produzierten Abfolgen von Klängen
Zwei Einspurtonbandgeräte wurden zum Kopieren von einem Tonband auf ein anderes benutzt
Unter Benutzung des Mischpults ließen sich während dieses Kopierens weitere Klänge zusammen mit denen des ersten Tonbandes auf das zweite Tonband aufnehmen (ein Hauptgedanke Meyer-Epplers)
Das Mischpult bestand aus zwei Gruppen zu jeweils acht Kanälen
Es hatte Fernsteuerungen für das Vierspurtonbandgerät und das Oktavfilter
Filter
Modulatoren in einem Kreuzsteckschienenfeld zusammen
so dass die Verbindungen der einzelnen Geräte untereinander je nach Bedarf bequem herzustellen und zu verändern waren
Außerdem liefen hier Aus- und Eingänge aller Schallquellen
die Meyer-Eppler in Bonn hergestellt hatte
Weil ganz zu Beginn Monochord und Melochord noch nicht vorhanden waren - wohl aber Tonbandgeräte - beschränkten sich Robert Beyer und Herbert Eimert auf Klangmaterialien
Meyer-Epplers Bänder wurden bearbeitet und gemischt
doch wesentliche Erfahrungen im Umgang mit der von Meyer-Eppler entwickelten Verfahrensweise machen
Hiermit konnten Beyer und Eimert zwar noch nicht eigenständige Musik erzeugen
Als das Studio schließlich die oben beschriebene Form angenommen hatte
produzierten Beyer und Eimert - zusammen und alleine - einige Klangstudien
Diese Studien machen einen sehr freien Eindruck und verraten eine gewisse Unbekümmertheit bei ihrer Produktion
Wer die Klangfarben analoger Synthesizer kennt
wird hier so manchen vertrauten Ton hören können
war der strengere Eimert mit diesem improvisatorischen Spielen und Zusammensetzen nicht einverstanden
Während Beyer ziemlich zufrieden mit den Ergebnissen gewesen zu sein scheint
Eimert wollte das Kompositorische in der Elektronischen Musik etablieren
Diese Meinungsverschiedenheit führte ein Jahr später zum Ausscheiden Beyers aus dem Studio. [Bearbeiten]
Serielle Musik / Sinustonkompositionen
Eimert folgte von nun an aktiv der Empfehlung aus dem eingangs erwähnten Bericht an den Intendanten: "Es wäre nur notwendig
die ihm geeignet erschienen
vom Rundfunk beauftragten Komponisten zugänglich zu machen." Das heißt
er lud junge Komponisten
diese Einrichtungen geeigneten
ein im Studio das Ideal einer komponierten Elektronischen Musik zu verwirklichen
Seit Beginn der fünfziger Jahre waren die radikalsten europäischen Komponisten zu der Zielvorstellung einer in allen Aspekten total organisierten Musik gekommen
die aber nur die Tonhöhen organisierte (und zwar in Reihen von Tonhöhen)
Sie gingen dabei von der Zwölftonmusik aus
Der französische Komponist Olivier Messiaen hatte Ende der vierziger Jahre als erster den Gedanken der Organisation von den Tonhöhen auch auf die Tondauern
-lautstärken und konzeptuell auch auf die Klangfarben übertragen
des IRCAM.) Stockhausen hatte in Paris schon Erfahrungen mit den verschiedenen Aufnahme- und Bandschnittverfahren sammeln können
Messiaen hatte in Paris zwei Studenten
die seine Gedanken aufgriffen und fortan die bekanntesten Vertreter der seriellen Musik - wie man sie nannte - wurden: Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen. (Boulez wurde viel später (in den siebziger Jahren) Gründer und Leiter eines der wichtigen Institute auf diesem Gebiet
sich die Klangfarbe jedoch der seriellen Organisation entzog
-dauern und -lautstärken zwar sehr genau bestimmt werden konnten
Von daher wusste er
dass Tonhöhen
die auf Empfehlung von Meyer-Eppler angeschafft worden waren
Im Kölner Studio sah er die bereits erwähnten Instrumente Monochord und Melochord
