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Diskussion : Libellen
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Libellen
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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Insektengruppe der Libellen
Weibchen Foto: Matthias Zimmermann Systematik Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda) Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata) Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda) Klasse: Insekten (Insecta) Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota) Überordnung: Libellen (Odonata) Ordnungen Großlibellen (Anisoptera) Kleinlibellen (Zygoptera) Urlibellen (Anisozygoptera) Die Libellen (Odonata) bilden eine Überordnung innerhalb der Klasse der Insekten (Insecta)
Für andere Bedeutungen des Wortes siehe Libelle. Libellen Bild nicht gefundenGebänderte Prachtlibelle gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)
Von den 4700 bekannten Arten leben in Mitteleuropa etwa 80
Die Flügelspannweite der Tiere beträgt in der Regel zwischen 20 und 110 mm
die Art Megaloprepus coerulatus kann allerdings sogar eine maximale Spannweite von 190 mm erreichen. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Namensgebung 2 Körperbau der Libellen 3 Lebensräume 4 Lebensweise 5 Fortpflanzung und Entwicklung 6 Gefährdung der Libellen 7 Evolution der Libellen 8 Systematik der Libellen 9 Libellen in Kunst und Kultur 10 Literatur 11 Weblinks 12 Gesprochene Wikipedia [Bearbeiten]
Namensgebung
Der Ursprung des Namens „Libellen“ war lange Zeit ungeklärt
ohne dies näher zu erläutern
der die Gruppe als „Libellula“ bezeichnete
Eingeführt wurde der Name von Carl von Linné
Aufgrund dieser Ungewissheit wurde angenommen
dass der Name sich von dem lateinischen Wort für „Büchlein“ „libellum“ ableitet
Die tatsächliche Quelle des Namens wurde erst in den 1950er Jahren entdeckt
der Zygaena oder Libella heißt
in dem folgendes geschrieben steht (deutsche Übersetzung nach Jurzitza 2000): „Ein kleines Insekt könnte Libellula fluviatilis genannt werden
Sie stammt aus dem Werk „L'histoire entière des poissons“ von Guillaume Rondelet (1558)
da sein Körperbau einem Meeresfisch ähnelt
und wird in Italien auch Hammerfisch genannt
Er hat die Form einer Wasserwaage
wie sie die Architekten verwenden
besitzt aber auf jeder Seite drei Beine
Jenes Tier ist sehr klein
hat die Form eines ‚T‘ oder einer Wasserwaage
Der Schwanz endet in drei grünen Spitzen
mit deren Hilfe das Tier schwimmt.“ Guillaume Rondelet beschreibt in diesen Zeilen eine Larve einer Kleinlibelle und vergleicht diese mit dem Hammerhai (Gattung Libella). [Bearbeiten]
Körperbau der Libellen
Die Libellen zeichnen sich durch einen außergewöhnlichen Flugapparat aus
in der Luft stehen zu bleiben oder bei einigen Arten sogar rückwärts zu fliegen
ihre beiden Flügelpaare auch unabhängig voneinander bewegen zu können
Die Fähigkeit
ermöglicht es ihnen
abrupte Richtungswechsel zu vollziehen
Beim Flug werden Maximalgeschwindigkeiten von 50 km/h erreicht
Die Frequenz des Flügelschlages ist dabei mit etwa 30 Schlägen pro Sekunde relativ langsam
Die großen Vorder- und Hinterflügel sind (vor allem bei den Kleinlibellen) annähernd gleich groß und weisen eine komplexe Flügeladerung auf
