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Diskussion : Geschichte Haitis
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Geschichte Haitis
Stichpunkte
Allgemein
Haiti ist durch seine sehr wechselvolle und unruhige Geschichte geprägt
Stets stand es im Schatten weltpolitischer Ereignisse und wurde des Öfteren zum Spielball externer Machtinteressen jeglicher Art
Des weitern kämpfen Schwarze und französische Mulatten um die Vorherrschaft
"Verbergen") 1 Präkolumbianische Zeit 2 Haiti als Kolonie 3 Unabhängigkeit und Abspaltung der Dominikanischen Republik 4 Die Intervention der USA 1915 bis 1934 5 Der Zweite Weltkrieg 6 Die Duvalier-Diktatur 7 Die Zeit des Übergangs von 1986 bis Aristide 8 Die Amtszeit von Jean Bertrand Aristide 9 Die Revolution 2004 9.1 Der Sturz von Jean Bertrand Aristide 9.2 Jean Bertrand Aristide im Exil 9.3 Ausländische Truppenpräsenz 9.4 Bildung einer Übergangsregierung nach Aristide 9.4.1 Die wichtigsten Politiker der neuen Übergangsregierung im Überblick 9.5 Die Rolle des Militärs nach Aristide 9.6 Status der Auslandsbeziehungen nach der Revolution 9.6.1 Der direkte Nachbar Dominikanische Republik 9.6.2 Die Beziehungen zur Weltgemeinschaft 9.6.3 Die Beziehungen zur Karibischen Gemeinschaft CARICOM 9.6.4 Die Beziehungen zu den USA 9.7 Die Lage zur inneren Sicherheit 9.8 Die humanitäre Lage 10 Weblinks [Bearbeiten]
So wundert es nicht
dass seit seiner Unabhängigkeit vor etwa 200 Jahren in Haiti 32 Militärputsche stattgefunden haben. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Präkolumbianische Zeit
Quisqueya und Kariben. [Bearbeiten]
TaÃnos
Bis 1492 lebten auf Haiti hauptsächlich die indianischen Völker der Siboney
Haiti als Kolonie
Am 5
die er La Española (Hispaniola) nannte
Dezember 1492 entdeckte Christoph Kolumbus die Insel AytÃ
Damit begann die spanische Kolonisation
Die herrliche Natur
die prachtvolle Vegetation entzückten die Spanier
wahrscheinlich vom Stamm der Kariben
bewohnt
Die Insel war damals von einem harmlosen Indianervolk
das man auf 1 Mill
und welches unter einer Menge kleiner Häuptlinge oder Kaziken stand
Seelen schätzte
Thomas (jetzt Baid'Acal)
La Navidad
Punta Santa (Point Picolet) und errichtete vor seiner Rückkehr nach Europa. in der Nähe des letztern mit Hilfe der Eingebornen aus den Trümmern des gescheiterten Schiffs Santa Maria ein kleines Fort
worin er eine Besatzung von 40 Mann zurückließ
Nach Goldlagerstätten forschend
entdeckte Kolumbus die Häfen von Valparaiso (jetzt Port de Paix)
Bei seinem Wiedererscheinen auf Haiti 28
Nov
das Fort zerstört und die Besatzung niedergemacht
gereizt durch die Gewalttaten und Plünderungszüge der Spanier
1493 fand er das Fort in Trümmern; der Kazike Caonabo hatte
von wo aus sie sich in den Besitz der reichen Goldminen von Cibao setzten und zur Sicherung derselben das Fort St
Die Spanier legten hierauf im Osten des Kap Monte Cristo die Stadt Isabella an
Thomas errichteten
San Domingo
welche die Hauptstadt der Insel wurde und derselben später ihren Namen gab
Bald darauf erstand an der Mündung des Flusses Ozama eine neue Stadt und Citadelle
Die von dem Statthalter Franc. de Bobadilla aufgefundenen und von ihm sowie seinem Nachfolger Ovando ausgebeuteten Goldminen von San Cristoforo lieferten zwar reiche Ausbeute; doch rieb der Betrieb derselben die zu Sklaven gemachten Eingebornen so schnell auf
000 Köpfe vermindert war
dass die Zahl derselben schon 1507 auf 60
Um diese Zeit verpflanzte Pedro d'Atenza das Zuckerrohr von den Kanarischen Inseln nach Haiti
und Gonzalez gab den Impuls zum Plantagenbau
Zur Betreibung desselben ersetzte Ovando die aufgeriebenen Ureinwohner von Haiti durch 40
000 Kariben der Bahamainseln; aber auch diese gingen infolge der anstrengenden Arbeiten bald zu Grunde
worauf Negersklaven aus Afrika eingeführt wurden
67 Meilen nordöstlich von San Domingo
wo ihre wenig zahlreichen Nachkommen sich noch jetzt unter eignen Kaziken erhalten haben
Der Rest der Indianer von 4000 Mann behauptete unter dem Kaziken Enrico nach 13jähriger blutiger Fehde 1532 ein kleines besonderes Gebiet zu Boya
Die Insel verlor durch den Untergang der Urbewohner ungemein
dass sich 1630 die französischen und englischen Bukanier oder Flibustier auf dem nahen Eiland Tortuga festsetzten
Noch nachteiliger für das Gedeihen der Kolonie war der Umstand
Zwar wurden sie endlich von da vertrieben
aber ein vorwiegend aus Franzosen bestehender Überrest derselben siedelte sich als Pflanzer auf der menschenleeren Nordküste der Insel Haiti an und wendete sich um Hilfe gegen die Spanier an Frankreich
welche indes 1686 von den Spaniern zerstört wurde
Dieses sandte denn auch 1661 Dogeron als Gouverneur nach Haiti und gründete im westlichen Teil der Insel 1665 eine französische Kolonie
Schon 1691 aber ward eine neue französische Kolonie durch Ducasse gegründet
Im Frieden von Rijswijk verzichtete Spanien 1697 zugunsten Frankreichs auf den westlichen Teil der Insel (Saint-Domingue)
Aber es stank
Spanien behielt zwar die größere Osthälfte
und in dem langen Frieden
gelangte St
aber die Industrie der Franzosen gab ihrem kleinern Anteil bald ein entschiedenes Übergewicht über den spanischen
welcher auf den spanischen Erbfolgekrieg folgte
zur höchsten kolonialen Blüte
wie die Franzosen ihren Anteil nannten
Domingue
und der Plantagenbau hob sich ungemein
Mit jedem Jahr stieg die Zahl der Pflanzer und der Sklaven
808 freie Farbige und 405
564 Sklaven
21
000 km² und auf diesen 1788: 27
zusammen 455
717 Weiße
089 Einw
Nach der Regulierung der Grenze zwischen dem spanischen und dem französischen Anteil 1776 zählte der französische Anteil 28
