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Diskussion : Inflation
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Inflation
Stichpunkte
Allgemein
Diese Seite beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Inflation
Für den Begriff in der Astronomie siehe: inflationäres Universum. Bild nicht gefunden Reichsbanknote 5 Milliarden Mark
10
"Verbergen") 1 Begriff 1 Messung der Inflation 1.1 Warenkorb 1.2 Konsequenzen des Warenkorbs auf die Inflationsentwicklung 1.3 Kernrate der Inflation 2 Ursachen / Gründe 2.1 nachfrageseitig 2.2 angebotsseitig 2.3 weitere Ursachen / Gründe 2.4 Inflationsursachen 2.5 Theorien zur Inflation 3 Ausprägungen der Inflation 4 Beseitigung der Inflation 5 Siehe auch 6 Weblinks [Bearbeiten]
September 1923 Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Begriff
Inflation (von lat.: "das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen") ist der Zustand einer Volkswirtschaft
in dem der allgemeine Preisstand steigt
also Waren und Dienstleistungen gemessen in den jeweiligen Geldeinheiten teurer werden
Anders ausgedrückt bedeutet Inflation eine Steigerung des Preisindex oder die Schwächung der Kaufkraft einer Währung
was bei mangelndem Wirtschaftswachstum zu einer Geldentwertung führen kann. [Bearbeiten]
Ursprünglich bezog sich der Begriff lediglich auf eine Ausweitung der Geldmenge
Messung der Inflation
Am häufigsten wird zur Messung der Inflation der Preisindex der Lebenshaltungskosten herangezogen
die so genannte Inflationsrate
3 Personen) in einem bestimmten Jahr (Basisjahr) repräsentativen Warenkorbs berechnet
Dieser wird mit Hilfe eines für einen durchschnittlichen (im Beispiel) deutschen Haushalt (2
Enthalten waren darin etwa in früheren Jahren: [Bearbeiten]
Warenkorb
9% Gesundheit
5% 30
3% Tabakwaren
Gas
Wasser
7% Bekleidung
7% Andere Waren und Dienstleistungen 6
4% 11
0% Bildungswesen 0
Schuhe 6
Unterhaltung 10
2% Einrichtungsgegenstände 7
alkoholische Getränke 4
alkoholfreie Getränke 13
1% 6
1% 4
1% 7
Zusammensetzung des statistischen Warenkorbes Jahr 1995 2000 Nahrungsmittel
9% 13
7% Hotel
2% 3
Pflege 3
Restaurants 4
7% 0
9% Nachrichtenübermittlung 2
Kultur
5% Wohnung
4% 3
3% 2
1% 10
9% 5
5% Freizeit
5% Verkehr 13
0% Quelle: Statistisches Bundesamt (http://www.destatis.de/) [Bearbeiten]
Brennstoffe 27
Konsequenzen des Warenkorbs auf die Inflationsentwicklung
Auf Grundlage dieses Warenkorbs und des damit festgelegten Basisjahrs werden für jedes Jahr die Lebenshaltungskosten und daraus die prozentuale Steigerung zum Vergleichs- oder Vorjahr ermittelt
welche auch regelmäßig in den Medien veröffentlich werden
Das Statistische Bundesamt ermittelt für jeden Monat die Preissteigerungen
5 und 1
wobei meistens die Mineralölpreise am stärksten zur Preissteigerung beitragen
5%
Im Schnitt betragen diese Inflationsraten zur Zeit zwischen 0
dass je weiter das Vergleichsjahr vom Basisjahr entfernt ist
Probleme bei der Messung dieser Zahlen ergeben sich vor allem daraus
der Warenkorb immer weniger repräsentativ ist
wie auch in der qualitativen Steigerung (bessere Computer) der Produkte
Substitution teurer Produkte durch günstigere)
Dies begründet sich zum einen im veränderten Konsumentenverhalten (Produktinnovationen
dass es sich immer um das statistische Mittel handelt
das nicht auf jedermann ohne weiteres anwendbar ist
Weiterhin zu beachten ist
Zum Beispiel unterscheiden sich die Ausgaben sehr wohlhabender Haushalte (stärkere Gewichtung des oberen Drittels der Maslow'schen Bedürfnispyramide) deutlich von den Ausgaben der Haushalte mit geringem Einkommen
Haushalte
geben einen größeren Anteil für Grundnahrungsmittel
Wohnen
Energie etc. aus
denen ein geringes Einkommen zur Verfügung stehen
während gleichzeitig "Luxusgüter" im Preis sinken können. [Bearbeiten]
Preissteigerungen für diese Warenarten begründen dann eine stärkere Inflationserfahrung
Kernrate der Inflation
deren Ursachen nicht innerhalb der betrachteten Volkswirtschaft zu finden sind. [Bearbeiten]
Die Kernrate der Inflation schließt die Preise für Lebensmittel und den Energiesektor aus der Berechnung aus
da diese in stärkerem Maße Schwankungen unterworfen sind
Ursachen / Gründe
[Bearbeiten]
nachfrageseitig
Grundsätzlich wird zwischen einer Nachfragesoginflation und einer Angebotsdruckinflation unterschieden