Dabei reicht die Spannweite der Tiere von 18 Millimetern bei Agriocnemis pygmaea bis zu 19 Zentimetern bei Megaloprepus caerulatus
Pseudostigmatidae
Da ihnen das für die Neuflügler typische Flügelgelenk fehlt
können sie die Flügel nicht nach hinten über den Hinterleib legen
Anders als bei allen anderen Insekten setzen bei den Libellen die Flugmuskeln direkt an den Flügeln an
zwischen denen die Flugfläche nicht plan sondern zickzackförmig aufgespannt ist
Stabilisiert werden die Flügel durch eine Reihe von Längsadern
damit sie auch bei einer Längsbeanspruchung nicht abknicken können
Im Zentrum des Flügels treffen sich diese Adern in einem Knotenpunkt (Nodus)
Am vorderen Bereich der Flügelspitze besitzen die meisten Arten ein vergrößertes und dunkel gefärbtes Flügelfeld
das als Flügelmal (Pterostigma) bezeichnet wird und das im Flug als Trimmtank durch Füllung mit Hämolymphe benutzt werden kann
Insgesamt unterscheidet sich die Flügeladerung bei den unterschiedlichen Libellenarten sehr stark
sodass sie als Bestimmungsmerkmal und zur systematischen Einordnung der Tiere genutzt werden kann. Bild nicht gefunden Facettenauge einer Libelle Der Kopf der Libellen ist deutlich von den Brustsegmenten getrennt und dadurch extrem beweglich
die bei einigen Arten aus bis zu 30.000 Einzelaugen (Ommatidien) bestehen können
Auffällig sind die großen Facettenaugen
Zwischen den Komplexaugen liegen auf der Kopfoberseite außerdem drei kleine Punktaugen
die wahrscheinlich nur der Wahrnehmung von Helligkeiten dienen
Mit diesem System verfügen sie wahrscheinlich über den besten Sehsinn unter den Insekten
Die Fühler der Libellen sind borstenartig kurz und bestehen aus acht Gliedern
die sie mit Hilfe von an ihnen befindlichen Sinneshaaren bestimmen
Ihre Funktion besteht hauptsächlich in der Ermittlung der Fluggeschwindigkeit
Die Mundwerkzeuge und besonders die Mandibeln sind kräftig entwickelt und bezahnt (daher der wissenschaftliche Name „Odonata“)
Vorn werden diese von der Oberlippe (Labrum) abgeschlossen
Die Maxillen tragen jeweils einen Taster und die Unterlippe (Labium) ist zweilappig ausgebildet
Die Brust (Thorax) der Libellen ist wie bei allen Insekten dreiteilig aufgebaut
Die beiden hinteren Brustsegmente sind sehr kräftig ausgebildet und schräg gegenüber dem ersten Segment ausgerichtet
Auf diesem Weg entsteht ein nach vorn gerichteter „Fangkorb“ aus den Beinen
um die Beutetiere besser halten zu können
Diese besitzen außerdem kräftige Klauen und sind am Unterschenkel (Tibia) meist bedornt
Der Hinterleib ist meist schlank ausgebildet und farbig
Er besteht aus acht Segmenten
die häutig miteinander verbunden sind
Durch die Länge bewirkt er eine Stabilisierung beim Flug
Die Beweglichkeit des Hinterleibes ist vor allem für die Paarung der Tiere notwendig
Die Männchen besitzen am Ende des Hinterleibs eine Greifzange aus umgebildeten Hinterleibsanhängen (Cerci)
mit der sie das Weibchen bei der Paarung festhalten können
Dabei besitzen die Kleinlibellen ein oberes und ein unteres Paar Hinterleibszangen
bei den Großlibellen ist das untere Paar zu einer Platte verschmolzen
die Weibchen einen Eiablageapparat (Ovipositor). ..
