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Burg
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Dieser Artikel behandelt befestigte Wohnanlagen des Mittelalters
Für weitere Bedeutungen siehe Burg (Begriffsklärung). Bild nicht gefunden Nürnberger Burg
2004 Als Burg wird ein verteidigungsfähiger Bau bezeichnet
In Europa wird darunter überwiegend ein bewehrter Wohnsitz eines Adligen im Mittelalter verstanden. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Geschichtliche Entwicklung 1.1 Vorläufer der mittelalterlichen Burg 1.2 Burgen im frühen Mittelalter 1.3 Hoch- und Spätmittelalter 1.4 Das Ende des Burgenbaus 1.5 Nachfolger 2 Lage 3 Wichtige bauliche Elemente 4 Siehe auch 5 Literatur 6 Weblinks [Bearbeiten]
Geschichtliche Entwicklung
[Bearbeiten]
Vorläufer der mittelalterlichen Burg
Bild nicht gefunden Slawenburg Raddusch (bei Lübbenau) - Rekonstruktion Befestigte Anlagen wurden seit dem Neolithikum errichtet und sind aus nahezu allen ur- und frühgeschichtlichen Perioden bekannt
Erde und Stein erbaut und sind heute als sogenannte Burgwälle erhalten
die zumeist als Bodendenkmal unter Schutz stehen
Die Befestigungen waren zumeist aus Holz
Im Römischen Reich bezeichnete man die Burgen als Kastell. [Bearbeiten]
Burgen im frühen Mittelalter
Im Frühmittelalter kamen die Burgen als Wehrbauten wieder auf
Im Fränkischen Reich setzte der Burgenbau spätestens in der Karolingerzeit wieder ein
Zur gleichen Zeit
das heißt im späten 8. und im 9
Jahrhundert begannen auch die Slawen mit dem Bau von Burgen. [Bearbeiten]
Hoch- und Spätmittelalter
Bild nicht gefunden Burg Kriebstein (Sachsen) Bild nicht gefunden Alcazaba von Antequera (Andalusien) Die Blütezeit des Burgenbaus war das Hoch- und Spätmittelalter
Aus dieser Zeit stammt der größte Teil der heute erhaltenen Burgen und Burgruinen
weshalb er zu den Königsrechten (Regalien) zählte
Der Burgenbau gehörte aufgrund der schwachen Infrastruktur des mittelalterlichen Europas zu den wichtigsten Mitteln der Machtausübung
Manche Herrscher ließen Zwingburgen in aufrührerischen Gebieten errichten
Waren die Könige der meisten europäischen Länder stark auf den Erhalt ihres Vorrechts zum Burgenbau bedacht
ging dieses Recht im Heiligen Römischen Reich während des Spätmittelalters auf die Territorialfürsten über
Die Rheinstrecke von Mainz bis Bonn ist wohl das bekannteste Beispiel einer deutschen Burgenlandschaft
In dem Umland einer Burg galt der so genannte Burgfriede
der Fehden streng untersagte
zu baulichen Tätigkeiten und der Verteidigung der Burg beizutragen
Durch den Burgbann war die im Einzugsbereich einer Burg lebende Bevölkerung dazu verpflichtet
Im Spätmittelalter wurden viele Burgen aufgrund des Niedergangs des Rittertums zum Stützpunkt von so genannten Raubrittern. [Bearbeiten]
Das Ende des Burgenbaus
Die mittelalterliche Burg verlor ihren Zweck mit dem Aufkommen von Kanonen
welche die Burgmauern mit ihren Geschossen durchschlagen konnten
jedoch waren Kanonen wesentlich leichter zu transportieren und zu handhaben
Zwar war dies vorher auch schon mit manchen Belagerungsmaschinen möglich
Als Reaktion darauf verstärkte man seit dem 14
Jahrhundert die Burgmauern oftmals mit einer Erdaufschüttung und versah die Burg mit relativ niedrigen
massiven Rondellen
Diese Maßnahmen stellten keine ausreichende Antwort auf die Bedrohung durch Geschütze dar
Den Übergang in die Neuzeit mit ihren von Feuerwaffen getragenen Kriegen machten die Burgen nur in Ausnahmefällen mit
Sie mussten dafür komplett umgebaut und bastioniert werden
damit sie den mauerbrechenden Kanonen standhalten konnten
das Marburger Schloss oder der Munot in Schaffhausen
Beispiele für eine derartige Modifikation sind die Bielefelder Sparrenburg
In den meisten Fällen wurde auf die Umwandlung von Burgen zu Artilleriefestungen verzichtet
zumal viele Burgen mit ihren hohen Gebäuden ein leichtes Ziel für Mörser darstellten
Die Wohnfunktion der Burgen wurde von den Schlössern übernommen
die nicht zu Schlössern umgebaut oder anderweitig
genutzt wurden
Zahlreiche Burgen
verfielen und wurden zur Ruine. [Bearbeiten]
beispielsweise als Domäne
Nachfolger
Auch die neuzeitlichen Festungen hatten zunächst eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Burg. Der Schaffhauser Munot in der Schweiz ist dafür ein gutes Beispiel
