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Diskussion : Politisch korrekt
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Politisch korrekt
Stichpunkte
Allgemein
und wandelte sich später zu einer ironisch überspitzten Bezeichnung für „übertriebene Parteitreue“
Ursprünglich war der Begriff politisch korrekt eine positiv gemeinte Bezeichnung für die loyale Unterstützung einer politischen Partei
Heute bezeichnet man damit neutral die Beachtung politisch motivierter Sprach- und Verhaltensregeln
"Verbergen") 1 Begriffsentwicklung 2 Gegenwart 3 Beispiele für Formulierungen der PC 4 Kritik an PC 5 Literatur 6 Siehe auch 7 Weblinks [Bearbeiten]
ohne diese selbst zu kritisieren. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Begriffsentwicklung
Bild nicht gefunden Binnen-I auf einem Linzer Verkehrszeichen In den 1980er Jahren wurden unter dem Begriff political correctness (Abk. pc oder PC) sprachliche Konventionen zu bestimmten Themen – vor allem zu Fragen der Geschlechterbeziehung und gesellschaftlicher Minderheiten – an nordamerikanischen Universitäten eingeführt oder breiteten sich dort aus
Fräulein oder Krüppel) Ausdruck eines bestimmten Weltbildes und mit einer negativen Wertung verbunden sind
kulturelle oder sexuelle Kategorie (zum Beispiel Neger
dass manche ethnische
Danach verbreiteten sie sich in den meisten amerikanisch orientierten Ländern. Ein moralischer Anspruch entspringt dabei der These
Ihre Verwendung und die eben damit einhergehende Kategorisierung würden nach dieser Vorstellung die zugrundeliegenden abwertenden Denkmuster nur weiter zementieren. Stattdessen sollten andere
„politisch korrekte“ Begriffe gefunden werden
Dadurch sollen diskriminierende Worte und Begriffe aus dem Sprachgebrauch verschwinden und parallel die in ihnen Ausdruck findenden herabsetzenden Ansichten aus dem Denken verschwinden oder zumindest thematisiert werden
Entsprechend sollte durch die Einführung neuer Begriffe sprachliche Diskriminierung verhindert werden
Die durch die feministische Sprachforschung im deutschsprachigen Raum vorgeschlagene Änderungen im Sprachgebrauch werden heute ebenfalls oft als Political Correctness bezeichnet
die besonders in staatlichen Einrichtungen (Universitäten
Beispiele hierfür sind die Ausbreitung des Binnen-I
Verwaltung etc.) eingeführt wurden
Schulen
die Verwendung der Alternativpronomina „er/sie“ oder „jede/r“
da die üblicherweise gebrauchte Sprechweise sich sprachlich nur auf Männer beziehe
Im Lauf der Zeit hat sich der Begriff über die Sprache hinaus auf Verhaltensweisen ausgedehnt
zum Beispiel Mülltrennung oder Umgang mit Minderheiten. [Bearbeiten]
Gegenwart
abwertend oder gar diffamierend gebraucht und dem Begriff des Gutmenschentums zugerechnet
PC
Heute wird der Begriff „politisch korrekt“ (Political Correctness
wahlweise „pie-ßie“ oder „pee-tsee“ ausgesprochen) oft ironisch
Hinter der Idee der politischen Korrektheit steht die Einschätzung der Sprache als Ergebnis einer laufend fortgeschriebenen sozialen Konvention; die Gesellschaft forme die Sprache und diese habe wiederum Einfluss auf die Denkprozesse und Vorstellungswelten der Menschen
argumentieren Befürworter politischer Korrektheit
Linguistic turn) Deshalb
könne die Sprache entweder Machtverhältnisse fortführen und verfestigen oder als Mittel sozialen Protestes eben diese untergraben
die die Gesellschaft formten. (siehe auch Sapir-Whorf-Hypothese
Da die Sprache (Wortwahl etc.) einen Einfluss auf die Vorstellungen der rezipierenden Personen habe
könnten über die Wortwahl und Sprache „Veränderungen in den Köpfen“ hervorgerufen werden
Sprache wirke als Beeinflussung des Denkens – dieser Prozess müsse bewusst und sichtbar gemacht werden
der wiederum zu einer kulturellen Veränderung und der realen Aufhebung von Diskriminierungen führen soll
