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Diskussion : Alexandrinische Schule
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Impressum
Alexandrinische Schule
Stichpunkte
Allgemein
Mit dem Begriff Alexandrinische Schule wird eine fortlaufenden Reihe von wissenschaftlichen Bestrebungen in der Zeit von etwa von 300 v
Chr. bis 500 nach Chr. bezeichnet
deren Zentrum die Stadt Alexandria war
Diese um 331 v
Chr. gegründete Hafenstadt in Ägypten stieg nach der Zerstörung des Weltreiches der persischen Achämeniden zu großer Bedeutung und zeitweise zur zweitgrößten antiken Stadt nach Rom auf
Sie war Sitz der ptolemäischen Dynastie
christlichen und später arabischen Lehren
Die geografische Lage Alexandrias begünstigte das Verschmelzen von Elementen der griechischen Philosophie mit jüdischen
Zentrum der Alexandrinischen Schule war die bedeutende Bibliothek von Alexandria. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Geschichte 1.1 Gründung 1.2 Römische Zeit 1.3 Arabische Zeit 2 Philosophie 3 Theologie 3.1 Judentum 3.2 Christentum 4 Zitierte Personen 4.1 Philosophen (alphabetisch) 4.1.1 Frühe Periode 4.1.2 Spätere Periode 4.2 Theologen (alphabetisch) 5 Literatur 6 Weblinks [Bearbeiten]
Geschichte
[Bearbeiten]
Gründung
ein großartiger "Musentempel" im Stadtteil Brucheion
Die Basis der Alexandrinischen Schule war das Museion
worin die Gelehrten als Pensionäre auf öffentliche Kosten den Studien lebten und auch lehrten
Das Museion geht auf die Ptolemäer zurück
aber auch noch in der Römerzeit wurden ihm neue Stiftungen zugewiesen
Zum gemeinschaftlichen Gebrauch der Gelehrten dienten zwei ebenfalls von den Ptolemäern angelegte Bibliotheken
Eine war mit dem Museion verbunden
die andere - das Serapeion - wurde im Tempel des Serapis im Stadtteil Rakotis aufgestellt
Diese Bibliothek übertraf bald alle damals bekannten Büchersammlungen durch ihre Reichhaltigkeit
Um 250 v
Chr. betrug die Gesamtzahl der Rollen in der erstgenannten Bibliothek bereits 400
die der letzteren 42
000
800
Beim späteren Brand (siehe unten) umfasste sie etwa 700.000 Schriftrollen
Eratosthenes
Kallimachos
Apollonios von Rhodos
Als berühmte Bibliothekare sind zu nennen: Zenodotos
Aristophanes von Byzanz und Aristarchos
Sie haben sich in Wissenschaft oder Kunst einen Namen gemacht; vier von ihnen wurden beispielsweise durch Benennung von Mondkratern geehrt
Durch die Bibliotheken und andere günstige Verhältnisse wurde Alexandria schon unter den ersten Ptolemäern der Sammelplatz und Bildungsort der berühmtesten Gelehrten damaliger Zeit und blieb mehrere Jahrhunderte hindurch trotz mancher Störungen ein Hauptsitz aller wissenschaftlichen Tätigkeit
Neben der Philosophie waren auch Naturwissenschaften und Philologie gewichtige Schwerpunkte
So ließ Ptolemaios II. um 200 v
Chr. auf der Insel Pharos (wo der weltberühmte Leuchtturm Alexandrias stand) von 72 Theologen und Dolmetschern das hebräische AT ins Griechische übersetzen (Septuaginta). Manche Gelehrte stellten sich aber auch gegen die Dominanz der hellenistischen Gedankenwelt - unter anderem die Pharisäer in Israel und Theologen anderer Kulturkreise - insbesondere nach dem Religionsverbot von Antiochos IV.
Einen gravierenden Einschnitt in ihrer Geschichte erlebte die Alexandrinische Schule 145 v
als Ptolemaios VIII. in einer politischen Säuberungsaktion alle griechischen Gelehrten ermorden oder aus Alexandria vertreiben ließ
Chr.