Im 19
Jahrhundert (Romantik) entstand eine Mittelalter-Sehnsucht
dass man Schlösser im Stil alter Burgen baute
die dazu führte
Beispiele hierfür sind Schloss Neuschwanstein und die Burg Hohenzollern
Auch im Nationalsozialismus wurde mit dem Bau von sogenannten Ordensburgen wie Sonthofen oder Vogelsang beziehungsweise dem Umbau von bestehenden Anlagen wie der Wewelsburg auf den Mythos der mittelalterlichen Burg Bezug genommen. [Bearbeiten]
Lage
Kennzeichnend für eine Burg war ihre Überhöhung über das umgebende Gelände sowie der kontrollierte Zugang zur Burg
Im Gebirgsraum errichtete man Höhenburgen auf Bergspornen
an Hängen und häufig auf schwer zugänglichen Berghöhen
Im Flachland wurden dagegen auf künstlichen Erdanhäufungen mit umlaufender Mauer und umgebendem Wassergraben
sogenannte Motten
angelegt
Im Mittelgebirgsraum kommen sowohl Höhen- und Wasserburgen vor
wobei letztere in erster Linie von Angehörigen des niederen Adels (sog. kleine Herrschaftsträger) angelegt worden sind. [Bearbeiten]
Wichtige bauliche Elemente
der entweder als Wohnturm
im angelsächsischen Raum "Keep" und in Frankreich "Donjon" genannt
oder als Bergfried ausgeprägt war
Bild nicht gefunden Cadolzburg Der bis heute augenfälligste Bestandteil einer mittelalterlichen Burg ist der Turm
der nicht für eine dauerhafte Wohnnutzung vorgesehen war
Als Bergfried wird in der deutschsprachigen Burgenliteratur der Hauptturm einer Burganlage bezeichnet
sondern in erster Linie Wehr- und Statusfunktionen übernahm
sind bekannt (siehe beispielsweise auf der Neuenburg (Freyburg))
Auch Türme
die beide Funktionen - Wohnen und Verteidigung - vereinigen
Häufig wurde der Hauptturm durch weitere Türme insbesondere an den Toren sowie Mauer- und Flankierungstürme ergänzt
Verhau) umgeben
Wall und anderen Annäherungshindernissen (Gebück
Hecke
Die Burg war von einer Mauer und weiteren Befestigungen wie Graben
Bei den Mauern wird je nach Höhe und Ausprägung zwischen Ringmauer
Mantelmauer und Schildmauer unterschieden
Von einzelnen Vorläufern abgesehen wurde ab dem 13. und 14
Jahrhundert der Umfassungsmauer häufig eine Zwingermauer vorgelegt
Das Gelände innerhalb der Burg wurde durch zahlreiche und verschiedenartige Gebäude genutzt und gegliedert
wobei sich weitere verteidigungsfähige Abschnitte ergeben konnten
kommt der Wohnarchitektur zu
die von der älteren Forschung jedoch häufig unterschätzt wurde
Eine zentrale Rolle
Das Hauptgebäude einer hochmittelalterlichen Burg (10. bis 12
Bauphase 1)
"Saalgeschosshaus" beziehungsweise allgemein als "Wohnbau" bezeichnet (Bsp.: Marburger Schloss
Jahrhundert) wird in der Forschung als "Festes Haus"
Seine Funktion wurde in jüngerer Zeit häufig durch den Wohnturm übernommen (Bsp.: Marburger Schloss
Bauphase 2
Neuenburg (Freyburg))
der im 14
Jahrhundert eine zweite Blütezeit erlebte
Aus dem früh- und hochmittelalterlichen "Saalbau" entwickelte sich im 12
dessen genaue Definition jedoch in der Burgenforschung noch stark umstritten ist
Jahrhundert die Spezialform des Palas
In enger Verbindung mit den Wohnbauten standen sakral genutze Räume oder Gebäude wie Burgkirchen und Burgkapellen (s.a
Kemenate)
Werkzeuge und Waffen
Backhäuser oder Ställe sowie Lageräume für Vorräte
Neben den zumeist sehr repräsentativen Wohnbauten gab es insbesondere in den Vorburgen noch weitere Wohn- und Wirtschaftbauten wie Werkstätten
Nahrungsmittel
Eine besondere Herausforderung stellte bei den Höhenburgen die Wasserversorgung dar
Sie wurde zumeist über Zisternen gesichert
in die das von den Dächern der Gebäude herablaufende Regenwasser eingeleitet wurde
die beträchtliche Tiefen erreichen konnten (Bsp.: der 176 m tief in den Fels getriebene Brunnen der Reichsburg Kyffhausen). [Bearbeiten]
Zumeist erst im späten Mittelalter wurden Brunnen angelegt
Siehe auch
Zitadelle
Hochmotte Schloss Liste der Burgen und Schlösser Liste von Festungen Liste historischer Orte in Sachsen Ordensburg Wasserschloss Wallburg Zingel Zwinger [Bearbeiten]
Kastell
Festung
Motte
Pfalz
Burgvogt Burgenland
Literatur
Wörterbuch der Burgen
Schlösser und Festungen; Stuttgart 2004 (ISBN 3150105471) Thomas Biller
Die Adelsburg in Deutschland
Horst Wolfgang Böhme (Hg.)