für die Produktion einer in allen Aspekten organisierten Musik als nutzlos an
den Leiter der Messabteilung
denn er wollte die Klangfarben aus einzelnen Sinustönen zusammensetzen
und fragte nach Sinustongeneratoren
Er wendete sich an Fritz Enkel
Und zwar nach eigenen kompositorischen Vorstellungen
Enkel war sehr skeptisch und sagte Stockhausen: "Das schaffen Sie nie!" Stockhausen setzte sich aber durch und bekam seinen Sinustongenerator aus der Messabteilung des Senders
Bengt Hambraeus und Franco Evangelisti für eine Zeit lang jeder Klang aus einzelnen Teiltönen "komponiert"
Paul Gredinger
Eimert und anderen Komponisten wie Karel Goeyvaerts
Detlef Menzler
In einer mühsamen Kleinarbeit wurde im Studio von Stockhausen
Henri Pousseur
die Klangfarbe
der dieser Kontrolle sich am längsten entzogen hatte
wurde im Studio für Elektronische Musik komponierbar
wie man sagte
Eimert lieferte die Definition der seriellen Musik: "Die serielle Musik dehnt die rationale Kontrolle auf alle musikalischen Elemente aus." Der "Parameter"
Jeder Sinuston konnte in Frequenz
Amplitude und Dauer exakt bestimmt werden. Übereinander kopiert entstanden aus den Sinustönen Klänge oder Tongemische
deren Farbe direkt durch den Kompositionsplan bedingt war und nicht mehr von der Tradition (wie im Falle mechanischer Instrumente) oder des Instrumentenentwicklers (wie im Falle des Melochords beispielsweise) abhängig
Der zugrundeliegende Gedanke war: Jeder Klang ist aus Sinustönen zusammengesetzt vorstellbar
Selbstverständlich war aber mit der vorhandenen Technik nur eine sehr beschränkte Anzahl von Sinustönen ohne gravierenden Verlust an Tonqualität so zusammensetzbar (aufgrund von mit jedem weiteren Kopiervorgang zunehmendem Rauschen und sowie von Verzerrungen)
aber doch sehr einfach und grob strukturiert
Die entstandenen Klänge und Tongemische waren zwar genau nach Plan
Der Eindruck ist bei den Stücken
weniger einer von Klangfarben
Elektronische Musik hörte sich an
als ob Webern auf der Wurlitzerorgel vorgetragen werde
die auf diese Weise entstanden
was Adorno dazu brachte zu sagen
sondern von Akkorden
Nicht nur Adorno hatte eine wenig positive Auffassung von dieser Sinustonmusik
sondern die Komponisten waren selber enttäuscht
Nur aus Sinustönen befriedigende Klänge zu synthetisieren
erfordert nämlich einen technischen Aufwand
der in den fünfziger Jahren des 20
die starren Klänge lebendiger zu machen und den Arbeitsaufwand zu verringern
Jahrhunderts einfach noch nicht realisierbar war. (Diese so genannte additive Synthese ist heute zwar mit Computern möglich
doch immer noch nicht perfekt.) Deshalb suchten sie nach Möglichkeiten
Dabei machten die Komponisten Gebrauch von den Möglichkeiten
die sich im Sender boten
und von den im Studio verbliebenen Geräten
beispielsweise von Hallräumen zur Hinzufügung von Nachhall
z.B. der Ringmodulator und die Filter
Monochord und Melochord wurden nicht mehr verwendet
Im Monochord gab es jedoch einen Impulsgenerator
der nun verstärkt eingesetzt wurde. Ein wichtiges Ziel der Arbeit im Studio war die Realisierung von Klangfarbenübergängen. Übergänge
also Zwischenstufen beispielsweise zwischen Tonhöhen oder Tonstärken waren als Glissando bzw
Crescendo/Diminuendo ja auch traditionellen mechanischen Instrumenten möglich
Kontinuierliche Dauernänderungen waren als Tempobeschleunigungen und -verlangsamungen möglich
Klangfarbenübergänge jedoch - etwa ein Mittelding zwischen einem Trompetenklang und einem Geigenklang - waren und sind mit mechanischen Mitteln nicht möglich