Der spanische Anteil hatte auf 48
500 km² im J
1790: 125
000 Einw.
darunter nur 15
000 Sklaven
desto härter im französischen
Im spanischen Anteil wurden die Sklaven sehr mild behandelt
Hier entwickelte sich durch das Missverhältnis zwischen den Weißen und der Überzahl der eingeführten Negersklaven auch der Keim eines Aufstandes
Durch die zur Zeit der französischen Revolution in Paris entstandene Gesellschaft der Freunde der Schwarzen und die englische Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels auf ihre Menschenrechte hingewiesen und von den durch die Revolution unter die weiße Bevölkerung Haitis selbst gebrachten Spaltungen in die großen und kleinen Weißen (Grundbesitzer und Gewerbsleute)
die Anhänger und Gegner der Kolonialregierung noch mehr aufgeregt
sandten die Farbigen
nach welchem der Kolonie Autonomie zugestanden ward
schon 1789 eine Gesandtschaft nach Frankreich und erwirkten 1790 einen Beschluss der Nationalversammlung
Mulatten (meist frei
aber den Weißen nicht ebenbürtig) und Neger
die Konstitutionellen und Monarchisten
Der dem gegenüber gefasste Beschluss der Weißen
brachte die Gärung zum offenen Ausbruch. Im 23
um keinen Preis ihre politischen Rechte mit einer "entarteten Menschenrasse" zu teilen
Gleichheit
Brüderlichkeit - wörtlich und erhoben sich im Norden der Kolonie
August 1791 nahmen die Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen Haitis die Postulate der Französischen Revolution - Freiheit
Der Aufstand der Mulatten und Neger in der Umgegend des Kap Francois begann und verbreitete sich unter den gräulichsten Verwüstungen und den blutigsten Metzeleien
nach der Einnahme von Kap Francois durch die Neger (21-23
denen die vom Mutterland zur Ordnung der Angelegenheiten der Kolonie gesendeten Bevollmächtigten Polverel und Santhonax weder wehren konnten noch wollten
Juni 1793) über die ganze Kolonie. In den folgenden Jahren der Revolutionskriege zwischen Frankreich und Großbritannien schaffte es Toussaint L'Ouverture
in wechselnden Allianzen eine weitgehende Selbstständigkeit der Kolonie zu erkämpfen
Als 1793 die Spanier und Engländer mehrere Plätze der Kolonie besetzten
verband sich das Negerheer mit den unter General Lavaux zur Behauptung der Insel gelandeten französischen Truppen
Am 22
Juli 1795 wurde zwischen Spanien und Frankreich der so genannte Frieden von Basel beschlossen
Nun wird auch der Ostteil der Insel Frankreich zugeschlagen
worauf das französische Direktorium 4
Die weißen Kolonisten wurden von den Insurgentengeneralen Rigaud und Toussaint l'Ouverture schließlich (1797) gezwungen
die Insel ganz zu verlassen
Febr
1798 den Negern in den französischen Kolonien völlige Freiheit und gleiche Rechte mit den Weißen bewilligte
Gleichzeitig ward Toussaint l'Ouverture zum Obergeneral aller Truppen auf Haiti ernannt
Von 1799 bis 1800 tobte der Bürgerkrieg zwischen Schwarzen und Mulatten
in dem letztere unterlagen
Der Schwarzenführer François Dominique Toussaint L'Ouverture (* 1743) wurde französischer Gouverneur. 1801 besetzte Toussaint L'Ouverture den Ostteil der Insel (Santo Domingo); es kam zur Abschaffung der Sklaverei und zur Einführung einer Landreform
Er versuchte jedoch das Land unabhängig von Frankreich zu machen und gab der Insel 9
Mai 1801 eine eigne zweckmäßige Verfassung
musste sich jedoch bald ins Innere zurückziehen und sich unterwerfen
000 Mann als Generalkapitän nach Haiti Toussaint widerletzte sich anfangs seiner Landung bei Kap Francois
Der Erste Konsul Bonaparte schickte hierauf 1801 den General Leclerc mit 25
worauf er 1802 nach Frankreich geschickt wurde
Am 25
Februar 1801 wurde Santo Domingo besetzten und die Sklaverei wiederherstellten
wo er am 7
Toussaint wurde gefangen genommen und nach Frankreich deportiert
April in der Haft starb
eine britische Seeblockade und eine Gelbfieber-Epedemie machten den Interventionstruppen des Bonapartes aber schwer zu schaffen
Geschickte militärische Operationen
Da die noch übrigen weißen Pflanzer die Sklaverei wiederherzustellen suchten
auf welcher nun das Regiment der Weißen gänzlich aufhörte. [Bearbeiten]
und im November 1803 musste Rochambeau mit dem Reste der Franzosen die Insel räumen
brach der Aufstand unter dem Negergeneral Dessalines von neuem aus; die französischen Truppen und ihr Anführer Leclerc selbst wurden durch Krankheiten aufgerieben
Unabhängigkeit und Abspaltung der Dominikanischen Republik
Am 1
der sich selbst am 8
Januar 1804 proklamierte Jean-Jacques Dessalines (*1760)
Oktober zum Kaiser ernannte (Jacques I.)
