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Diskussion : Exponentialfunktion
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Impressum
Exponentialfunktion
Stichpunkte
Allgemein
Bild nicht gefunden Graph der Exponentialfunktion Die Exponentialfunktion ist eine der wichtigsten Funktionen der Mathematik
Man schreibt sie als exp (x) oder ex (wobei e die Eulersche Zahl ist)
Die Exponentialfunktion ist in der Differentialrechnung unentbehrlich. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Definition 2 Rechenregeln 3 Ableitung: die "natürliche" Bedeutung der Exponentialfunktion 4 Exponentialfunktion auf den komplexen Zahlen 5 Exponentialfunktion auf beliebigen Banachalgebren 6 Numerische Berechnungsmöglichkeiten 7 Hintergründe und Beweise 7.1 Motivation 7.2 Konvergenzbeweise 7.2.1 Konvergenz der Reihendarstellung 7.2.2 Konvergenz der Folgendarstellung 7.2.2.1 Beweis der Monotonie 7.2.2.2 Beweis der Beschränktheit 7.2.2.3 Funktionalgleichung 7.3 Ungleichungen 7.3.1 Abschätzung nach unten 7.3.2 Abschätzung nach oben 7.3.3 Ableitung der Exponentialfunktion 8 Weblinks [Bearbeiten]
Definition
Folgen und Reihen)
Man kann die Exponentialfunktion auf zwei Arten definieren: <math>exp(x) = sum_{n = 0}^{infty} {x^n over n!}<math> <math>exp(x) = lim_{n to infty} left( 1 + {x over n} right)^n<math> (siehe Limes
Das n! steht für "Fakultät von n". x kann eine beliebige reelle oder komplexe Zahl sein
Für reelle Argumente x ist die Exponentialfunktion exp(x) positiv und streng monoton wachsend
der für alle positiven reellen Zahlen x definiert ist
Deshalb existiert die Umkehrfunktion
der natürliche Logarithmus ln(x)
Daraus erklärt sich auch die Bezeichnung Antilogarithmus für die Exponentialfunktion. [Bearbeiten]
Rechenregeln
kann man mit ihrer Hilfe das Potenzieren auf reelle und komplexe Exponenten verallgemeinern
indem man defniert <math> a^x = exp{((ln{a}) x)} <math> für alle a > 0 und alle reellen oder komplexen x
Da die Exponentialfunktion die Funktionalgleichung <math>exp(x+y)=exp(x)exp(y)<math> erfüllt
Solche Funktionen heißen exponentiellen Funktionen und "verwandeln" Multiplikation in Addition
Genauer zeigen das die folgenden Gesetze: <math>a^0=1<math> <math>a^1=a<math> <math>a^{x+y}=a^x a^y<math> <math>a^{(xy)}=left(a^xright)^y<math> <math>frac{1}{a^x}=left(frac{1}{a}right)^x = a^{-x}<math> <math>a^x b^x=(a b)^x<math> Diese Gesetze gelten für alle positiven reellen a und b und alle reellen oder komplexen x
Ausdrücke mit Brüchen und Wurzeln können oft mit Hilfe der Exponentialfunktion vereinfacht werden: <math>frac{1}{a}=a^{-1}<math> <math>sqrt{a}=a^frac{1}{2}<math> <math>sqrt[n]{a}=a^frac{1}{n}<math> [Bearbeiten]
Ableitung: die "natürliche" Bedeutung der Exponentialfunktion
Die große Bedeutung der Exponentialfunktion leitet sich aus der Tatsache ab
dass ihre Ableitung wieder die Exponentialfunktion ist: exp'(x) = exp(x) Allgemeiner folgt für <math>a>0<math> aus <math> a^x = exp{((ln{a}) x)} <math> und der Kettenregel die Ableitung beliebiger exponentieller Funktionen: (d/dx) abx = ln(a) b abx. In dieser Formel kann der natürliche Logarithmus nicht durch einen Logarithmus zu einer anderen Basis ersetzt werden; die Zahl e kommt also in der Differentialrechnung auf "natürliche" Weise ins Spiel. [Bearbeiten]
Exponentialfunktion auf den komplexen Zahlen
Bild nicht gefunden Realanteil der komplexen Exponentialfunktion Bild nicht gefunden Imaginäranteil der komplexen Exponentialfunktion Wenn man die Exponentialfunktion auf den komplexen Zahlen definiert (über die gleichen Reihen)