wie sie ja auch Robert Beyer schon lange formuliert hatte
Hier war also eine zentrale Aufgabe der Elektronischen Musik gegeben
der Rauschgenerator und der Impulsgenerator
Ab Mitte der fünfziger Jahre wurden im Studio zur Klangerzeugung drei Arten von Generatoren verwendet: der Sinustongenerator
Letzterer erzeugte keine andauernden Signale sondern extrem kurze Knacke
Der zeitliche Abstand zwischen den Knacken konnte eingestellt werden
Bei Abständen bis zu circa 1/16 Sekunde konnten die Knacke noch einzeln wahrgenommen werden
Bei kürzeren Abständen begann die Wahrnehmung einer Tonhöhe
je kürzer diese Abstände wurden
die um so höher war
Es entstand ein Klang
der sehr viele und hohe Teiltöne enthielt
sehr hell bis schrill wirkte und daher ein ideales Objekt für die Filter war
die aus dem Klang die gewünschten Teile wieder wegnehmen konnte
Außer dem Oktavfilter und den Bandpassfiltern gab es jetzt auch ein Terzfilter
Mit dem Terzfilter konnten Frequenzbänder vom Umfang des Intervalls einer Terz in ihrer Stärke angehoben und abgesenkt werden. (Heutzutage ist das Terzfilter unter der Bezeichnung Graphic Equalizer immer noch gebräuchlich.) Alle Klänge mit vielen Teiltönen (so genannte Breitbandsignale) konnten so nach Wunsch quasi neu eingefärbt werden
Ein weiteres Filter war ein so genannter Abstimmbarer Anzeigeverstärker
dass es auf der eingestellten Mittelfrequenz selbst sinusförmig zu schwingen begann
Dieses Gerät - ein spezielles Bandpassfilter - konnte im Extrem auf eine so enge Bandbreite eingestellt werden
Ansonsten konnte es zum Beispiel bei Breitbandsignalen einzelne Teiltöne isoliert hörbar machen. [Bearbeiten]
Einbeziehen von Schallmaterial
das nicht von den Geräten im Studio erzeugt werden konnte
Stockhausen entschied sich nach zwei Sinustonkompositionen
bei dem er in dieser Zeit Phonetik studierte.) Er stellte Verbindungen her zwischen den verschiedenen Kategorien der menschlichen Lauterzeugung auf der einen Seite und jenen der drei wesentlichen Arten der Klangerzeugung im Studio auf der anderen Seite
nämlich Sprache und Gesang. (Zweifellos wurde er dabei durch Meyer-Eppler beeinflusst
auch Schallmaterial zu verwenden
Vokale (a
e
o
sch ...) dem Rauschen
u ...) entsprachen dabei den Sinustönen und deren Kombinationen
Plosivlaute (p
s
t) den Impulsen und Konsonanten (f
k
i
Stockhausen unterwarf einerseits die Aufnahme einer Kinderstimme den gleichen Manipulationen wie die im Studio erzeugten Klänge und Geräusche und versuchte andererseits
die Letzteren in verschiedenen Graden an die Stimmlaute anzunähern
Damit wollte er ein nkontinuum zwischen elektronischen und menschlichen Lauten erzielen
Jedenfalls war damit der erste Schritt getan in Richtung auf die Einbeziehung anderer Klangmaterialien als nur rein elektronisch erzeugter
Die Elektronische Musik aus dem Kölner Studio näherte damit konzeptionell der Musique Concrète aus Paris an. [Bearbeiten]
Weitere Vorstöße
war selbst Komponist Elektronischer Musik und vor allem der konsequenteste Theoretiker der Elektronischen Musik
Gottfried Michael Koenig
der im Studio Stockhausen und anderen Komponisten bei der Realisation ihrer Stücke assistierte
Rauschgenerator
das sich (trotz der Verbannung von Monochord und Melochord) nun über die "Instrumente" Sinustongenerator
Ihn ließ vor allem das Instrumentalmusikalische nicht ruhen
Impulsgenerator hartnäckig in der elektronischen Musik hielt
-stärke usw. war ja aus der Instrumentalmusik übernommen worden