die Unabhängigkeit von Saint-Domingue
Das Land erhielt den Namen Haiti
die Selbstbezeichnung lautete damals erster freier Negerstaat
Aus dem einzigen erfolgreichen Sklavenaufstand der Weltgeschichte ging damit die erste selbstständige Nation Lateinamerikas hervor
Er gab 20
Mai 1805 eine neue Verfassung; doch rief seine Grausamkeit schon im folgenden Jahr eine Verschwörung unter dem Neger Henri Christophe und dem Mulatten Alexandre Pétion hervor
durch welche er gestürzt wurde
Alsbald brach auch die seither durch den gemeinsamen Hass gegen die Weißen in den Hintergrund gedrängte Rivalität zwischen Mulatten und Negern offen aus und blieb fortan das Motiv aller innern Kämpfe des neuen Staats
Pétion
und Christophe
als Haupt der Mulatten
als Haupt der Neger
kämpften miteinander um die Oberherrschaft bis 1808
Neben dem ersten Kaiser wurden die ehemaligen Sklaven Toussaint L'Ouverture und Henri Christophe als Führer des Freiheitskampfes Nationalhelden
Am selben Tag noch besetzten französische Truppen Santo Domingo im spanischen Ostteil der Insel
wo die Sklaverei wieder eingeführt wurde
wurden mannigfaltige Bemühungen unternommen
Haiti und die Voodoo-Religion zu dämonisieren
Um die Sklavenhaltung in den anderen Staaten zu rechfertigen
Dessalines ließ in der Zwischenzeit aus der französischen Flagge die Farbe Weiß herausschneiden und Blau mit Rot zu den heutigen haitianischen Nationalfarben zusammennähen
Die meisten der im Lande verbliebenen Franzosen wurden ermordet
Dessalines warf sich zum Herrn der ganzen Insel auf
ließ sich 8
Okt
1804 unter dem Namen Jacques I. zum Kaiser ausrufen und gab 20
Mai 1805 eine neue Verfassung; doch rief seine Grausamkeit schon im folgenden Jahr eine Verschwörung unter dem Neger Henri Christophe und dem Mulatten Alexandre Pétion hervor
durch welche er gestürzt wurde
Alsbald brach auch die seither durch den gemeinsamen Hass gegen die Weißen in den Hintergrund gedrängte Rivalität zwischen Mulatten und Negern offen aus und blieb fortan das Motiv aller innern Kämpfe des neuen Staats
1805 eroberte Haiti den unter französischer Herrschaft stehenden Ostteil der Insel zurück
Am 17
Oktober 1806 wurde Dessalines (Jacques I.) auf Veranlassung von Henri Christophe ermordet
dem Henri Christophe vorstand
Das Land spaltete sich in eine südliche Mulatten-Republik und in einen nördlichen Staat
1807 wurde Henri Christophe (1767-1820) zum Präsidenten ernannt
im Süden und in den Negerstaat Haiti im Norden
kämpften miteinander um die Oberherrschaft bis 1808. Das Resultat dieses Kampfes
während dessen die Spanier 1808 ihren Anteil an der Insel wiedereroberten
mit Christophe als Präsidenten und König
und Christophe
Pétion
mit Pétion als Präsidenten
als Haupt der Neger
als Haupt der Mulatten
war eine Trennung der französischen Hälfte der Insel in eine Mulattenrepublik
von Lianen und Dorngesträuch überdeckt
und der bald
Beide Staaten trennte ein zehn Stunden breiter Landstrich
den man absichtlich unbebaut ließ
eine natürliche Scheidemauer bildete
1811 verwandelte Christophe den nördlichen Staat in eine erbliche Monarchie und ließ sich unter dem Namen Henri I. zum König krönen
Auf dem 945 Meter hohen Pic La Fernere ließ er von über 200.000 Zwangsarbeitern die mächtigste Festung außerhalb Europas errichten
acht Herzöge
Zugleich erschien ein neues Staatsgesetzbuch (Code Henri) und ein von den komischen Titeln
zweiundzwanzig Grafen und eine große Anzahl von Angehörigen des niederen Adels)
Hof- und Staatsämtern strotzender Staatskalender; auch andre Einrichtungen der europäischen Überbildung wurden auf lächerliche Weise nachgeahmt und namentlich der Hofstaat nach französischem Muster eingerichtet (u.a fanden sich nach umfangreichen Adelungen unter den Gefolgsleuten Henris I. vier Prinzen
nur trat an die Stelle der Peitsche der Säbel
Die Sklaverei blieb im Grunde die alte
Zwischen beiden Staaten herrschte unversöhnliche Feindschaft
und nur in der Zurückweisung der nach dem Wiener Kongress erneuerten Ansprüche Frankreichs waren sie einig
Pétion gab 2
Juni 1816 der Republik eine Verfassung
Pressfreiheit etc. festsetzte
welche Abschaffung aller Sklaverei
Nach Petions Tod 27
der hier als Präsident Nachfolger Pétions geworden war
wusste diesen Versuch zu vereiteln
März 1818 versuchte Henri I. die Mulattenrepublik mit seinem Königtum zu vereinigen; allein der Mulatte General Jean-Pierre Boyer
worauf der König Henri I. sich 8
wurde immer verhasster
welchen ein Aufruhr republikanisch gesinnter Mulatten in seinem Reich zu Grausamkeiten gereizt hatte
Henri I. selbst
der bald allgemein wurde und selbst den Abfall der Truppen zur Folge hatte
und im September 1820 brach ein Ausstand gegen ihn aus
Okt
1820 erschoss
am 26
da sich das Heer dem Präsidenten Boyer unterwarf
Hierauf fand
Nov
der sich 1821 wieder von Spanien losgesagt hatte
1820 die Vereinigung beider Teile des französischen Haiti zu einer einzigen Republik statt
welcher sich 1822 auch der spanische Anteil der Insel anschloss
Die Republik wurde in der Folge von den meisten Staaten anerkannt
nach mehreren vergeblichen Wiedereroberungsversuchen 1825 selbst von Frankreich gegen eine an die ehemaligen Plantagenbesitzer zu zahlende Entschädigung von 150 Mill
die jedoch 1838 bei Gelegenheit des Abschlusses eines Handelsvertrags zwischen Frankreich und Haiti auf 60 Mill.
Frank
in 30 Terminen bis 1867 zahlbar
herabgesetzt ward
Am 8
Februar 1822 besetzte Haitis Präsident Jean-Pierre Boyer Santo Domingo
Seit 1822 regierte Boyer als lebenslänglicher Präsident nach der Verfassung vom 2
Juni 1816
doch unter beständigem Zerwürfnis mit dem Repräsentantenhaus
Es kam zum Anschluss an Haiti und zur Abschaffung der Sklaverei
welche die haitianische Wirtschaft für Jahrzehnte ruinierte und im Osten des Landes zu Widerstand führte
Im Jahre 1825 kam es schließlich zur Anerkennung der Unabhängigkeit Haitis durch Frankreich unter Zahlung einer horrenden Entschädigung
das einige Städte fast vernichtete; besonders hart wurde die Stadt Le Cap Haiti betroffen
Im Frühjahr 1842 wurde Haiti von einem furchtbaren Erdbeben heimgesucht
schiffte sich nach Europa ein und. starb 1850 in Paris