Zum Leiter der Bibliothek wurde ein gewisser Kydas vom Korps der Lanzenträger ernannt
Die hellenistisch-alexandrinische Kultur im eigentlichen Sinne sollte sich nie wieder ganz von diesem Schlag erholen. [Bearbeiten]
Römische Zeit
Zwar ging bei der Belagerung Alexandrias durch Julius Cäsar die Museionsbibliothek in Flammen auf; doch wurde der Schaden zum Teil durch Antonius ersetzt
welcher der Kleopatra die 200.000 Bände enthaltende Bibliothek der Könige von Pergamon schenkte
Bis zu Ende des 2
Jahrhunderts n
Chr. war die a
Philosophen
Astronomen
Philologen und Mathematiker jener Zeit erhielten dort ihre Bildung
und die berühmtesten Ärzte
S. die erste der Welt
Theologen
Das erstarkende Christentum hatte sich durch Paulus und andere Philosophen dem Hellenismus geöffnet
erlebte jedoch auch zeitweilige Störungen zur heidnisch-griechischen Überlieferung
Der Verfall Alexandrias datiert aber erst im 3
als Kaiser Caracalla (zur Finanzierung seiner Thermen das reich fundierte Institut des Museions aufhob und die Pensionen der Gelehrten einzog
Jahrhundert
Der christliche Philo- und Theologe Origenes (184-254) aus Alexandrien (dessen Vater Märtyrer wurde) lehnte zwar in Vielem die röm.-griech
Denkweise ab
benutzte aber die Exegesen-Methoden der A.S. und entwickelte den systematischen Textvergleich für die Bibel
Generell hielt sich christliches Interesse beziehungsweise Ablehnung der griechischen Philosophie etwa die Waage
Um 150 meinte Justin (100-165)
dass man Sokrates als "Christ vor Christus" bezeichnen könne
Eine vorsichtigere Position bezog beispielsweise Clemens von Alexandrien (ca.150-215)
Im Gefolge der Gnosis gab es Patriarchen
welche der altklassischen Gelehrsamkeit einen verderblichen Einfluss zuschrieben
Der unduldsamste unter ihnen war Theophilos
der 389 unter Theodosius I. das Serapeion mit seinen wissenschaftlichen Schätzen verbrannte
Jedoch wurde aus den geretteten Trümmern eine neue Bibliothek gegründet
die allmählich wieder Gelehrte nach Alexandria zog (bes. Ärzte und Rechtslehrer)
Während aber später die römische Kultur Europas den Germanen und anderen "Barbaroi" erlag
glimmte hier das Feuer der griechischen Wissenschaft weiter
Justinian schloss zwar die heidnischen Philosophenschulen
aber Platon und vor allem Aristoteles wurden in den christlichen Schulen weiterhin hochgeachtet
dem Feldherrn des Kalifen Omar
zu Grunde
Die letzten Reste griechischer Bildungsorganisation gingen bei der Eroberung und Zerstörung Alexandrias durch die Araber unter Amru
Die Bibliothek war schon vorher (vielleicht von Kaiser Theodosius H.) nach Konstantinopel verbracht worden. [Bearbeiten]
Arabische Zeit
dass die griechische Wissenschaft nach den Wirren der Völkerwanderung an Europa "zurückgeschenkt" wurde
doch andererseits verdankt die Welt denselben Arabern
Zwar ging bei den auch politisch motivierten Feldzügen des Islam viel an Wissensgut verloren
die Megala Syntaxis des Ptolemäus
Ein typisches Beispiel dafür ist das mehrbändige Hauptwerk der antiken Astronomie
das Große) in den mittelalterlichen Erdkreis zurück
Sie kehrte nach Übertragung ins Arabische als Almagest (al magest
Dennoch trat an die Stelle der griechischen die arabische Wissenschaft - beziehungsweise eine Synthese der beiden
Hierin und in technischen Fragen wie der Entwicklung von Messgeräten (beispielsweise Nocturnal-Uhr
Astrolab
Vorgänger des Theodolits usw.) waren die Araber Meister
Der Kalif Motawakkil rief um die Mitte des 9
Jahrhunderts in Alexandria eine Akademie ins Leben
Mit dem Sturz der arabischen Herrschaft in Ägypten verlosch diese Hochschule wieder. [Bearbeiten]
Philosophie
Die Alexandrinische Philosophie ist durch die Verschmelzung griechischer Pilosophie mit orientalischer Weltanschauung gekennzeichnet
die Philosophie der Neupythagoreer
aus der Erneuerung angeblich oder vermeintlich Pythagoreischer und orientalischer Weisheit entsprungene
und der am Ende des 2
Wichtige Strömungen sind: die jüdisch-alexandrinische Philosophie
die aus der Verbindung Platonischer und jüdischer Lehren entstand
Jahrhunderts n
Christus aus diesem hervorgegangene Neuplatonismus als Verschmelzung Platonischer und morgenländischer Emanationslehren. [Bearbeiten]
Theologie
[Bearbeiten]
Judentum
Auch die Juden
hatten sich in Alexandria schon frühzeitig mit griechischer Sitte
Sprache und Gelehrsamkeit angefreundet