Die Männchen besitzen am Hinterleib außerdem einen Kopulationsapparat
Fast jeder dieser Weidegründe enthält einen Wasserspiegel
von denen sie sich nähren. Annette von Droste-Hülshoff: Westphälische Schilderungen aus einer westphälischen Feder [Bearbeiten]
wie goldene Schmucknadeln in emaillierte Schalen niederfallen
und dort auf die Wasserinsekten lauern
von Schwertlilien umkränzt
an denen Tausende kleiner Libellen wie bunte Stäbchen hängen
wo sie in die Blätter der gelben Nymphäen
während die der größeren Art bis auf die Mitte des Weihers schnurren
Lebensräume
da ihre Larven auf Wasser als Lebensraum angewiesen sind
Libellen sind vor allem in der Nähe von Gewässern zu finden
Besonders die verschiedenen Vertreter der Großlibellen wie etwa die Große Königslibelle (Anax imperator) fliegen zum Beutefang jedoch auch weite Gebiete abseits der Gewässer ab
Insbesondere in der Reifephase bewegen sich Libellen für einige Wochen abseits der Gewässer
da sie sonst sofort von einem Männchen zur Paarung genötigt würden
Auch die Weibchen sind meist nicht am Gewässer zu finden
Einige Großlibellen sind manchmal auch in Stadtrandgebieten und durchgrünten Wohnsiedlungen anzutreffen. Bild nicht gefunden Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) Nur verhältnismäßig wenige Libellen sind ausgesprochene Fließgewässerarten
vor allem in den schnellfließenden Oberläufen und im Quellbereich findet man entsprechend nur gut angepasste Tiere
In diesen Gebieten leben vor allem die Quelljungfern der Gattung Cordulegaster
deren Larven auf das sauerstoffreiche Wasser dieser Gewässer angewiesen sind
Diese findet man allerdings in den ruhigeren Bereichen hinter Steinen oder Wasserpflanzen
Die Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii) kann allerdings auch an langsam fließenden Gewässern gefunden werden
Typische Bewohner der Flüsse und langsamen Bäche sind die Prachtlibellen (Gattung Calopteryx) sowie die Flussjungfern (Gomphidae)
An schmalen Fließen und Wiesenbächen finden sich beispielsweise die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) sowie die Vogel-Azurjungfer (Coenagrion ornatum)
Weit mehr Arten bevorzugen stehende Gewässer als Lebensraum
Sie finden sich an Tümpeln
Seen und Teichen
wo ihre Larven vor allem in den flacheren Uferzonen und zwischen Wasserpflanzen leben
Dabei sind die meisten Arten wie die Azurjungfern (Gattung Coenagrion) oder die Pechlibellen (Gattung Ischnura) und eine Reihe von Mosaikjungfern (Gattung Aeshna) kaum spezialisiert und viele Libellenlarven können auch relativ hohe Verschmutzungsgrade tolerieren
Spezialisiertere Arten wie etwa die meisten Heidelibellen (Sympetrum) brauchen bestimmte Typen von Kleingewässern oder gar Sümpfe
die ebenfalls vielen Arten von Libellen als Lebensraum dienen
Ein besonders gefährdeter Lebensraum sind die Moore
Diese Arten sind an die hier existierenden Wasserbedingungen wie der extrem niedrige pH-Wert der Gewässer und die teilweise sehr geringen Sauerstoffressourcen angepasst und können entsprechend in anderen Lebensräumen nur schwer überleben
Auch hier leben verschiedene Azurjungfern wie etwa die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) sowie Mosaikjungfern wie die Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea)
Ebenfalls hier anzutreffen sind die Vertreter der Moosjungfern (Leucorrhinia). [Bearbeiten]
Lebensweise
die ihre Beutetiere im Flug fangen
Bild nicht gefunden Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) Libellen sind Räuber
Sie nutzen dafür ihre zu einem Fangapparat umgestalteten Beine
