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Diskussion : Nation
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Nation
Stichpunkte
Allgemein
Sippschaft
die sich aus ihren Traditionen
Volk(sstamm)
Sitten und Gebräuchen konstituiert
Herkunft) bezeichnet eine größere Gruppierung von Personen
Der Begriff Nation (lateinisch natio
vgl
Sie ist eine vorgestellte Gemeinschaft (community
was denn eine "Nation" sein soll
die auf primordialen Bindungen beruht und nur dadurch existiert
Benedict Anderson)
dass sich ihre Mitglieder zu ihr bekennen. Es gibt unterschiedliche Definitionen
Häufig kommt es dabei zu Überschneidungen und Berührungspunkten
Die Klassische Definition lieferte 1882 der französische Historiker und Schriftsteller Ernest Renan in seiner klassischen Vorlesung an der Pariser Sorbonne
Aus dieser Vorlesung stammt der berühmt gewordene Satz Das Dasein einer Nation sei ein tägliches Plebiszit. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Allgemeines 2 Ebenen des Begriffs "Nation" 3 Ideengeschichte 3.1 Althergebrachte Begründungen von Nation 3.2 Die Nation als "vorgestellte Gemeinschaft" 4 Semantisches Netz (Schlag- und Stichwörter) 5 Literatur 6 Weblinks 7 Andere Wortbedeutung [Bearbeiten]
Allgemeines
Im 18
gegen wirtschaftlich und politisch einengende Kleinstaaterei (Deutschland)
die anfangs gegen Feudalismus und Autokratie (Frankreich
oder aber gegen imperiale Herrschaft (Russland
Donaumonarchie) gerichtet war
entfaltete die Idee der "Nation" eine hohe Dynamik
in Folge der Französischen Revolution entstanden und durch zunehmende Mobilität begünstigt
Deutschland)
Jahrhundert
Die "Nation" ist eine Kreation der Moderne
Die Vorstellung vom ethnisch homogenen Nationalstaat gipfelte im 20
Jahrhundert in verschiedenen Ethnischen Säuberungen und Genoziden
Im 21
im Zuge transnationaler Zusammenschlüsse (etwa in der EU) und der Globalisierung verliert der Nationalstaat mehr und mehr an Bedeutung
Jahrhundert
Da sich eine Nation jedoch - vollkommen unabhängig vom Nationalstaat - als vorgestellte Gemeinschaft aus ihren Traditionen
Sitten und Gebräuchen konstituiert
wie sich ihre Mitglieder zu ihr bekennen. [Bearbeiten]
wird sie so lange bestehen bleiben
Ebenen des Begriffs "Nation"
1
Nation wird als ethnische Homogenität (als "Volk")
Reservation). Die Definition von "Nation" durch ethnische Zugehörigkeit ist die in der Geschichte am häufigsten missbrauchte und wissenschaftlich am wenigsten tragende Definition des Begriffs "Nation" und beruhte häufig auf einer Verwechselung von ethnischer (auch sogenannter völkischer) mit kultureller Zugehörigkeit
früher "Völkerstamm") verstanden (vgl. dazu Tribalismus
aber auch als Stamm ("Stammesvolk"
Nach dem angeblichen Ideal einer ethnischen Homogenität kann ein moderner Millionenstaat kaum begründet werden
wenn man sich die Vorfahrenanzahl vergegenwärtigt und mit der Anzahl lebender Menschen in der Vergangenheit ins Verhältnis setzt
eine gesellschaftliche Fiktion
Eine in der in der Geschichte gewachsene Einheit eines Volkes in einem Staat ist eine Einbildung
Ihre Verortung in einem angeblich zugehörigen ("angestammten") Lebensraum führt zu Grenzkonflikten (vgl
Völkerwanderung) und verletzt häufig Eigentumsrechte anderer Personen
Dieses Verständnis bietet anderen ethnischen Gruppen (Minderheiten) nur bei tolerantem Staatsverständnis Aufstiegschancen
Aus dem Ideal „ethnischer Reinheit“ erwächst das Risiko der Diskriminierung anderer Ethnien
keine der klassischen europäischen Nationen kann ethnisch begründet werden. 2. "Nation" ist Homogenität der Sprache und Tradition (Kulturnation) "Nation" ist dann die durch die Geschichte bewahrte Einheit in Sprache
Kultur und Traditionen (zahlreiche Überlappungen mit dem in der Romantik geprägten "Volks"-Begriff)
Der ethnische Nationenbegriff überschreitet leicht rassistische Grenzen
Sie lässt sich nicht durch territoriale Grenzen definieren
Dies galt für die Kulturnation Deutschland im 19
Jahrhundert
ebenso für die ungarischen Minderheiten aus den seit 1920 durch den Vertrag von Trianon unabhängig gewordenen Nachbarstaaten. Gegenwärtig ist z.B. ein gewisses Streben nach einer Nation z.B. unter den Kurden beobachtbar
