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Diskussion : Raubpressung
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Raubpressung
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Schwarzpressung
Bootleg 1.1 Geschichte des Bootlegs 1.2 Rockmusik und Bootlegs 2 Literatur: [Bearbeiten]
"Verbergen") 1 Raubpressung
Raubpressung, Schwarzpressung, Bootleg
Eine Raubpressung oder Schwarzpressung (englisch: Bootleg) ist eine illegal hergestellte Langspielplatte oder CD mit offiziell nicht erhältlichen Konzertmitschnitten oder Studioaufnahmen
der täuschend ähnlichen Kopie einer offiziell erschienenen Platte
Sie ist zu unterscheiden vom Counterfeit
wobei Plattenfirmen und Musiker um ihren Gewinn geprellt werden
Sammler von Bootlegs lehnen in aller Regel die Counterfeits ab
weil sie sämtliche erreichbaren Aufnahmen ihrer Lieblingsmusiker besitzen wollen
Sie sammeln die Bootlegs
dass jemand nur Bootlegs sammelt; in der Regel besitzen die Bootleg-Sammler auch alle offiziellen Platten ihrer Idole
Es ist extrem selten
keinen Unterschied zwischen Bootleg und Counterfeit zu machen. In der Literatur werden Bootlegs zwiespältig beurteilt
Die Musikindustrie tendiert immer dazu
Rechtlich gesehen sind es illegale Aufnahmen
Musikhistorisch betrachtet werden mit den Bootlegs Musikaufnahmen konserviert
die einen beträchtlichen historischen Wert aufweisen können und damit eine wertvolle ergänzende Überlieferung zum offiziell erschienenen Werk von Musikern darstellen
Die musikalische Würdigung großer Künstler aus der Rockmusik wäre ohne Bootlegs unvollständig
Deshalb gibt es Musiker
die Bootlegs tolerieren oder sie sogar selbst kaufen
Bruce Springsteen dagegen verhielt sich ambivalent: Am Anfang seiner Karriere trat er offen für die Bootlegs ein; als er aber die ersten großen Erfolge verzeichnen konnte
klagte er gegen Bootlegger
Der wirtschaftliche Schaden durch Bootlegs dürfte sich jedoch für die Plattenfirmen und die Künstler in Grenzen halten
weil sie in der Relation zu den offiziellen Platten nur in relativ geringer Auflage an die Fans verkauft werden
zumal nur leidenschaftliche Fans die hundertste Live-Version eines Songs besitzen wollen
Es wäre der Musikindustrie nicht möglich
sämtliche auf Bootlegs erschienenen Aufnahmen offiziell zu veröffentlichen
haben die Bootlegs ihre Bedeutung verloren
Seitdem Musikstücke massenweise am heimischen Personal Computer auf CD gebrannt werden
Nun ist ein umfangreicher Tauschhandel entstanden
bei dem Konzertmitschnitte getauscht werden
ohne dass Geld fließt
Entsprechend ist die Produktion industriell hergestellter Bootleg-CDs stark geschrumpft und heute nur noch als Randphänomen zu betrachten. [Bearbeiten]
Geschichte des Bootlegs
Bereits mit dem Aufkommen der Wachszylinder als Aufnahmemedium begann auch die Geschichte der unautorisierten Aufnahmen
In der Metropolitan Opera in New York nahm bereits kurz nach 1900 ein Opernfan mit seinem Aufnahmetrichter hinter der Bühne ohne Wissen der Künstler ihre Darbietungen auf und produzierte die ersten Bootlegs
die Radiosendungen von Opern auf Schallplatten pressen ließen
In den folgenden Jahrzehnten waren es vor allem Opernliebhaber
ebenso die ersten Stereo-Aufnahmen bestimmter Opernaufführungen
Die ersten Gesamtaufnahmen von Opern stammen von Bootleggern
Auch die umfangreichen Begleittexte zu den Platten (englisch: liner notes) erschienen zuerst auf Bootlegs
Aber erst mit dem Aufkommen der Rockmusik begann die große Zeit der Bootlegs. [Bearbeiten]
Rockmusik und Bootlegs
Am Ende der 1960er Jahre blühte die Rockmusik auf und entwickelte sich von der reinen Unterhaltungsware zur ernsthaften Kunstform
die Rolling Stones
die Doors oder Led Zeppelin wurden vor allem durch ihre Konzerttourneen bekannt
Die neuen Idole wie Bob Dylan
Platten mit Konzertmitschnitten gab es kaum; deshalb entstand bei den Fans der Wunsch
Live-Aufnahmen ihrer Idole zu besitzen
Das erste bedeutende Bootleg enthielt jedoch noch ausschließlich Studio-Aufnahmen
Zwei junge Männer aus Kalifornien produzierten 1969 das erste Rock-Bootleg „Great White Wonder“ mit Aufnahmen
die Bob Dylan nicht offiziell erscheinen lassen wollte: „Ausschnitte aus den sogenannten „Basement Tapes“. Das Cover war weiß und trug nur den Stempel „GWW“
