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Diskussion : Mondtäuschung
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Mondtäuschung
Stichpunkte
Allgemein
dass der Mond (und ebenso auch die Sonne) in Abhängigkeit von seiner Stellung in Zenitnähe oder in Horizontnähe unterschiedlich groß wahrgenommen wird
astronomische oder optische Ursache gibt
Als Mondtäuschung wird das Phänomen bezeichnet
obwohl es dafür keine physikalische
Es ist eine psychologische Wahrnehmungs-Täuschung. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Scheinbare Änderung der Mondgröße 2 Sehwinkel und Größenwahrnehmung 3 Das abgeflachte Firmament 4 Vergleichsobjekte 5 Geschichte 6 Fehleinschätzung der relativen Mondgröße 7 Literatur 8 Weblinks [Bearbeiten]
Scheinbare Änderung der Mondgröße
wenn er knapp über dem Horizont steht
als wenn er sich im Zenit befindet
Der Mond scheint wesentlich größer zu sein
so dass ein größerer Anteil an rotem Licht zum Auge des Beobachters gelangt)
Die Ursache dafür wie auch für die unterschiedliche Größenwahrnehmung der Sonne ist nicht
was nicht der Fall ist
eine Folge der "Rötung" (viel mehr blaues als rotes Licht wird durch die "Rayleigh-Streuung" an den Atomen und Molekülen der Atmosphäre aus dem zum Beobachter gerichteten Strahlenbündel von Sonne und Mond in Horizontnähe herausgestreut
und auch nicht eine Folge der Refraktion - der Brechung von Lichtstrahlen an den Grenzflächen zweier Medien - weil eine durch Refraktion oder Rötung erfolgte Größenveränderung auch auf einer Fotografie zu sehen sein müsste
wie oft fälschlicherweise vermutet
die von der Wahrnehmungspsychologie untersucht und erklärt wird. [Bearbeiten]
Es handelt sich stattdessen um eine optische Täuschung
Sehwinkel und Größenwahrnehmung
Bild nicht gefunden Sehwinkel und Größenwahrnehmung Wesentlich für die korrekte Größenwahrnehmung eines Gegenstandes ist die ebenso korrekte Information über dessen tatsächliche Entfernung zum Beobachter
Aus der Größe der Abbildung (Sehwinkel) eines Objekts auf der Netzhaut und dem gleichzeitig vorhandenen Wissen über dessen Entfernung "errechnet" das menschliche Gehirn unbewusst die tatsächliche Größe des Objekts (Emmertsches Gesetz)
weiter entfernte Gegenstand
dass ein naher Gegenstand ein größeres Abbild auf der Netzhaut hervorruft als derselbe
indem es auf die Erfahrung zurückgreift
Da der Mond stets etwa 385.000 Kilometer von der Erde entfernt ist
der ein Abbild in der Größe (A) auf der Netzhaut erzeugt
wenn eine unbewusste falsche Einschätzung der Entfernung vorliegt: Ein Gegenstand (D) in fester Entfernung (f)
um in dieser unterschätzten geringeren Entfernung die Größe (A) auf der Netzhaut zu erzeugen (siehe die Skizze rechts)
und dessen Entfernung fälschlicherweise unterschätzt (e) wird
muss es sich bei der vermeintlichen Größenzunahme des Mondes bei Auf- und Untergang beziehungsweise seiner Größenabnahme im Zenit somit um eine Täuschung handeln. Wahrnehmungstäuschungen bezüglich der Größe entstehen meist dann
wird als kleiner beziehungsweise als gerade so groß (C) wahrgenommen
wie er sein müsste
wird mangels Erfahrung die Entfernung unterschätzt und die Autos unten werden kleiner
wird als größer beziehungsweise als gerade so groß (D) wahrgenommen
und dessen Entfernung fälschlicherweise überschätzt (f) wird
um in dieser überschätzten größeren Entfernung die Größe (B) auf der Netzhaut zu erzeugen (siehe Skizze)
Ein Beispiel dafür ist der Mond in Zenitnähe oder auch der sogenannte „Spielzeugautoeffekt“: Wenn man von einem hohen Turm hinunterschaut
der ein Abbild in der Größe (B) auf der Netzhaut erzeugt
wahrgenommen. Umgekehrt: Ein Gegenstand (C) in fester Entfernung (e)
wie er sein müsste
wie Spielzeugautos
Hügel etc. - mehr „Tiefeninformation“) liegen als zwischen Mond oben am Himmel und Betrachter
wird die Entfernung fälschlicherweise als größer eingeschätzt
die „Mondtäuschung“: Da zwischen Mond am Horizont und Betrachter viel mehr Gegenstände (Bäume
Häuser
und somit wird der Mond oder auch die Sonne am Horizont auch größer wahrgenommen
bei größerer Entfernung und gleich großer Abbildung auf der Netzhaut müsste der Gegenstand aber größer sein
