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Diskussion : Brauner Zwerg
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Brauner Zwerg
Stichpunkte
Allgemein
Ein Brauner Zwerg ist ein kompaktes astronomisches Objekt
das mit einer Masse zwischen 13 und 75 Jupitermassen eine Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnimmt
Gleiches gilt für die im Inneren ablaufenden Prozesse
rechts: Hubble Space Telescope (NASA) Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
links: Entdeckung am Palomar Observatorium
Braune Zwerge sind massereicher als planetare Gasriesen und masseärmer als stellare Rote Zwergsterne. Bild nicht gefunden Gliese 229B (jeweils Bildmitte)
"Verbergen") 1 Abgrenzung 2 Entstehung 3 Eigenschaften Brauner Zwerge 3.1 Temperaturtransport 3.2 Größe 3.3 Spektralklassen 4 Häufigkeit der Braunen Zwerge 4.1 Nachweismethoden 4.1.1 Lithiumtest 4.2 Verteilung 4.2.1 Sternhaufen 4.2.2 Sternentstehungsgebiete 4.2.3 Doppelsysteme 4.2.4 Isolierte Braune Zwerge 5 Altersbestimmung junger Sternhaufen 6 Geschichte 7 Literatur 8 Weblinks [Bearbeiten]
Abgrenzung
die zumindest für einen Teil der Sternlebenszeit der Gravitationskraft entgegenwirkt und damit den Aufbau stabilisiert
Der charakterisierende Prozess für einen Stern ist eine stabile Kernfusion von Wasserstoff im Inneren
Durch die gravitative Kontraktion während der Entwicklung erhöht sich im Kernbereich die Dichte
und durch die adiabatische Kompression die Temperatur
setzt die Wasserstofffusion ein
Steigt die Kerntemperatur über 3 Millionen Kelvin
Diese Mindesttemperatur wird bei einer ähnlichen Zusammensetzung wie der unserer Sonne bei einer Masse von etwa 0
07 Sonnenmassen bzw
75 Jupitermassen (ca
ab dieser Mindestmasse entsteht ein Stern
0.139˙1030 kg) erreicht
Die Massengrenze ist jedoch von der Metallizität abhängig und liegt für eine Metallizität von 0
bei etwa 90 Jupitermassen
dass heißt bei Objekten aus der Anfangsphase des Universums
Als Braune Zwerge werden Objekte eingestuft
die unter dieser Grenze liegen
die bereits bei niedrigeren Temperaturen ablaufen als die Wasserstofffusion
In Braunen Zwergen finden jedoch trotzdem Fusionsprozesse statt
da es einige Fusionsreaktionen gibt
bei der ab etwa 65 Jupitermassen bzw
Dies sind im Wesentlichen die Lithiumfusion
und die Deuteriumfusion
Kerntemperaturen über 2 Millionen Kelvin ein 7Lithiumkern mit einem Proton reagiert
bei der ab etwa 13 Jupitermassen ein Deuteriumkern und ein Proton zu einem 3Heliumkern verschmelzen
Seit Ende des 20
das heißt man nennt alle Objekte Braune Zwerge
der Massengrenze für die Deuteriumfusion
mit Ausnahme der Wasserstofffusion
ablaufen. Die Massenuntergrenze liegt bei dieser Definition bei etwa 13 Jupitermassen
in denen Fusionsprozesse
Jahrhunderts wird zur genaueren Definition der Braunen Zwerge meist das Fusionskriterium angewandt
Objekte mit einer geringeren Masse nennt man Planeten
die wie die Sterne durch Kontraktion einer Gaswolke entstehen
in denen aber keine Wasserstofffusion einsetzt - im Gegensatz zu den Planeten
da vor allem die Entstehungsgeschichte der leichteren Objekte
nur mit sehr hohem Aufwand geklärt werden kann
die in den Akkretionsscheiben der Sterne entstehen. Diese Definition ist jedoch sehr problematisch
wenn überhaupt
In den ersten Untersuchungen zu Braunen Zwergen wurde das Entstehungskriterium angewandt: man nannte alle Objekte Braune Zwerge
aber es wird Anfang des 21