war die Produktion weiterer Raubpressungen nicht mehr zu stoppen. Als sensationell empfand man die Veröffentlichung eines hochwertigen Konzertmitschnitts der Rolling Stones (Oakland Coliseum
Obwohl die Musikindustrie sofort Gegenmaßnahmen ergriff
9
November 1969) unter dem Titel Live’r than you’ll ever be;
und es wurde behauptet
Sogar im „Rolling Stone“ erschien eine Besprechung
dass es sich um eine Stereoaufnahme handle und dass die Rolling Stones selbst das Band zur Verfügung gestellt hätten
zumal sie im Ruf standen
die Musik aus den Händen der geldgierigen Industrie befreit zu haben
brachte aber den Bootleggern ein erhöhtes Prestige ein
Beides traf nicht zu
Die Rolling Stones sahen sich veranlasst
ein Live-Album „Get yer ya-ya’s out!“ als Reaktion auf die Raubpressung zu veröffentlichen
bevor Phil Spector das Material mit Streichern und Chören aufgeschwemmt hatte. „Get back
and 12 other songs“ war das Album
während die offizielle Veröffentlichung im Studio stark nachbearbeitet wurde. Eine weitere wichtige Veröffentlichung stammte von den Beatles: die unbearbeitete Version von „Let it be“
also die Fassung
Freilich war auf der Raubpressung die Atmosphäre des Konzerts zu spüren
wie es sich die Beatles vorgestellt hatten
Offiziell wurden diese Aufnahmen erst im Frühjahr 2004 unter dem Titel Let It Be ..
Naked veröffentlicht
Bald entstand im Untergrund eine regelrechte Industrie
Bootleg-Firmen wie „Trademark of Quality“
„Vicky Vinyl“ brachten ganze Serien von Konzertmitschnitten auf Schallplatten heraus
„The Amazing Kornyphone Record Label“
Die Zahl der Titel wuchs stetig an
obwohl die Plattenindustrie Bootlegger strafrechtlich verfolgen ließ
wonach diese Platten ausschließlich katastrophale Aufnahmen enthalten würden
Die Tonqualität der Raubpressungen reichte von exzellent bis schauderhaft
entsprang wohl eher dem Wunschdenken der Industrie
aber das Gerücht
Am weitesten verbreitet waren Konzertmitschnitte und Studioaufnahmen der großen Rockstars: Bob Dylan
Led Zeppelin
Deep Purple
The Beatles
Rolling Stones
The Who
David Bowie
Frank Zappa
dass Raubpressungen von ihren Konzerten erschienen – ein Indiz dafür
dass sie es geschafft hatten
Für manche Künstler war es eine Frage des Prestiges
Von Mick Jagger ist bekannt
dass er Bootlegs sammelte
The Who ließen ihre Platte Live at Leeds in der Aufmachung einer Raubpressung erscheinen
Paul McCartney betitelte eine seiner Live-Alben The Official Bootleg. Zahlreiche Konzerte der Beatles wurden auf Raubpressungen veröffentlicht
freilich in sehr unterschiedlicher Qualität
etwa aus den Aufnahmesitzungen zur Platte „Let it be“
Weit bedeutender sind die Studioaufnahmen
wie die Beatles im Studio arbeiteten. Übrigens stammen einige Bootlegs offensichtlich von Bändern
Dort bekommt man einen Eindruck davon
die im Studio als entbehrlich weggeworfen und in die Hände von Sammlern gelangt waren
als ein Fan Bänder von RCA-Aufnahmen für die Elvis-Filme fand und sie unter dem Titel Behind closed doors 1976 in einer 4-LP-Box veröffentlichte
Dasselbe passierte bei Elvis Presley
Eine der ersten Rolling Stones-Bootlegs mit dem Titel Bright lights big city enthielt die Demo-Aufnahmen für IBC aus dem Jahr 1962 in sehr guter Qualität
Bald darauf erschienen die legendären Konzerte im Hyde Park 1969 und einige Songs aus Altamont 1969
Die Aufnahmen von der US-Tournee 1972 und der Europa-Tournee 1973 zeigen den Gitarristen Mick Taylor in absoluter Hochform
als offizielle Live-Platte vorgesehen und aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht
Die Aufnahmen von den Konzerten in London und Brüssel vom September/Oktober 1973
dürften die besten Konzertaufnahmen der Rolling Stones überhaupt sein
Sie entstammen einer Radiosendung von Radio Luxemburg
Von weiteren Tourneen wurden Radiomitschnitte auf Platten und CDs gepresst
z.B
Passaic und Fort Worth 1978
Miami 1995
Hampton 1981
London 1990
Atlantic City 1989
da bei den Radioaufnahmen mit einer erheblichen Nachbearbeitung und mit zahlreichen Overdubs zu rechnen ist
Interessanter sind häufig die Publikumsmitschnitte
Bob Dylan gehört zu den Künstlern mit den meisten Bootleg-Veröffentlichungen