Ein Beispiel dafür ist der Mond in Horizontnähe
der "direkt über uns" zu stehen scheint
weil wir in der Leere des Weltraums keine Anhaltspunkte zur Bestimmung von Distanzen finden. "Folgerichtig" muss dieser Mond
auch kleiner sein
Grund dafür ist die für den Menschen nicht unmittelbar wahrnehmbare Entfernung des Mondes
da sein Abbild im selben Sehwinkel wie ein "unvorstellbar entferntes" "unvorstellbar großes" Objekt auf die Netzhaut trifft: Der im Extremfall "zum Greifen" nahe Mond muss logischerweise klein sein
der dem Betrachter scheinbar näher steht
da die dazwischen liegenden Objekte und Strukturen dem Betrachter ein "Gefühl" für diese Entfernung geben
Der am Horizont stehende Mond erscheint dagegen im Vergleich weiter entfernt
Bei gleich großer Abbildung auf der Netzhaut des Auges wird somit dieser scheinbar weiter entfernte Mond zwangsläufig größer wahrgenommen. [Bearbeiten]
Das abgeflachte Firmament
Bild nicht gefunden Das abgeflachte Firmament Die tatsächliche Größe des Mondes wird auch in Zenitnähe nicht korrekt wahrgenommen
Jeder Astronom weiß
aber der Mond am Horizont scheint weiter weg zu sein als der Mond oben am Himmel
leicht täuschbare menschliche Wahrnehmung ihn erscheinen lässt. Dahinter steht die unkorrekte Entfernungseinschätzung: die wirkliche Entfernung (etwa 385.000 Kilometer) des Mondes ist für den Menschen nicht wahrnehmbar
als die fehlerhafte
daß der Mond einen weitaus größeren Durchmesser (3.476 Kilometer) hat
Häuser etc.) bei waagrechter Blickweise zum Horizont und die fehlende Tiefeninformation beim Blick nach oben erhält das Firmament
Sonne und auch die Sterne scheinbar stehen
Durch die Tiefeninformation (Bäume
eine abgeflachte Form
auf dem Mond
Bei real gleich großer Abbildung auf der Netzhaut des Auges wird der scheinbar weiter entfernte Mond am Horizont größer wahrgenommen und wird der scheinbar weniger weit entfernte Mond in Zenitnähe kleiner wahrgenommen
wenn es in Horizontnähe steht
wenn es sich beispielsweise im Verlauf einer Nacht vom Ost-Horizont her kommend dem Zenit annähert
Wegen der abgeflachten Form des Firmaments werden auch die einzelnen Sterne eines Sternbildes (zum Beispiel des Sternbilds "Schwan") als weiter auseinander stehend wahrgenommen
als wenn es im Zenit steht: Und es wird kontinuierlich kleiner
das ganze Sternbild erscheint also größer
Verblüffenderweise gibt es diese kontinuierliche und lineare Größenveränderung in Abhängigkeit von der Position am Himmel zwar bei den Sternbildern
aber nicht so eindeutig beim Mond oder der Sonne
warum eine Größenveränderung von Sonne und Mond erst in Horizontnähe wahrgenommen wird. Bild nicht gefunden Prinzip der Vergleichsobjekte: die beiden orangenen Kreise in der Mitte sind gleich groß [Bearbeiten]
dass nur damit auch die scheinbare kontinuierliche Größenveränderung der Sternbilder erklärt werden kann
Die scheinbare Größenveränderung von Sonne und Mond fällt - im Gegensatz zur Größenwahrnehmung bei den Sternbildern - erst in Horizontnähe auf. Für das Erklärungsprinzip des abgeflachten Firmamentes spricht
während das Prinzip der Vergleichsobjekte (siehe unten) besser erklären kann
Vergleichsobjekte
als wenn er im Zenit im Vergleich mit dem großen Firmament gesehen wird
wirkt er dort größer
etwa Bäumen oder Häusern gesehen wird
Zur scheinbaren Größenveränderung trägt auch das Prinzip der Vergleichsobjekte bei: Weil der Mond am Horizont im Vergleich mit kleineren Objekten
Dazu kommt noch folgendes Paradoxon : Der wegen des scheinbar größeren Abstands "am Horizont" größer wahrgenommene Mond erscheint dann wegen seiner ungewöhnlichen Größe wieder näher zu sein
größer ist näher [Bearbeiten]
Diese Paradoxie könnte sich so auflösen: es vermischen sich hier die Täuschungen nach zwei Prinzipien der Entfernungswahrnehmung: mehr Dinge (Tiefeninformation und Perspektive) dazwischen bedeuten eine größere Entfernung
Geschichte
Erste Hinweise auf das Phänomen der Mondtäuschung finden sich auf Tontafeln aus den königlichen Bibliotheken von Niniveh und Babylon (6
Jahrhundert v
möglicherweise auch auf der Himmelsscheibe von Nebra (ca
Chr.)