Konkret werden als politisch korrekte Sprachnormierungen Bemühungen bezeichnet
im Sprachgebrauch die tatsächliche oder vermeintliche Benachteiligung verschiedener sozialer Gruppen (Frauen
Angehörige bestimmter ethnischer
religiöser oder sozialer Minderheiten) aufzuheben und so einen Bewusstseinswandel herbeizuführen
etwa durch die Nichtbenutzung von als diskriminierend empfundenen Begriffen
direkte Diskriminierung über die Sprache zu verhindern
Andererseits soll PC helfen
und sich diskriminierende Begriffe bewusst aneignen
politische Korrektheit durchzusetzen
die sich gegen Versuche entscheiden
Teilweise gibt es Gruppen
Beispiele dafür ist die Annahme des Ausdruck „Schwule“ durch Homosexuelle
des Begriffs „Kanake“ durch manche türkischstämmige Deutsche oder des Begriffs „Nigger“ durch manche Afroamerikaner in den USA
politisch korrekt zu sprechen oder zu schreiben
etwas sei „nicht pc“
Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff "politisch korrekt" eher im verneinenden Sinne benutzt: Kaum jemand nimmt für sich in Anspruch
man sagt kaum noch
Harald Schmidt war dabei mit seinen unkorrekten Witzen etwa über Polen ein Vorreiter. [Bearbeiten]
Beispiele für Formulierungen der PC
Statt als inkorrekt empfundener Formulierungen wie „Krüppel“ werden als neutraler angesehene Ausdrücke wie „Behinderte“ benutzt
Vor allem in den USA werden Begriffe ins Positive verschoben
um den Fokus nicht auf den Mangel zu lenken
etwa „anders begabt“ für „geistig behindert“ oder „vertikal herausgefordert“ (vertically challenged) für kleinwüchsig
so Kritiker
Die Grenzen zu humorig gemeinten Formulierungen seien hier allerdings fließend
wird von manchen im Schriftdeutsch das Binnen-I verwendet („ArbeitnehmerInnen“)
Um Frauen sprachlich sichtbar zu machen
Andere vermeiden das generische Maskulinum durch die Nennung aller Beteiligten (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) oder „neutraler“ Formulierungen wie „Arbeitnehmende“ oder „Studierende“
Mitunter haben die Bemühungen um politische Korrektheit neue
Bezüglich der Benennung Angehöriger bestimmter Volksgruppen sind einige Massenmedien dazu übergegangen
deren als politisch korrekt gewertete Selbstbezeichnungen zu verwenden wie etwa Inuit statt Eskimo oder Sinti und Roma statt Zigeuner
nicht nur sprachliche Probleme geschaffen
So werden im letzteren Fall durch das Herausheben zweier Gruppen der Zigeuner (korrekter einer Gruppe plus des Oberbegriffs) die anderen zahlreichen Gruppen neuerlich zurückgesetzt
da ja gerade die Tatsache
erst durch die politisch-korrekte Sprachwandlung allgemeine Aufmerksamkeit erlange
Dass dafür jedoch das Bemühen um politische Korrektheit die Verantwortung trage
dass die Fremdbezeichnung „Zigeuner“ viele unterschiedliche Gruppen unter einem negativ besetzen Wort subsumiere
wird oftmals bezweifelt
Auch so genannte Behindertenorganisationen beteiligten sich an der Diskussion
zugleich sage sie aber wenig darüber aus
wodurch ein Mensch „behindert“ sei
so etwa durch die Umgangsweise der so genannten Nichtbehinderten
Ihnen zufolge beinhalte die Bezeichnung „Behinderung“ zwar eine Wertung
Viele Vertreter der PC betonen auch die Wichtigkeit der Diskussion und halten die Entwicklung sprachlicher Sensibilität für wichtiger als die Schaffung normativer Regeln
Diese Sensibilität bewirke erhöhte soziale Kompetenz und Aufmerksamkeit gegenüber sprachlichen Stereotypen einerseits und benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen andererseits
Im Rahmen der politischen Korrektheit werden auch andere Begriffe verändert
Zum Beispiel werden zur Vermeidung der rassistischen Bezeichnungen „Neger“ oder „Mohr“ Negerküsse (Mohrenköpfe) als Schoko- oder Schaum-Küsse bezeichnet oder ganz andere Bezeichnungen gewählt
