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Diskussion : Art (Biologie)
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Art (Biologie)
Stichpunkte
Allgemein
deren Individuen auf Grund von Vererbung Ähnlichkeiten in Bau- und Leistungsmerkmalen aufweisen
Eine Art besteht aus mindestens einer Population
Sie sind in diesen Merkmalen von Individuen anderer Arten unterscheidbar
Für die Systematik ist Art eine Ebene in der Hierarchie des klassifikatorischen Systems der Lebewesen
Rassen
oder Formen bestehen
Hier können Arten in verschiedene Unterarten
Varietäten
Der Art übergeordnet ist das Taxon Gattung
Das Fremdwort für den Begriff Art ist Spezies (von lat. species
die Art). Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Morphologisches (typologisches) Artkonzept 2 Chronologisches Artkonzept 3 Biologisches (populationsgenetisches) Artkonzept 4 Phylogenetisches (evolutionäres) Artkonzept 5 Physiologische Definition bei Bakterien 6 Art als Taxon 7 Geschichtliche Entwicklung des Artbegriffes 8 Zitate 9 Literatur 10 Weblinks 11 Siehe auch: [Bearbeiten]
Morphologisches (typologisches) Artkonzept
die sich bezüglich morphologischer Merkmale eindeutig voneinander unterscheiden lassen
Arten sind Gruppen von Organismen
Eine Population wird derjenigen Art zugerechnet
deren Typusbeschreibung mindestens 75 % der Individuen entsprechen. Eine auf Grund dieses Konzepts definierte Art wird als Morphospezies bezeichnet
wenn man der Meinung ist
Hauptprobleme dieses Konzepts: künstliche Einengung der Variationsbreite auf einen abstrakten Typus Subjektivität: Beispiel Paläontologie: Ein Fund von Fossilien zweier Individuen in der gleichen Fundschicht
unterscheiden sich stark voneinander: Sie können jetzt zwei verschiedenen Arten zugeordnet werden
dass sie stark genug von einem morphologischen Typus abweichen
also praktisch zeitgleich lebend
Sie können aber auch der gleichen Art zugeordnet werden
wenn man der Meinung ist
lassen sich aber nicht vollständig beseitigen
angenommen werden kann. Die Unterschiede können aber auch auf einen deutlichen Sexualdimorphismus (Unterschiede in der Erscheinung der Männchen und Weibchen) innerhalb einer Art zurückzuführen sein. Diese Probleme werden mit zunehmender Zahl der Funde und damit Kenntnis der tatsächlichen Variationsbreite geringer
dass in dieser Art auch eine größere Variationsbreite
die die Funde mit einschließt
physiologische
biochemische und molekulare Merkmale zur Bestimmung heranziehen. [Bearbeiten]
Bei rezenten Lebewesen lassen sich neben den morphologischen Merkmalen auch anatomische
Chronologisches Artkonzept
wenn praktisch lückenlose Fundsequenzen vorliegen. [Bearbeiten]
deren Individuen innerhalb einer bestimmten morphologischen Variationsbreite liegen. Dieses Konzept ist dann gut anwendbar
Auch diese Konzept findet vorwiegend in der Paläontologie Anwendung und ist letztlich nur eine Erweiterung des morphologischen Artkonzeptes um den Faktor Zeit: Eine Art wird durch eine Sequenz zeitlich aufeinander folgende Populationen charakterisiert
Biologisches (populationsgenetisches) Artkonzept
siehe Biologische Evolution) isoliert ist
Eine Art (Biospezies) besteht aus mindestens einer Population
deren Genpool gegen andere Populationen generativ durch Fortpflanzungsisolation (reproduktive Isolation
Angehörige einer Art sind abgesehen von geschlechtspezifischen Merkmalen morphologisch oder physiologisch nicht unterscheidbar und können unter natürlichen Bedingungen fruchtbare Junge erzeugen
werden durch die Definition nicht erfasst. Individuen
als zu einer anderen Art gehörend angesehen werden. Arten
