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Diskussion : Epilepsie
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Epilepsie
Stichpunkte
Allgemein
"Verbergen") 1 Anfallsformen 1.1 Propulsives Petit mal 1.2 Retropulsives Petit mal (= Lennox-Gastaud-Syndrom ??) 1.3 Impulsives Petit mal 1.4 Temporallappenepilepsie (komplex-fokale Anfälle)/ Psychomotorische Anfälle 1.5 Absence 1.5.1 Der Anfall 1.5.2 Auftreten 1.5.3 Extrapolation von Wahrnehmungen während einer Absence 1.5.4 Drei Beispiele aus der Praxis 2 Epilepsieursachen 3 Behandlung 3.1 Akutbehandlung 3.2 Untersuchungsmethoden 3.3 Antiepileptika 3.4 Sonstige Methoden der Epilepsiebehandlung 4 Sonstiges 4.1 SUDEP 5 Geschichtliches 6 Recht 7 Sprachliches 7.1 Epileptiker 7.2 An Epilepsie erkranken
deren Kennzeichen eine wiederholt auftretende anfallsartige elektrische Entladung in größeren Bereichen des Gehirns mit einem vorübergehenden Ausfall von Hirnfunktionen ist. Einzeln auftretende Krampfanfälle können auch bei Nicht-EpileptikerInnen auftreten
Epilepsiekranke 7.3 Unter Epilepsie leiden 7.4 Wortschöpfungen 8 Computerspiele & Medien 9 Siehe auch 10 Literatur 11 Kinder- und Jugendbücher zum Thema Epilepsie 12 Weblinks [Bearbeiten]
beispielsweise als Folge von Stress oder Erschöpfung. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Unter der Epilepsie (griechisch επιληψία) versteht man eine Besonderheit
Anfallsformen
Generell werden zwei Anfallsformen unterschieden: Grand Mal (franz
er geht einher mit einem Bewusstseinsverlust und einem Sturz
Großes Übel): Der Grand Mal - Anfall ist die bekannteste Form des epileptischen Anfalls
Er dauert meist wenige Minuten
während denen der Körper des Epileptikers von schweren Muskelkonvulsionen geschüttelt wird. Anschließend daran findet sich meist der sogenannte Terminalschlaf
ist dann jedoch meist nicht voll orientiert
d.h. der Betroffene schläft tief und ist kaum erweckbar. Bei leichteren Anfällen kann der Betroffene nach dem Anfall erwachen
schläfrig und leidet unter einer Bewußtseinslücke (anterograde Amnesie). Petit Mal (franz
Kleines Übel): Der Petit Mal - Anfall unterscheidet sich vom Grand Mal - Anfall vor allem durch seine Dauer
Meist dauert er nur Sekunden oder gar Bruchteile davon und betrifft auch meistens nur Körperpartien
Die Behandlung kann durch Valproinsäure erfolgen
Vom Petit Mal - Anfall gibt es zahlreiche Formen und Zwischenformen: [Bearbeiten]
Propulsives Petit mal
Unter Propulsives Petit mal (Blitz-Nick-Salaam-Anfall / BNS-Anfall
die bei Neugeborenen im Verlauf des ersten Lebensjahres erstmalig auftritt
West-Syndrom) versteht man eine bestimmte Form von Epilepsie
wobei die Muskulatur besonders des Halses Propulsiv- und Beugebewegungen ausführt
Die Anfälle treten als mehrere Krämpfe in Serie auf
Das EEG zeigt Burst-Supression-Muster
Ursache sind meist Schäden des ZNS
Die Anfälle werden häufig mit Schreckreaktionen des Kindes oder mit Bauchschmerzen verwechselt
die Medikamente gehen zum Teil mit starken
mitunter sogar lebensbedrohlichen Nebenwirkungen einher
Die medikamentöse Einstellung ist vielfach schwierig
Die 50 von 100 betroffenen Kindern entwickeln im weiteren Lebensverlauf eine andere Form der Epilepsie. [Bearbeiten]
Retropulsives Petit mal (= Lennox-Gastaud-Syndrom ??)
