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Diskussion : Meister Eckhart
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Meister Eckhart
Stichpunkte
Allgemein
"Verbergen") 1 Leben und Werk 2 Lehre 2.1 Gottesbild 2.2 Gott-Mensch-Verhältnis 2.3 Gottesgeburt in der Seele 2.4 Ethische Folgerungen 3 Zitate 4 Literatur 5 Weblinks [Bearbeiten]
Bild nicht gefunden Meister-Eckhart-Portal der Erfurter Predigerkirche Eckhart von Hochheim
besser bekannt als Meister Eckhart (* um 1260 in Tambach (südlich von Gotha) oder in Hochheim (nordöstlich von Gotha); †1327/1328 in Köln oder Avignon)
war einer der bedeutendsten Theologen und Mystiker des christlichen Mittelalters. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Leben und Werk
Ein authentisches Bild von Meister Eckhart existiert ebensowenig wie eine überlieferte Handschrift
Auch bei seinen von fremder Hand aufgezeichneten (deutschen) Predigten und Traktaten ist die Zuschreibung nicht immer unumstritten
Seine lateinischen Texte (die nur in Abschriften überliefert sind) lassen zum überwiegenden Teil seine Redaktion erkennen
der in den Diensten der thüringischen Ministerialen von Wangenheim stand
Dennoch lässt sich trotz zahlreicher Lücken in seiner Biografie Eckharts Lehre rekonstruieren. Eckhart wird um 1260 als Sohn des Ritters Eckhart von Hochheim
geboren
Frühzeitig
tritt er in Erfurt in den Dominikanerorden ein
wohl schon um 1275
solemne (Theologie) und generale (Studium generale)
die mit seiner Priesterweihe beendet ist
naturalium (Naturphilosophie)
Von 1277 bis 1289 erhält er seine Grundausbildung in den Studiengängen artium
Diese Studien fanden in den Konventen statt
die gerade über die entsprechenden Lehrer (Magister) verfügten
wobei die Akten der Provinz Teutonia aus diesen Jahren (bis auf einige Fragmente) nicht mehr erhalten sind
Die jeweiligen Ausbildungsorte wurden auf den jährlichen Provinzialkapiteln festgelegt
dass er dabei auch ein oder mehrere Jahre in Köln verbrachte
Es ist möglich
wo er zumindest bis 1280 auch Albertus Magnus kennen gelernt haben könnte
Um 1290 erfolgt wahrscheinlich die Immatrikulation an der Universität von Paris
wo er 1293/1294 als Lektor der Sentenzen des Petrus Lombardus bezeugt ist
1294 wird er Prior des Erfurter Dominikanerklosters und Vikar seines Ordens für Thüringen
In dieser Zeit entstehen die Reden der Unterweisung
nun als Magister
1302 lehrt er wieder in Paris
In seinen "Quaestiones parisienses" deutet sich erstmals der theologische Wandel von einer Substanzontologie zu einer Geistphilosophie an (s.u.). 1303-1310 übernimmt Meister Eckhart die Leitung der neugebildeten Ordensprovinz Saxonia und nimmt als Provinzial seinen Sitz wieder am Erfurter Dominikanerkloster
In dieser Zeit entstehen u.a. zwei Predigten für die Generalkapitel in Toulouse und Piacenza
sowie die lectiones über Jesus Sirach
24
Kap
eine Auszeichnung
die zuvor nur Thomas von Aquin erfahren hat
In diesen Arbeiten wird die Geistphilosophie der quaestiones weiter entfaltet. 1311-1313 folgt ein zweites Magisterium in Paris
Exodus und Weisheit sowie zum Johannesevangelium
Nun entstehen die großen lateinischen Traktate: die Auslegungen zu den alttestamentlichen Büchern Genesis
ferner ein umfangreicher Corpus lateinischer Predigten. 1314 wird er Generalvikar des Dominikanerklosters in Straßburg
aus dieser Zeit entstammt ein Großteil seiner bekanntesten Schriften
der "Deutschen Predigten"
des Studium generale in Köln
1322 übernimmt Meister Eckhart die Leitung seiner alten Ausbildungsstätte
Dort erfolgt 1325 eine Denunziation durch Mitbrüder beim Kölner Erzbischof Heinrich II. von Virneburg wegen angeblich häretischer Glaubensaussagen
