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Diskussion : Stöchiometrie
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Stöchiometrie
Stichpunkte
Allgemein
Der Begriff Stöchiometrie kommt aus dem Griechischen ("stoicheon" = Grundstoff und "metrein" = messen)
Die Stöchiometrie ist eines der grundlegendsten und einfachsten mathematischen Hilfsmittel in der Chemie
Ausbeute und Selektivität 8 Die "Anfangsgründe der Stöchiometrie" [Bearbeiten]
Sie beruht auf dem Massenerhaltungssatz und beschäftigt sich mit der Frage
"Verbergen") 1 Prinzipien der stöchiometrischen Rechnung (anschaulich) 2 Prinzipien der stöchiometrischen Ausgleichsrechnung (mathematisch) 3 stöchiometrische Bilanz (mathematische Formulierung) 4 Umsatz (Xi) 4.1 Beispiel 5 Ausbeute 5.1 Beispiel 6 Selektivität 7 Umsatz
welche quantitativen Informationen aus einer Reaktionsgleichung gewonnen werden können. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Prinzipien der stöchiometrischen Rechnung (anschaulich)
Bei den stöchiometrischen Rechnungen geht es darum
die Menge an Ausgangsstoff
Edukt(en)
die bei einer chemischen Reaktion eingesetzt werden muss
zu berechnen
dass man bei Kenntnis der Menge an Edukt(en) die Menge an Produkt(en) bestimmen kann
Die Berechnung lässt sich natürlich auch so umkehren
Am leichtesten verständlich sind die grundlegenden Prinzipien an einem Beispiel zu illustrieren. Beispielaufgabe: Wie viel Wasserstoff entsteht bei der Reaktion von 1 g Lithium mit Wasser? 1
Schritt: Zuerst muss die Reaktionsgleichung für die untersuchte Umsetzung erstellt werden
Eine Reaktionsgleichung beschreibt die Stoffumwandlung nicht nur qualitativ (Was?)
sondern auch quantitativ (Wie viel?)
Deshalb muss man erst einmal wissen
was miteinander reagiert und die Edukte (Ausgangsstoffe) und die Produkte (Endstoffe) bestimmen
Dies kann man zuerst einmal mit Hilfe einer Wortgleichung machen ... Lithium + Wasser --> Wasserstoff + Lithiumhydroxid ... um sich dann zu überlegen
muss die Reaktionsgleichung ausgeglichen werden
wie die Symbol-Schreibweise für die Stoffe lautet: Li + H2O --> H2 + LiOH Damit die Umsetzung auch quantitativ richtig durch die Reaktionsgleichung beschrieben wird
momentan enthalten die Edukte 2 H-Atome während bei den Produkten auch 4 H-Atome vorkommen (dazu siehe: Symbolschreibweise): 2 Li + 2 H2O --> H2 + 2 LiOH Nun ist die Reaktionsgleichung richtig
2S
um so mehr bekommt man herausM
chritt: Die Berechnung beruht auf dem Prinzip der Proportionalität: Je mehr man einsetzt
die an der Reaktion beteiligt sindD
an bestimmt deshalb die Massen der beteiligten Moleküle
azu verwendet man die Atommassen in der Einheit u
wie sie im Periodensystem zu finden sind. 2 Li + 2 H2O -> H2 + 2 LiOH m = 2 * 7u = 14u m = 2 * (2 * 1u + 16u) = 36u m = 2 * 1u = 2u m = 2 * ( 7u + 16 u + 1u ) = 48u So weiß man nun
dass 7 u Lithium zu 1 u Wasserstoff reagierenD
143g <math> Alternativ lässt sich das Ergebnis auch per Dreisatz-Rechnung bestimmenD
araus kann man nun das Ergebnis berechnen: <math>frac{m(Wasserstoff)}{m(Lithium)} = frac{1u}{7u} = frac{x}{1g} <math> Man kann in dieser Gleichung die Einheit u wegkürzen und sie nach x auflösen: <math>x = frac{1}{7} cdot 1g approx 0