Tritt die Nachfragesoginflation in Aktion
wie aus dem Wort zu entnehmen
sind die Ursachen
auf der Nachfrageseite zu suchen
In diesem Fall steigt die Nachfrage nach Gütern derart schnell
dass die Angebotsseite nicht durch Anheben des mengenmäßigen Angebots reagieren kann und stattdessen die Preise nach den Marktgesetzen anhebt
also eine Inflation. [Bearbeiten]
Die Folge ist eine Steigerung des allgemeinen Preisniveaus
angebotsseitig
deren Ursprünge bei den Produktionskosten zu suchen sind
Auf der anderen Seite steht die Angebotsdruckinflation (auch: Kosteninflation)
In der Regel sind diese vor allem bei der Steigerung der Energiepreise und Lohn- und Lohnnebenkosten oder Erhöhung der Zinsen zu suchen
wenn die teurer produzierten Güter auch auf dem Markt zu den geforderten höheren Preisen Käufer finden. [Bearbeiten]
Die Kosteninflation erscheint allerdings nur dann in einer Erhöhung des Preisniveaus
weitere Ursachen / Gründe
Steuererhöhungen und staatlich administrierte Preissteigerungen können unabhängig von der wirtschaftlichen Situation zu einer höheren Inflationsrate führen
Ein weiterer wichtiger Begriff ist die importierte Inflation
"Exporte" und "Importpreise" zusammensetzen. [Bearbeiten]
deren Ursachen sich aus den oben angeführten Punkten "Ausland"
Inflationsursachen
Liste mit Inflationsursachen Nachfragesog zu starke Geldmengenvermehrung (monetaristische Theorie) aus dem Ausland (Übergreifen der Inflation von Land A in Land B) durch Exportüberschüsse im Außenhandelsgleichgewicht (Importierte Inflation) aus dem Inland (Zentralbank erhöht die Geldmenge) nicht monetäre Ursachen privater Konsum betriebliche Investitionen Staatsausgaben (Fiskalinflation) Exporte Angebotsdruck Kostendruck Importe oder in Fremdwährung gehandelte Waren
z.B
Erdöl (US-Dollar) (Cost-Push-Inflation) Zinsen Steuern Löhne (Lohnkosteninflation) Gewinndruck [Bearbeiten]
Theorien zur Inflation
Eines der Grundprinzipien des Keynesianismus ist die umgekehrte Korrelation zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit
Grundlage für diese Annahme bildeten empirische Untersuchungen auf der Basis historischer Daten
die mit sinkender Arbeitslosigkeit ein höheres Preisniveau verbanden (Phillips-Kurve/Phillips-Theorem)
dass mit sinkender Arbeitslosigkeit das Volkseinkommen steigt und hierdurch die Konsumgüternachfrage stärker ansteigt als Produktionskapazitäten geschaffen werden können
Theoretisch erklärt wurde dieses Prinzip damit
dass bei Vollauslastung die Preise ansteigen und die Gewerkschaften bei geringerer Arbeitslosigkeit höhere Lohnforderungen durchsetzen können
Dazu kommt
was sich auf die Preise auswirkt
Entgegen dieser Theorie trat in den 70er Jahren die Stagflation auf
welche neben einem hohen Arbeitslosenniveau auch steigende Inflationsraten verbuchte
weil sie nur gilt
Somit war die Philipskurve insoweit widerlegt
wenn die Einflüsse von außen (die siebziger Jahre waren durch steigende Rohstoffpreise geprägt) stabil gehalten werden. [Bearbeiten]
Ausprägungen der Inflation
Leichte Inflation (etwa 0% bis 5% Wertverlust im Jahr) hat nachfragefördernde Wirkung
da Leute ihr Geld ausgeben oder investieren wollen
Freilich verlangen sie für Investitionen immer noch eine Liquiditätsprämie
d.h. die Renditen müssen deutlich über der Inflationsrate liegen
wird versucht das Geld woanders (z.B. im Ausland) anzulegen
Tun sie das nicht
dessen Heizwert höher ist als der Brennstoff
Leichte Inflation kann man fast überall beobachten und ist grundsätzlich zu begrüßen. Bild nicht gefunden Eine Frau in Berlin der Zwanziger Jahre verbrennt Papiergeld
den sie für das Geld kaufen kann. Schwere Inflation (etwa über 5% Wertverlust im Jahr) hat nachfragehemmende Wirkung
Das Tauschmittel Geld verliert seinen Wert schneller als andere Güter (z.B
Sachkapital allgemein) und wird deswegen nicht angenommen
Immobilien
Aktien
Diese Nicht-Annahme des Geldes verhindert den Handel und kann so die Wirtschaft zerstören
mit Folgen wie Arbeitslosigkeit oder Dumping-Löhnen
Bei schwerer Inflation steigt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes
wird versucht
Kann nicht genug werthaltiges Sachkapital produziert werden
Wert in Devisen anzulegen
Die Entwertung des Geldes wird so beschleunigt