Jahre nach dem Erscheinen der Raubpressung Great White Wonder; veröffentlichte er 1975 die darauf enthaltenen „Basement Tapes“ offiziell
Auch eine Aufnahmesession mit Johnny Cash war nur auf einer Raubpressung erhältlich
darunter das Konzert mit The Band in Manchester 1966 (unter dem Titel Live at the Royal Albert Hall) oder der berühmte Auftritt beim Isle of Wight Festival 1970
Ansonsten erschienen unzählige Platten mit Konzertaufnahmen von ihm
Bis zur Gegenwart gibt es nur wenige Konzerte
von denen kein Tondokument existiert
Bob Dylan nimmt in seiner offiziell erschienenen Plattenreihe The Bootleg Series - in der auch der von den Raubpressungen bekannte Konzertmitschnitt aus Manchester 1966 in brillanter Qualität erschienen ist - mit unveröffentlichten Live-Aufnahmen direkten Bezug auf die Raubpressungen
Weniger Raubpressungen gibt es von Elvis Presley
da von ihm zahlreiche Live-Aufnahmen auf offiziellen Platten erschienen sind
wobei die Mitwirkung von Elvis bereits in Frage gestellt wurde
Interessant sind die legendären Sessions des "Million Dollar Quartet mit Johnny Cash
Jerry Lee Lewis und Carl Perkins von 1954
da sie wegen mangelhafter Tonqualität nicht nachzuweisen ist
mit denen beispielsweise die Entstehung des Hits Can't help falling in love with you detailliert nachzuvollziehen ist
Von den Aufnahmesessions zum Album Blue Hawaii (1962) sind Mitschnitte der Studiosessions erschienen
Den Höhepunkt der Bootleg-Veröffentlichungen bildete das 70-LP-Paket „The final option“ von Led Zeppelin
limitiert auf 150 Exemplare
waren die besten Aufnahmen der Gruppe versammelt
In dieser Luxusausgabe in einem Plexiglas-Koffer
Eine solche breite Anthologie hat es sonst nicht mehr gegeben. Bisweilen versuchten Musiker
durch die Propagierung von Bootlegs ihre Karriere zu fördern
ließ er einige komplette Konzerte für das Radio mitschneiden und ermunterte die Bootlegger im Konzert zur Veröffentlichung der Mitschnitte auf Platte ("Bootleggers
this is a good one / Raubpresser
Als Bruce Springsteen noch wenig bekannt war
werft das Band an
roll your tapes
das hier ist ein guter Song")
Auf diese Weise kamen Konzertmitschnitte in exzellenter Qualität auf den grauen Markt
Nach dem Durchbruch als Superstar
also in den frühen 1980er Jahren
änderte sich Springsteen vollständig
Er führte scharfe Kontrollen nach Aufnahmengeräten bei seinen Konzerten ein und ließ Bootlegger strafrechtlich verfolgen
aber das ausschließlich kommerziell orientierte Verhalten gegenüber den Raubpressern kostete ihn bei den Fans etliche Sympathien. Ein gutes Beispiel für die Bedeutung von Raubpressungen für die Würdigung einer Musikkarriere ist Van Morrison
der immer wieder Konzerte für das Radio mitschneiden ließ
ein Künstler
Erst nach dem Karriereknick wurde der Künstler wieder konzilianter
Anhand dieser Radiomitschnitte kann man seine gesamte Konzertkarriere verfolgen
da eine Nachbearbeitung in aller Regel nicht mehr stattfand
Von den frühesten Aufnahmen 1970 bis zu den Radiomitschnitten der Jahre nach 2000 dürfte die Zahl seiner Radiokonzerte bei über 100 liegen
Einige davon (z.B
was Repertoire und Darbietung angeht. Aber es gibt auch exzellente Mitschnitte
Montreux Jazz Festival 1980
Essen 1982
Basel 2000) übertreffen die offiziellen Liveplatten mit Ausnahme des Albums It’s too late to stop now deutlich
1984 und 1990
San Francisco 1971
Dublin 1995
New York und Los Angeles 1978
die aus dem Publikum heraus gemacht wurden
Von der Doppel-CD Pagan Streams (Utrecht 1991) war Van Morrison so angetan
dass er einige Stücke von der Raubpressung auf einer offiziellen Maxi-CD veröffentlichte
indem sie unmittelbar nach Ende des Konzerts einen Mitschnitt auf CD anboten
Neue Maßnahmen gegen Raubpressungen ergriffen einige Gruppen seit 2002
ohne die Musiker finanziell zu schädigen. [Bearbeiten]
Begeisterte Sammler können so Aufnahmen sämtlicher Konzerte einer Tournee erwerben
Literatur:
Hot Wacks (Bootleg-Diskografie)
Book XIV
Owen Sound
Ontario/Canada 1990. Clinton Heylin: Bootleg
The secret history of the other recording industry
New York 1995.
[X] Schliessen
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Raubpressung
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