as Ergebnis der stöchiometrischen Rechnung ist
143 g Wasserstoff entstehenM
dass für jedes eingesetzte Gramm Lithium 0
it Hilfe der Dichte kann man dann noch das Volumen des entstandenen Wasserstoffs berechnen: Es entstehen 1
60 Liter Wasserstoff. siehe auch: Massenanteil w [Bearbeiten]
Prinzipien der stöchiometrischen Ausgleichsrechnung (mathematisch)
Schwierige Ausgleichsrechnungen lassen sich mittels Gleichungssystemen lösen
Zum Beispiel anhand dieser Gleichung: <math>C_6H_6O+H_2O_2=H_2O+CO_2<math> Man vergibt für jedes Edukt und Produkt eine andere Variable
Die Reaktionsgleichung sieht dann so aus: <math>x_1C_6H_6O+x_2H_2O_2=x_3H_2O+x_4CO_2<math> Einzeln nach den Atomen und deren Anzahl im Molekül ergibt sich folgendes Gleichungssystem: <math>6x_1=x_4<math> <math>x_1 +2 x_2= x_3 + 2 x_4<math> <math>6 x_1 +2 x_2= 2 x_3<math> 4 Unbekannte und 3 Gleichungen lassen sich nicht explizit lösen
Also legen wir eine Variable fest
Für <math>x_1=1<math> erhalten wir: <math>x_1=1<math> <math>x_4=6<math> <math>x_3=17<math> <math>x_2=14<math> Das Ergebnis lautet nun: <math>C_6H_6O+14H_2O_2=17H_2O+6CO_2<math> [Bearbeiten]
stöchiometrische Bilanz (mathematische Formulierung)
wird zu einer allgemeineren Schreibweise übergegangen
Um jede beliebige Reaktion bilanzieren zu können
Für eine einfache chemische Reaktion lautet sie beispielsweise: <math> left| v_1 right| A_1 left| v_2 right| A_2 = left| v_3 right| A_3 left| v_4 right| A_4 <math> wobei vi die stöchiometrische Verhältniszahlen (auch stöchiometrische Koeffizienten genannt) sind
Da sich für eine Reaktion unterschiedliche Reaktionsgleichungen aufstellen lassen (CO + 1/2O2 -> CO2 oder 2CO + O2 -> 2CO2)
müssen vor der Bilanzierung die stöchiometrische Verhältniszahlen festgelegt werden
Dabei gilt: Edukte bekommen immer eine negative stöchiometrische Verhältniszahl Produkte eine positive stöchiometrische Verhältniszahl und Begleitstoffen (Stoffe die nicht an der Reaktion teilnehmen) bekommen eine stöchiometrische Verhältniszahl von 0 Bei der Reaktion verändern sich die Mengenanteile (genauer die Molenbrüche (n)) der Reaktanten in dem Maße
wie die stöchiometrischen Verhältniszahlen es vorgeben
0} - n_k} = {v_i over v_k} <math> und entsprechen für den Fließbetrieb <math> {dot n_{i
0} - n_k over v_k} <math> Durch einfache Umformung erhält man für den Satzbetrieb <math> {n_{i
0} - n_i over n_{k
Die stöchiometrische Bilanz für die Reaktanten i und k ergibt sich als: <math> {n_{i
0} - n_i over -v_i} = {n_{k
0} - dot n_i over dot n_{k
0} - dot n_k} = {v_i over v_k} <math> [Bearbeiten]
Umsatz (X
i
)
ist ein Begriff aus der chemischen Reaktionstechnik und beschreibt wie viel Edukt bei einer Reaktion reagiert
0 <math> X_i ={ n_{i
welcher Anteil eines Ausgangsstoffes beim Verlassen des Reaktors in andere chemische Stoffe durch chemische Reaktion umgewandelt wurde. Etwas mathematischer ausgedrückt; Der Umsatz ist der Anteil der umgesetzten Menge einer Komponente i bezogen auf die eingesetzte Menge ni
so wird der Umsatzgrad per Konvention für denjenigen Stoff angegeben
0} } <math> wobei ni die noch vorhandene Menge der Komponente i ist Sind mehrere Ausgangsstoffe beteiligt