Im Jahre 2003 änderte der Scherz-Verlag nach Protesten den Titel der deutschen Übersetzung von Agatha Christies 1939 erschienen Buch Ten Little Niggers (1989 in And Then There Were None umbenannt) von „Zehn kleine Negerlein“ zu „Und dann gab’s keine mehr“
Verändert wurde auch die Bezeichnung für die Tötung von eigener Hand
dass die Voraussetzungen für einen Mord vorliegen
Das Wort „Selbstmord“ impliziert hier
Dies ist moralisch wertend
dass der Tod auf freiem Willen fußt
Das Wort „Freitod“ impliziert
Oft spielen hier aber psychische Erkrankungen eine Rolle
Daher werden beide Wörter häufig vermieden
stattdessen ist von Selbsttötung oder Suizid die Rede. [Bearbeiten]
Kritik an PC
Der Glaube an eine derartige Macht der Wörter und insbesondere an die Möglichkeit des Änderns von Denkmustern durch veränderte Sprachregelungen ist nicht ungeteilt
weshalb Kritiker die PC wenn nicht schon als Zwangsmoral
so immerhin doch als Ärgernis empfinden – siehe auch Neusprech und Gedankenverbrechen
setzte seit etwa Mitte der 1980er Jahre
und verstärkt in den 1990er Jahren
Mit der zunehmenden Durchsetzung dieser vom vorher üblichen Sprachgebrauch abweichenden Sprachnormen in den Massenmedien
eine zunehmende Kritik an der oftmals als sprachlicher und Denk-Bevormundung empfundenen PC ein
die so als gesamtgesellschaftlicher Verstärker fungierten
So wurde der Begriff „political correctness“ beziehungsweise „politisch korrekt“ zunehmend ironisch oder abwertend verwendet und damit als Begriff negativ besetzt
die den historischen Kontext der Entstehung von George Orwells 1984 ausblenden
in Anlehnung Orwells Gedankenpolizei auch „Sprachpolizei“ genannt) zuzuschreiben wäre
Viele PC-Kritiker behaupten
da ihre Argumentation oft ideologisiert und kaum nachvollziehbar sei
dass das schlechte Ansehen der „politischen Korrektheit“ den Verfechtern der PC (von Kritikern
Auf die bei politisch korrekter Wortwahl nicht ausbleibenden sprachlichen Komplikationen weist unter anderem Max Goldt am Beispiel des Gebrauchs von „Studierende“ statt „Studenten“ hin: die Formulierungen „biertrinkende Studierende“ bzw. „sterbende Studierende“ (im Falle eines Massakers an einer Universität) seien wohl kaum passend
denn: Man kann nicht gleichzeitig sterben und studieren. Auch werden beispielsweise weibliche Formen fast ausschließlich bei positiv besetzen Begriffen verwendet
Es gilt
dass Opfer weiblich sind und Täter männlich
von Straftäterinnen wird auch nur gesprochen
wenn es sich ausschließlich um Frauen handelt
Kaum jemand spricht von TerroristInnen
Bei gemischt-geschlechtlichen Opfergruppen werden bei Nachrichten Frauen meist extra hervorgehoben
während sie in ebensolchen Tätergruppen nicht erwähnt werden
dass sich politisch korrekte Begriffe abnutzten
wenn sie mit einer gewissen Aggressivität weiter benutzt würden
Slavoj Žižek weist darauf hin
wenn nicht den Worten eine tatsächliche Integration folge (siehe auch Euphemismus-Tretmühle)
So sei durch eine fortwährende Neuschöpfung von Ersatzbegriffen wie in dem Beispiel Negro – black people – coloured people – African-Americans nichts gewonnen
die tatsächlichen Ursachen von Rassismus und Sexismus zu überwinden. Žižek meint
Der heutige Exzess der politischen Korrektheit enthülle die Unfähigkeit
dass die Geisteshaltung der politischen Korrektheit versuche
alle Spuren der Begegnung mit dem Realen zu beseitigen
mit der bei Polizeiaktionen der NATO tote Zivilpersonen als unvermeidliche „Kollateralschäden“ in Kauf genommen würden
Die Barbarei des Westens zeige sich seiner Meinung nach in der Gleichgültigkeit
sofern diese nur einen Streit um Symbole darstelle und nicht für einen größeren
Frigga Haug kritisiert PC
politischen Streit um Emanzipation stehe: „Es gelang fast überall