die sich ja mit den rezenten Generationen nicht mehr kreuzen können
die sich nur ungeschlechtlich vermehren
gehören damit zu verschiedenen Arten. Löwe und Tiger sind kreuzbar (sog. "hybride Katzen": Liger und Tigon) und haben unter Umständen fruchtbare Nachkommen
müssten frühere Generationen einer Art
die eine besondere Nische in der Natur einnimmt. Beispiele: Pferd und Esel sind zwar kreuzbar
haben aber keine fruchtbaren Nachkommen
leben aber in verschiedenen Verbreitungsgebieten
die sich in einer Population nicht fortpflanzen können (zum Beispiel Arbeiterinnen bei Ameisen oder Bienen) werden ebenfalls nicht erfasst. [Bearbeiten]
Ernst Mayr 1969: Eine Art ist eine reproduktive Gemeinschaft von Populationen (reproduktiv isoliert von anderen)
lassen sich morphologisch voneinander abgrenzen und gehören damit zu verschiedenen Arten. Problematik: Da auch die Zeit eine reproduktive Barriere darstellt
Phylogenetisches (evolutionäres) Artkonzept
Diese Artkonzept schließt das biologische mit ein. Eine Art ist eine Abstammungsgemeinschaft aus einer bis vielen Populationen in einer bestimmten Zeitspanne
morphologische
Eine Art beginnt nach einer Artspaltung und endet wenn alle Individuen dieser Art
die durch geografische
ohne Nachkommen zu hinterlassen
genetische oder ökologische Barrieren bewirkt wird
aussterben oder wenn aus dieser Art durch Artspaltung zwei neue Arten entstehen. Eine Artspaltung ist gekennzeichnet durch die (natürliche) reproduktive Isolation von Teilpopulationen
Phylogenetische Anagenese ist die Veränderung einer Art im Zeitraum zwischen zwei Artspaltungen
also während ihrer Existenz
dies erfolgt aber auf der Grundlage einer Verwandtschaftsanalyse
Fossilien können zwar auch hier nur auf Grund morphologischer Merkmale einer Art zugeordnet werden
dem Instrumentarium der phylogenetischen Systematik und nicht auf Grund einer Zuordnung zu einem abstrakten Typus oder Bauplan
In phylogenetischen Bäumen werden die meist anhand eines oder mehrerer Gene ermittelten Verwandtschaftsbeziehungen zwischen verschiedenen Arten dargestellt. [Bearbeiten]
Physiologische Definition bei Bakterien
Bakterien zeigen nur wenige morphologische Unterscheidungsmerkmale und weisen praktische keine Rekombinationsschranken auf
Deshalb wird der Stoffwechsel als Unterscheidungskriterium von Stämmen herangezogen. Diese Artkonzepte werden in der Biologie noch immer heftig diskutiert
Ihre Verwendung in der wissenschaftlichen Praxis hängt zumeist von der biologischen Teildisziplin und vom Forschungsgegenstand ab. [Bearbeiten]
Art als
Taxon
Der wissenschaftliche Name einer Art (traditionell meist lateinischen oder griechischen Ursprungs) setzt sich nach der so genannten binären Nomenklatur aus dem Gattungsnamen (groß geschrieben) und dem Artnamen (klein geschrieben) zusammen
Er wird im Text gewöhnlich kursiv gesetzt oder alternativ unterstrichen
wenn dem Gattungs- und Artname noch die Autoren beigefügt werden
Völlig korrekt im wissenschaftlichen Sinne wird der Artname erst dann
die die Art als erstes beschrieben haben
Diese Regel sollte in wissenschaftlichen Publikationen immer dann befolgt werden
wenn keine bibliografische Referenz zur Artbeschreibung erfolgt
Um Druckraum zu sparen werden die Autorennamen meist abgekürzt
beispielsweise "L." steht für Linné. Beispiel: Shiitake Lentinula edodes (Berk.) Pegler M
JB
DP
erkeley hat die Art zuerst beschrieben
egler hat sie in das heute gültige System eingeordnet [Bearbeiten]
Geschichtliche Entwicklung des Artbegriffes
Die Entwicklung des Artbegriffs ist eng mit der Entwicklung der Vorstellung von der Veränderlichkeit der Arten verknüpft: Der Beginn der wissenschaftlichen Klassifizierung der Lebewesen liegt im 18