Boyer ward 1843 durch eine von den Mulatten Dumesle und Rivière geleitete Verschwörung gestürzt
Die siegreichen Parteihäupter teilten darauf die Stellen unter sich
zurückließ
weshalb Herard Rivière eilig mit Truppen dahin abging
Widerstand zeigte sich nur in dem spanischen Anteil
dem Obersten Leo Herard
die vornehmsten Einwohner von San Domingo gefangen setzte und eine Besatzung unter seinem Bruder
nachdem eine neue Verfassung eingeführt worden
als im August 1843 im Osten ein offener Aufstand ausbrach
als Präsident das Staatsruder übernommen
Aber kaum hatte Herard Rivière
Am 27
vom westlichen Landesteil (Haiti) und proklamierte als Dominikanische Republik seine Unabhängigkeit
Santo Domingo
Februar 1844 trennte sich der Ostteil der Republik
Rivière sprach hierauf über den Osten den Blockadezustand aus
und schon 10
rief die Nationalgarde zu den Waffen
März 1844 brachen zwei Heere
einem schwarzen General
schon auf dem Marsch von Pimentel bei Seybo geschlagen
erlitt 9
unter Pierrot
nach Osten auf; doch ward die eine Kolonne
20.000 Mann stark
und. auch die zweite
unter Rivière selbst
April bei Santiago eine Schlappe
Nun empörten sich in Haiti die Neger gegen die Mulatten
zum Präsidenten gewählt werde
dass ein Schwarzer
Um zu retten
was noch zu retten war
zumal dieser bei seinem hohen Alter und seiner unmäßigen Neigung zum Trunk Hoffnung gab
willigten diese ein
dass die wirkliche Leitung der Geschäfte nach wie vor in den Händen der Farbigen bleiben werde
Guerrier
Wirklich wurde Guerrier schon Anfang 1845 ein Opfer seiner Trunksucht
und veranlassten 25
Unter seinem Nachfolger Pierrot machten die Mulatten. einen Versuch
ihren alten Einfluss wiederzugewinnen
Sept
1845 zu Leogane einen Aufstand zugunsten der Zurückberufung Rivières
und die Mulatten sahen sich nun blutigen Verfolgungen ausgesetzt
Die Bewegung ward jedoch sofort unterdrückt
das jede Ehe zwischen Weißen und Schwarzen verbot
Der Hass der Schwarzen äußerte sich unter anderem in einem Gesetz
gab dieser seine Sache sofort auf und trat in den Privatstand zurück
Als sich Anfang 1846 der Volksunwille gegen den Präsidenten Pierrot wendete
Der durch diese Revolution 28
Febr
1846 auf den Stuhl gehobene Präsident war General Jean Bapt
Riché
Die Verfassung von 1843 wurde durch die vom 14
Nov
1846 ersetzt
welche im Wesentlichen die von 1816 war
vermehrte die Hilfsquellen des Landes und ließ sich die Zivilisierung des haitischen Volkes angelegen sein
stellte in kurzer Zeit den Frieden auf der Insel wieder her
Der Präsident
ein fast 70jähriger Mann
aber noch von hoher Tatkraft
Zu früh für Haiti starb er 27
Febr
1847
Der als sein Nachfolger proklamierte General Faustin Soulouque versprach zwar in einem Erlass vom 3
und mit Vorbereitungen zu einem Kriege gegen die Nachbarrepublik
der die rohsten und den Weißen feindlichsten Schwarzen an das Ruder brachte
begann aber seine Regierung mit einem Ministerwechsel
das frühere Ministerium beizubehalten und die Politik feines Vorgängers fortzusetzen
März
Soulouque machte im März 1849 einen Einfall in San Domingo; in des in der Schlacht bei Savanna Numero 22
April 1849 behaupteten die Dominicanos unter General Santana nach einem fürchterlichen Gemetzel das Feld
und Santana würde dem westlichen Staat ein völliges Ende gemacht haben
Soulouques Heer löste sich auf
wenn ihn nicht ein Aufstand nach San Domingo zurückgerufen hätte
Bei seiner Rückkehr aus dem unglücklichen Feldzug führte Soulouque feinen ehr geizigen Plan aus
indem er sich 26
Aug
1849 zu Port-au-Prince zum Kaiser ausrufen ließ und sich in der Kathedrale selbst die Krone aufsetzte
Als Kaiser Faustin I. ordnete er nun sein Reich ganz nach Napoleonischem Vorbild und umgab sich mit einer glänzenden Kaisergarde
Das Ausland reizte er durch Monopolisierung von Zucker und Kaffee
zeitweilige Sperrung der Häfen gegen fremde Schiffe und hohe Steuern
die er den auswärtigen Kaufleuten auflegte
Nordamerika und Frankreich gelang es endlich im Sommer 1850
die Aufhebung dieser Monopolisierung zu erwirken; doch trat an deren Stelle ein erhöhter Ausgangszoll auf Kaffee und andre Hauptausfuhrartikel
Nur den energischen Vorstellungen der Konsuln von England
Im Innern herrschte der Kaiser willkürlich und grausam
Am 30
Sept
1850 begann er abermals die Feindseligkeiten gegen San Domingo
Allein das Landheer des Kaisers erlitt 9
Okt. in den Bergen von Banica wiederum eine bedeutende Niederlage
Frankreich und die Vereinigten Staaten die Einstellung der Feindseligkeiten
Anfang 1851 geboten endlich England
trotz der Protestaktionen Frankreichs und Englands im Dezember 1855 ins Werk gesetzt
scheiterten aber so kläglich wie die frühern
Neue Eroberungspläne Faustins auf San Domingo
In der Savanne von San Tome ward das 18
000 Mann starke
teils unter des Generals Geffrard Kommando stehende Heer 22
teils unter Faustins
Dez. gänzlich geschlagen; der Kaiser selbst eröffnete die Flucht der Seinen und überließ die kaiserliche Kasse samt sämtlicher Bagage etc. dem Feind
000 Mann in der "großen Savanne" (Sabanalarga) 24
sammelte die Reste seines Heers
Er ließ hierauf drei Generale und mehrere Offiziere angeblich wegen Einverständnisses mit den Dominicanos erschießen
erlitt aber mit 10-12
Jan
1856 eine zweite entscheidende Niederlage
dass der Krieg gegen San Domingo nur vorläufig aufgeschoben sei; doch führten die Vermittelungen Englands und Frankreichs sowie die kühne Haltung der Dominicanos noch in demselben Jahr zum Abschluss eines dreijährigen Waffenstillstandes
Zwar verkündete er unmittelbar nach seiner Rückkehr durch eine Proklamation
Inzwischen erfolgte Faustins Sturz
Eifersüchtig auf das Ansehen
noch rechtzeitig gewarnt
21
das sein General Geffrard bei den Truppen genoss
als dieser
hatte er bereits dessen Verhaftung und Hinrichtung angeordnet
Dez
1858 nach Gonaives entkam und hier von den Truppen des Distrikts Artibonite zum Präsidenten von Haiti ausgerufen ward
Faustins Regierung war so verhasst
dass Geffrard schon 15
Jan
1859 ohne Widerstand in Port au Prince einziehen und die Präsidentschaft übernehmen konnte
Er schützte den nach Jamaica abziehenden Exkaiser vor der Volkswut und nahm auch sonst keine politischen Verfolgungen vor