Das Fusionskriterium wird zwar noch nicht allgemein verwendet
Jahrhunderts deutlich häufiger verwendet als das Entstehungskriterium
das eigentlich nur noch von einigen älteren Pionieren dieses Forschungsgebiets angewandt wird
die wahrscheinlich weniger als 13 Jupitermassen aufweisen und nicht Teil eines Planetensystems sind
sondern sich frei um das Zentrum der Milchstraße bewegen
Die Definition der Braunen Zwerge über das Fusionskriterium hat auch Auswirkungen auf die Definition der Planeten. Zum einen wurden Objekte gefunden
mit hohen Exzentritäten und geringen Abständen vom Zentralgestirn Bahnparameter auf
wird die neue Bezeichnung Planemo (planetary mass object) für diese Objekte vorgeschlagen. Zum anderen weisen viele Exoplaneten neben großen Massen
Da über die Herkunft dieser Objekte nichts bekannt ist
die man eher von einem stellaren Begleiter als von Planeten erwarten würde. Tatsächlich wird mindestens ein Exoplanet auch als Kandidat für einen Braunen Zwerg eingestuft
die teilweise sogar im Bereich der Braunen Zwerge liegen könnten
Bei den Objekten unter 13 Jupitermassen ist jedoch noch keine einheitliche Benennung absehbar. [Bearbeiten]
Entstehung
dass die Masse des entstehenden Körpers nicht zur Wasserstofffusion ausreicht. Sie beginnen ihre Entwicklung als Teil eines Mehrfachsystems in einer Globule
mit dem einzigen Unterschied
Der Entstehungsprozess der Braunen Zwerge ist bisher noch nicht eindeutig geklärt
im Wesentlichen bestehen jedoch fünf Möglichkeiten: Sie werden nach denselben Mechanismen aus einer Gaswolke gebildet wie die Sterne
bevor diese Objekte ausreichend Masse für die Wasserstofffusion anreichern konnten. Enge Begegnungen mit anderen Sternen in einem jungen Sternhaufen kann die Akkretionsscheibe zerstören
und werden in einem späteren Entwicklungsstadium aus dem Planetensystem herausgeschleudert. In jungen massereichen Sternhaufen kann die ionisierende Strahlung massiver O- und B-Sterne die protostellaren Akkretionsscheiben zerstören
bevor sie die nötige Masse zur Zündung der Wasserstofffusion erreichen. Sie entstehen ähnlich wie Planeten in einer protoplanetaren Scheibe
die typisch für junge Sterne ist
bei dreien konnte zusätzlich eine Akkretionsscheibe nachgewiesen werden
Sie werden jedoch aus dem System herausgeschleudert
wurden 34 Braune Zwerge gefunden
bevor das Wasserstofffusionslimit erreicht ist. In der Sternentstehungsregion Chamaeleon I
die erst wenige Millionen Jahre alt ist
ist ein weiterer Beleg für die gleiche Entstehungsgeschichte zumindest eines Teils der Braunen Zwerge. [Bearbeiten]
Der Nachweis einer T-Tauri-Phase bei mehreren Braunen Zwergen
die bisher nur bei jungen Sternen auf ihrem Weg zur Hauptreihe bekannt war
Eigenschaften Brauner Zwerge
bei der die Wasserstofffusionsprozesse sprunghaft einsetzen
NASA) Für sehr leichte Zwergsterne stellt sich im Kern unabhängig von der Masse eine Gleichgewichtstemperatur von etwa 3 Millionen Kelvin ein
Braune Zwerge weisen eine vergleichbare Elementzusammensetzung auf wie Sterne
nur in Akkretionsscheiben entstandene Braune Zwerge hätten möglicherweise einen Gesteinskern; für diesen Entstehungsweg gibt es aber bisher noch keine Belege. Bild nicht gefunden Junge Braune Zwerge sind bei der Beobachtung kaum von Sternen zu unterscheiden: Der etwa 12 Millionen Jahre alte Braune Zwerg TWA 5B (oben) auf einer Röntgenaufnahme (Chandra
das heißt
desto höher ist die Dichte im Kern