von denen zur Zeit des Augustus etwa eine Million in Ägypten lebten
welche die griechische Philosophie mit den heiligen Büchern des Judentums durch allegorische Auslegung in Übereinstimmung zu bringen suchte. [Bearbeiten]
die Septuaginta (s. oben)
Hier entstand die bekannte griechische Übersetzung des Alten Testaments durch die "Siebzig"
hier bildete sich auch eine jüdische Theologie
Christentum
Auf ähnliche Weise entwickelte sich das Christentum in Alexandria
Es musste und wollte sich um so mehr mit der dort gepflegten Philosophie befassen
als es mit zunehmender Verbreitung der Religion in den ärmeren Schichten auch in hoch gebildete Kreise Eingang fand
welche bedeutenden Einfluss auf die Kirche ausgeübt hat und unter dem Namen der alexandrinischen Theologie bekannt ist
Auf diese Weise entstand hier zuerst durch philosophische Entwicklung der in den historischen Grundlagen des Christentums liegenden Ideen eine christliche Wissenschaft
und später die Berühmtheiten Titus Flavius Clemens und der o.e
deren Leiter als erster (soweit bekannt) Pantänus war
Ihren Mittelpunkt bildete die Katechetenschule von Alexandria
Origenes
Die Blüte der Schule fällt in das 3
und sie erteilte nicht nur populären Unterricht für die Neubekehrten
Jahrhundert
sondern auch höhere Bildung für künftige Bischöfe beziehungsweise Lehrer der Kirche
Unter den Vorstehern dieser Schule sind Bei Pantanu (gest
bei dessen Schüler Origenes sogar von kirchlicher Gnosis geredet werden kann
202) scheint die christliche Weltanschauung noch in unklarer Mischung mit der griechisch philosophischen vorzuliegen
während bei seinem Schüler Clemens mehr von christlicher
Außer den schon genannten Männern gehören zu dieser alexandrinischen Schule noch Dionysios von Alexandria
Gregorios von Neucäsarea ("der Wundertäter" genannt) und Pamphilos von Cäsarea
anderseits aber dabei stets die sittliche Freiheit des Menschen betont und darin eine echt griechische Erbschaft bewahrt
Exegetische Forschungslust mit kühner Spekulation verbindend hat die alexandrinische Schule den Schwerpunkt des christlichen Glaubens einerseits in spekulativen Bestimmungen und in der Metaphysik der Gottes- und Logoslehre gesucht
Origenes und seine Nachfolger galten daher über ein Jahrhundert lang als Vorbilder auch für das wissenschaftlich zunächst unfruchtbare Abendland
von Athanasius und Cyrillus repräsentierte Schule zurückgedrängt
Erst allmählich entfernte sich dieses von der so gewiesenen Linie
teils durch die so genannte Antiochenische Schule
und im selben Maß wurde auch im Orient die ältere Alexandrinische Schule teils durch die jüngere orthodoxe
Letztere war ihr namentlich in Bezug auf streng wissenschaftliches Verfahren überlegen
Die christologischen Streitigkeiten der ersten nachchristlichen Jahrhunderte waren in mancher Hinsicht auch Streitigkeiten zwischen den Schulen und Patriarchaten von Alexandria und Antiochia. [Bearbeiten]
Zitierte Personen
Alexander d
Gr. Antiochus IV. Antonius Caracalla Julius Caesar Justinian Kleopatra Motawakkil Omar Ptolemäus Ptolemaios II. Theodosius I. Apollonios Aristophanes von Byzanz Kallimachos Zenodotos [Bearbeiten]
Philosophen
(alphabetisch)
[Bearbeiten]
Frühe Periode
Aristoteles Aristarchos Euklid Eratosthenes Platon Pythagoras [Bearbeiten]
Spätere Periode
Ammonios Vakkas Hypatia Jamblich Nigidius Figulus Philon von Alexandria Plotin Porphyrius Proklos Sextius Tatian [Bearbeiten]
Theologen
(alphabetisch)
Athanasius Cyrillus Dionysios von Alexandria Gregorios von Neucäsarea ("der Wundertäter" genannt) Justin der Märtyrer Origenes Pamphilos von Cäsarea Pantänus Paulus Pharisäer Sokrates Titus Flavius Clemens [Bearbeiten]
Literatur
Manfred Clauss: Alexandria
Schicksale einer antiken Weltstadt
ISBN 3406509568 [Bearbeiten]
München 2003 (Roman)
Stuttgart 2003. Jean-Pierre Luminet: Alexandria 642
Weblinks
http://members.tripod.com/sfabel/mathematik/epochen_ale.html (Die Alexandrinische Periode) http://www.mypage.bluewin.ch/holy-cards/wgesch/history/patr.htm (Patristik und Kirchenväter ab dem 2
Jahrhundert) http://www.ib.hu-berlin.de/~pz/zahnpage/bi1_2g.htm (Geschichte des Bibiothekswesens von -600 bis +500 und in Klöstern bis 1200)
[X] Schliessen
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Alexandrinische Schule
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