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Diskussion : Arianischer Streit
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Arianischer Streit
Stichpunkte
Allgemein
die leidenschaftlich geführten Auseinandersetzungen zwischen Trinitariern und Arianern
Der Arianische Streit
dominierte die Kirchengeschichte im 4
Jahrhundert
Diese Spaltung entstand nur wenige Jahre nach Kaiser Konstantins Toleranzedikt von Mailand von 313
das den Christen erstmals freie Religionsausübung zusicherte
die allgemeine Bevölkerung war dabei ebenfalls sehr engagiert
Es handelte sich dabei nicht um einen Streit unter Theologen
Dabei stand die Mehrheit der Bischöfe auf der Seite der Arianer
während das Volk mehrheitlich auf der trinitarischen Seite war
sondern vielfach auch oder sogar wesentlich auf politischer Ebene ab
Der Streit spielte sich nicht nur auf theologischer
Im Wesentlichen sind drei Phasen zu unterscheiden: die Entwicklung des Streits vor dem Konzil von Nicäa etwa 318-325 die Reaktion der Arianer 325 bis etwa 361 der Wiederaufschwung der Trinitarier bis ihrem Sieg am 1
"Verbergen") 1 Personenüberblick: 1.1 Kaiser (inkl
Konzil von Konstantinopel 381 Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Regierungszeit) 1.2 Bischöfe und Priester (mit Amtszeiten) 2 Verlauf 2.1 Entwicklung bis zum Konzil von Nicäa 2.2 Das Konzil von Nicäa 2.3 Die Reaktion der Arianer 2.4 Wiederaufschwung der Trinitarier 2.5 Das Konzil von Konstantinopel 3 Literatur [Bearbeiten]
Personenüberblick:
hier eine Orientierungstabelle. [Bearbeiten]
Da die beteiligten Herrscher und Bischöfe oft ähnliche oder gleiche Namen aber unterschiedliche Ansichten haben
Kaiser (inkl. Regierungszeit)
Schwester von Konstantin
Arianisch Schwankend/neutral Trinitarisch Konstantia
Sohn von Konstantin I.
(337 - 350) Julian Apostata
(361 - 363) Jovian (363) Valens (364 - 378) Valentinian I. (364 - 375) Valentinian II. (375 - 392) vertreten durch Mutter Justina Gratian (367 - 383) Theodosius I. (379 - 395) [Bearbeiten]
(337 - 361) Konstantin II.
Frau von Licinius Konstantin der Große (306 - 337) Konstantius II.
(337 - 340) Konstans
Bischöfe und Priester (mit Amtszeiten)
Konstantinopel (380) Gregor von Nazianz
Rom (366-384) Basilius von Caesarea
Palästina (†341) Athanasius von Alexandria
Rom (314-335) Alexander von Konstantinopel
Alexandria (327-373) Hilarius von Poitiers (350-367) Wulfila (340-383) Macedonius
Rom (352-366) Eudoxius von Antiochia
Konstantinopel (370-379) Damasus I.
Konstantinopel (342-346) Julius I.
Mailand (374-397) [Bearbeiten]
Konstantinopel (360-370) Demophilus
Konstantinopel (†337)p Eusebius von Nikomedia
Arianisch Schwankend/neutral Trinitarisch Arius
Rom Liberius
Alexandria (†345) Eusebius von Caesarea
Caesarea (370-378) Maxentius
Konstantinopel (†341) Gregor von Kappadozien
Alexandria (356-361) Felix II.
Alexandria (†327) Silvester I.