begünstigte er Künste und Wissenschaften und übte volle bürgerliche und religiöse Duldung
rief aber eben hierdurch beständige Opposition von Seiten der Neger alten Schlags hervor
Intelligent und tätig
der frühere liberale Zolltarif wiederhergestellt und eine Flotte gegründet
Die Armee wurde verringert
Mehrere Revolten wurden niedergeworfen
namentlich 1865 mit Hilfe Englands auch die der Partei der sogen
der dennoch 1867 Geffrard stürzte und auf vier Jahre zum Präsidenten gewählt wurde
worauf eine neue Verfassung der Republik verkündet wurde
Lizards ("Eidechsen") unter dem Rittmeister Salnave
eroberte 1869 Port au Prince und ließ 1870 Salnave erschießen
Aber schon 1868 erhob sich die Partei der Cacos ("Papageien"
welche die Lizards fressen) unter General Nissage Saget gegen die Partei Salnaves; Saget siegte nach zweijährigen Kämpfen
Saget wurde darauf auf vier Jahre zum Präsidenten der Republik erwählt; ihm folgte 1874 General Michel Domingue
infolge dessen 19
so kam es 1876 zu einem Aufstand
durch Habsucht und Erpressungen allgemeine Unzufriedenheit erregten
Da dieser und sein Neffe
der Vizepräsident Rameau
General Boisrond Canal
Juli 1876 das Haupt der Nationalen
zum Präsidenten erwählt wurde
gestürzt und General Salomon zum Präsidenten erhoben
dessen Regierung keine glückliche war
Doch schon im Juli 1879 wurde Boisrond Canal
bei dem ein großer Teil der Stadt in Flammen aufging
durch die Gegenpartei der Liberalen nach einem blutigen Straßenkampf in Port au Prince
Ein Ausstand unter Salomons Rival Boyer Bazelais
wurde nach hartnäckigen Kämpfen Ende d
welcher 1883 in Miragoane ausbrach
J. unterdrückt. [Bearbeiten]
Die Intervention der USA 1915 bis 1934
Bild nicht gefunden Die Karibik am Ende des 19
Jahrhunderts Am 28
wurde Haiti durch die USA besetzt
unmittelbar nachdem eine Menschenmenge Präsident Vilbrun Guillaume Sam gelyncht hatte
Juli 1915
Offizielles Ziel der Intervention war es
die öffentliche Ordnung in dem von inneren Konflikten zerrissenen Land wieder herzustellen
Nach Ansicht von Historikern richtete sie sich aber auch gegen den deutschen Einfluss in Haiti
dass das Deutsche Reich Flottenstützpunkte in der Karibik-Republik einrichten könnte
Deutsche Einwanderer dominierten damals die Wirtschaft des Landes und in Washington fürchtete man
womit der Weg zur Enteignung der Deutschen frei war
wurde Haiti gezwungen Deutschland den Krieg zu erklären
kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs
1918
Die amerikanische Besatzung dauerte 19 Jahre und war für Haiti in vieler Hinsicht traumatisch
Zwar bauten die Amerikaner Straßen
Krankenhäuser und Telefonanlagen
Doch mit ihrem rassistischen Hochmut gegen Schwarze und Mulatten demütigten sie die Haitianer zutiefst
Die Besatzer verpflichteten für ihre Straßenprojekte Bauern zur Zwangsarbeit und ihr Kampf gegen die "Caco"-Rebellen forderte tausende Menschenleben
Der Voodoo wurde als "Satanskult" unterdrückt. [Bearbeiten]
Der Zweite Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkieges erklärte Haiti dem Deutschen Reich am 12
Dezember 1941 den Krieg
in den Krieg hineingezogen
die durch Bündnisse mit den USA verbunden waren
Mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten am Tag zuvor wurden auch zahlreiche Staaten Mittelamerikas
Noch am Tag der deutschen Kriegserklärung an die Regierung in Washington erklärten die Staatschefs von Costa Rica
Guatemala und der Dominikanischen Republik den Achsenmächten den Krieg; Kuba
Haiti
Honduras und El Salvador folgten am nächsten Tag
Nicaragua
es gab keinen relevanten Beitrag der mittelamerikanischen Staaten zu den Kampfhandlungen. [Bearbeiten]
Allerdings war diese Beteiligung am Zweiten Weltkrieg eher formal
Die Duvalier-Diktatur
Siehe auch: François Duvalier 1957 wurde der Arzt François Duvalier
genannt Papa Doc mit Hilfe des Militärs zum Präsidenten gewählt und brachte so sich und seinen Familienclan in die Schlüsselpositionen des Staates
Er entmachtete systematisch die mulattische Elite
genannt Baby Doc
seine Nachfolge an und ließ sich als Präsident auf Lebenszeit bestätigen
Nach seinem Tod 1971 trat sein Sohn Jean-Claude Duvalier
Im Jahr 1984 kam es zu ersten Unruhen
Zwei Jahre später wurde das Kriegsrecht ausgerufen
Jean-Claude Duvalier wurde im weiteren Verlauf abgesetzt und ging ins französische Exil. [Bearbeiten]
Die Zeit des Übergangs von 1986 bis Aristide
Nach Baby Docs Absetzung und Flucht begann die Zeit des Übergangs mit weiteren Versuchen eine stabile Republik zu bilden
Das Einkammerparlament mit 59 Sitzen wurde aufgelöst
Am 21
März 1986 ernannte sich General Henri Namphy zum Präsidenten
Am 19
Oktober 1986 wurde bei einer nur fünfprozentigen Beteiligung eine verfassungsgebende Versammlung gewählt
die für 1987 eine Präsidialrepublik mit einer entsprechenden Verfassung vorbereiten sollte
Am 29
der alle sechs Jahre gewählt wird
das alle vier Jahre gewählt wird
installiert
März 1987 erfolgte mit großer Mehrheit die Annahme der neuen Verfassung durch das Volk. Es wurde ein Abgeordnetenhaus mit 83 Mitgliedern
und ein Senat mit 27 Mitgliedern
Alle fünf Jahre sollte das Staatsoberhaupt direkt gewählt werden
Im November 1987 mussten die Wahlen zum Parlament abgebrochen werden
da die immer noch zahlreichen Anhänger von Duvalier wahlwillige Bürger bedrohten und sogar ermordeten
Leslie Manigat wurde dann im Januar 1988 als Präsident gewählt
aber schon im Juni vom Militär wieder entmachtet
Der heutige Ministerpräsident Gerard Latortue war übrigens Außenminister im Kabinett
diesmal durch Generalleutnant Avril
erfolgte drei Monate später schon der nächste Putsch
Nachdem General Namphy eine nur aus Millitärs bestehende Regierung ernannte
Im Jahr 1990 stürzte General Hérard Abraham den Diktator Proper Avril und übergab die Macht an Zivilisten um so dem Weg für freie Wahlen zu ebnen. [Bearbeiten]
Die Amtszeit von Jean Bertrand Aristide
wurde aber bereits 1991 durch einen Armeeputsch gestürzt
In diesen Wahlen gewann Jean Bertrand Aristide 1990 die Präsidentenwahlen
General Raoul Cédras übernahm die Macht
Es folgten drei düstere Jahre für das Land
Terror und Korruption bestimmten den Alltag der Bürger
Misswirtschaft