Die Konstanz der Temperatur bedeutet eine annähernde Proportionalität zwischen Masse und Radius
je geringer die Masse
der durch eine teilweise Entartung der Elektronen aufgrund des Pauli-Prinzips hervorgerufen wird und zu einer geringeren Aufheizung des Kerns führt
Bei steigender Kerndichte üben die Elektronen einen zusätzlichen Gegendruck gegen die gravitative Kontraktion aus
dass die notwendigen Temperaturen zur Wasserstofffusion nicht mehr erreicht werden und ein Brauner Zwerg entsteht
Dies führt bei der Metallizität ähnlich zur Sonne bei weniger als etwa 75 Jupitermassen dazu
Da weder der Verlauf der Degeneration der Elektronen noch die Eigenschaften der leichtesten Sterne in allen Aspekten verstanden sind
neuere Rechnungen liegen im Bereich von 72 bis 75 Jupitermassen
variieren die Literaturwerte zwischen 70 und 78
Neutronensterne und Schwarze Löcher auch kompakte Objekte
Aufgrund der quantenmechanischen Entartung der Elektronen nennt man die Braunen Zwerge
ebenso wie Weiße Zwerge
Die Fusionsprozesse liefern zwar bei jungen Braunen Zwergen einen Beitrag zur Energiebilanz
sie sind jedoch in keiner Entwicklungsphase mit dem Beitrag der Gravitationsenergie vergleichbar
Dies führt dazu
dass Braune Zwerge bereits gegen Ende der Akkretionsphase abzukühlen beginnen
die Fusionsprozesse verlangsamen diesen Prozess nur für etwa 10 bis 50 Millionen Jahre. [Bearbeiten]
Temperaturtransport
Bei Braunen Zwergen bildet sich
im Gegensatz zu den schwereren Sternen keine Schalenstruktur aus
3 Sonnenmassen
wie auch bei Sternen mit weniger als 0
Sie sind vollständig konvektiv
das heißt es findet ein Materietransport vom Kern bis zur Oberfläche statt
der zu einer vollständigen Durchmischung führt und die Temperaturverteilung im gesamten Inneren bestimmt
Untersuchungen der Methanzwerge wie z.B
dass bei älteren
Gliese 229B legen allerdings die Vermutung nahe
kühleren Braunen Zwergen diese Konvektionszone nicht mehr bis zur Oberfläche reicht und sich stattdessen möglicherweise eine den Gasriesen ähnliche Atmosphäre ausbildet. [Bearbeiten]
Größe
erst unterhalb der Massengrenze der Braunen Zwerge verliert die Degeneration an Bedeutung und es stellt sich bei konstanter Dichte eine Massenabhängigkeit von R ~ M+1/3 ein
Bild nicht gefunden schematischer Größenvergleich zwischen Sonne
Braunem Zwerg
NASA) Die Entartung der Elektronen führt zu einer Massenabhängigkeit des Radius Brauner Zwerge von R ~ M-1/3
Jupiter und Erde (v.l.
der in etwa dem Jupiterradius entspricht
Die schwache reziproke Massenabhängigkeit der Braunen Zwerge führt zu einem über den gesamten Massenbereich annähernd konstanten Radius
wobei die leichteren Braunen Zwerge größer sind als die schwereren. [Bearbeiten]
Spektralklassen
sind im engeren Sinne nicht auf Braune Zwerge anwendbar
Die Spektralklassen
da es sich nicht um Sterne handelt
die für Sterne definiert sind
Bei Temperaturen über 1800 bis 2000 K fallen sie bei der Beobachtung jedoch in den Bereich der L- und M-Sterne
da die optischen Eigenschaften nur von der Temperatur und der Zusammensetzung abhängen
Man wendet die Spektralklassen deshalb auch auf Braune Zwerge an
wobei diese allerdings keine direkte Aussage über die Masse
sondern nur über die Kombination von Masse und Alter liefert
leichtere Braune Zwerge starten bereits bei einem späteren Typ
Ein schwerer junger Brauner Zwerg startet im mittleren M-Bereich bei etwa 2900 K und durchläuft alle späteren M- und L-Typen