Konstantinopel (380-381) Ambrosius von Mailand
Priester (†336) Alexander von Alexandria
Rom Georg von Kappadozien
Verlauf
[Bearbeiten]
Entwicklung bis zum Konzil von Nicäa
Der arianische Streit begann 318 oder 319 in Alexandria während einer informellen Diskussion über die Dreieinigkeit
die der Bischof Alexander mit seinen Ältesten führte
wirft dem Bischof in der Diskussion Sabellianismus vor (Sabellianismus sieht Gott als eine Person
belegt sie mit einigen Bibelversen
Arius
die sich auf dreifache Weise manifestiert) und erklärt dagegen seine Meinung: es gab eine Zeit
Einer der Ältesten
da Jesus nicht war und aus dem Nichts ist er geschaffen
energisch
Gegen diese Lehre wehrt sich ein junger Diakon des Bischofs
Athanasius
er kämpft für die Erlösung
Ihm geht es nicht um philosophische Überlegungen
Jesus
kann nicht selbst ein erlösungsbedürftiges Geschöpf sein
als Retter der Welt
Wenn Arius aus Jesus ein Geschöpf macht
raubt er der Menschheit den Erlöser
Athanasius erinnert an Johannes 1
Sein Anliegen wird später am Konzil ausformuliert
Es kommt 319 zu einer Synode der Bischöfe von Libyen und Ägypten
auf der Arius einmütig als Irrlehrer verurteilt und aus Alexandria verbannt wird
Der Streit eskaliert jedoch
und innerhalb weniger Jahre ist die Christenheit des Ostens tief gespalten
Im Volk sind die Meinungen sehr geteilt und werden in jedem Fall leidenschaftlich vertreten
Alexandria ist die Hochburg der Trinitarier
die Exegetenschule von Antiochia steht auf der Seite von Arius
sie sollten sich doch zusammenraufen
Der Kaiser persönlich appelliert an Bischof Alexander und Arius
Als er sieht
beruft er 325 ein allgemeines Konzil nach Nicäa bei Konstantinopel ein. [Bearbeiten]
dass eine gütliche Schlichtung nicht möglich ist
Das Konzil von Nicäa
Das Konzil erarbeitet die Formeln gezeugt aus dem Wesen des Vaters und gezeugt und ungeschaffen
wesenseins (griechisch oμooυσιoς homoousios (von gleicher Substanz) mit dem Vater
und nicht Teil der Schöpfung
dass der Sohn Teil der Dreieinigkeit sei
Das Konzil betonte
das diese Lehre zusammenfasst
zustimmten
falls sie nicht dem Nicäischen Glaubensbekenntnis
Allen Arianern wurde mit der Exkommunikation gedroht
Arius stimmt nicht zu und wird verbannt. [Bearbeiten]
Die Reaktion der Arianer
der Kaiser verlangt (vergeblich) seine Wiederaufname in die Kirche von Alexandria
Zwei Jahre später wird Arius begnadigt
Im gleichen Jahr stirbt Bischof Alexander von Alexandria und Athanasius wird sein Nachfolger
bei der sowohl Eusebius von Caesarea als auch Eusebius von Nikomedia eine führende Rolle spielen
nimmt Arius und seine Glaubensgenossen 335 wieder in die Kirche auf
Eine Synode von Tyros und Jerusalem
Kaiser Konstantin auf ihre Seite zu ziehen
Die gleiche Synode setzt Athanasius ab
und es gelingt ihnen
wo er sich mit Konstantinus
dem Sohn Kaiser Konstantins befreundet
Athanasius wird nach Trier verbannt
dass entweder er selbst oder Arius den Tag der Wiederaufnahme nicht erleben würden)
was der nizänische Bischof von Konstantinopel als Gottesurteil feiert (er hatte vorher gebetet
336 stirbt Arius in Konstantinopel kurz vor seiner durch den Kaiser erzwungenen Wiederaufnahme in die Kirche
337 stirbt Kaiser Konstantin
nachdem er von Eusebius von Nikomedia getauft worden war
Die Grabrede hält Eusebius von Caesarea
Konstantin II
Das Reich wird unter Konstantins drei Söhne aufgeteilt: Konstantius II. bekommt den Osten
Konstans Italien und Illyrien
Britannien und Gallien
wo er mit Begeisterung empfangen wird
Konstantius beruft Athanasius zurück nach Alexandrien
Der Arianer Eusebius von Nikomedia wird 338 Bischof von Konstantinopel