mit denen sie ihre Opfer ergreifen
wobei das Spektrum sehr groß ist
Die Beute der Libellen besteht im Wesentlichen aus anderen Insekten
die sie überwältigen können
Libellen attackieren beinahe wahllos alle Tiere
Besonders die Männchen attackieren dabei zur Paarungszeit auch andere Libellen
zeigen also Kannibalismus
manchmal sogar Angehörige der eigenen Art
Waldlichtungen oder anderen freien Flächen statt
Die Jagdflüge sind dabei nicht auf die Gewässer beschränkt
sie finden auch auf Wiesen
Einige Arten
aber auch die heimische Grüne Mosaikjungfer (Aeshna viridis)
sind ausgesprochene Dämmerungsjäger
vor allem Libellenarten der tropischen Regionen
Dabei sind sie vollständig auf ihre Augen zur Auffindung der Beute angewiesen
Wie viele andere Insekten nutzen auch die Libellen die Sonnenwärme zur Aufheizung ihres Körpers
besonders der Muskulatur
Zu diesem Zweck setzen sich einige Arten an sonnenexponierte Stellen und spreizen ihre Flügel um unter den Flügeln die Wärme zu speichern
Besonders bei Arten der kühleren Gebirgsregionen ist dieses Verhalten häufig zu beobachten
Trotz ihrer Schnelligkeit haben Libellen eine große Anzahl von Fressfeinden
wenn sie sich zum letzten Mal häuten und sich aus der Exuvie arbeiten
Besonders angreifbar sind sie dann
aber auch Wespen
Vor allem Frösche
Fledermäuse und Vögel fressen Libellen
Webspinnen und Ameisen können frisch geschlüpfte Libellen attackieren und verzehren
Ebenso können fleischfressende Pflanzen wie etwa der Sonnentau (Drosera) für Libellen zur Gefahr werden
in Mitteleuropa speziell die der Gattung Arrenurus
Zu den Parasiten der Libellen gehören vor allem die Larven von Wassermilben
Die Larven der Libellen fallen vor allem anderen Libellenlarven
aber auch anderen Räubern im Wasser zum Opfer
Die Lebensdauer der adulten Tiere beträgt bei den meisten Arten durchschnittlich etwa sechs bis acht Wochen
Manche Arten leben auch nur etwa zwei Wochen
Die längste Lebensdauer als ausgewachsene Libelle haben in Mitteleuropa die Winterlibellen (Gattung Sympecma)
welche als erwachsenes Tier überwintern und dadurch zehn bis elf Monate leben
da sie den Rest der Zeit inaktiv sind. [Bearbeiten]
Das „aktive“ Leben beträgt bei ihnen allerdings ebenfalls nur maximal 4 Monate
Fortpflanzung und Entwicklung
wobei nach einem Vorspiel häufig das Männchen das Weibchen mit der Hinterleibszange hinter dem Kopf ergreift
Die beiden ausgewachsenen Libellen finden sich im Flug
Danach biegt sich das Weibchen im Flug nach vorn und berührt mit ihrer Geschlechtsöffnung am achten oder neunten Hinterleibssegment den Samenbehälter des Männchens am zweiten oder dritten Hinterleibssegment
Dabei entsteht das für Libellen typische Paarungsrad. Bild nicht gefunden Blaue Federlibellen bei der Paarung Bild nicht gefunden Libellentandem der großen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) Das Weibchen legt nach der Begattung die Eier in ein Gewässer ab
welche die Eier in Wasserpflanzen einstechen (endophytisch) und solche
die die Eier im Flug ins Wasser abwerfen oder unter Wasser am Substrat abstreifen (exophytisch)
Dabei gibt es Arten
Diese Eiablage kann sowohl in der Tandemstellung erfolgen als auch allein durch das Weibchen
Viele Arten benötigen ganz spezielle Ablagesubstrate oder Ablagepflanzen
das Weibchen der Grünen Mosaikjungfer sticht die Eier beispielsweise nur in die Blätter der Krebsschere (Stratiotes aloides) ein
viele Moorlibellen sind an das Vorkommen von Torfmoosen (Sphagnum) gebunden
Aus den Eiern schlüpfen bei beinahe allen Arten so genannte Prolarven