es liegt aber vermutlich zwischen L2 und L4
d.h. bei Temperaturen unter 1800 bis 2000 K
Das untere Ende der Hauptsequenz ist nicht genau bekannt
Bei späteren
kühleren Typen handelt es sich mit Sicherheit um Braune Zwerge
Für die kühleren Braunen Zwerge wie z.B
die mit Temperaturen unter etwa 1450 K nicht mehr auf Sterne anwendbar ist
Gliese 229B mit einer Temperatur von etwa 950 K wurde mit dem T-Typ eine weitere Spektralklasse eingeführt
Da das Spektrum in diesem Temperaturbereich vor allem von starken Methanlinien geprägt ist
nennt man Braune Zwerge vom T-Typ meist Methanzwerge
weist bei einer Temperatur von 600 bis 750 K als T9-Zwerg bereits Abweichungen von den anderen T-Zwergen auf
so dass bei der Entdeckung kühlerer Objekte sehr wahrscheinlich eine weitere Spektralklasse eingeführt werden muss
Der derzeit kühlste Braune Zwerg
2MASS J0415-0935
Vor 2MASS J0415-0935 galt Gliese 570D mit etwa 800 K als kühlster bekannter Brauner Zwerg. [Bearbeiten]
Häufigkeit der Braunen Zwerge
die stellare Anfangsmassenfunktion bzw
Es gibt eine einfache Massenfunktion zur Beschreibung der relativen Anzahl von sternähnlichen Objekten bezüglich ihrer Masse
Initial Mass Function oder kurz IMF
Diese Massenfunktion sollte sich unverändert in den Bereich der schwereren Braunen Zwerge fortsetzen
dass heißt die Wolke kann nicht "wissen"
da zumindest die Anfangsphase des Sternentstehungsprozesses mit dem Kollabieren einer Gaswolke unabhängig von der Art des entstehenden Objekts ist
ob am Ende ein Stern oder ein Brauner Zwerg entsteht
und zum anderen nicht viel über die Mindestmassen der Objekte bekannt ist
da zum einen auch die anderen Entstehungsprozesse (siehe Abschnitt Entstehung) einen Beitrag liefern könnten
Diese Massenfunktion wird jedoch im Bereich der leichteren Braunen Zwerge Abweichungen zeigen
die bei Sternentstehungsprozessen entstehen können
Eine genaue Bestimmung der Häufigkeit bzw. der Massenfunktion der Braunen Zwerge ist deshalb nicht nur für die Entstehungsprozesse der Braunen Zwerge wichtig
sondern trägt auch zum Verständnis der Sternentstehungsprozesse im allgemeinen bei
vor allem bei den Sterndurchmusterungen 2MASS (2 Micron All Sky Survey)
DENIS (DEep Near Infrared Sky survey) und SDSS (Sloan Digital Sky Survey) sowie bei intensiven Durchmusterungen von Offenen Sternhaufen und Sternentstehungsgebieten. [Bearbeiten]
Seit der Entdeckung von Gliese 229B wurden mehrere hundert Braune Zwerge gefunden
Nachweismethoden
in frühen Entwicklungsstadien sind sie zudem leicht mit Roten Zwergen zu verwechseln
Braune Zwerge haben eine sehr niedrige Leuchtkraft und sind deshalb schwer zu beobachten
Für den eindeutigen Nachweis von Braunen Zwergen bestehen mehrere Möglichkeiten: Leuchtkraft In Braunen Zwergen spielen Fusionsprozesse bei der Energiefreisetzung nur eine untergeordnete Rolle
die Leuchtkraft dieser Objekte nimmt deshalb im Laufe der Entwicklung ab
Liegt die gemessene Leuchtkraft unter der der leichtesten Sterne
die dem 10-4-fachen der Sonnenleuchtkraft entspricht
dann kann es sich nur um einen Braunen Zwerg handeln
Die Leuchtkraft ist allerdings nur dann als Kriterium anwendbar
wenn die Entfernung bekannt ist
wie z.B. in Sternhaufen
bei den meisten gefundenen Kandidaten konnte später eine falsche Entfernungsbestimmung nachgewiesen werden. Temperatur Der Leuchtkraft L kann über das Stefan-Boltzmann-Gesetz eine effektive Oberflächentemperatur Teff zugeordnet werden mit Teff ~ L-4