was damals in praktischer Bedeutung in etwa dem Rang des Bischofs von Rom entspricht
Im gleichen Jahr setzt ein Konzil in Antiochia Athanasius ab
er wird ein zweites Mal in Verbannung geschickt
die beide zwar ebenfalls Kappadozier aber damals noch im Schulalter sind)
Gregor von Kappadozien wird als Bischof von Alexandria eingesetzt (nicht identisch mit Gregor von Nazianz oder Gregor von Nyssa
Im gleichen Jahr stirbt Eusebius von Caesarea
Ab etwa 340 bekehrt der Arianer Wulfila die Goten zum (arianischen) Christentum
da sie einen großen Teil des kaiserlichen Heeres stellen und damit auch politischen Einfluss haben
In den nächsten Jahrzehnten werden die Goten ein wesentlicher Faktor im arianischen Streit
Nach dem Tod von Konstantin II
340
wird Konstans alleiniger Herrscher des Westens
Er unterstützt die Nicäaner
während sein Bruder Konstantius auf Seiten der Arianer ist
Auch Bischof Julius I. von Rom unterstützt die Trinitarier und nimmt Athanasius auf
Athanasius entwickelt in dieser Zeit gute Beziehungen zur römischen Kirche
war das Bekenntnis von Nicäa unantastbar gewesen
Solange Konstantin der Große lebte
aber nach seinem Tod arbeiteten die Eusebianer energisch daran
die Formel von Nicäa wieder aufzuheben
Zu Lebzeiten von Konstans geschah das noch in moderater Form
341 und 344 werden in Antiochia zwei arianische Konzile gehalten
die meisten gegen Athanasius
Sämtliche anwesenden Bischöfe sind aus dem Osten
die eher moderat sind
das Homoousion weglassen und den extremen Arianismus verurteilen
Sie verfassen vier arianische Bekenntnisse
keine Arianer zu sein
Sie erklären
da sie als Bischöfe nicht einem Priester (Arius war nur Priester gewesen) folgen könnten
In diesem Jahr stirbt Eusebius von Nikomedia
um die Einheit der Kirche wieder herzustellen
das Konstantius in Sardika zusammenruft
Das Konzil
wird ein Fiasko
der Osten dafür - beide Seiten verurteilen sich gegenseitig
Der Westen ist gegen Arianismus
345 stirbt Gregor von Kappadozien und im folgenden Jahr wird Athanasius wieder als Bischof von Alexandria eingesetzt
Er wird mit Begeisterung empfangen und arbeitet in den nächsten zehn Jahren als Bischof - und weiterhin nebenamtlich als Kämpfer für den trinitarischen Glauben
im ganzen Reich die Trinitarier auszuschalten
Konstantius ist damit Alleinherrscher und plant
der Kaiser des Westens
350 wird Konstans
ermordet
355 wird Athanasius ein drittes Mal verbannt
dieses Mal verbringt er die Verbannung in der Wüste von Oberägypten
so kommentiert einer: "Die Strassen sind voll von galoppierenden Bischöfen.". Auf der arianischen Seite bekommt die extreme Seite mehr Gewicht
Konstantius beruft Konzilien ein in Arles (353)
Mailand (355) und Beziers (356) in denen er die Verurteilung von Athanasius unter Gewaltandrohung durchsetzt.Die Menge an Konzilien fällt sogar heidnischen Beobachtern auf
dass sie arianisch war." [Bearbeiten]
Am dritten Konzil von Sirmium (357) wird ein Bekenntnis verfasst
das durchwegs eine Subordination von Jesus unter den Vater vertritt
an Konzilien in Nicäa und Konstantinopel wird Jesus als ähnlich (homoiousios) wie Gott bezeichnet (359). Hieronymus kommentiert zwanzig Jahre später: "Die Welt erwachte mit einem Stöhnen und entdeckte
Wiederaufschwung der Trinitarier
361 stirbt Konstantius und benennt seinen Vetter Julian als Nachfolger
Julian ist weder Arianer noch Trinitarier
sondern will die alte römische Religion wieder einführen
In Alexandria gibt es einen Aufstand
der arianische Bischof wird von den Heiden ermordet und Athanasius von seinen eigenen Leuten zurückgerufen
im Westen der trinitarische Kaiser Valentinian I.
