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Diskussion : Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
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Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
Stichpunkte
Allgemein
Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ist ein Verfahren zur Übertragung von elektrischer Energie mit Gleichstrom hoher Spannung (100 kV - 1000 kV). Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Funktionsweise 2 Anwendung 2.1 Vorteile 2.2 Nachteile 3 Geschichte 4 Ausgeführte Anlagen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung [Bearbeiten]
Funktionsweise
Am Anfang und Ende einer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlage befindet sich eine Stromrichterstation (auch Konverterstation genannt)
In dieser befindet sich ein Stromrichter
eine Glättungsdrossel
sowie Stromrichtertransformatoren und Oberwellenfilter
ist der Aufbau sowohl von Gleichrichter- als auch von Wechselrichterstationen identisch
Da die verwendeten Stromrichter - je nach Bedarf - als Gleich- oder Wechselrichter arbeiten können
Mit den Transformatoren wird der Wechselstrom auf den erforderlichen hohen Spannungswert transformiert und in den nachfolgenden Stromrichtern zu Gleichstrom umgerichtet
Als Stromrichter werden in modernen Anlagen in 12-Puls-Schaltung geschaltete Thyristoren verwendet
In älteren Anlagen kommen noch Quecksilberdampfgleichrichter mit sehr großer Bauweise zum Einsatz
müssen mehrere Dutzend Thyristoren in Reihe geschaltet werden
Da einzelne Thyristoren die erforderlichen Sperrspannungen von über 100 kV nicht erreichen
sondern mittels Glasfaserkabel angesteuert
Da sie unter hoher Spannung stehen
werden sie nicht mit Kupferkabeln
Alle in Reihe geschalteten Thyristoren müssen binnen einer Mikrosekunde durchschalten
Bei mit Quecksilberdampfgleichrichtern ausgerüsteten Anlagen erfolgt die Übermittlung der Zündimpulse mittels Hochfrequenz
Die Glättungsspule am Gleichstromausgang dient dazu
die Restwelligkeit des Gleichstroms zu reduzieren
Sie kann als Luft- oder Eisendrossel ausgeführt sein
Ihre Induktivität beträgt ca
0
1 H bis 1 H
Die Stromrichtertransformatoren dienen nicht nur zur Festlegung der Übertragungsspannung
unterdrücken sie auch zahlreiche Oberwellen
Durch ihre Schaltung (Serienschaltung von Dreieck- und Sternschaltung)
Die Oberwellenfilter auf der Drehstromseite verhindern das Abfließen unerwünschter Oberschwingungen ins Netz
die 13.
die 23. und die 24
Bei Anlagen in 12-Puls-Schaltung müssen sie nur die 11.
Oberwelle unterdrücken
Hierfür reichen auf die 12. und 24
Oberwelle abgestimmte Saugkreise aus
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlagen können sowohl monopolar (hierbei übernimmt die Erde die Rückleitung) als auch bipolar ausgeführt sein
Erstere Form wird vor allem für Seekabelübertragungen angewandt
Grundsätzlich kann die Leitung der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung als Kabel oder als Freileitung ausgeführt werden
Hochspannungs-Gleichstrom-Freileitungen besitzen meist zwei Leiterseile
Sie werden bei monopolaren Hochspannungs-Gleichstrom-Anlagen entweder parallelgeschaltet oder als Zuleitung zu der Erdungselektrode
verwendet. [Bearbeiten]
die aus Gründen der elektrochemischen Korrosionsgefahr nicht bei der Stromrichterstation liegen kann
Anwendung
zahlreiche Vorteile gegenüber der konventionellen Drehstromübertragung
Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung bietet bei der Übertragung über große Entfernungen
insbesondere bei der Verwendung von Kabeln
Bei der Gleichstromübertragung treten keine induktiven und kapazitiven Verluste auf
Da keine Stromverdrängung stattfindet
ist der Leitungswiderstand geringer als bei einer vergleichbaren Wechselstromübertragung