Diese Methode wurde bei den ersten Anläufen zum Nachweis Brauner Zwerge in den 1980ern angewandt und hat sich als sehr unzuverlässig erwiesen
die sich jedoch deutlich weniger ändert als die Leuchtkraft
Die Temperatur kann jedoch sehr leicht aus dem Spektrum des Objekts bestimmt werden
eine Situation
kann es sich nur um Braune Zwerge handeln. Masse Bei Doppelsystemen mit einem Braunen Zwerg kann man die Masse über die Vermessung der Bewegung um den gemeinsamen Schwerpunkt bestimmen
wie sie ähnliche auch bei Exoplaneten besteht
auch wenn der Braune Zwerg selbst nicht beobachtet werden kann
Ist die gemessene Temperatur signifikant niedriger als die Minimaltemperatur von etwa 1800 K bei Sternen
junge Braune Zwerge an der oberen Massegrenze nachzuweisen. Methan In der Atmosphäre Brauner Zwerge können sich komplexere Moleküle
vor allem Methan
Die direkte Bestimmung der Masse ist die einzige Möglichkeit
bilden
Da dies in Sternatmosphären nicht möglich ist
kann durch den Nachweis von Methan in den Spektren eindeutig auf einen Braunen Zwerg geschlossen werden
Es handelt sich dann um einen alten und kühlen Braunen Zwerg vom T-Typ. Lithium Der Nachweis von neutralem Lithium im Spektrum bietet eine sehr gute Möglichkeit
Braune Zwerge zu identifizieren und ist in einem sehr weiten Bereich anwendbar
Der Lithiumtest wurde 1992 von Rafael Rebolo vorgeschlagen und von Gibor Basri 1996 erstmals angewandt. [Bearbeiten]
Lithiumtest
Bei Massen von mehr als 65 Jupitermassen wird 7Lithium in 4Helium umgesetzt
Durch diesen Prozess ist bei sehr leichten Sternen der Lithiumvorrat nach etwa 50 Millionen Jahren aufgebraucht
bei Braunen Zwergen verlängert sich diese Zeitspanne auf bis zu 250 Millionen Jahre
Da leichte Sterne genau wie Braune Zwerge vollständig konvektiv sind
nimmt die Lithiumhäufigkeit im Gegensatz zu schwereren Sternen wie z.B. der Sonne nicht nur im Fusionsbereich des Kerns ab
sondern kann direkt an der Oberfläche beobachtet werden
zum anderen ist bei älteren Braunen Zwergen mit Massen von mehr als 65 Jupitermassen kein Lithium mehr nachweisbar
Der Lithiumnachweis allein liefert aber kein eindeutiges Ergebnis
zum einen ist Lithium auch in sehr jungen Sternen nachweisbar
Kann man jedoch in einem sternähnlichen Objekt mit einer Temperatur von weniger als 2800 K ausgeprägte 7Lithium-Linien nachweisen
handelt es sich eindeutig um einen Braunen Zwerg
Die Linien des neutralen Lithiums liegen zudem im roten Spektralbereich und sind deshalb auch mit irdischen Teleskopen sehr gut zu untersuchen
Durch die gute Nachweisbarkeit hat sich diese Methode als Standard zum Nachweis Brauner Zwerge etabliert. [Bearbeiten]
Verteilung
[Bearbeiten]
Sternhaufen
Es wurden bereits viele Braune Zwerge in jungen Sternhaufen wie z.B. den Plejaden nachgewiesen
aber es ist bisher noch kein Haufen komplett durchsucht worden
Zudem sind in diesen Bereichen viele weitere Kandidaten bekannt
deren Zugehörigkeit zu den Braunen Zwergen bzw. dem Sternhaufen selbst noch nicht geklärt sind
Erste Analysen sind im Rahmen der Fehlerabschätzung mit der stellaren Massenfunktion vereinbar
jedoch gibt es teilweise starke Abweichungen
Es ist noch zu früh
um daraus eindeutig auf eine veränderte Massenfunktion im Bereich der Braunen Zwerge zu schließen. [Bearbeiten]
Sternentstehungsgebiete
ein weiteres Problem in diesen Regionen ist der hohe Staubanteil