die sich morphologisch von den späteren Larven deutlich unterscheiden
Sie sind meist länger und ihre Beine sind nicht einsatzbereit
Die erste Häutung erfolgt daraufhin entweder in den ersten Sekunden oder in den ersten Stunden nach dem Schlüpfen
Im Wasser sind die Larven gut angepasste Räuber und besitzen als wirksamstes Organ für diese Lebensweise eine typische Fangmaske
die im Ruhezustand unter den Kopf gefaltet wird
schnellt dieses klauenbewehrte Instrument hervor und die Beute wird gepackt
Ist ein potentielles Opfer in Reichweite
Kleinlibellen (Zygoptera) bevorzugen als Beute vor allem Mückenlarven und Kleinkrebse wie etwa die Bachflohkrebse (Gammarus pulex)
wodurch sie auf den ersten Blick unterschieden werden können: Die Kleinlibellen haben an ihrem Hinterende drei blattförmige Tracheenkiemen
mit denen sie Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen können
Larven der Großlibellen (Anisoptera) jagen entsprechend größere Beutetiere wie kleine Kaulquappen oder Insekten und deren Larven. Bild nicht gefunden Frisch geschlüpfte Großlibelle mit Larvenhülle (Exuvie) Zur Atmung unter Wasser besitzen Libellenlarven zwei verschiedene Techniken
Großlibellen hingegen besitzen keine sichtbaren Kiemen
diese sind in den Enddarm verlagert (Rektalkiemen)
Die Aufnahme des Sauerstoffs erfolgt hier durch ein spezielles Gewebe im Enddarm
Entsprechend sind besonders Großlibellen abhängig von sauerstoffreichen
unverschmutzten Gewässern
meist an den Stängeln oder auf den Blättern von Wasserpflanzen beziehungsweise Schilf
Das Aushärten der Larvenhaut erfolgt außerhalb des Wassers
Dort schlüpft dann auch das ausgewachsene Insekt (Imago) aus der Larvenhülle
die als Exuvie zurückbleibt. [Bearbeiten]
Gefährdung der Libellen
Im Jahr 2001 wurde die Plattbauchlibelle (Libellula depressa) zum Insekt des Jahres gewählt
Begründet wurde diese Entscheidung damit
dass die auffällige und weit verbreitete Art stellvertretend für alle Libellen (Odonata) stehen und auf deren Gefährdung in Deutschland aufmerksam machen soll
Die Gefahr geht vor allem von einer ständig voranschreitenden Verschmutzung und Trockenlegung vieler Gewässer aus
die von den Libellenlarven als Lebensraum gebraucht werden
Die Folge: zwei Drittel der rund 80 heimischen Arten sind gefährdet
20 Prozent sogar vom Aussterben bedroht
es dürfen also nur die leeren Häutungshemden (Exuvien) gesammelt werden
stehen alle Libellenarten in Deutschland und den meisten Nachbarländern unter Artenschutz
Da den meisten Laien die Artunterscheidung nicht möglich ist
Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben sind Libellen ungiftig und können auch nicht stechen
sie sind also für den Menschen völlig harmlos
Alte Namen wie etwa „Teufelsnadel“ kamen durch diese falsche Vorstellung zustande und brachten den Libellen einen schlechten Ruf bei. Bild nicht gefunden Schlüpfende Libelle [Bearbeiten]
Evolution der Libellen
Die ältesten Funde von libellenähnlichen Tieren stammen aus dem oberen Karbon und sind etwa 320 Millionen Jahre alt
Diese als Palaeodictyopteren bezeichneten Tiere hatten eine Flügelspannweite von bis zu 60 Zentimetern bei Stenodictya und fanden sich offensichtlich in bewaldeten Gebieten
da ihre Fossilien in der Steinkohle gefunden wurden
Sie gehörten allerdings noch nicht zu den Libellen sondern stellen wahrscheinlich die Vorfahren aller Geflügelten Insekten dar
Anders als alle heutigen Insekten besaßen sie auch am ersten Brustsegment
flügelartige Fortsätze
dem Prothorax
Aus dem oberen Karbon sind außerdem etwa 20 verschiedene „echte“ Libellenvorfahren bekannt