behält sie folgende wichtige Eigenschaften: exp(z + w) = exp(z) exp(w) exp(0) = 1 exp(z) ≠0 exp'(z) = exp(z) für alle z und w
Die Exponentialfunktion ist holomorph und periodisch mit einer imaginären Periode 2πi
eine vielwertige Funktion ln(z)
Deshalb ist die Umkehrfunktion im Komplexen
der komplexe Logarithmus
Man kann auch hier eine allgemeine Potenz definieren: zw = exp(ln(z) w) für alle komplexen z und w
Das ist dann auch eine vielwertige Funktion
<math> e^z = coshleft(zright) + sinhleft(zright)<math>. Die Eulersche Formel ermöglicht auch die Interpretation der Polarkoordinatendarstellung eine komplexen Zahl <math>z<math> als deren natürlichen Logarithmus <math>ln(z)<math>. [Bearbeiten]
<math>cos(z) := frac{e^{iz} + e^{-iz}}{2}<math>
Die obigen Gesetze für Potenzen gelten weiterhin
<math>{rm cosh}(z) := frac{e^z + e^{-z}}{2}<math>
ebenso kann die Exponentialfunktion zur Definition der hyperbolischen Funktionen verwendet werden: <math>{rm sinh}(z) := frac{e^z - e^{-z}}{2}<math>
aber für vielwertige Funktionen. Über die Eulersche Formel <math> e^{i varphi} = cosleft(varphi right) + i sinleft( varphiright)<math> erzeugt die Exponentialfunktion die trigonometrischen Funktionen: <math>sin(z) := frac{e^{iz} - e^{-iz}}{2i}<math>
Exponentialfunktion auf beliebigen Banachalgebren
Die Exponentialfunktion lässt sich auf Banachalgebren verallgemeinern
Sie ist immer noch über die Reihe <math>exp(x) = sum_{n = 0}^{infty} {x^n over n!}<math> definiert
die für alle möglichen Werte absolut konvergiert
da die Multiplikation dort kommutativ ist.) Einige Rechenregeln dieser Art für die Exponentiale von linearen Operatoren auf einem Banachraum liefern die Baker-Campbell-Hausdorff-Formeln
die kommutieren
Die wesentliche Eigenschaft der reellen (und komplexen) Exponentialfunktion <math>exp(x+y) =exp(x) cdot exp(y) <math> ist in dieser Allgemeinheit allerdings nur noch gültig für Werte x und y
also für Werte mit xy = yx. (Dies ist in den reellen oder komplexen Zahlen natürlich immer erfüllt
Eine wichtige Anwendung dieser verallgemeinerten Exponentialfunktion findet sich beim Lösen von linearen Differentialgleichungen der Form y'=Ay mit konstanten Koeffizienten
In diesem Fall ist die Banachalgebra die Menge der nxn-Matrizen mit komplexen Einträgen
in welcher die Exponentialmatrix eine endliche Berechnungsvorschrift hat
Mittels der Jordanschen Normalform läßt sich eine Basis bzw. Ähnlichkeitstransformation finden
welche miteinander kommutieren
so dass C-1AC=D+N
wobei D eine Diagonalmatrix und N eine nilpotente Matrix sind
Genauer gesagt
man findet eine reguläre Matrix C
C^{-1}<math> Das Exponential einer Diagonalmatrix ist die Diagonalmatrix der Exponentiale
Es gilt damit <math>exp(tA)=Cexp(t(D+N))C^{-1}=Ce^{tD}sum_{k=0}^{n-1}frac{t^k}{k!}N^k
das Exponential der nilpotenten Matrix ist ein matrixwertiges Polynom mit einem Grad
der kleiner als die Dimension n der Matrix A ist. [Bearbeiten]
Numerische Berechnungsmöglichkeiten
Als fundamentale Funktion der Analysis wurde viel über Möglichkeiten zur effizienten Berechnung der Exponentialfunktion bis zu einer gewünschten Genauigkeit nachgedacht
Dabei wird stets die Berechnung auf die Berechnung der Exponentialfunktion in einer kleinen Umgebung der Null reduziert und mit dem Anfang der Potenzreihe gearbeitet
In der Analyse ist die durch die Reduktion notwendige Arbeitsgenauigkeit gegen die Anzahl der notwendigen Multiplikationen von Hochpräzisionsdaten abzuwägen