Entstehung
Gestalt
Bedeutung; München (Dt
Kunstvlg.) 1998 (ISBN 3422060936) dersiehe unten Georg Ulrich Großmann
Burg und Schloss
Nr
Der Adelssitz im deutschsprachigen Raum; Regensburg 2002 (ISBN 3795413257) Kritische Rezension (http://www.sehepunkte.historicum.net/2003/04/1847.html) von Heiko Laß in: sehepunkte 3 (2003)
4 (15.04.2003) H
Burg
Stadt
Brachmann (Hg)
Burgstadt
Die Burg
Zur Genese mittelalterlicher nichtagrarischer Zentren; (=FGKöM 86)
1994 ders.
1994 Burgen in Mitteleuropa
Ein kulturgeschichtliches Phänomen; (=VBurgVer B 2)
Stuttgart 1999 (ISBN 3806213550) W.G
Ein Handbuch; hg. v. der Deutschen Burgenvereinigung e.V.
1994 Th
Busse (Hg.)
Burg und Schloss als Lebensorte in Mittelalter und Renaissance; (=StHum 26)
Kastellurgen des 13
Durdik
Jahrhunderts in Mitteleuropa; 1994 H
Motte und Donjon
Hinz
Zur Frühgeschichte der mittelalterlichen Adelsurg; (=ZAMA Beih 1); 1981 F.-W
Krahe
Burg des deutschen Mittelalters
Grundriss-Lexikon; 1996 O
Burgenkunde
Piper
Bauwesen und Geschichte der Burg; 3.Aufl
1912
Neudr
1996 Joachim Zeune
Burgen - Symbole der Macht
Ein neues Bild der mittelalterlichen Burg; 2
Aufl
Regensburg (Pustet) 1997 (ISBN 3791715011) Zeitschriften: Burgen und Schlösser
Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege; hg. v
(Vorgänger: Der Burgwart) (ISSN 0007-6201) Schriftenreihen: Burgen
Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa; hg. v. d
Einrichtung der Deutschen Burgenvereinigung
seit 1960
Europäischen Burgeninstitut
Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern; Regensburg 1999 ff. (ISBN 3-795412161 ff.) (populärwissenschaftliche Führer zu einzelnen Burgen) Forschungen zu Burgen und Schlössern; hg. v. d
Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern; München u
Berlin 1994 ff. (ISSN 0947-9708) (Wissenschaftliche Aufsatzbände zu den Jahrestagungen der Gesellschaft) Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung e.V. mit mehreren Unterreihen (http://www.deutsche-burgen.org/open_8.html)
ISBN 3806211345. [Bearbeiten]
Zentrale Funktionen der Burg (Braubach 2001)
ISBN 3927558079; Hartmut Hofrichter (Hrsg.)
Die Burg - ein kulturgeschichtliches Phänomen (Stuttgart 1994)
Hier vor allem zu nennen: Barbara Schock-Werner / Hartmut Hofrichter (Hrsg.)
Weblinks
Marksburg
mit Landesgruppen in allen deutschen Bundesländern und einer großen Zahl Links auf der Webseite (http://www.deutsche-burgen.org/) Datenbank über Burgen und Burgruinen (http://www.burginfo.de/) Webseite von und für Freunde von Burgen
Vorlage:Commons2 Artikel im HLS (Schweiz) (http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D24640.html) Artikel in AEIOU (Österreich) (http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.b/b948093.htm) Internationale Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern (http://www.wartburg-gesellschaft.de) Deutsche Burgenvereinigung e.V.
Festungen und anderen Wehrbauten (http://www.burgenwelt.de/) Burgen der Schweiz
Datenbank mit vielen Fotos und Informationen (http://www.schweizer-burgen.com/) Schweizer Burgen (http://www.burgen.ch/) Allgemeines zum Thema Burgen und Burgen in Tirol (http://www.tibs.at/burgen/) http://free.freespeech.org/agp/ ca:Castell cy:Castell da:Borg en:Castle es:Castillo et:Linnus fr:Château fort is:Kastali it:Castello ja:城 nl:Burcht pl:Zamek (architektura) ru:Замок (Ñ?троение) sv:Borg (befäst byggnad)
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