eine Flüchtlichswelle zum US-Militärstützpunkt Guantanamo in Kuba setzte ein
Trotz verschiedenster Wechsel auf der Position des Ministerpräsidenten verbesserte sich die Lage nicht
im Gegenteil
Nun wurden Wirtschaftssanktionen verhängt und der internationale Druck stieg
Am 19
September 1994 intervenierte die USA in Haiti nach 1915 ein zweites Mal in der Geschichte und setzte Jean Bertrand Aristide wieder ins Präsidentenamt ein
stärkte aber im Gegenzug den Polizeiapparat (Chimeres)
Er löste zu Beginn des Jahres 1995 das Militär auf
Der spätere Rebellenführer und Gegenspieler Guy Philippe kehrte aus Ecuador in seine Heimat zurück und stieg im neu geschaffenen Polizeiapparat schnell auf
1995 wurde er dann zum Polizeichef von Cap Haitien
wurde zum Präsidenten ernannt
René Préval
Ein weiteres Ziehkind von Aristide
Am 31
das Ende 1997 wieder auslief
März 1995 wurde Haiti unter ein UNO-Mandat gestellt
Während dieser Zeit funktionierte das öffentliche Leben einigermaßen
fand vier Monate später umstrittene Parlamentswahlen statt
Nachdem im Januar 2000 die Interventionstruppen der USA das Land verließen
Es gewinnt die Partei Aristides (Lavalas(kreolisch f
Lawine)-Familie) die Mehrheit der Parlamentssitze
Die internationale Hilfe für Haiti wird eingestellt
Nachdem am 26
dass diese Wahl manipuliert sei
8% der Stimmen erneut zum Präsidenten gewählt wird
wurden Vorwürfe laute
November 2000 Jean-Bertrand Aristide mit 91
Aristide trat sein Amt am 7
Februar 2001 an
Im November 2002 nahm die Zahl der Protestkundgebungen gegen Aristide weiter zu
der Ruf nach Rücktritt wurde lauter
Immer wieder kam es zu Zusammenstößen zwischen Aristide-Gegnern und regierungstreuen Demonstranten. [Bearbeiten]
Die Revolution 2004
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Der Sturz von Jean Bertrand Aristide
Am 200
Unabhängigkeitstag am 1
Januar 2004 kam es zu schweren Unruhen in Haiti
die mit Schüssen gegen den Präsidenten Jean Bertrand Aristide und seinen südafrikanischen Amtskollegen Thabo Mbeki in der Stadt Gonaives begannen
Haitianische Polizisten und südafrikanische Sicherheitsleute erwiderten das Feuer
Im ganzen Land kam es daraufhin zu Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und den Sicherheitskräften
brachten das Land Anfang Februar an den Rand eines Bürgerkrieges
Gegen Aristide gerichtete Aufstände
vor allem der "Revolutionären Widerstandsfront des Artibonite" (FRRA)
Am 5
Februar 2004 hatten die Aufständischen unter ihrem Anführer Butteur Métayer in der Stadt Goniaves (160 Kilometer nordwestlich von Port-au-Prince) die Macht übernommen. Nachdem am 14
schlossen diese sich dem Aufstand an
Februar 2004 die früheren Putschisten Louis-Jodel Chamblain und Guy Philippe aus ihrem Exil in der Dominikanischen Republik zurückgekehrt waren
Die Rebellen eroberten daraufhin in den folgenden Tagen zahlreiche Städte und Orte im Norden der Karibikrepublik. Schließlich erreichten die Truppen Ende Februar Port-au-Prince
und verließ das Land am 29
die ihn bis dahin unterstützt hatten
Nun gab der amtierende Präsident Jean-Bertrand Aristide dem Druck der Rebellen und der USA nach
Februar 2004 (kurioserweise der Geburtstag von Guy Philippe) mit zunächst unbekanntem Ziel
Nach Aristides Flucht übernahm der Oberste Richter Boniface Alexandre die Amtsgeschäfte des Staatsoberhaupts in der Hauptstadt
Bei den bewaffneten Auseinandersetzungen waren bis Anfang März 2004 mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Am 4
ihre Waffen niederzulegen
was er dann später wieder relativierte. In der Hauptstadt Port-au-Prince demonstrierten am selben Tag tausende von Menschen für die Rückkehr von Aristide
März 2004 kündigte der Anführer der Rebellen Guy Philippe an
Am 7
März 2004 schossen unbekannte Täter auf friedliche Demonstranten und töteten mindestens sechs Menschen
Erstmals seit Beginn der Unruhen kam auch ein ausländischer Journalist ums Leben. [Bearbeiten]
Jean Bertrand Aristide im Exil
Von seinem Exilort in Bangui
Zentralafrikanische Republik aus warf Aristide am 1
März 2004 den USA vor
ihn gegen seinen Willen aus dem Land gebracht zu haben
hieß es weiter
Die US-Regierung dementierte umgehend; man sei lediglich bei der Flucht ins Ausland behilflich gewesen
Am 9
März 2004 teilte ein Rechtsanwalt von Aristide mit
dass man die USA und Frankreich wegen Entführung verklagen will
Der konkrete Vorwurf lautete
die Regierung von US-Präsident George W
Bush habe Aristide aus Haiti entfernen wollen und Frankreich habe im Verstoß gegen internationales Recht dabei geholfen. Unterstützung erhielt Aristide am 9
März 2004 jetzt auch von der Afrikanischen Union (AU) und der Gemeinschaft der Karibikstaaten
Die 53 Staaten umfassende AU erklärte an ihrem Hauptsitz Addis Abeba
die Entfernung Aristides aus seinem Amt sei verfassungswidrig
Dabei gehe es nicht um Personen
sondern um die Grundsätze der Demokratie
Außerdem forderte die aus 15 Staaten bestehende Karibische Gemeinschaft eine internationale Untersuchung der Entführungsvorwürfe
Aristides Anwalt hatte vorher erklärt
dass man auch Beschwerde bei den Vereinten Nationen einlegen wolle
wenn man die Unterstützung einiger afrikanischer Staaten bekomme
Weiterhin rief Aristide zum Widerstand gegen die seiner Meinung nach inakzeptable Besatzung auf
So sagte er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt: Ich bin der demokratisch gewählte Präsident und bleibe es auch
Die Ankündigung südafrikanischer Regierungsvertreter vom 5
März 2004
der Aufenthalt Aristides in der Zentralafrikanischen Republik sei nur vorübergehender Natur bestätigte sich acht Tage später
Jamaika gewährte am 13
März 2004 dem Ex-Präsidenten ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht
Die neue Regierung zeigte sich darüber besorgt
könne doch eine solche Nähe Aristides zu Haiti weitere Unruhen schüren
Als weitere Reaktion auf diesen Vorgang berief die neue Regierung am 15
März 2004 ihren Botschafter von der jamaikanischen Nachbarinsel Jamaika ab und fror die Beziehungen zu dem Staat ein
Jamaikas Premierminister Percival J
Patterson versicherte jedoch
bevor ein endgültiges Exilland außerhalb der Region für ihn gefunden werde