Eine Liste mit zunächst 49 inkriminierten Sätzen wird 1326 nach Überprüfung auf 28 reduziert
erlässt Meister Eckhart 1327 vorsorglich einen öffentlichen Widerruf
Um vor dem Scheiterhaufen bewahrt zu bleiben
Entweder auf einer Reise an den päpstlichen Hof zu Papst Johannes XXII. nach Avignon oder erst nach seiner Rückkehr nach Köln stirbt Meister Eckhart 1328
am 23
Einige Monate später
erfolgt die abgestufte Verurteilung der inkriminierten 28 Sätzen durch die päpstliche Kurie. [Bearbeiten]
März 1329
Lehre
[Bearbeiten]
Gottesbild
Das wesentliche Moment in der theologischen Lehre Meister Eckharts ist das Denken in prozesshaften Strukturen
Damit tritt Eckhart in scharfen Kontrast zur Substanzontologie des Thomas von Aquin
Während bei Thomas Gottes Sein sein (Gottes) Denken begründet
ist das Verhältnis in Eckharts quaestiones umgekehrt: "deus est intellegere"
Gottes Denken begründet sein Sein
Insofern kann man bei Eckhart von einer Geistphilosophie sprechen
In den Predigten vor den Generalkapiteln sowie in den lectiones zu Jesus Sirach differenziert Meister Eckhart diese Aussagen genauer aus
der erst im Selbstbezug zu dem wird
Das Sein steht nun nicht mehr im Unterschied zu dem Denken Gottes
zuvor eingenommen? War er
wie Thomas von Aquin geglaubt hat
eine starre
ursächliche Substanz? Kritische Anfragen an Thomas waren bereits bei Dietrich von Freiberg laut geworden
was er sein soll
sondern ist integrativer Bestandteil: deus est esse. Der Hintergrund für diese Überlegungen war ein grundsätzliches Problem der scholastischen Theologie: Wie kann der moralische Gott mit dem Schöpfergott zusammengehen? Oder anders gefragt: Wie hat sich der die Welt begründende Gott als Ursache der Schöpfung selbst begründet? Welche Rolle hatte Gott
der die Weltphänomene produziert
indem er aus sich herausgeht und das andere auf sich zurückbezieht
In den quaestiones von Eckhart ist Gott jemand
Gott ist ein eigener Denkvollzug
ein Allgrund
der von aller Bestimmung frei ist
der seine weltschöpferische Natur freisetzt
ein allumfassendes Denken als Grundlage geschöpflichen Seins
er kann niemals nicht geschaffen haben. "Es gibt da kein Werden
kann er mit der Schöpfung nicht aufgehört haben
ein Werden ohne Werden
d. h. andererseits
und dieses Werden ist Gottes Sein"
ein Neusein ohne Erneuerung
sagt Eckhart in Predigt 50
Der Schöpfungsvorgang ist bei Eckhart eine unendliche Selbstdifferenzierung. Da Gott im Jetzt schafft
sondern ein Nun
Ein tragendes Element in Eckharts Gottesbild ist die "Dynamik des ewig aus sich fließenden und in sich zurückfließendes Gottes" (N
Winkler). [Bearbeiten]
Gott-Mensch-Verhältnis
In seinem "Buch der göttlichen Tröstung" schreibt Eckhart: "Gott hat die Welt in der Weise erschaffen
dass er sie immer ohne Unterlass erschafft
was vergangen und was zukünftig ist
Alles
das ist Gott fremd und fern
der liebt Gott um seiner selbst willen
Und darum: Wer von Gott als Gottes Sohn geboren ist
das heißt: er liebt Gott um des Gott-Liebens willen und wirkt alle seine Werke um des Wirkens willen." Das dynamische Gottesbild Eckharts überträgt sich also auf den Menschen
Der Mensch ist daher gefordert
d. h. ein geistbestimmter Mensch
ein göttlicher
ein "homo divinus" zu sein
Dem geistbestimmten Menschen ist es gegeben
sich an Gott orientierenden Menschsein erwirbt
sich in Gott so umfänglich zu erneuern
irdisch bestimmten Menschen abstreift und den Status eines neuen
dass er den alten
sich Gott vernunftgesteuert zurückzuwenden
der sich Gott in jeder Handlung permanent vergegenwärtigt. [Bearbeiten]
Der wahre Christ ist bei Eckhart jemand
Gottesgeburt in der Seele
Das Hauptthema in den Predigten Eckharts ist die Lehre von der Gottesgeburt in der Seele
d. h.