der durch hohe Extinktionsraten die Beobachtung erschwert
In Sternentstehungsgebieten gestaltet sich der Nachweis Brauner Zwerge sehr schwierig
da sie sich aufgrund ihres geringen Alters und der damit verbundenen hohen Temperatur nur wenig von leichten Sternen unterscheiden
Die hier angewendeten Methoden sind stark modellabhängig
deshalb sind erst sehr wenige Kandidaten zweifelsfrei als Braune Zwerge bestätigt
sind jedoch noch mit hohen Fehlern behaftet. [Bearbeiten]
Die bisher abgeleiteten Massenfunktionen weichen zum großen Teil sehr stark von der stellaren Massenfunktion ab
Doppelsysteme
Bei Systemen mit Braunen Zwergen bietet sich nach ersten Ergebnissen der Sterndurchmusterungen folgendes Bild: Bei vollständigen Durchmusterungen der F- bis M0-Sterne in der Sonnenumgebung wurden nur einige Braune Zwerge in engen Doppelsystemen mit einem Abstand von weniger als drei Astronomischen Einheiten (AE) gefunden
während diese Abstände bei 13 Prozent der Doppelsternsysteme auftreten; diese Beobachtung wird in der Literatur meist als Brown Dwarf Desert beschrieben
haben einen weiteren Braunen Zwerg als Begleiter
gilt ein grundlegender Unterschied zwischen den beiden Systemen F-M0-Stern/Brauner Zwerg und L-Zwerg/Brauner Zwerg als sicher
es wurden jedoch keine Doppelsysteme mit einem Abstand von mehr als 20 AE gefunden. Obwohl die Zahlenwerte der Ergebnisse noch sehr unsicher sind
bei denen es sich vermutlich zum großen Teil um Braune Zwerge handelt
Bei sehr weiten Abständen über 1000 AE scheint allerdings kein Unterschied zwischen stellaren Begleitern und Braunen Zwergen zu bestehen
diese Folgerung beruht jedoch auf einer Hochrechnung sehr weniger Beobachtungen und ist deshalb noch sehr unsicher. Etwa 20 Prozent der L-Zwerge
vor allem die Anhänger der "verstoßenen Sternembryos"
dass heißt der Entstehung in einem Mehrfachsystem und dem Hinauskatapultieren in einer frühen Entwicklungsphase
betrachten diese Verteilungen als natürliche Konsequenz dieser Theorie. [Bearbeiten]
Die Ursachen liegen vermutlich im Entstehungsprozess der Braunen Zwerge
Isolierte Braune Zwerge
obwohl die Durchmusterungen noch nicht abgeschlossen sind
Die 2MASS- und DENIS-Durchmusterungen haben bereits hunderte von Braunen Zwergen gefunden
dass sich die stellare Massenfunktion sehr weit in den Bereich der Braunen Zwerge fortsetzt
Erste Analysen deuten darauf hin
scheint also sehr eng mit den Sternentstehungsprozessen zusammenzuhängen
Der Entstehungsprozess der Braunen Zwerge
die deshalb vermutlich auch die Population der Braunen Zwerge mit erklären müssen. [Bearbeiten]
mit Ausnahme der sehr leichten
Altersbestimmung junger Sternhaufen
Der Lithiumtest liefert für Sternhaufen als "Nebeneffekt" eine Massengrenze bis zu der Lithium nachgewiesen werden kann
die lithium depletion boundary genannt wird
Mit dieser Masse kann man das Alter des Haufens bestimmen
da diese Massengrenze sonst konstant bei 65 Jupitermassen liegt
wenn der Haufen jünger als etwa 250 Millionen Jahre ist
Diese Methode funktioniert jedoch nur
Auf diese Weise hat man 1999 das Alter der Plejaden um mehr als 50 Prozent auf etwa 125 Millionen Jahre nach oben korrigiert
Vergleichbare Korrekturen erfolgten in der Folge für weitere Sternhaufen
unter anderem für α Perseus und IC 2391
Obwohl Braune Zwerge in größeren Entfernungen nur schwer nachweisbar sein werden und der Lithiumtest nur bei sehr jungen Haufen zur Altersbestimmung anwendbar ist