der jedoch mangels Ratifizierung durch die Türkei nicht in Kraft getreten ist
Der Gedanke einer kurdischen Nation wurde erstmals im Vertrag von Sèvres 1919 berücksichtigt
Der Prozess wird von heftigen Auseinandersetzungen von innen und außen begleitet. 3. "Nation" ist ein politischer Zusammenschluss als Staat (Staatsnation) "Nation" ist dann die politisch souverän organisierte und geordnete Staatsnation
muss aber nicht sein
Territorialer Zusammenhang kann
Ethnische Gegebenheiten sind nachrangig
autokratische oder absolutistisch-bürokratische Regierungsformen existieren
ethnische oder kulturelle Klammern
Fehlen territoriale
sind solcherlei Nationen leicht Angriffen von innen und außen ausgesetzt und können häufig nur durch totalitäre
Osmanisches Reich
Beispiele in der Geschichte): Preußen
Sowjetunion
West- und Ost-Pakistan
die postkolonialen Nationen in Afrika. 4. "Nation" als territorialer Zusammenschluss (Territorialstaat) Die Nation definiert sich nicht über Ethnien oder Sprache
Jugoslawien
sondern hauptsächlich über das Staatsterritorium
Kalifornien
Spanien) annektiert oder erworben (Alaska
Russland) und Kolonialstaaten (Niederlande
Die USA haben in ihrer Geschichte große Teile des heutigen Territoriums von Nachbarländern (Mexiko
Oregon u.a.)
England
New Mexico
Texas
Frankreich
Malaysia und (im Werden) die Europäische Union. 5. "Nation" als religiöser Zusammenschluss (Religionsstaat
Staatsreligion) Eine in der Geschichte häufiges konstituierendes Element von Nation war und ist bis heute in einigen feudalen Ländern die Staatsreligion
Beispiele für einen freiwilligen Zusammenschluss sind die Schweiz
so waren in den Staaten des Hl
Gab es in der Geschichte viele Nationen
die sich über die Religion definierten (das Spanien der Reconquista
das England Heinrichs VIII.)
das Frankreich Ludwigs XIV.
Römischen Reiches Deutscher Nation nach dem Westfälischen Frieden 1648 regelmäßig die Religion des Fürsten ausschlaggebend (cuius regio eius religio - lateinisch für Wes das Land
des die Konfession)
und in Sachsen der Kurfürst katholisch
Dass die Bevölkerung einen Glaubenswechsel nicht mitmachen brauchte
die Bevölkerung jedoch lutherisch
gab es allerdings auch (in Preußen war der König kalvinistisch
die Bevölkerung lutherisch)
Beispiele für Religionsstaaten: Israel als jüdischer Staat
Afghanistan der Taliban
der Iran des Ayatollah Chomeini
Saudi Arabien der wahabitischen Saudi-Familie
Eine bedeutende Rolle spielt die Religion im Gegensatz zwischen Kroatien und Serbien (katholisch | christlich-orthodox). [Bearbeiten]
Ideengeschichte
[Bearbeiten]
Althergebrachte Begründungen von Nation
die bis heute einen großen Einfluss haben: 1
Althergebrachte Vorstellungen von Nation beruhen unter anderem auf zwei sehr unterschiedlichen Begründungen der Nation
nach der "Nation" überzeitlich existent sei und lediglich noch der Artikulation bedürfe
Die essentialistische Definition
die Johann Gottlieb Fichte zugeschrieben wird
in alle Ewigkeit und unabhängig von der Geschichte bestehende onthologische Einheit. - Die essentialistische Definition der Nation war eine der Grundlagen für den deutschen Nationalismus
Fichte sieht demnach die Nation als eine von Gott geschaffene
was bis heute vor allem für die Repräsentationslehre von Bedeutung ist und durch den solche Vorstellungen in der deutschen Staatsrechtslehre wirksam sind. 2
An essentialistische Vorstellungen von Volk und Nation knüpft auch Carl Schmitt an
die in der Nation eine Einheit sieht
Die jakobinische Vorstellung von Nation
die politisch gebildet werden muß
Siehe die klassische Definition einer Staatsnation von Ernest Renan. [Bearbeiten]
Die Nation als "vorgestellte Gemeinschaft"
Nach Benedict Anderson Seit den 1980er Jahren wird in der Soziologie die Nation verstärkt als Kunst und Funktionsbegriff analysiert
der den Begriff als vorgestellte politische Gemeinschaft analysierte
Wesentlich dazu beigetragen hat Benedict Anderson
Für die Erschaffung
dem Nationalismus