Diese Tiere werden als Protodonata oder auch Megasecoptora bezeichnet und umfassen als bekannteste Vertreter die Riesenlibellen Meganeura monyi mit bis zu 70 und Meganeuropsis permiana mit bis zu 72 Zentimetern Flügellänge
die man ursprünglich für die Vorfahren der Kleinlibellen hielt und als Protozygoptera bezeichnete
auf den Falklandinseln
Im Trias und der Kreide fand man Vertreter einer Gruppe
Die aus der gleichen Zeit gefundenen Protanisoptera in Sibirien und Australien hielt man entsprechend für die Vorfahren der Großlibellen
Ebenfalls nicht in die heutigen Taxa einzuordnen sind die Archizygoptera und die Triadophlebiomorpha
Diese Tiere und auch die der folgenden Epochen erreichten nur noch Körpergrößen von sechs bis maximal 20 Zentimetern und entsprachen damit denen heutiger Arten
Diese Gruppen stellen wie die Protodonata jedoch noch keine Vertreter der heutigen Libellen dar
eventuell auch bereits im Jura
auf
Erste Vertreter der heute lebenden Libellentaxa traten erstmalig in der Kreide
Die Veränderungen im Bau und wahrscheinlich auch in der Lebensweise der Libellen waren in den letzten 150 Millionen Jahren nur noch minimal. Bild nicht gefunden Große Pechlibelle (Ischnura elegans) [Bearbeiten]
Systematik der Libellen
welche auch als monophyletische Gruppen angesehen werden (Lohmann 1996)
siehe dazu den Artikel: Systematik der Libellen Bei den Libellen unterscheidet man drei Untergruppen
sondern eine Zusammenfassung mehrerer basaler Taxa der Libellen
Nach Ansicht einiger Forscher sind die Kleinlibellen allerdings keine natürliche Gruppe (Monophylum)
etwa 2600 Arten) haben wie die Stammart der Libellen gleich große Flügelpaare
die Augen stehen weit auseinander
die in Ruhestellung nach hinten über dem Körper zusammengefaltet werden
Die Kleinlibellen (Zygoptera
Ein weiteres Merkmal dieses Taxons ist die Ausstattung der Larven mit drei Tracheenkiemen
Als Epiprocta werden die beiden folgenden Gruppen aufgrund der vergrößerten und nahe beieinander liegenden Augen sowie der Ausstattung mit einer Greifzange am Hinterleib der Männchen zusammengefasst (Epiproct)
Auch die Entwicklung der Rektalkiemen bei diesen Taxa taucht als gemeinsames Merkmal auf
Die Urlibellen (Anisozygoptera oder Epiophlebioptera) existieren heute nur noch in zwei Arten im Himalaya und in Japan
der Antennen sowie durch den Besitz eines Stridulationsorgans am Abdomen
Sie unterscheiden sich von den Großlibellen durch eine spezifische Ausbildung des Pedicellus
etwa 2500 Arten)
sind die Flügelpaare ungleich groß und stehen in Ruhestellung seitlich vom Körper ab
Bei den Großlibellen (Anisoptera
Epiophlebioptera) |-- Großlibellen (Anisoptera) Die Familienzugehörigkeit der Arten Mittel- und Südeuropas ist dargestellt unter Systematik der Libellen. [Bearbeiten]
Außerdem ist die dorsale Flugmuskulatur reduziert und die Tiere besitzen einen speziell ausgestalteten Kopulationsapparat (Penis). Libellen (Odonata) |-- Kleinlibellen (Zygoptera) |-- Epiprocta |-- Urlibellen (Anisozygoptera
Libellen in Kunst und Kultur
Libellen besitzen eine Reihe volkstümlicher Namen
die sich auf ihre Verwendung in der Mythologie und im Volksglauben zurückführen lassen
So waren die Libellen in der germanischen Mythologie der Göttin Freya oder Frigg zugeordnet und heilig
„Teufelsbolzen“ oder „Augenstechern“ und der Freitag zum Unglückstag
Diese heidnische Verehrung wurde von Missionaren gemeinsam mit der Bedeutung des der Freya gewidmeten Freitag umgekehrt
die Libellen wurden zu „Teufelsnadeln“
gehalten
Libellen könnten stechen
