Weber hat keinesfalls als erster eine wertfreie Wissenschaft gefordert! Da waren seit der frühen Neuzeit andere dran, ganz mächtige Bahnbrecher waren z. B. die Naturwissenschafter. Weber wollte eine nicht wertende Soziologie. Auch da war er nicht der erste (Tönnies, Pareto u. a. m.!). Bitte, diesen Satz richtigstellen!
nicht sehr hilfreich, diese Antwort. Hoch auf einem Baum 23:26, 5. Mai 2004 (CEST)
Hallo Nerd, das ist zwar ein nettes und treffendes Zitat (wenn es denn eines ist), aber ich finde es nicht gut, einen Enzyklopädieartikel mit so etwas zu eröffnen. Eine Person auf ein Zitat zu reduzieren, das muss einfach POV werden. Wie man hier sehr gut sieht: dir ist wohl Webers Analyse des Mentalität des Kapitalismus an seinem Werk am wichtigsten, und daher hast du ein Zitat zur protestantischen Arbeitsethik vorangestellt. Jemand anders ist vielleicht *beispielausderluftgreif* mehr an seinen Ausführugen zu Gesinnungs- und Verantwortungsethik interessiert und hätte lieber ein Zitat aus Politik als Beruf. Etc. Ich weiß natürlich, dass das bei Büchern und Veröffentlichungen im geisteswissenschaftlichen Bereich manchmal gemacht wird, aber da wird dann eben auch eine bestimmte Position vertreten bzw. es interessiert ein bestimmter Aspekt der zitierten Person.
Warum erweiterst du nicht erst mal den Artikel selber um die Dinge, die dir anscheinend wichtig sind (Kapitalismus/Arbeitsethik - bisher steht darüber praktisch nichts drin) ? grüße, Hoch auf einem Baum 23:26, 5. Mai 2004 (CEST)
\"~Eine Person auf ein Zitat zu reduzieren, das muss einfach POV werden.\" Das der ganze Artikel sich auf die Person bezieht, wird hier nix reduziert. Da Problem, was an der Person zitatmäßig wichtig ist, und was nicht ist IMHO nicht zugespitzer, als was in den Artikel selber reingehört und was nicht. Ich halte das für einen zulässige Verknappung und Verknappung geschieht im Artikel nozwendigerweise auch. --^^~ 10:16, 6. Mai 2004 (CEST)
du hast natürlich recht damit, dass ein Artikel auch durch Verknappung entsteht. aber weil der halt nicht nur aus einem Satz besteht ( = kein ganz so scharfe Zuspitzung darstellt), kann man da nach bewährter NPOV-Manier alle wichtigen Standpunkte/Perspektiven unterbringen. Vielleicht hätte ich deutlicher betonen sollen, was ich meinte: Eine Person auf ein Zitat zu reduzieren, das muss einfach POV werden. Mit der jetzigen Lösung (Extra-Abschnitt für Zitate) bin ich einverstanden. Schön wäre es trotzdem, wenn du die Referenz noch dazuschreiben könntest. grüße, Hoch auf einem Baum 14:31, 6. Mai 2004 (CEST)
Hab oben die ISBM angegeben.--^^~ 09:44, 10. Jun 2004 (CEST)
Weber hat nicht eine wertfreie Wissenschaft gefordert, sondern eine nicht wertende. Ohne Werte hätte die Soziologie einen wichtigen Gegenstand verloren.
Zitate
Das Zitat, welches Cornischong als "unbelegt" rausgenommen hat, ist definitiv von Max Weber, erschienen in "Soziologische Grundbegriffe", Kapitel "II. Begriff des sozialen Handelns", Anfang "§ 16"; allerdings hat Bello die Kommata falsch gesetzt. Richtig heißt es: "Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eignen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht." (und weiter: "Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden ....")
Im Original ist Macht kursiv gedruckt, um anzudeuten, wie vorsichtig Weber mit diesem Wort umgeht. Es ist keine Erkenntnis was Macht ist, sondern eine Definition, um weiter mit dem Begriff Macht arbeiten zu können. Daher könnte ich auch damit leben, wenn das Zitat nicht im Artikel erscheint.
Soky 07:38, 18. Jan 2005 (CET)
Der okzidentale Kapitalismus
Hallo.
Ich finde den Satz "Eine der Grundfragen Webers war, warum der Kapitalismus nur im Okzident (der westlichen Hemisphäre) entstanden ist." sehr unglücklich. Weber hat gegenüber seinen Kritkern selbst immer wieder mit wachsender Frustration darauf hingewiesen, dass es in der "Protestantischen Ethik" nicht um die Entstehung des Kapitalismus geht. Er stellt mehrfach klar, dass es (im alten Ägypten, in den - katholischen - oberitalienischen Städten des 16. /17. Jahrhunderts usw.) bereits ausgeprägte kapitalistische Strukturen gab und dass der Protestantismus lediglich einen Einfluss auf die okzidentale Entwicklung darstellt. Es würde eine starke Fehleinschätzung der Bedeutung des Werks darstellen, das so stehen zu lassen.
Ich wäre für etwas wie "Eine der Grundfragen Webers war, wo die Gründe für die spezifischen Eigenarten des Kapitalismus im Okzident (der westlichen Hemisphäre) liegen." Finde das aber nicht so gut formuliert. Kann mir da vielleicht jemand helfen?
Vielen Dank,
Tom
Richtig Tom, in dem Artikel über das Buch Die protestantische Ethik und der \"Geist\" des Kapitalismus steht folgendes:
Die besondere Eigenart des okzidentalen und, innerhalb dieses, des modernen okzidentalen, Rationalismus zu erkennen und ihre Erstehung zu erklären, ist sein Interesse. Für den Aufsatz den wir besprechen, war ihm ein wichtiger Einzelpunkt von Interesse: "der Bedingung der Entstehung einer Wirtschaftsgesinnung: des Ethos einer Wirtschaftsform, durch bestimmte religiöse Glaubensinhalte, und zwar an dem Beispiel der Zusammenhänge des modernen Wirtschaftsethos mit der rationalen Ethik des asketischen Protestantismus." (Bd1, S.21)
"Eine der Grundfragen Webers war, warum der Kapitalismus sich im Okzident (der westlichen Hemisphäre) so entwickelt hat." könnte eine Alternative sein.--Ot 19:11, 28. Jan 2005 (CET)