der die Fortpflanzungsorgane (zum Beispiel Blüten) als wesentliche Merkmale nahm
Jahrhundert bei Carl von Linné
Standardexemplare jeder Art zu identifizieren
Er ging (bewusst oder unbewusst) von einem idealisierten Artenbegriff aus: Nach dem Verständnis seiner Zeit stellte eine Art eine unveränderliche Einheit dar
und Linné versuchte
Die natürlich vorkommende Variabilität verstand er als Abweichungen oder Abartigkeiten
Im Verlauf des 19
dass die Arten im Laufe ihrer Naturgeschichte Änderungen durchmachen
Jahrhunderts verdichteten sich die Beobachtungen
Charles Darwins Evolutionstheorie konnte diese Beobachtungen zusammenfassend erklären
Jedes Individuum vererbt die eigenen Merkmale an die Nachkommen
Variationen innerhalb von Populationen sind hierin keine Abweichungen von einer (ideellen) Norm sondern zum Überleben der Art notwendig
und somit ihre Merkmale nicht weitergeben. Damit wurde die gemeinsame Abstammung zum wesentlichen Merkmal der Bestimmung einer Art
Individuen mit ungeeigneten Merkmalen werden durch Selektion im Mittel weniger Nachkommen haben
Eine Folgerung aus der Theorie von Darwin ist
dass alles Leben auf der Erde von einer (oder einer Gruppe von) primitiven Organismen abstammen muss
Daher ist nicht die Tatsache der gemeinsamen Abstammung
sondern der Verwandtschaftsgrad ausschlaggebend für die Definition einer Art
Eine zweite Folgerung ist
dass eine Art nur zu einem bestimmten Zeitpunkt wohldefiniert ist
die heute als zwei Arten aufgefasst werden
In der Vergangenheit können zwei Populationen
eine Art gewesen sein
dass der Eisbär sich vor einigen 10.000 bis wenigen 100.000 Jahren von einer in Sibirien lebenden Population des Braunbären abgespaltet hat
Beispielsweise geht man davon aus
In der Zukunft mag sich eine heutige Art in mehrere aufspalten. [Bearbeiten]
Zitate
wie man eine Art als systematische Einheit
also als Taxon
umschreiben soll
alles andere sind Definitionen
"Es gibt nur zwei Art-Konzepte
und das biologische Artkonzept
das eine Art als etwas beschreibt
die potenziell fortpflanzungsfähige Nachkommen mit einander zeugen können
was sich deutlich äußerlich von anderen Lebewesen unterscheidet
Die beiden Konzepte sind das typologische Artkonzept
was Arten als Gemeinschaften von Individuen bezeichnet
Andere Artkonzepte gibt es nicht." Ernst Mayr "Bakterien haben keine Arten
Netzeitung: Was dann? Mayr: Das überlasse ich den Mikrobiologen
Das verstehen die ja selber noch nicht
Bakterien und Archaebakterien jeweils unter einander sowieso
Archaebakterien zum Beispiel tauschen Gene mit Bakterien aus
Muss man also alle Bakterien als große Fortpflanzungsgemeinschaft
also als eine Art bezeichnen? Bakterien haben keine Arten
Die ersten Arten
die es gibt
sind schon Eukaryonten
weiß ich auch nicht." Ernst Mayr [Bearbeiten]
Warum man einen Zellkern braucht
um eine Art sein zu können
Literatur
Animal Species and Evolution (1963; deutsch: Artbegriff und Evolution
aber unscharf definiert
1967) Werner Kunz: Was ist eine Art? In der Praxis bewährt
Biologie in unserer Zeit 32(1)
S
ISSN 0045-205X [Bearbeiten]
10 - 19 (2002)
Weblinks
http://www.abi-bayern.de/bio/evol1.htm http://www.sandhai.de/ [Bearbeiten]
Siehe auch:
Evolutionstheorie
Artbildung
Taxonomie da:Art en:Species eo:Specio es:Especie et:Liik (bioloogia) fi:Laji (biologia) fr:Espèce hu:Faj it:Specie ja:種 (生物) la:Species nds:Oort (Biologie) nl:Soort no:Art pl:Gatunek (biologia) pt:Espécie sv:Art zh:� (生物)
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Art (Biologie)
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