Das Denken in den Parametern Tonhöhe
Tondauer
Je länger nun im Studio Erfahrungen gesammelt worden waren
nicht mehr angemessen waren
wie sie bei der intensiven Benutzung aller technischen Möglichkeiten entstanden
desto deutlicher wurde
dass diese Begriffe komplexen klanglichen Phänomenen
die bei den Versuchen zur Notation der elektronischen Musik entstanden
Dies spiegelte sich auch an den Schwierigkeiten wieder
Konnten einfache Sinustonkompositionen mit Angaben über Frequenzen
Dauern und Schallpegel noch vergleichsweise einfach graphisch dargestellt werden
war dies bei den zunehmend komplexeren Stücken ab der Mitte der fünfziger Jahre nicht mehr möglich
Koenig wollte eine Musik schaffen
die wirklich "elektronisch"
das heißt von den gegebenen technischen Möglichkeiten des Studios her gedacht war und nicht mehr versteckte Reminiszenzen an überlieferte instrumentale Vorstellungen mitschleppte
und welche Möglichkeiten gibt es diese Prozesse zu steuern
was für Kombinationen zwischen den Prozessen innerhalb mehrerer Geräte gibt es (gleichzeitig oder mittels Bandspeicherung nacheinander)
Er fing deshalb sozusagen bei Null an
fragte sich
was kann das einzelne Gerät
Praktisch stellen seine Stücke
die er bis 1964 im Studio realisierte
systematische Experimente zur Auslotung der elektronischen Klanglichkeit dar
Dabei war ihm aber theoretisch schon 1957 - zu einer Zeit also
als Max Mathews in den USA die allerersten Experimente mit der Klangerzeugung durch einen Computer machte - klar
dass die technischen Möglichkeiten dieses Studios doch sehr begrenzt waren
Wenn der Sinuston sozusagen das nicht weiter zerlegbare Element des Schalls war
konnte er mit seinen Eigenschaften Frequenz und Stärke immer noch als "instrumental" aufgefasst werden
welche er bestimmen möchte
In einem Aufsatz
der einige von Koenigs Konsequenzen aus der Arbeit im Studio darstellt
sprach er von der einzelnen "Amplitude"
Ein Sinuston ist ja schon eine Reihe von aufeinander folgenden "Amplituden"
nämlich die Elongation (Abstand von der Nullachse) eines Signals zu einem Zeitpunkt. (Später entwickelte Koenig ein Computerprogramm
das Folgen von "Amplituden" produzieren konnte ohne Rücksicht auf übergeordnete "instrumentale" Parameter.) Stockhausen wendete in einem weiteren Werk dieser Zeit seine Idee vom Klangkontinuum auf instrumentale Klänge an
Heutzutage bezeichnet der Begriff Sample das
was Koenig meinte
Die elektronischen Klänge sollten sich den Klängen von Schlaginstrumenten der Kategorien Metall
Holz und Fell annähern
dass das Studio nun über eine Hallplatte zur Erzeugung von Nachhall verfügte
Der Erzeugung "metallischer" Klänge kam beispielsweise die Tatsache zu gute
ein Rotationslautsprecher
Außerdem wurde nach seinen Ideen eine Vorrichtung zur Rotation von Klängen im Raum gebaut
dessen Klänge von um ihn aufgestellten Mikrophonen aufgenommen wurden
Der Studioleiter Herbert Eimert verzichtete in seinem längsten "elektronischen" Werk gänzlich auf durch Generatoren erzeugte Klänge und verwendete als Ausgangsmaterial ausschließlich die Aufnahme eines durch einen Schauspieler vorgetragenen kurzen Gedichtes
denn alles Hörbare stellt lediglich stärkere oder schwächere Abwandlung des Ausgangsmaterials dar (wobei die schwächste Abwandlung mit dem Original identisch ist
Hier wurde die Idee des Kontinuums eigentlich vollkommen verwirklicht
das am Anfang sowie in Teilen im weiteren Verlauf des Stückes zu hören ist)
Bei der Produktion kam in herausragender Weise ein so genanntes Tempophon zur Verwendung