der von entsprechenden Bewegungen getragen wird
Festigung oder Verteidigung einer Nation bedarf es einer ideologischen Basis
kulturelle u.a
Diese Bewegungen können ökonomische
sprachliche
ideologische
Gemeinsamkeiten haben
die geschichtlich sehr jung ist
Dabei wird die Nation als soziale Organisationsform verstanden
die zur Nationenbildung (Nation-Building - s
Die Nationalenmythen
Karl W
Deutsch) bemüht werden
beziehen sich aus der Vergangenheit und beanspruchen Zeitlosigkeit
werden jedoch je nach Bedarf umgedeutet und neue erfunden
als 'kameradschaftlicher' Verbund von gleichen verstanden wird." (Benedict Anderson) Aus diesem Grund bezeichnet Anderson Nationen als „vorgestellte politische Gemeinschaften“
unabhängig von realer Ungleichheit und Ausbeutung
Erzeugt werden dazu kollektive Bilder. "Schließlich wird die Nation als Gemeinschaft vorgestellt
weil sie
Nation vereinnahme (homogenisiere) Menschen
die nicht ausschließlich über unmittelbare soziale
wirtschaftliche oder familiäre Beziehungen verbunden sind
vorgestellte Gemeinschaften
die größer sind als die dörflichen mit ihren Face-to-face-Kontakten
In der Tat sind alle Gemeinschaften
sondern durch die Art und Weise
Gemeinschaften sollten nicht durch ihre Authentizität voneinander unterschieden werden
in der sie vorgestellt werden
Für besonders konstituierend für die Nation hält Anderson die Sprache: Die weitaus wichtigste Eigenschaft der Sprache ist (...) ihre Fähigkeit
vorgestellte Gemeinschaften hervorzubringen
indem sie besondere Solidaritäten herstellt und wirksam werden läßt
sondern stets überwiegend eine "Gesellschaft" sei (vgl. dazu "Gemeinschaft und Gesellschaft"). [Bearbeiten]
Terminologisch mit dem gleichen Problem befasst
hat bereits Ferdinand Tönnies geurteilt
dass eine "Nation" (anders als z.B. eine Polis) nie zur Hauptsache eine "Gemeinschaft"
Semantisches Netz (Schlag- und Stichwörter)
Bürgerschaft
Vielvölkerstaat
Uniliteralität
Dreißigjähriger Krieg
Sozialismus in einem Land
Willensnation
Volk
Staatsrecht
Nationalismus
Volksstamm
Völkerrecht
Nationalgefühl
Konföderation
Staatengemeinschaft
Stadtstaat
Krieg
Dynastie
Nationale Symbole
Bundesstaat
Liste von Völkern
Nationalhymne Volk (Nation)
lingua franca Staat
Reich
Nationalbewusstsein
Nation building
Pax Romana
Nationalepos
Föderation
Multikultur
Nationaldichter
Tribalismus
Horde
Multiliteralität
Supranationalität
Reservation
UNO
Internationalität
Staatenbund
Internationale
Minderheiten
Politische Wissenschaft
Ethnologie
Volkskunde [Bearbeiten]
Soziologie
Literatur
Reden an die deutsche Nation
Bd
Johann Gottlieb Fichte (1808)
in: Philosophische Bibliothek
5
204
dt
1882
Hamburg: Meiner
1978 Ernest Renan (1882)
Aufl.
Qu´est-ce qu´une nation? (http://www.dir-info.de/dokumente/def_nation_renan.shtml)
Paris
Rede vor der Sorbonne
Weltbürgertum und Nationalstaat
Was ist eine Nation Friedrich Meinecke (1907)
1907 (2
Studien zur Genesis des deutschen Nationalstaates
München: Oldenbourg
Aufl
Der Begriff des Politischen
1983
1911) Carl Schmitt
Nationenbildung
Integration
Düsseldorf 1972 Benedict Anderson: Imagined Communities: Reflections on the Origin and Spread of Nationalism
Nationalstaat
1932
Berlin: Duncker & Humblodt
ISBN 0-86091329-5 (dt. zuerst 1988 u.d.T
Neuausgabe 1963 Karl-Wolfgang Deutsch
Die Erfindung der Nation
Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts
Frankfurt am Main) Eric J
Mythos und Realität
Hobsbawm; Nationen und Nationalismus
ISBN 3-59337498-6 [Bearbeiten]
Campus-Verlag 1990
Weblinks
Ernest Renans Rede vor der Sorbonne Was ist eine Nation (http://www.dir-info.de/dokumente/def_nation_renan.shtml) (1882). [Bearbeiten]
Andere Wortbedeutung
Nation bezeichnet auch einen Zusammenschluss von Studenten an mittelalterlichen Universitäten nach Herkunftsregionen
Siehe: Nationes ca:Nació da:Folkeslag en:Nation eo:Nacio es:Nación fr:Nation ja:国民 na:Nasion nl:Natie pl:Naród pt:Nação (história e geografia) ru:Страна simple:Nation sw:Madola zh-cn:民�
[X] Schliessen
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Nation
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