gleichartig (eigentlich mit gleicher Stimme)
Das Verhältnis von Gott und Seele nennt Eckhart "univok"
dass der Intellekt seiner Natur inne wird
Gott und Seele sind zwei Dinge
das das Holz "sich selbst
wenn er den göttlichen Grund in sich freilegt
dem Feuer
sondern beruht auf der Ansicht
"bis dass das Feuer sich in das Holz gebiert und ihm seine eigene Natur und sein eigenes Sein übermittelt." Die Gottesgeburt geschieht nicht im Sinne einer mystischen Entrückung
und doch dasselbe. Eckhart gebraucht hierzu in Predigt 82 das Bild vom Feuer
mehr und mehr gleich" macht
Bei Thomas von Aquin ist der Geist mit dem Körper und der Sinnlichkeit verbunden
der Mensch ist daher unvollkommenes Abbild Gottes; es gibt keine vollständige Einheit zwischen Gott und menschlichem Intellekt
dass nur eine außergeistige Kraft
weil Gott in einem permanenten Schöpfungsakt (s.o.) ohne Unterlass seinen Sohn im Menschen gebiert
In der scholastischen Tradition des Anselm von Canterbury folgert Thomas daraus
fähig ist
der Unvollkommenheit des Menschen abzuhelfen. Ganz anders hingegen Eckhart: Nach seiner Auffassung bildet sich Gott im Intellekt vollständig ab
die Gnadengabe Gottes
Die zentrale Frage Anselms von Canterbury: "Cur Deus homo? / Warum wurde Gott Mensch?" beantwortet Eckhart so: "Darum
dass es sich hierbei um eine gegenüber der Scholastik neue und radikale Sichtweise des Christentums handelt
dass ich als derselbe Gott geboren werde." Es kann nicht genug betont werden
nach einem Diktum Egon Friedells wie "kleinliches Mönchsgezänk" aus. Als wichtige Voraussetzung für die "Gottesgeburt in der Seele" muss der Mensch gelassener werden
die im scholastischen Rechtfertigungsdenken verhaftet bleibt
Ihr gegenüber nimmt sich die Reformation Martin Luthers
in der Aufgabe aller Weltbindungen
Er gewinnt den Zustand der Gelassenheit nur in der Überwindung verdinglichter Denk- und Handlungsstrukturen
sagt Eckhart
"muss sich selbst und diese ganze Welt gelassen haben." Gelassenheit ist nur durch eine uneingeschränkte Selbsterkenntnis zu erzielen
Erst der gelassene Mensch ist der Sohn Gottes: "Dieser Mensch"
zum göttlichen Grund durchzubrechen
Einzig im Erkennen vermag der Mensch zum Grunde seiner selbst
Dazu muss der Mensch höchst aktiv sein und wie Gott aus seinem Inneren tätig werden
der seinen Eigenwillen aufgegeben hat und durch sich Gottes Willen wirken lässt
In Predigt 5A sagt Eckhart einen seiner entscheidenden Sätze: "Was ist mein Leben? Was von innen heraus bewegt wird." Wirklich gelassen ist derjenige
auch in seinem Inneren nicht zu wollen
Er muss in radikaler Weise darauf abzielen
das Leben aus Gott als den reinen Selbstzweck zu begreifen. [Bearbeiten]
Der Zweck des menschlichen Daseins ist bei Eckhart Gott in seinem Wesen zu gewinnen
Ethische Folgerungen
wie Eckhart selbst immer wieder betont
Die Forderung nach Gelassenheit hat
weitreichende Konsequenzen für das moralische Tun
wenn der Mensch den göttlichen Selbstzweck zu seiner inneren Haltung macht
Es findet seinen Zweck in sich selbst
sondern eine Haltungsethik (D
Eckharts Ethik ist keine Verhaltensethik
Mieth)
nicht eine normative Vorschrift
Die Grundlage für ethisches Handeln ist die Einsicht
Denn der Mensch besitzt aus Gott eine moralische Autonomie. Eine Problematik
hat Eckharts Schüler Heinrich Seuse deutlich erkannt und zu seinem Thema gemacht: Bei Eckhart ist das Verständnis des göttlichen Ichs an einen Erkenntnisoptimismus gebunden
die sich aus dieser Auffassung ergibt
Seuse betont hingegen die Irrtumsfähigkeit des Menschen als ein schwerwiegendes Problem. In der Ethik Eckharts spielen drei Begriffe eine zentrale Rolle: Nächstenliebe