welche auf <math>e^x=1+sum_{k=1}^Nfrac{x^k}{k!}+frac{x^{N+1}}{(N+1)!}
Der Rest der N-ten Partialsumme hat eine einfache Abschätzung gegen die geometrische Reihe
r_n(x)<math> bei <math>|r_N(x)|
Hintergründe und Beweise
[Bearbeiten]
Motivation
Auf die Exponentialfunktion stößt man
wenn man versucht
das Potenzieren auf beliebige reelle Exponenten zu verallgemeinern
Man geht dabei von der Rechenregel <math>a^{x+y}=a^x a^y<math> aus und sucht daher eine Lösung der Funktionalgleichung <math>f(x+y)=f(x)f(y)<math> mit <math>f(1)=a<math>
so stößt man auf den Ausdruck <math>frac{{rm d}a^x}{{rm d}x}=lim_{hto 0}frac{a^{x+h}-a^x}{h}=a^xlim_{hto 0}frac{a^{h}-1}{h}<math>. Was bedeutet nun <math>lim_{hto 0}frac{a^{h}-1}{h}<math>? Nennt man diesen Grenzwert <math>ln a<math>
dass eine Lösung tatsächlich existiert und berechnet deren Ableitung
<math>ln a<math> muss dann also der Logarithmus zur Basis <math>e<math> sein) nach der Kettenregel formal <math>frac{{rm d}e^x}{{rm d}x}=frac{{rm d}a^{frac{x}{ln a}}}{{rm d}x}=a^{frac{x}{ln a}}frac{1}{ln a}lim_{hto 0}frac{a^{h}-1}{h}=a^{frac{x}{ln a}}=e^x<math>. <math>e<math> erfüllt dann vermutlich <math>lim_{hto 0}frac{e^{h}-1}{h}=1<math>. Wie kann man diese Zahl <math>e<math> berechnen? Setzt man rein formal <math>h=1/n<math> und löst die Gleichung <math>frac{e^{1/n}-1}{1/n}=1<math>
Nimmt man nun zunächst einmal an
so gilt für die durch <math>e:=a^{frac{1}{ln a}}<math> definierte Zahl <math>e<math> (bzw. <math>a=e^{ln a}<math>
dann erhält man <math>e=left(1+frac{1}{n}right)^n<math>
Für die Zahl <math>e:=lim_{ntoinfty}left(1+frac{1}{n}right)^n<math> ist also zu vermuten
dass <math>lim_{hto 0}frac{e^{h}-1}{h}=1<math> bzw. <math>frac{{rm d}e^x}{{rm d}x}=e^x<math> gilt
also die eine Definition der Exponentialfunktion
Für <math>e^x<math> erhält man mit <math>m=nx<math> auch rein formal die Darstellung <math>e^x=lim_{ntoinfty}left(1+frac{1}{n}right)^{nx}=lim_{mtoinfty}left(1+frac{x}{m}right)^m<math>
Alternativ kann man auch versuchen
die Funktion <math>frac{{rm d}e^x}{{rm d}x}=e^x<math> in eine Taylorreihe zu entwickeln
also <math>f^{(n)}(0) = 1<math>
erhält man für die Talyorreihe an der Stelle 0 <math>e^x=sum_{n = 0}^{infty} {x^n over n!}<math>
also genau die andere Definition der Exponentialfunktion
Da per Induktion auch <math>frac{{rm d}^n e^x}{left({rm d}xright)^n}=e^x<math> gelten muss
In weitere Folge ist dann zu zeigen
dass die so definierte Exponentialfunktion tatsächlich die gewünschten Eigenschaften hat. [Bearbeiten]
Konvergenzbeweise
[Bearbeiten]
Konvergenz der Reihendarstellung
Die Konvergenz der für die Definiton der Exponentialfunktion verwendeten Reihe <math>exp(x) = sum_{n = 0}^{infty} {x^n over n!}<math> lässt sich einfach mit dem Quotientenkriterium zeigen; daraus folgt sogar absolute Konvergenz. [Bearbeiten]
Konvergenz der Folgendarstellung
da sie erstens ab einem gewissen Index monoton steigend und zweitens nach oben beschränkt ist. [Bearbeiten]
Die für die Definiton der Exponentialfunktion verwendeten Folge <math>exp(x) = lim_{n to infty} left( 1 + {x over n} right)^n<math> ist für reelle <math>x<math> konvergent
Beweis der Monotonie
die Folge ist daher für fast alle <math>n<math> monoton steigend. [Bearbeiten]
Aus der Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel folgt für <math>n>left|xright|<math> <math>sqrt[n+1]{left(1+frac{x}{n}right)^ncdot 1}leqfrac{1}{n+1}left(nleft(1+frac{x}{n}right)+1right)=1+frac{x}{n+1}<math>