dessen Frau Justina jedoch auf der Seite der Arianer ist
Nach Julians gewaltsamem Tod kommt nach einem kurzen Zwischenspiel des trinitarischen Kaisers Jovens im Osten der arianische Kaiser Valens an die Macht
Zu einer Wende kommt es erst in den 370er Jahren: Basilius von Caesarea wird 370 Metropolit von Caesarea und setzt trotz Druckversuchen von Kaiser Valens seinen ganzen Einfluss für die trinitarische Seite ein
denn nach dem Tod von Athanasius war zwischen Rom und dem Osten eine Entfremdung eingetreten (nicht jedoch zwischen Mailand und dem Osten)
Er bemüht sich
auch Damasus zu einem aktiven Einsatz zu bewegen
erreicht jedoch nicht viel
In Kleinasien setzt sich unter dem Einfluss von Basilius die trinitarische Seite durch
Die Hauptstadt Konstantinopel ist immer noch arianisch
trinitarisch
trotz aller Intrigen der Kaiserin Justina
der Tod Valentinians
dem sein vierjähriger Sohn auf den Thron folgt (unter Vormundschaft seiner arianischen Mutter) kann daran nichts ändern
374 wird Ambrosius Bischof von Mailand und arbeitet nicht nur mit Theologie
sondern auch mit politischem Einfluss für die trinitarische Seite - auch Mailand ist jetzt
im gleichen Jahr wird sein Freund Gregor von Nazianz von der trinitarischen Minoritengemeinde nach Konstantinopel berufen
Basilius stirbt 379
einen solchen Erfolg
die Kirchen sind ihm verschlossen - seine theologisch und rhetorisch überragenden Predigten haben jedoch
dass er ein Jahr später unter Begeisterungsstürmen der Bevölkerung zum Metropoliten von Konstantinopel ernannt wird
trotz massiven tätlichen Angriffen der Arianer
Er beginnt in einem Kellerlokal zu predigen
Ebenfalls 379 kommt Kaiser Theodosius an die Macht
der sich 380 trinitarisch taufen lässt und ab 380 mit Gregor von Nazianz in Konstantinopel die trinitarische Lehre durchsetzt. [Bearbeiten]
Das Konzil von Konstantinopel
Theodosius beruft das 1
dem Bruder von Basilius von Caesarea eine Neufassung des nicänischen Glaubensbekenntnisses erarbeitet wird
Konzil von Konstantinopel ein
wo unter der Führung von Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa
Damit ist der arianische Streit in der orthodoxen Kirche beendet
Während der Arianismus unter den germanischen Völkern
die während der arianischen Vorherrschaft christianisiert wurden (Goten
Vandalen) noch einige Jahrhunderte fortbesteht
wurde der Entscheid von Konstantinopel in der orthodoxen Kirche und katholischen Kirche nie mehr in Frage gestellt. [Bearbeiten]
Literatur
John Henry Newman: Arians of the Fourth Century
1871 Online Buch (englisch) (http://www.newmanreader.org/works/arians/index.html) William G
1980
ISBN 0800614100 Richard E
Rush: The Trinitarian Controversy
2000
ISBN 0156013150
Rubenstein: When Jesus Became God
[X] Schliessen
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Arianischer Streit
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