Damit konnten einerseits Dehnungen und Stauchungen von Dauern ohne Tonhöhenveränderung (Transposition) vorgenommen werden sowie andererseits Transpositionen ohne Dauernänderung
Im Extremfall konnte damit ein kurzer Sprachlaut (z.B. das m in dem Wort 'Fischermann') auf beliebige Dauer verlängert werden. [Bearbeiten]
Modernisierung des Studios
Im Jahre 1962 wurde Herbert Eimert pensioniert
Sein Nachfolger in der künstlerischen Leitung des Studios wurde 1963 Karlheinz Stockhausen
Zusammen mit Gottfried Michael Koenig führte er eine Bestandsaufnahme und eine Einschätzung der Situation des Studios durch
ein Jahrzehnt zuvor von Fritz Enkel auf leichte Benutzbarkeit hin eingerichteten Studio war eine Ansammlung von Einzelgeräten geworden
die größtenteils für eine Anwendung miteinander gar nicht gedacht waren
Aus dem kompakten
Mittlerweile waren in anderen Studios und Forschungseinrichtungen schon wesentliche Schritte in Richtung auf eine bessere Integration der apparativen Einrichtungen getan worden
In der ersten Hälfte der sechziger Jahre wurden in den USA die Grundlagen zu dieser Integration verschiedener Geräte in Form der so genannten Spannungssteuerung gelegt
Mussten viele der Apparate im Kölner Studio bis in die sechziger Jahre hinein von Hand (z.B. durch das Drehen von Knöpfen) bedient werden
so erlaubte die Spannungssteuerung eine automatische Regelung etwa der Lautstärkeverläufe
Während dreier Jahre wurde die kompositorische Arbeit im Studio verringert
Es wurden Kontakte zu anderen Studios geknüpft
die bisherige Arbeit wurde dokumentiert
Das Studio zog in neue
größere Räume um
und es wurde sehr viel Geld in ein dem neueren Stand der Technik entsprechendes Instrumentarium investiert
In Amerika hatte Stockhausen die erwähnte Automatisierung kennengelernt
die er bei seinen Vorschlägen zur Neuausstattung des Studios bereits 1965 als wünschenswert bezeichnete
Dennoch dauerte es bis zum Anfang der siebziger Jahre bis das Prinzip der Spannungssteuerung in das Kölner Studio einzog. [Bearbeiten]
Abkehr von seriellen Prinzipien / die weitere Entwicklung
um die Leitung des Instituts für Sonologie an der Rijksuniversiteit in Utrecht zu übernehmen
die im Studio produziert wurden
Die Stücke
zumal da Gottfried Michael Koenig als letzter Vertreter der seriellen Musik das Studio 1964 verlassen hatte
zeichnen sich durch eine Abkehr von den strengen seriellen Verfahren der fünfziger Jahre aus
David Johnson und Mesias Maiguashca entdeckten wieder auf mehr spielerische und unkonventionelle Weise die Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung und -veränderungen
Jüngere Komponisten wie Johannes Fritsch
Kein Klang
wurde mehr grundsätzlich von einer Verwendung in der Elektronischen Musik ausgeschlossen
per Mikrophon aufgenommen und dann ebenfalls elektronisch manipuliert
ob elektronisch produziert und weiterverarbeitet oder mechanisch erzeugt
Stockhausen selbst legte Aufnahmen von Nationalhymnen einem seiner längsten elektronischen Werke zugrunde
Gesprächen usw
Baustellengeräuschen
Menschenmassen
Radiosendern
Hinzu kamen Aufnahmen von Tierstimmen
Das Hauptprinzip der Gestaltung wurde die Modulation von Eigenschaften eines Klanges durch die Eigenschaften anderer Klänge
So konnte der Lautstärkenverlauf einer Aufnahme z.B. beliebige Parameter eines elektronisch erzeugten Klangs beeinflussen
um möglichst unvorhersehbare Ergebnisse herbeizuführen