Häufig gibt es nach der Inflation eine Währungsreform
Besonders schwere Inflationen mit monatlichen Wertverlusten von über 50% werden auch als Hyperinflationen bezeichnet
die freie Preisbildung zu regulieren
bekannt unter verdeckter oder zurückgestauter Inflation
sucht sich die Inflation andere Wege
die sich in Käuferschlangen u.ä. äußert
Schwere Inflation konnte man in der Geschichte unter anderem beobachten: um 1622 in Europa in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges um 1923 in Deutschland (Deutsche Inflation 1914 bis 1923) 1939 - 1948 in Deutschland (zurückgestaute Inflation
korrigiert durch Währungsreform) jahrzehntelang bis 1991 in Argentinien jahrzehntelang bis 1994 in Brasilien um 1995 in Mexiko um 2002 in Argentinien Versucht der Staat
Die offene Inflation ist eine reine Preissteigerung
Nach der Geschwindigkeit kann eine Inflation auch unterschieden werden: Schleichende
trabende und galoppierende Inflation. [Bearbeiten]
Beseitigung der Inflation
Eine Möglichkeit Inflation zu stoppen besteht darin
Preise und Gehälter staatlich zu binden
da sich die Inflation
wie oben genannt
Der Versuch dazu scheiterte in den 70er Jahren in den USA
andere Wege suchte
Viele Wissenschaftler halten Preisbindungen für sinnlos oder sogar schädlich für eine Volkswirtschaft
versuchen mit Hilfe der Geldmenge die Inflation zu steuern
deren Überzeugungen momentan die Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken der Welt beeinflussen
Monetaristen
Eine Senkung der umlaufenden Geldmenge (in Deutschland auch kurz M3 genannt) würde etwa bedeuten
dass mit weniger verfügbaren Geld die gleiche Anzahl von Produkten gekauft werden muss
da der Wert des Geldes insgesamt steigt
Dadurch sinkt der Preis
Eine solche Maßnahme wäre aber sehr kostenintensiv (da deflationär und rezessiv) und wäre angesichts politischer Widerstände nur schwer umzusetzen
das Wachstum der Geldmenge dem Wachstum des Produktionspotentials anzugleichen. - Siehe auch: Quantitätstheorie
Statt dessen versuchen Zentralbanken deshalb
Keynesianer steuern statt dessen eher auf der Nachfrageseite: Mit Hilfe einer höheren Besteuerung oder geringeren Staatsausgaben wird versucht die Nachfrage zu bändigen
Aber auch diesem Mittel sind sehr enge Grenzen gesetzt
Eine andere früher durchgeführte aber ebenso kostenintensive Möglichkeit war die Golddeckung der Währung
dass für den gesamten Wert einer Währung Goldreserven angelegt wurden
Dies hatte zur Folge
das als sehr inflationsempfindlich gilt (dank zweier Inflationskrisen)
Letztendlich war dies in Deutschland
nur ein psychologischer Grund genügend Vertrauen in die DM zu schaffen
Eine sehr untergeordnete Rolle spielen derzeit freiwirtschaftliche Überlegungen zum Thema der Inflation
die der Vollständigkeit halber hier genannt werden: Nach den Ideen von Silvio Gesell könnte in einer Freiwirtschaft Inflation durch entsprechende Geldmengenpolitik verhinderbar sein
ohne Deflation zu erzeugen
Dass die Ideen von Silvio Gesell auch in der Praxis funktionieren würden
zeigte 1932 ein Experiment in der Stadt Wörgl in Österreich
Die Anhänger Silvio Gesells vermuten
dass die derzeitigen Kapitalinhaber (wie z.B
da sie die Hauptbenachteiligten dabei wären
dass die Freiwirtschaft nicht in die Praxis umgesetzt wird
Banken) ein großes Interesse haben
den so genannten Freiwirten
Nach den Anhängern Gesells
wäre dann sogar Vollbeschäftigung und Wohlstand für alle möglich
Dies sei aber nur durch das Ende der Zinswirtschaft zu erreichen. [Bearbeiten]
Siehe auch
Deflation Geldillusion Hyperinflation Stagflation [Bearbeiten]
Weblinks
Verbraucherpreis-Index für Deutschland (http://www.ihk-koeln.de/Navigation/Standortpolitik/ZahlenDatenStatistiken/PreisindexUeberarb.jsp) Verbraucherpreis-Index für Österreich (http://www.statistik.at/fachbereich_02/vpi_tab2.shtml) Kommunistische Definition von Inflation (http://www.sinistra.net/lib/upt/kompro/ciqa/ciqaaguced.html) be:ІнфлÑ?цыÑ? bg:ИнфлациÑ? da:Inflation el:ΠληθωÏ?ισμός en:Inflation eo:Inflacio es:Inflación et:Inflatsioon fi:Inflaatio fr:Inflation he:×?×™× ×¤×œ×¦×™×” it:Inflazione ja:インフレーション lt:Infliacija nl:Inflatie no:Inflasjon pl:Inflacja pt:Inflação ru:ИнфлÑ?циÑ? sr:Инфлација sv:Inflation tr:Enflasyon vi:Lạm phát zh:通货膨胀
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