Gerechtigkeit und Sünde. Nächstenliebe ist der Wandel von einem eigennützigen zu einem uneigennützigen Leben als unmittelbare Folge von Gelassenheit. Die Grundlage der Nächstenliebe ist die Gerechtigkeit
der mit Gelassenheit den Willen Gottes in allem
hinnimmt
der alle Dinge gleich empfängt
Hierunter versteht Eckhart keine Verhaltensgerechtigkeit
was ihm widerfährt
sondern den Wandel von einer Haltung des Gebens zu einer Haltung des Empfangens: Gerecht ist derjenige
Nur dann ist der Mensch zu einem gerechten Handeln in der Lage
völlig auf
auf das Luther sich noch bezieht
wenn er mit Gott eines Sinnes ist und die göttliche Gerechtigkeit im Inneren angenommen hat. In seiner Sündenlehre gibt Eckhart das Wiedergutmachungsdenken der scholastischen Theologie (satisfactio)
Die Bedeutung des stellvertretenden Leidens von Christus und den Märtyrern
kommt in Eckarts Schriften überhaupt nicht vor
die eine zentrale Rolle bei Anselm von Canterbury und Thomas von Aquin spielt
Sünde ist bei Eckhart eine willentliche Abkehr von Gott
um mit Gott ganz eines Willens zu sein
wenn er seinen Eigenwillen aufgegeben hat
wenn sich der Mensch im Sinnes des "gelassenen Menschen" wieder Gott zugewandt hat
Sie ist aufgehoben
etwa durch Strafe
Eine weitere Korrektur menschlichen Verhaltens
ist von Gott hingegen nicht gefordert
wie der Mensch individuell mit seiner Schuld umgeht. [Bearbeiten]
ob jemand schuldig ist
Es geht bei Eckhart nicht darum
sondern darum
Zitate
"Ein Weiser wurde gefragt
welches der bedeutendste Mensch
welches die wichtigste Stunde sei
der ihm begegnet
die der Mensch erlebt
und welches das notwendigste Werk sei
Die Antwort lautete: Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart
der bedeutendste Mensch ist immer der
ist der Teil des Lebens
den man nicht loslassen kann
der dir gerade gegenübersteht
und das notwendigste Werk ist immer die Liebe." "Das Einzige was in der Hölle brennt
Adrian Lyne) [Bearbeiten]
sondern sie befreien die Seele." (aus Jacob's Ladder
In der Hölle bestrafen sie einen nicht
Literatur
Meister Eckhart
Eine vorzügliche Einführung auf aktuellem Wissensstand bietet: Kurt Ruh
ISBN 321024927X Norbert Winkler
Denken und Erfahren des Grundes: Zur philosophischen Deutung Meister Eckharts. - Wien: Herder
Theologe Prediger Mystiker
Beck München 2.1989
Meister Eckhart zur Einführung
1989
ISBN 3-406-33885-2 Erwin Waldschütz
ISBN 3-88506-944-X Um Meister Eckhart selbst zu lesen
bietet sich an: Meister Eckhart: Deutsche Predigten
hrsg. v
Junius Hamburg 1997
Louise Gnädinger
Zürich 2002 (Lesetipp: Predigt 6
S
57-67
hg
Deutsche Predigten und Traktate
ISBN 3717519336 Meister Eckehart
die sehr klar Eckharts Lehre wiedergibt)
Hanser München 1963 (mehrere Auflagen verschiedener Verlage) Siehe auch: Scintilla animae
Erwin Waldschütz [Bearbeiten]
Josef Quint
Weblinks
Vorlage:Wikisource2 Meister Eckhart und seine Zeit (http://www.eckhart.de/) - ein Überblick über Leben und Werk auf dem aktuellen Stand der Eckhartforschung; Predigten und Traktate; einige übersetzte lateinische Schriften der seit 1936 laufenden Ausgabe der deutschen und lateinischen Werke Kommentierte Linksammlung (http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_cde/eckhart.html) The Eckhart Society (http://www.op.org/eckhart/meister.htm) Zitatesammlung (http://www.meister-eckhart-haus.de/zitate/index.html) Beurteilung: Dieser Artikel ist in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen worden. Vorlage:Personendaten en:Meister_Eckhart ja:マイスター・エック�ルト pl:Johannes Eckhart
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