Länge ab 30 Kilometer) wird die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung auch zur Kopplung von Wechselstromnetzen unterschiedlicher Frequenz und/oder Phasenzahl oder zur Kopplung asynchron betriebener Stromnetze eingesetzt
Neben der Anwendung für lange Freileitungen (Länge ab 500 Kilometer) und lange Kabel (insbesondere Seekabel
In diesen Fällen beträgt die Übertragungslänge mitunter nur wenige Meter und beide Stromrichter sind im gleichen Gebäude untergebracht
Man bezeichnet eine derartige Anlage als GKK (Gleichstrom-Kurzkopplung)
In Deutschland wurde von 1993 bis 1995 eine derartige Anlage zur Kopplung des deutschen und tschechischen Stromnetzes in Etzenricht betrieben. [Bearbeiten]
Vorteile
kommt man bei einer Gleichstromübertragung mit zwei Leitern aus
Während man für ein Dreiphasen-Drehstromsystem stets drei Leiter (jeweils 1 für jede Phase) benötigt
reicht sogar ein einziges Kabel
Wenn man die Erde als zweiten Pol verwendet
Dies spart sowohl bei Kabeln als auch bei Freileitungen enorme Kosten
Besonders vorteilhaft ist die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung bei der Verwendung von Kabeln
Wegen fehlender dielektrischer Verluste braucht die Isolierung eines Gleichstromkabels nicht so stark zu sein wie die eines Drehstromkabels
Da keine kapazitiven Blindströme auftreten
muss man nicht - was insbesondere bei Seekabelübertragungen unmöglich ist - in gewissen Abständen Kompensationsspulen in das Kabel einbauen. [Bearbeiten]
Nachteile
Die Stromrichterstationen sind sehr teuer und nur wenig überlastbar
Es ist sehr schwierig
in eine bestehende Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung nachträglich einen Abzweig einzufügen
Die HGÜ ist prädestiniert für die Energieübertragung zwischen nur zwei Punkten. [Bearbeiten]
Geschichte
Die erste Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlage war die nie in Betrieb gegangene Kabelübertragung des "Elbe-Projekts" zwischen Dessau und Berlin 1945 (symmetrische Spannung von 200 kV gegen Erde
maximale Übertragungsleistung 60 MW)
Diese Anlage wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht abgebaut und 1950 zwischen Moskau und Kashira in Betrieb genommen
In der westlichen Welt wurde die erste Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlage 1954 zwischen Gotland und dem schwedischen Festland in Betrieb genommen
Die älteste noch bestehende Hochspannungs-Gleichstrom-Anlage ist die Konti-Skan 1 zwischen Dänemark und Schweden
1972 wurde im kanadischen Eel River die erste Hochspannungs-Gleichstrom-Anlage mit Thyristoren in Betrieb genommen und 1975 in England die HGÜ Kingsnorth zwischen den Kraftwerk Kingsnorth und der Innenstadt von London mit Quecksilberdampfgleichrichtern
In Deutschland entstand von 1991 bis 1993 die erste Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlage in Form der Kurzkupplung in Etzenricht
der 1995 die 170 Kilometer lange vollständig verkabelte "Kontek" zwischen Bentwisch bei Rostock und Bjæverskov in Dänemark folgte. [Bearbeiten]
1994 ging die 262 Kilometer lange Gleichstromleitung "Baltic-Cable" zwischen Lübeck-Herrenwyk und Kruseborg in Betrieb
Ausgeführte Anlagen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
Elbe-Projekt (HGÜ-Projekt zwischen Dessau und Berlin) HGÜ Gotland HGÜ Wolgograd-Donbass HGÜ Cross-Channel (Seekabel England-Frankreich) HGÜ Inter-Island (Leitungsverbindung zwischen den beiden Inseln Neuseelands) Kontiskan Sakuma HGÜ Italien-Korsika-Sardinien (SACOI) HGÜ Vancouver-Island Pacific-Intertie Nelson River Bipol HGÜ Kingsnorth Cross-Skagerak Cabora-Bassa Inga-Shaba GKK Etzenricht HGÜ-Kurzkupplung Dürnrohr GK Wien-Südost Kontek Baltic-Cable Intermountain Swepol Italy-Greece HGÜ-Kurzkupplung Vyborg en:High-voltage direct current nl:HVDC
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
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