Mauricio Kagel legte in seiner Arbeit besonderen Wert auf komplexe Schaltungen der Geräte (einschließlich Rückkopplungen von Geräteausgängen in ihre eigenen Eingänge)
Johannes Fritsch ließ einen Verstärker sein eigenes Rauschen und Brummen verstärken und machte es zum Klangmaterial einer Komposition
1963). [Bearbeiten]
Mesias Maiguashca nahm Geräusche u.a. aus dem Kölner Hauptbahnhof und von Zugfahrten in die Musik auf (-> Telefun
Literatur
Robert: Das Problem der kommenden Musik
Beyer
in: Die Musik 9 (1928)
S
861-866
Eimert
S
Herbert: Was ist elektronische Musik? in: Melos 20 (Januar 1953)
S
1-5. ders.: Der Sinus-Ton
in: Melos 21 (1954)
in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart 3
Kassel 1954. ders.: Einführung in die elektronische Musik
168-172. ders.: Artikel "Elektronische Musik"
Spalten 1263-1268
Akustische und theoretische Grundbegriffe
Zur Geschichte und Kompositionstechnik (Langspielplatte)
Mainz 1963. ders.: Notizen zum Epitaph und den sechs Stücken
in: Beiheft zur Schallplatte "Herbert Eimert: Epitaph für Aikichi Kuboyama
S
Mainz o.J. (circa 1963)
Sechs Stücke"
1-6
S
Franco: Vom Schweigen zu einer neuen Klangwelt
München 1985
Evangelisti
in: Musik-Konzepte 43/44
40-166
in: Melos 20 (Januar 1953)
Werner: Elektronische Kompositionstechnik
Meyer-Eppler
S
5-9
Marietta: Schwingende Elektronen
Morawska-Büngeler
Eine Dokumentation über das Studio für Elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks Köln
Köln-Rodenkirchen 1988
Gottfried Michael: Artikel "Elektronisches Musikstudio"
Koenig
in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart 16
Spalten 59-62
Kassel 1976. ders.: Ästhetische Praxis
Texte zur Musik
Band 1
1954-1961
Saarbrücken 1992. ders.: Ästhetische Praxis
Texte zur Musik
Band 2
Saarbrücken 1992. ders.: Ästhetische Praxis
1962-1967
Texte zur Musik
Band 3
1968-1991
Saarbrücken 1993. ders.: Ästhetische Praxis
Texte zur Musik
Band 4
Supplement I
Saarbrücken 1999. ders.: Ästhetische Praxis
Texte zur Musik
Band 5
Saarbrücken 2002
Supplement II
Ruschkowski
Stuttgart 1998
André: Elektronische Klänge und musikalische Entdeckungen
Sabbe
Herman: Die Geburt der elektronischen Musik aus dem Geist der synthetischen Zahl
in: Musik-Konzepte 19
S
herausgegeben von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn
München 1981
Karlheinz Stockhausen. ...wie die Zeit verging...
38 - 49
Elisabeth: Museum oder Produktionsstätte
Schwind
in: Neue Zürcher Zeitung vom 19
Das Studio für elektronische Musik des WDR
Oktober 2001
Stockhausen
Karlheinz: Texte zur elektronischen und instrumentalen Musik
zur Kunst Anderer
Aktuelles
Köln 1963. ders.: Texte zu eigenen Werken
Band 1
Band 2
Köln 1988. ders.: Texte zur Musik 1970-1977
3. Aufl.
Köln 1978
Band 4
Ungeheuer
Elena: Wie die elektronische Musik »erfunden« wurde...
Quellenstudie zu Werner Meyer-Epplers Entwurf zwischen 1949 und 1953
Mainz 1992. [Bearbeiten]
Klangbeispiele und Musik
Die wesentlichen Klangbeispiele von Eimerts Einführung in die elektronische Musik sind zu finden bei: http://www.elektropolis.de (http://www.elektropolis.de/audio.html
) Einige Stücke aus den fünfziger Jahren sind hier zu hören: www.musik.uni-osnabrueck.de (http://www.musik.uni-osnabrueck.de/lehrende/enders/lehre/koelner_schule/em_koeln.htm) Einen Überblick über die Stücke der fünfziger Jahre bietet die von Konrad Boehmer produzierte CD: Acousmatrix 6
) http://www.elektropolis.de/audio.html (http://www.elektropolis.de/audio.html
Cologne - WDR
Early Electronic Music
BVHAAST CD 9106.
[X] Schliessen
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