die Legitimität der kulturellen Kämpfe umzudeuten in einen illegitimen Fundamentalismus
Die solcherart Angegriffenen schlugen auf der gleichen Ebene zurück und verhalfen damit dem Fundamentalismusvorwurf zu Rang und Würden.“ Sie meint
dass sich PC schon von einem politischen Kampf entfernt habe: Die Ablösung als „bloße Sprachpolitik […] war einer der Hauptsiege im ideologisch-kulturellen Feld selbst
den die konservative Rechte in den letzten zehn Jahren erzielte“. (Haug 1996) Auch Wolfgang F
der einer „Verbeamtung der Sprache“ und einer „Schaffung einer künstlichen Gegenwelt mit administrativen Mitteln“ (Verena Krieger zit. n
Haug wendet sich gegen „politisch korrekte Sprachnormierungen“: er plädiert statt dessen für Spracharbeit
als Gegenpunkt zu jeder Statik einer Sprachregelung
Haug 1999) zugrundeliege
Einer normativen Regelung zieht er die „Kritik mit Witz“ vor
Doch gerade diese Beeinflussung des Denkens über das Unterbewusstsein – so Kritiker der politischen Korrektheit – ermögliche vielfältige Manipulationen durch Sprachnormierungen („PC-Neusprech“). [Bearbeiten]
Literatur
Susan Arndt und Antje Hornscheidt (Hg.: Afrika und die deutsche Sprache
Ein kritisches Nachschlagewerk
Häuptling
Stamm
Neger
Ethnie etc. Sebastian Barsch
ISBN 3-89771-424-8 - Zu N-Word
Tim Bendokat: Political Correctness in der Heilpädagogik
In: Zeitschrift für Heilpädagogik Jg
52 (Nr
Berlin Wiglaf Droste (Hrsg.): Das Wörterbuch des Gutmenschen Bd
11/2002) Seite 451–455 Wiglaf Droste (Hrsg.): Das Wörterbuch des Gutmenschen
2Z
Heft 14/1 (2003). Frigga Haug: „pc-Diskurs und neuer Antifeminismus in der Bundesrepublik“ in: Das Argument 213
Argument Verlag: Hamburg 1999I
(1996). Wolfgang Fritz Haug: Politisch richtig oder Richtig politisch
Spezialausgabe von Discourse and Society[1] (http://www.sagepub.co.uk/journal.aspx?pid=105519)
Berlin 1995 Norman Fairclough et al.: Re-visiting 'PC'
ur Kritik von Plapperjargon und Gesinnungssprache
1998 Dieter EZ
SBN 3886193179 (1999). Jürgen Schiewe: Die Macht der Sprache
Beck
in: Dieter EZ
Die Berichtigung. Über die Sprachreform im Zeichen der Politischen Korrektheit
immer
Deutsch und andersD
immer
ie Sprache im Modernisierungsfieber
S1
Reinbek 1997
05*180. [Bearbeiten]
Siehe auch
N-Wort [Bearbeiten]
Weblinks
Susanne Nies - Political Correctness in der (inter)nationalen Politik
Zu Genese und Verbreitung eines Konzepts. (PDF) (http://userpage.fu-berlin.de/~segbers/working_papers/AP36.pdf) Politikforum: Texte zur „Political Correctness“ (http://www.politikforum.de/forum/archive/13/2000/09/4/5368) Buchbesprechung Helmut Bärwald: „Politische Korrektheit
Ein Instrument der Manipulation und Einschüchterung“ (http://www.swg-hamburg.de/Buchbesprechungen/Politische_Korrektheit/body_politische_korrektheit.html) Capitolo contro il portar la toga (Was Giordano Bruno mit „Political Correctness“ zu tun hat) (http://www.uni-saarland.de/~ref61hby/PM-0404.html) Rotkäppchen – politisch korrekt erzählt (Satire) (http://www.mtholyoke.edu/courses/dvanhand/1999germ201/rotpolitisch.html) Žižek über die politische Korrektheit (http://www.aec.at/20jahre/archiv/19951/1995_122.rtf) Feindbild Political Correctness (http://www.trend.infopartisan.net/trd0101/t300101.html) Untersuchung von D
Stahlberg und S
Sczesny (http://www.journalistinnen.de/aktuell/sprachmaechtig/Stahlberg.pdf) Text von Marlis Hellinger über Politische Korrektheit (http://www.journalistinnen.de/aktuell/sprachmaechtig/Hellinger.pdf) DUDEN-Redaktion: Political Correctness in der Lexikographie (http://www.duden.de/index2.html?deutsche_sprache/zumthema/political_correctness.html) en:Political correctness fr:Politiquement correct he:×ª×§×™× ×•×ª פוליטית ja:ãƒ?リティカル・コレクトãƒ?ス nl:Politiek correct pl:Polityczna poprawność sv:Politisk korrekthet zh:政治æ£ç¢º
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