ermöglicht diese Methode trotzdem eine sehr gute Eichung anderer Datierungsmethoden (siehe Hauptreihen-Cutoff). [Bearbeiten]
Geschichte
der Name Brauner Zwerg wurde jedoch erst 1975 durch Jill Tarter vorgeschlagen
dass beim Entstehungsprozess der Sterne auch Objekte entstehen könnten
die aufgrund ihrer niedrigen Masse nicht die zur Wasserstofffusion erforderliche Temperatur erreichen
Shiv Kumar stellte 1963 erstmals Überlegungen an
aber der Begriff Roter Zwerg war schon für die leichtesten Sterne vergeben
da auch Braune Zwerge rot erscheinen
Der Name ist zwar im eigentlichen Sinne nicht richtig
diese hypothetischen Körper zu finden
aber erst 1995 wurde mit Gliese 229B der erste Braune Zwerg zweifelsfrei nachgewiesen
In den 1980ern wurden verschiedene Anläufe unternommen
die eine bessere Unterscheidung zu schwach leuchtenden Sternen ermöglichten
zum anderen wurden aber auch die theoretischen Modelle verbessert
Entscheidend hierfür waren zum einen deutliche Fortschritte in der Empfindlichkeit der Teleskope
Innerhalb weniger Jahre wurden mehrere hundert Braune Zwerge nachgewiesen
die Anzahl weiterer möglicher Kandidaten liegt ebenfalls in dieser Größenordnung
Die sonnennächsten Braunen Zwerge (Anfang 2004) bilden das Epsilon Indi B-Doppelsystem in 11
8 Lichtjahren Entfernung
bereits heute viel zu unserem Wissen und Verständnis des Universums beigetragen
hat aber
vergleichbar der Öffnung neuer Beobachtungsfenster oder der Entdeckung anderer neuer Effekte
Die Untersuchung der Braunen Zwerge steht noch am Anfang
Siehe auch: Portal Astronomie - Astronomie [Bearbeiten]
Literatur
Ben R
S
Oppenheimer
RK
John RS
ulkarni
tauffer: Brown DwarfsI
University of Arizona Press
Tucson 1999 (PDF (http://xxx.arxiv.org/pdf/astro-ph/9812091)) - (gute
n: Protostars and Planets IV
sehr umfangreiche Übersicht des Wissensstandes von 1998) Shiv SK
and Discoveries (1958-2002)I
Observations
Calculations
umar: The Bottom of the Main Sequence and Beyond: Speculations
VolX
n: ASP Conference Series
XX
2002 (PDF (http://xxx.arxiv.org/pdf/astro-ph/0208096)) - (Ausführliche Schilderung über die wissenschaftliche Akzeptanz in den 1960ern) Gilles Chabrier: The Physics of Brown DwarfsI
S1
1998
n: J.Phys.Condens.Matter 10
Cathie Clarke: The Formation of Brown Dwarfs as Ejected Stellar EmbryosI
1263 (PDF (http://xxx.arxiv.org/pdf/astro-ph/9902015)) - (physikalische Theorie der Braunen Zwerge
sehr formellastig) Bo Reipurth
Gibor Basri: Evidence for a T Tauri Phase in Young Brown DwarfsI
n: Astronomical Journal (?) (PDF (http://xxx.arxiv.org/pdf/astro-ph/0103019)) - (Grundlagen und Diskussion dieses Entstehungsmodells) Ray Jayawardhana
Subhanjoy Mohanti
n: Astrophys.J5
S2
2003
92
82-287 (PDF (http://xxx.arxiv.org/pdf/astro-ph/0303565)) [Bearbeiten]
Weblinks
Brown Dwarfs (engl.) (http://astron.berkeley.edu/~basri/bdwarfs) - Linksammlung von Gibor Basri M dwarfs
L dwarfs and T dwarfs (engl.) (http://www-int.stsci.edu/~inr/ldwarf.html) Was sind braune Zwerge (Real Video) (http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=000409.rm) - Alpha Centauri Beurteilung: Dieser Artikel ist in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen worden. bg:КафÑ?во джудже da:Brun dværg (astronomi) en:Brown dwarf es:Enana marrón fi:Ruskea kääpiö fr:Naine brune hu:Barna törpe it:Nana bruna ja:è¤?色矮星 nl:Bruine dwerg sv:Brun dvärg
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