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Diskussion : Sozialistengesetz
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Sozialistengesetz
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Das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie (Sozialistengesetz) wurde am 19
Oktober 1878 mit der Stimmenmehrheit der konservativen und nationalliberalen Kräfte im Reichstag verabschiedet
am 21
Zwei Tage später
Oktober trat es in Kraft und galt durch Verlängerungen bis zum 30
September 1890
Bismarck nahm die am 11
Mai und am 2
Juni 1878 von Max Hödel und Dr
obwohl dieser ein Gegner der Sozialdemokraten gewesen war
wobei er wahrheitswidrig verbreiten ließ
Karl Eduard Nobiling verübten Attentate auf Kaiser Wilhelm I. zum Anlass für das Sozialistengesetz
Nobiling sei Sozialdemokrat gewesen
nachdem es zu scharfen Auseinandersetzungen im Reichstag zwischen den einzelnen Fraktionen gekommen war
welcher jedoch abgelehnt worden war; es setzte sich erst ein verschärfter Entwurf im Herbst durch
Bereits im Mai 1878 hatte Bismarck einen Sozialistengesetzentwurf vorgelegt
Die meisten Nationalliberalen billigten das Ausnahmegesetz erst unter dem Eindruck des zweiten Attentats auf den Kaiser
was Attentatshysterie zur Folge hatte
bei dem dieser erheblich verletzt worden war
Diese nutzte Bismarck dazu
den Reichstag aufzulösen und als "Vernichtungsfeldzug" gegen die Sozialdemokraten zu inszenieren
denen man geistige Mittäterschaft vorwarf
Die meisten Nationalliberalen warfen nun ihre rechtsstaatlichen Prinzipien über Bord
nachdem sie sich im Juli im Wahlkampf dem konservativen Rechtsruck angepasst hatten
um ihre Wiederwahl zu sichern
Das Gesetz verbot die Druckschriften und die Versammlungen der Sozialdemokraten
in deren Zuge 797 Sozialdemokraten als "Agitatoren" aus Orten ausgewiesen wurden
wobei jedoch Einzelpersonen weiterhin bei Wahlen für die Sozialdemokratie kandidieren konnten
so dass die Fraktionen des Reichstages bzw. der Landtage teilweise legal wirken konnten. Es kam auch zu Demagogenverfolgungen
Eine weitere Maßnahme war die Ausrufung verschärfter Polizeikontrollen durch den kleinen Belagerungszustand. Die Sozialistengesetze beinhalteten keineswegs ein Verbot von Parteien (wobei es real schwierig war
wenn sowohl Versammlung als auch Schriften oder auch sammeln von Wahlkampfgelder verboten war)
eine Partei zu führen
Das Hauptorgan der deutschen und der internationalen Sozialdemokratie
der Sozialdemokrat erschien seit 1880 in Zürich und wurde illegal im Reich verbreitet
Seit 1887 erschien er in London
Die Verfolgung weckte die Solidarität der Sozialdemokraten
1887 763.128 Stimmen
im Gegenteil: Erhielten die Sozialdemokraten 1881 noch 311.961 Stimmen
die Reduzierung der Stimmen für die Sozialdemokraten bei den Reichstagswahlen
waren es 1884 bereits 549.990
Aus seiner Niederlage im unerbittlichen Kulturkampf lernend
versuchte Bismarck begleitend zur "Peitsche" des Sozialistengesetzes den Sozialdemokraten durch das "Zuckerbrot" der Sozialgesetzgebung die Grundlage zu entziehen oder durch ihr weiteres Wachstum zu verhindern. Das Ziel des Sozialistengesetzes
wurde jedoch nicht erreicht
1890 sogar auf 1 427 000 Stimmen
Seitdem war die Sozialdemokratie ein ernstzunehmender Machtfaktor
1912 schließlich wurden sie gar stärkste Partei im Reichstag
Immer wieder verlängert
wurde eine weitere Gültigkeit des Gesetzes erst am 25