dass er Aristide ausschließlich aus "humanitären Gründen" einreisen lasse
Er müsse sich jeglicher politischer Betätigung enthalten
Der 22
März 2004 brachte eine neue Wendung der Exilfrage
Nigeria will dem gestürzten nun Asyl gewähren
Man sei dazu vorübergehend bereit
teilte das Präsidentenamt in der nigerianischen Hauptstadt Abuja am mit
Am 1
April 2004 kündigte die haitianische Übergangsregierung an
eine unabhängige Kommission zur Untersuchung von Korruptionsvorwürfen gegen den gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide einrichten
Das Gremium solle alle Verstöße auflisten
um dann formell seine Auslieferung zu beantragen
Nachdem die Gemeinschaft der karibischen Staaten (Caricom - Caribbean Community) Südafrika am 10
Mai 2004 offiziell darum gebeten hat den entmachteten Staatschef einreisen zu lassen
hat die südafrikanische Regierung am 13
Mai 2004 bekanntgegeben
dass sie nach Rücksprache mit den Regierungen von Frankreich und den USA
Aristid zeitweilig aufnehmen wird
Am 30
Mai 2004 brach er von Kingston
der jamaikanischen Hauptstadt
zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern ins Exil nach Südafrika auf
Dort wurde er am 31
Mai von Präsident Thabo Mbeki begrüßt
Nach eigenen Angaben will er sich nur vorübergehend in Südafrika aufhalten
bis sich die Lage in Haiti wieder beruhigt hat
Er sieht sich immer noch als rechtmäßiger Präsident des Landes. [Bearbeiten]
Ausländische Truppenpräsenz
Frankreich und Chile entsandten am 29
Die USA
an dem Aristide das Land verlassen hat
also noch am selben Tag
erste Truppen nach Haiti
Februar 2004
Insgesamt befanden sich im März 2004 1.600 US-Soldaten
800 französische und 130 chilenische Soldaten im Land
Brasilianische Regierungsvertreter teilten am 4
wenn gewünscht
mit 1.100 Soldaten an einer UN-Truppe für Haiti beteiligen könnten
März 2004 mit
dass sie sich
Brasilien ist damit das erste Land
das ein solches Angebot unterbreitet
Und tatsächlich
am 9
April 2004 teilte der brasilianische Verteidigungsminister José Viegas mit
dass Brasilien im Juli 2004 die Führung der neuen UN-Friedenstruppen in Haiti übernehmen wird
Das südamerikanische Land werde dazu 1.470 Soldaten von Heer
Marine und Luftwaffe in die Karibik-Republik schicken
Viegas legte Wert auf die Klarstellung
dass der militärische Einsatz der Brasilianer in Haiti ganz anderer Natur sei als jener der USA in Irak
In Port-au-Prince traf am 17
Frankreich und Chile
die bereits Truppen außerhalb des Mandates entsandt hatten
März 2004 ein erstes 170 Mann starkes kanadisches Kontingent der offiziellen internationalen Friedenstruppe ein
welches die Eingreiftruppen ablösen soll. An der auf 90 Tage ausgelegten Mission beteiligen sich auch die USA
Französische Soldaten rückten am 19
der bisher von den Rebellen gehalten wurde
März 2004 von der Hauptstadt Port-au-Prince aus in den Norden des Landes aus
250 Soldaten nahmen in der Hafenstadt Cap-Haitien ihre Positionen ein
Ein Konvoi von 150 Mitgliedern der französischen Fremdenlegion erreichte die Stadt Gonaives
wenn die Anhänger Aristides gleichziehen
In beiden Städten haben sich die Rebellen nur dann zur Niederlegung ihrer Waffen bereit erklärt
mit denen man in den letzten Wochen gekämpft habe
man werde den einrückenden Franzosen alle Gewehre aushändigen
Rebellenführer Butteur Metayer sagte in Gonaives
Am 1
Mai 2004 erteilte der UN-Sicherheitsrat offiziell das Mandat für den Einsatz von 6700 Blauhelmen und 1200 Zivilpolizisten
Die UN-Soldaten lösten die in Haiti stationierte multinationale Truppe unter US-Führung im Juni ab. [Bearbeiten]
Bildung einer Übergangsregierung nach Aristide
Die Bemühungen um die Bildung einer neuen Regierung kamen am 5
März 2004 weiter voran
Es wurde eine Wahlkommission gebildet
die dem neuen
am 8
März 2004 vereidigten Übergangspräsidenten Boniface Alexandre einen neuen Premierminister vorschlagen soll
Am 9
März 2004 schlug die Kommission den Juristen und Wirtschaftsexperten Gerard Latortue als neuen Ministerpräsident vor
Er nahm die Berufung an und kehrte einen Tag später aus seinem Exil in Florida nach Haiti zurück
Am 12
März 2004 wurde er vereidigt und trat damit offiziell sein Amt an
freie Wahlen zu organisieren
Hauptaufgabe seiner Regierung wird es sein
sagte Latortue
Bei der Regierungsbildung solle nach Willen von Latortue auch der gemeinsam mit ihm nach Haiti zurückgekehrte frühere General Hérard Abraham eine führende Rolle spielen
Abraham hatte 1990 nach dem Sturz des Diktators Prosper Avril die Macht an Zivilisten übergeben und den Weg für die ersten freien Wahlen in der Geschichte des Landes geebnet
der noch die alte Regierung unter dem gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide geführt hatte
Latortue löst damit seinen Vorgänger Yvon Neptune ab
Präsident Alexandre rief seine Landsleute derweil zur Versöhnung auf
Bei seiner Amtseinführungszeremonie bedankte er sich ausdrücklich bei der internationalen Gemeinschaft für deren Hilfe
Dieses Ziel verfolgt er der neue Ministerpräsident
der sich am 12
um seinem Ziel der nationalen Versöhnung mit der Einbindung aller relevanten Kräfte des Landes näher zu kommen. Am 17
März 2004 bereits mit Vertretern der Aristide-Partei Lavalas traf
zu diesem Zweck traf sich im Vorfeld der Ministerpräsident mit Vertretern aller Seiten zu einem Gespräch
März 2004 wurde das neue Kabinett vorgestellt
jedoch kein Mitglied der Lavalas-Partei des gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide wurde berücksichtigt
Latortue ernannte 13 neue Minister
Latortues Vorgänger Yvon Neptune warnte deshalb vor einer weiteren Polarisierung in Haiti
Am 6
April 2004 einigte sich die Übergangsregierung schließlich endgültig auf einen Fahrplan für Neuwahlen
Der neue Präsident soll sein Amt dann am 7
Februar 2005 antreten
zuerst hatte man Ende 2004 die Wahlen geplant. [Bearbeiten]
Die wichtigsten Politiker der neuen Übergangsregierung im Überblick
Innenminister und Innere Sicherheit: Hérard Abraham (Ex-General) Außenminister: Yvon Siméon (ein enger Vertrauter Latortues) Finanzminister: Henry Bazin (Vorsitzender der Vereinigung der Ökonomen Haitis) Justizminister: Bernard Gousse [Bearbeiten]
Die Rolle des Militärs nach Aristide