Bis heute hat sich die damals verbreitete Angst vor Libellen durch das Märchen
In Luxemburg ist der Name „Siwestécher“ (Siebenstecher) gebräuchlich
der auf den Glauben zurückgeht
dass sieben Libellenstiche einen Menschen töten können
so etwa in Heinrich Heines Gedicht „Die Libelle (http://wikisource.org/wiki/Heinrich_Heine_Die_Libelle)“
Westphälische Schilderungen aus einer westphälischen Feder) oder auch in Heinz Erhardts humoristischem Gedicht „Die Libelle“
Auch in der Literatur ist die Libelle regelmäßig zu finden
in dem er schrieb: Liebe Libelle
flieg nicht so schnelle! Denk der Gefahren
in anderen stellt sie das Design für futuristisch anmutende Raumschiffe in Libellenform dar (etwa bei Captain Future)
in verschiedenen Werken von Annette von Droste-Hülshoff (Der Weiher (http://www.planet-interkom.de/wolf.busch/drweiher.htm)
die deiner harren ... Vor allem in modernen Zeichentrickserien
beginnend mit der Biene Maja über Antz bis hin zu verschiedenen japanischen Mangas wird die Libelle aufgrund ihrer Flugkünste als Fluggerät genutzt
wurde „Libelle“ zum schönsten Wort in der Kategorie „Vorschläge von Kindern“ gewählt. [Bearbeiten]
die von der Goethe-Gesellschaft veranstaltet wurde
Im Zuge der Wahl „Schönstes deutsches Wort“
Literatur
Entomol
d'Aguilar J
ISBN 2-603-01119-7 Arnold A (1990): Wir beobachten Libellen
ISBN 0-946589-10-0 Bellmann H (1993): Libellen beobachten – bestimmen
Harley Books
Stuttgart
Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co.
ISBN 0-946589-64-X Jurzitza G (2000): Der Kosmos-Libellenführer
Eugen Ulmer Verlag
ISBN 3-8001-3495-0 Lohmann H (1996): Das phylogenetische System der Anisoptera (Odonata)
ISBN 3-894-40522-8 Corbet PS (1999): Dragonflies: Behaviour and Ecology of Odonata
Harley Books Colchester
ISBN 3-440-08402-7 Kuhn K
Burbach K (1998): Libellen in Bayern
Naturbuch Verlag Augsburg
Dommanget J-L (1998): Guide des Libellules d'Europe et d'Afrique du nord; Delachaux et niestlé
ISBN 3-332-00259-7 Askew R R (1988): The Dragonflies of Europe
Verlag Harri Deutsch
Z1
Smithsonian
06
ISBN 1-560-98959-9 Sternberg K
Eugen Ulmer Verlag
209-252 Silsby J (2001): Dragonflies of the World
ISBN 3-8001-3508-6 (Band 1) und ISBN 3-8001-3514-0 (Band 2) [Bearbeiten]
Buchwald R (2000): Libellen Baden-Württembergs
Weblinks
Libellen im Natur-Lexikon (http://www.ausgabe.natur-lexikon.com/libellen.php) Seite der Schutzgemeinschaft Libellen in Baden-Württemberg e.V. (http://www.sglibellen.de/libellen.html) Wissenswertes über Libellen (http://umweltundnatur.lernnetz.de/libell01.htm) "Kunstflieger par excellence" (http://clv.dyndns.info/pdf/255133.pdf) (S.60-74 (PDF)
in: Werner Gitt unter anderem : Wenn Tiere reden könnten
14
Aufl
ISBN 3-89397-133-5; Libellen aus kreationistischer Sicht) englischer Text über die Abstammung der Libellen
Herausgeber der Fachzeitschrift "Libellula") (Fotos von Libellen auf www.fotocommunity.de) (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/724) (Fotos von Libellen unterschiedlichster Fotografen) [Bearbeiten]
2004
mit Abbildungen zum Bau (http://tolweb.org/tree?group=Odonata&contgroup=Pterygota) Seite der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen e.V. (http://www.libellula.org/) (Fachverband im deutschsprachigen Raum
Gesprochene Wikipedia
Vorlage:Gesprochene Wikipedia Vorlage:Commons Beurteilung: Dieser Artikel ist in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen worden. da:Guldsmede (Odonata) en:Odonata eo:Libelo fr:Odonates ja:トンボ lt:Žirgeliai nl:Libellen
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