Januar 1890 im Reichstag abgelehnt
Das Scheitern einer auf dauerhafte Gültigkeit angelegten und auch sonst verschärften Sozialistengesetzvorlage durch Bismarck sowie das Erstarken der Sozialdemokratie bei den Reichstagswahlen im Januar 1890 spielten eine ausschlaggebende Rolle beim Sturz Bismarcks
Bereits 1888 war Bismarck mit einer Gesetzesvorlage gescheitert
derzufolge Sozialdemokraten förmlich als Deutsche ausgebürgert hätten werden können
weil die Sozialdemokraten die skrupellosen Praktiken der politischen Polizei im Reichstag enthüllten
Das Sozialistengesetz bekämpfte die Sozialdemokraten als "Reichsfeinde" und erschwerte nachhaltig die Integration von Arbeitern und Sozialdemokratie in Staat und Gesellschaft
Die faktische politische Ausbürgerung der sozialdemokratischen Opposition ging mit einer sozialen Ausbürgerung einher
derzufolge Sozialdemokraten materiell entrechtet und am Arbeitsplatz verfolgt wurden
belastete das Sozialistengesetz das politische Leben im Reich auch nach seinem Ende. [Bearbeiten]
Da die Frontstellung gegenüber der Sozialdemokratie auch nach dem Fall des Ausnahmegesetzes anhielt
siehe auch
Geschichte der Parteien in Deutschland Portal Geschichte [Bearbeiten]
Literatur
Stuttgart 1914 Wolfgang Pack
Stuttgart
Das parlamentarische Ringen um das Sozialistengesetz Bismarcks 1878-1890
1961 Christof Rieber
August Bebel
Das Sozialistengesetz und die Sozialdemokratie in Württemberg 1878-1890
Aus meinem Leben 3
Müller & Graef 1984 Das Sozialistengesetz 1878 - 1890 »Nach 2 Attentaten auf Kaiser Wilhelm I. und aus Furcht vor einer Revolution infolge der wirtschaftlichen Depression setzte Reichskanzler Otto von Bismarck am 21
Oktober 1878 im Reichstag das "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" (Sozialistengesetz) durch
Das Ausnahmegesetz war zunächst auf zweieinhalb Jahre befristet
Heyne Buch
München 1993
des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und der Internationalen Gewerkschaften und gab der Regierung die Möglichkeit
wurde jedoch bis 1890 mehrmals verlängert.«("Stichwort Gewerkschaften"
wie auch ein Verbot der sozialistischen Gewerkschaften
sozialistische Zeitungen und Zeitschriften zu verbieten
S.19) Das Ausnahmegesetz enthielt das Verbot sozialdemokratischer Zusammenschlüsse
Agitatoren konnten ausgewiesen werden
Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion blieb jedoch bestehen
Die alsbald eingeleitete Gesetzgebung zur Gründung der Sozialversicherung sollte die propagandistischen Möglichkeiten der sozialistischen Agitation gegen den Staat weiter beschneiden
Ein Ergebnis des Sozialistengesetzes war
dass die Reichstagsmandate der Sozialdemokraten 1884 um das Doppelte (gegenüber 1881) stiegen und die staatsfeindliche Einstellung der deutschen Arbeiterschaft versteift wurde
Bismarck wurde am 20
März 1890 durch den jungen Kaiser Wilhelm II.
Wiesbaden 1977 und Bertelsmann Lexikothek
Gütersloh 1977) [Bearbeiten]
einem Sohn des nach nur 99tägiger Regentschaft verstorbenen Kaiser Friedrich III. entlassen. (Nach Dr.Gablers Wirtschaftslexikon
Weblinks
http://www.preussen-chronik.de/ereignis.jsp?key=Chronologie_007690 http://www.erziehung.uni-giessen.de/studis/Robert/sozialis.html http://www.documentarchiv.de/ksr/soz_ges.html - Gesetzestext
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Sozialistengesetz
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