Mit dem Umsatz(grad) wird angegeben
0} - n_i over n_{i
der nicht im Überschuss vorliegt. [Bearbeiten]
Beispiel
Einem chemischen Reaktor werden 100 Teile "A" und 50 Teile "B" zugeführt
Die darin ablaufende chemische Reaktion sei A + B => C + D d.h. es reagiert jeweils ein Teil "A" mit einem Teil "B" zu je einem Teil "C" und "D"
da "A" im Überschuss vorliegt
In diesem Fall würde der Umsatz auf den Stoff "B" bezogen werden
denn es wurden 20% des in den Reaktor eintretenden "B" ( (50-40)/50 = 10/50) in andere Stoffe umgewandelt. [Bearbeiten]
dann ist der resultierende Umsatzgrad 0
2 oder 20%
40 Teilen "B" und je 10 Teilen "C" und "D" den Reaktor verlässt
Wenn nun eine Mischung aus 90 Teilen "A"
Ausbeute
Ein Begriff aus der chemischen Reaktionstechnik
welcher Anteil eines Eduktes beim Verlassen des Reaktors in das gewünschte Produkt (P) durch chemische Reaktion umgewandelt wurde
Mit der Ausbeute (Y) wird angegeben
so wird die Ausbeute bezogen auf die Leitkomponente (k) angegeben
Sind mehrere Edukte beteiligt
0} over n_{P
0} over dot n_{P
der nicht im Überschuss vorliegt. Für einen Satzbetrieb gilt: <math> Y_P = {n_P - n_{P
Die Leitkomponente ist per Konvention derjenigen Stoff
0}} cdot {left| v_k right| over v_P} <math> [Bearbeiten]
0}} cdot {left| v_k right| over v_P} <math> Für einen Durchflussbetrieb gilt entsprechend: <math> Y_P = {dot n_P - dot n_{P
Beispiel
Einem chemischen Reaktor werden 100 Teile "A" und 50 Teile "B" zugeführt
Die darin ablaufenden chemischen Reaktionen seien A + B => C + D 2 C => E (Folgereaktion) d.h. es reagiert jeweils ein Teil "A" mit einem Teil "B" zu je einem Teil "C" und "D"
Außerdem können zwei Teile "C" zu einem Teil "E" reagieren
In diesem Fall würden Umsatzgrad und Ausbeute auf den Stoff "B" bezogen werden
da "A" im Überschuss vorliegt
10 Teilen "B"
20 Teilen "C"
40 Teilen "D" und 10 Teilen "E" den Reaktor
Nun verlässt eine Mischung aus 60 Teilen "A"
In der ersten Reaktion wurden also je 40 Teile "A" und "B" in je 40 Teile "C" und "D" umgewandelt
Nach der zweiten Reaktion wurden 20 Teile "C" in 10 Teile "E" umgewandelt
Hier wäre nun die Ausbeute an "D" gleich 80% (oder 0
8)
8
da 40/50 = 0
da ein Teil weiterreagiert hat. [Bearbeiten]
Die Ausbeute an "C" wäre nur gleich 40% (20/50)
Selektivität
Selektivität ist ein Begriff aus der chemischen Reaktionstechnik
Die Selektivität einer chemischen Umsetzung oder eines Reaktors gibt an
welcher Anteil des insgesamt umgesetzten Ausgangsproduktes unter Berücksichtigung der Stöchiometrie in das gewünschte Zielprodukt umgesetzt wurde
In der Regel setzen sich nicht alle Moleküle zu dem gewünschten Produkt um
0}) cdot left|v_i right| over (n_{k
0} - n_i) cdot v_k} = {Y_k over X_i} <math> [Bearbeiten]
da durch Folge oder Konkurrenzreaktionen andere Produkte entstehen können. <math> S = {gebildete Menge (k) over umgesetzte Menge (i)} = {(n_k - n_{k
Umsatz, Ausbeute und Selektivität
Kombiniert man die Definitionen für Umsatz
ist S=1 und die Ausbeute X gleich dem Umsatz Y
Ausbeute und Selektivität mit einander
erhält man einen einfachen Zusammenhang der drei Größen: <math> Y_P = X_k cdot S_P <math> Das bedeutet