Nach der Nominierung des neuen Ministerpräsidenten Gerard Latortue durch den Rat der Weisen warf der ehemalige Oberst Himler Rebu der Kommission vor
man hätte einen taktischen Fehler begangen
sich nicht für Herard Abraham zu entscheiden
Abraham war der ehemalige Oberbefehlshaber der haitianischen Armee
bewaffnete Unruhen zu vermeiden
Die unmittelbare Priorität müsse sein
und dafür sei Abraham der bessere Mann
plädierte für eine starke Persönlichkeit
in den späten achtziger Jahren selber Putschführer
die nun das Amt des Verteidigungs- und Innenministers besetzen müsse
Rebu
Nachdem Latortue dieser Forderung Folge leistete und Herald Abraham in das Amt berief
gab der neue Innenminister am 18
März 2004 sogleich bekannt
wieder eine Armee aufstellen zu wollen
Aristide hatte diese Anfang 1995 aufgelöst. [Bearbeiten]
Status der Auslandsbeziehungen nach der Revolution
[Bearbeiten]
Der direkte Nachbar Dominikanische Republik
Die Streitkräfte des Nachbarlandes Dominikanische Republik kündigten nach den Ereignissen eine Verstärkung ihres Einsatzes an der Grenze an
Dies habe Staatspräsident Hipolito MejÃa aufgrund von Berichten angeordnet
wonach die haitianischen Rebellen mehr als 3000 Gefangene befreit hätten
Am 12
um einen Kumpanen aus dem Gefängnis freizupressen
März 2004 nahmen haitianische Rebellen 36 Geschäftsleute aus der Dominikanischen Republik als Geiseln
falls der Haitianer nicht freikomme. [Bearbeiten]
Die Entführer drohten damit
die Verschleppten zu töten
Die Beziehungen zur Weltgemeinschaft
Im März 2004 wird mit Dominique de Villepin erstmals seit dem Ende der französischen Kolonialherrschaft in dem Karibikstaat vor 200 Jahren ein französischer Außenminister das Land besuchen
Venezuelas Präsident Hugo Chavez kündigte am 18
März 2004 jedoch an
die neue Regierung Haitis nicht anzuerkennen
und bot Aristide ebenfalls Asyl an
Auch Jamaikas Premier P
JP
atterson betrachtet Aristide
der dort zu Gast ist
weiter als legitimen Präsidenten. [Bearbeiten]
Die Beziehungen zur Karibischen Gemeinschaft CARICOM
Nach der Verurteilung des Sturzes von Aristide durch die Karibische Gemeinschaft CARICOM am 1
März 2004 setzte Latortue die Mitgliedschaft Haitis in dem Staatenbündnis CARICOM aus
Der Vorsitzende der CARICOM Patterson hatte zuvor Aristide in Jamaika Asyl angeboten
Nun erwägen die Mitgliedstaaten des Bündnis aus Protest gegen den von USA unterstützten Regierungswechsel ihrerseits die Suspendierung der Mitgliedschaft des Landes in der Organisation
Ein geplantes Treffen mit dem neuen Ministerpräsidenten Gerard Latortue am 24
März 2004 wurde abgesagt
Am 26
März 2004 beschloss der Karibikgipfel in St
die neue Regierung nicht anzuerkennen. [Bearbeiten]
Kitts einstimmig
Die Beziehungen zu den USA
Die Übergangsregierung wird definitiv von den USA unterstützt
Bei einem Besuch des US-Außenministers Collin Powell Anfang April 2004 vereinbarte man
ein mehrköpfiges Expertenteam nach Haiti entsenden
das die Übergangsregierung beraten soll
Zudem stellt Washington rund 50 Millionen Dollar für ein Infrastrukturprogramm zur Verfügung. [Bearbeiten]
Die Lage zur inneren Sicherheit
Kurz nach dem Sturz von Aristide kam es zu vereinzelten Übergriffen auf US-Soldaten Dabei wurden bis zum 10
März 2004 vier Haitianer getötet
Das Pentagon erklärte am 11
März 2004
man werde die Mission zur Befriedung Haitis ausweiten
Man plant ein rasches Handeln der im Land stationierten Marineinfanteristen
um die Gewalt unter der Bevölkerung zu stoppen
Diese ging auch zwei Wochen nach der Flucht von Aristide weiter
In Port-au-Prince kam es wieder zu Schießereien zwischen Anhängern des Ex-Präsidenten und Sicherheitskräften
Zuvor wurde eine Demonstration für Aristide mit Tränengas aufgelöst
Menschenrechtsgruppen kritisierten Ende März 2004 die schlechte Sicherheitslage im Norden Haitis
Die Organisation Human Rights Watch erklärte
würden unerlaubt von Kämpfern festgehalten
Anhänger des gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide und Journalisten
die auf seiner Seite gestanden hätten
Joanne Mariner
forderte eine Ausweitung des Einsatzes internationaler Truppen
Die Leiterin der Organisation
Schwere Vorwürfe artikulierte die Organisation auch an die Rebellen
nach ihrer Eroberung der Stadt Cap Haitien im Februar Menschen außergerichtlich hingerichtet zu haben
Sie werden verdächtigt
Die Menschen seien getötet und mit Zementblöcken sowie Metall beschwert ins Wasser geworfen worden
Nach einer ersten Kabinettssitzung der neuen Regierung am 24
März 2004 erwägt man nach dem Vorbild Südafrikas eine Wahrheitskommission einzurichten
um Gewalttäter aus der Vergangenheit zur Rechenschaft zu ziehen
Am 6
April 2004 wurde der frühere haitianische Innenminister Jocelerme Privert verhaftet
Der Politiker wird für ein Massaker an Oppositionellen während der Unruhen im Februar 2004 verantwortlich gemacht. [Bearbeiten]
Die humanitäre Lage
In einem dringenden Spendenappell der Vereinten Nationen an die internationale Gemeinschaft Anfang März 2004 bat man um Spenden für die acht Millionen Haitianer
35 Millionen Dollar seien für die humanitäre Hilfe notwendig
mit dem Geld könne man Haiti sechs Monate mit Medikamenten und Nahrungsmitteln versorgen
dass rund 1
5 Millionen Kinder und Jugendliche dringend humanitäre Hilfe brauchen
Das Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF teilte darüber hinaus mit
Viele seien seit langer Zeit unzureichend ernährt und besonders von Infektionskrankheiten bedroht
Die Lage im Norden Haitis verschlechtert sich unterdessen nach Angaben von Hilfsorganisationen täglich
Viele Orte dort hätten wegen der unsicheren Lage schon seit Wochen nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können
Babys sind nach Angaben von Ärzten die ersten Opfer
Zehn sollen in Monat März 2004 bereits wegen Unterernährung und Flüssigkeitsmangel gestorben sein. [Bearbeiten]
Weblinks
Haiti und die Grundsatzfrage - Ist Aristide entführt worden? Ein Artikel in Telepolis. (http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/16945/1.html) en:History of Haiti
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Geschichte Haitis
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