1600 v
Chr.)
Ptolemäus (ca
150 n.Chr.) vermutete fälschlicherweise vergrößernde Eigenschaften der Atmosphäre
Alhazen (Abu Ali Al-Hasan Ibn Al-Haitham
965 bis ca
seit über 100 Jahren wird diese optische Täuschung von der wissenschaftlichen Wahrnehmungspsychologie untersucht
dennoch ist verblüffenderweise das Phänomen der Mondtäuschung noch immer nicht eindeutig geklärt
auch Leonardo da Vinci
Johannes Kepler und René Descartes beschäftigten sich mit der Mondtäuschung
1040) schrieb bereits vom abgeflachten Firmament
Es bleiben Widersprüche bei den unterschiedlichen Erklärungsansätzen
Die derzeit anerkanntesten und von vielen Experimenten untermauerten Erklärungen sind dabei die der falsch eingeschätzen Entfernung mit dem abgeflachten Firmament und das Prinzip der Vergleichsobjekte
Viele Fachleute glauben inzwischen
daß die Mondtäuschung nie ganz erklärbar sein wird
sprechen vom "vielleicht ältesten ungelösten Problem der Naturwissenschaften"
Im Einzelnen siehe dazu den ersten unten angeführten Weblink. [Bearbeiten]
Fehleinschätzung der relativen Mondgröße
Bild nicht gefunden Größenvergleich des Mondes mit der Breite des Daumens einer ausgestreckten Hand
Der kleinste Mond ist im richtigen Verhältnis gezeichnet
5 Grad
also ungefähr 0
In Relation zum Sehwinkel des Daumens einer ausgestreckten Hand entspricht der Sehwinkel des Mondes (sowohl in Zenitnähe als auch in Horizontnähe) tatsächlich der auf nebenstehendem Bild rechts abgebildeten kleinsten Mondscheibe
auch wenn die meisten Menschen aus der Erinnerung eher auf die Größe der links abgebildeten Mondscheibe tippen würden. Der scheinbare Durchmesser des Mondes beträgt 31 Bogenminuten
die je nach Daumenbreite bzw
Drei bis vier Mondscheiben nebeneinander gelegt erscheinen unter dem gleichen Sehwinkel wie die Breite des ausgestreckten Daumens
Länge des Arms zwischen ungefähr 1
5 und 2 Grad liegt. [Bearbeiten]
Literatur
Helen Ross
Cornelis Plug: The Mystery of The Moon Illusion
Exploring Size Perception
USA (Juli 2002) E
Oxford University Press Inc
Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg
1997
S
Bruce Goldstein: Wahrnehmungspsychologie
243 ff Siehe auch: Emmertsches Gesetz
Bewusstsein [Bearbeiten]
Weblinks
Disparationsunterschiede) (http://www.pflapf.de/www.moon-illusion.de/) englischsprachige Zusammenfassung verschiedener Theorien von D
Zeichnungen und weiterführenden Links (http://www.psy-mayer.de/links/Mond/mond.htm) Link zu einer 109-seitigen Arbeit zum Thema "Warum ist heute der Mond so groß?" (http://vts.uni-ulm.de/query/longview.meta.asp?document_id=589) Erklärung der Mondtäuschung aus der Sicht eines Optikers (Vergleichsobjekte
ausführliche Erklärung zur "Mondtäuschung" mit vielen Fotos
ES
imanek (http://www.lhup.edu/~dsimanek/3d/moonillu.htm#top) Erklärung von Maurice Hershenson
Professor für Psychologie an der Brandeis University (http://www.project-syndicate.org/commentaries/commentary_text.php4?id=1504&lang=5&m=series) Beurteilung: Dieser Artikel ist in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen worden. da:Måneillusionen en:Moon illusion
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Mondtäuschung
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