dass wenn es nur eine mögliche Reaktion gibt
Es gilt ferner: <math> sum_{alle S}S = 1 <math> und: <math> sum_{alle Y}Y = X <math> [Bearbeiten]
Die "Anfangsgründe der Stöchiometrie"
Der Begriff der Stöchiometrie war ursprünglich zutiefst theologisch-alchemistisch geprägt
weil das 200 Jahre alte Original Werk "Anfangsgründe der Stöchiometrie"
ein Werk der christlich-platonischen Naturtheologie (Physikotheologie) war
welches zwischen 1792 und 1794 in drei Bänden erschien
In diesem Werk bedient sich der Autor
Jeremias Benjamin Richter (geb
1762 - gest
1807 in Berlin)
der Universalschemata der Weltseele im platonischen Timaiosdialog
arithmetischer und triangularer Zahlenfolgen Stöchiometriegesetze zu definieren
Er versuchte mit Hilfe geometrischer
was er in seiner lateinischen Doktorarbeit als "Physicotheologiae probationes de existentia dei" bezeichnete
Den Nachweis geometrischer Reihen in chemischen (stöchiometrischen) Verbindungen sah Richter als christliche Gottesbeweise an
Tetraeder und Oktaeder
triangulare Zahlenfolgen. Aus den gleichen Hexaeder
Richter wollte die Chemie mit Hilfe der gleichen Universalschemata mathematisieren
mit deren Hilfe bereits Johannes Kepler die Astronomie zu mathematisieren versucht hattet: Geometrische
konstruierte Richter seine Salz- und Schneekristalle in der Chemie
arithmetische
mit deren Hilfe Kepler seine Planetenbahnen konstruierte
sollte nach Richters Auffassung mit der Mathematisierung der Musik durch Platons Timaiosdialog und mit der Mathematisierung der Astronomie durch Keplers Weltharmonik koordiniert und vernetzt werden
Er versuchte auf diese Weise einen Zusammenhang zwischen der Form von Kristallen und Planeten-Umlaufbahnen zu charakterisieren. Die Mathematisierung der Chemie
sodass zur Analyse eines chemischen Experimentes zugleich die Analyse der Planetenkonstellation stattfinden sollte
die wir heute als "Stöchiometrie" bezeichnen
die zur Zeit des Chemie-Experimentes herrschte
dass diese Planetenkonstellation über die von ihr ausgehenden Gravitationskräfte Einfluss auf das Resultat des chemischen Experimentes ausüben würde
Er glaubte
soll jedes Chemieexperiment praktisch einmalig und nicht wiederholbar sein
Dieser Gedankengang Richters wird als ein zutiefst alchemistischer beziehungsweise astro-chemischer Gedankengang angesehen. Das Werk "Anfangsgründe der Stöchiometrie" ist daher ein sehr stark astro-chemisch
weil sich die Planetenkonstellationen eine Stunde nach dem 1
alchemistisch und spagyrisch geprägtes Werk
das starke Affinitäten zur platonischen Sphärenharmonie des Timaiosdialogs zur Spagyrik des Mediziners
Theologen und Philosophen Paracelsus und zur Astronomie von Kepler besitzt. Da im Werk "Anfangsgründe der Stöchiometrie" chemische Experimente in eine mathematische Beziehung zu den Gravitationskräften der Planetenkonstellationen gesetzt wurden
Experiment oder einen Tag nach dem 1
Experiment bereits geändert haben. en:Stoichiometry es:EstequiometrÃa fr:Stoechiométrie ja:化å¦é‡?è«– nl:Stoichiometrie sl:Stehiometrija
[X] Schliessen
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Stöchiometrie
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