Beweis der Beschränktheit
Aus der Ungleichung vom harmonischen und geometrischen Mittel folgt für <math>n>left|xright|<math> <math>sqrt[n+1]{left(1+frac{x}{n-x}right)^ncdot 1}=sqrt[n+1]{left(frac{n}{n-x}right)^ncdot 1}geq frac{n+1}{1+nfrac{n-x}{n}}=1+frac{x}{n+1-x}<math>. Für <math>xgeq 0<math> und <math>n_0>x<math> ist die Folge daher für alle <math>ngeq n_0<math> beschränkt: <math>left(1+frac{x}{n}right)^n leq left(1+frac{x}{n-x}right)^nleq left(1+frac{x}{n_0-x}right)^{n_0}<math>. Für <math>xleq 0<math> und <math>n>left|xright|<math> gilt offensichtlich die Schranke <math>left(1+frac{x}{n}right)^n leq 1.<math> [Bearbeiten]
Funktionalgleichung
Da <math>left(1+frac{x}{n}right)^n<math> und <math>left(1+frac{y}{n}right)^n<math> konvergieren
konvergiert auch deren Produkt <math>left(1+frac{x}{n}right)^n left(1+frac{y}{n}right)^n= left(1+frac{x+y}{n}+frac{xy}{n^2}right)^n=left(1+frac{x+y}{n}right)^nleft(1+frac{xy}{n^2+n(x+y)}right)^n<math>. Ist nun <math>xy0<math> erhält man aus der einfach zu zeigenden Ungleichung <math>1+ule frac{1}{1-u}<math> für <math>u
Ungleichungen
[Bearbeiten]
Abschätzung nach unten
Für reelle <math>x<math> lässt sich die Exponentialfunktion mit <math>exp(x)> 0<math> nach unten abschätzen
Der Beweis ergibt sich aus der Definition <math>exp(x) = lim_{n to infty} left( 1 + {x over n} right)^n<math> und der Tatsache
dass <math> 1 + {x over n}> 0<math> für hinreichend große <math>n<math>
Da die Folge monoton wachsend ist
ist der Grenzwert daher echt größer Null
Diese Abschätzung lässt sich zur wichtigen Ungleichung <math>exp(x)geq 1+x <math> verschärfen
für <math>xgeq -1<math> ergibt sich der Beweis beispielsweise
Für <math>xleq-1<math> folgt sie aus <math>exp(x)geq 0<math>
indem man die Bernoullische Ungleichung auf die Definition <math>exp(x) = lim_{n to infty} left( 1 + {x over n} right)^n<math> anwendet
Eine Anwendung dieser Ungleichung ist der Polya-Beweis der Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel
benötigt der Polya-Beweis Herleitungen der Exponentialfunktion
die ohne Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel auskommen. [Bearbeiten]
Allerdings erleichtert die Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel die Untersuchung der Folge <math>left( 1 + {x over n} right)^n<math> sehr; um daher einen Zirkelschluss zu vermeiden
Abschätzung nach oben
Aus der einfach zu zeigenden Ungleichung <math>1+ule frac{1}{1-u}<math> für <math>u
Ableitung der Exponentialfunktion
Die wichtigste Anwendung dieser beiden Abschätzungen ist die Berechnung der Ableitung der Exponentialfunktion an der Stelle 0: <math>1=lim_{hto 0}frac{1+h-1}{h}lelim_{hto 0}frac{exp(h)-1}{h}lelim_{hto 0}frac{frac{1}{1-h}-1}{h}=lim_{hto 0}frac{1}{1-h}=1<math>. Gemeinsam mit der Funktionalgleichung <math>exp(x+y)=exp(x)exp(y)<math> folgt daraus die Ableitung der Exponentialfunktion für beliebige reelle Zahlen: <math>exp'(x)=lim_{hto 0}frac{exp(x+h)-exp(x)}{h}=exp(x)lim_{hto 0}frac{exp(h)-1}{h}=exp(x).<math> [Bearbeiten]
Weblinks
http://planetmath.org/encyclopedia/ExponentialFunction.html auf Englisch da:Eksponentialfunktion en:Exponential function es:Función exponencial fr:Exponentielle he:×¤×•× ×§×¦×™×” מעריכית ja:指数関数 ko:지수함수 nl:Exponentiële functie pl:Funkcja wykÅ‚adnicza pt:Função Exponencial ru:ПоказательнаÑ? функциÑ? su:Exponential function
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
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