die bei Kindern im Vorschulalter (2. bis 7
Das Lennox-Gastaud-Syndrom ist eine bestimmte Form von Epilepsie
Lebensjahr) auftritt
Bei den Anfällen kommt es oft zu einem plötzlichen Hinstürzen verbunden mit Nickbewegungen und anderen Erscheinungen
Die Kinder müssen deshalb einen Sturzhelm tragen
Bei den Ursachen scheinen genetische Einflüße eine Rolle zu spielen. [Bearbeiten]
Impulsives Petit mal
die meist erstmalig im Jugendalter auftritt
Impulsives Petit mal ist eine bestimmte Form von Epilepsie
Sie zeigt sich durch plötzliche
besonders morgens
unwillkürliche Schleuderbewegungen
Typisch ist z.B. das Fallenlassen der Kaffeetasse oder der Zahnbürste. [Bearbeiten]
Temporallappenepilepsie (komplex-fokale Anfälle)/ Psychomotorische Anfälle
[Bearbeiten]
Absence
Eine Absence ist eine Art Epileptischer Anfall (petit mal) mit kurzer Bewusstseinsstörung und anschließender Amnesie. [Bearbeiten]
Der Anfall
Die Absence dauert meistens nur Sekunden
sie beginnt plötzlich ohne Vorzeichen (oft bei seelischer Anspannung) und endet ebenso plötzlich
Sie kann sich viele Male am Tag wiederholen
nur anderen fällt auf
dass er z.B. nicht auf Ansprache nicht reagiert
Der Betreffende bemerkt selbst oft nichts oder unterschätzt die Zeitspanne seiner Abwesenheit
Änderungen des Muskeltonus oder Automatismen und vegetative Phänomene auftreten
Gleichzeitig können leichte motorische Begleitsymptome wie Lidzucken
Die Betreffenden fallen aber nicht hin. [Bearbeiten]
Auftreten
Absencen beginnen meist im Kindesalter
Oft handelt es sich um lebhafte und aufgeweckte Kinder
die durch scheinbare Konzentrationsstörungen in der Schule auffallen
die meist auch im Zeitraum zwischen den Anfällen festgestellt werden können. [Bearbeiten]
Das EEG zeigt Spikes (3/s) und Waves
Extrapolation von Wahrnehmungen während einer Absence
die wenige Sekunden oder sogar nur Bruchteile von Sekunden dauern und keine Begleitsymptome aufweisen
Bei einigen Absencen
ist es möglich
obgleich die betreffende Person ihre Umwelt nicht mehr wahrnimmt
dass gerade ausgeführte Handlungen fortgeführt werden
Trotz der fehlenden Umweltwahrnehmungen wird die Absence während ihrer Dauer nicht als "leere Zeit" erlebt
so dass sie keine Zeit erlebt
Auch schläft die betreffende Person nicht
Während der Absence extrapoliert sie neue Wahrnehmungen aus den zuletzt gemachten Sinneseindrücken
Die extrapolierten Wahrnehmungen unterscheiden sich von Sinneswahrnehmungen in keinster Weise
besteht kaum eine Möglichkeit
Wenn die Handlungen automatisiert sind und in einer gut kalkulierbaren Umwelt stattfinden
eine Absence zu empfinden oder zu beobachten (ist es dann eine Absence?)
dass der Anschluss an die nun wieder aktuellen Sinneswahrnehmungen nicht funktioniert
wird die Absence bemerkt. [Bearbeiten]
Nur
wenn sich nach einer Absence herausstellt
Drei Beispiele aus der Praxis
um sich einen Schreiber zu holen
Eine Person geht zu einem Tisch
den Schreiber zu ergreifen. Eine Person A sieht auf der Straße eine bekannte Person B
sondern sich nur vorgestellt hatte
dass sie den Schreiber gar nicht in der Hand hält
Sie macht kehrt und stellt überrascht fest
was A nicht erwartet hätte und deshalb nicht extrapoliert
B winkt freudig
über den sich in ungewohnter Weise in einigen Schritten Entfernung ein Telefonkabel schlängelt
Es entsteht der Eindruck eines Films
in dem die Einzelbilder nicht aneinander passen. Eine Person geht einen vertrauten Gang entlang
Plötzlich bildet sich die Person ein das Kabel verschwinde
Dann stolpert die Person über das Kabel
z.B
die den ganzen Körper betreffen ) <==> lokalisiert ( Zuckungen nur einer Muskelpartie [ bei meist erhaltenem Bewußtsein ]
Das Kabel wurde als Störung aus dem vertrauten Weg herausgerechnet. Weitere Unterscheidungsformen: - generalisiert ( Zuckungen
Zuckung nur des rechten Armes ) - tonisch ( krampfende Muskelkontraktion ) <==> klonisch ( zuckende Muskelkontraktion ) Eine potenziell lebensbedrohliche Sonderform des epileptischen Anfalls (sowohl beim Grand Mal als auch beim Petit Mal) ist der Status epilepticus. [Bearbeiten]
Epilepsieursachen
Nur in etwa 30 - 50 % aller Fälle lässt sich eine Ursache für Epilepsie finden
Schlafentzug
Tumore im Gehirn
Bekannte Ursachen sind vor allem Geburtstraumata
Tuberöse Sklerose
künstlich induzierte Schädigungen von Gehirn und Nerven (zum Beispiel bei schwerem Alkoholismus) und Narben im Gehirn beispielsweise nach Apoplex oder nach Meningitis
selten auch Vererbung (siehe: Erbkrankheit). [Bearbeiten]
Stoffwechselerkrankungen
Behandlung
wenn das epileptogene Areal im Hirnbereich identifizert wird und operabel ist
Epilepsie ist bis heute kaum heilbar
aber die Epilepsiechirurgie kann mittlerweile - bei fokalen Epilepsien - die Epilepsie "heilen"
Der Patient kann durch die verbesserte Diagnostik und Therapie
d. h. durch einen erfolgreichen Eingriff anfallsfrei werden
Mit der Entwicklung von valproatbasierten Arzneimitteln Anfang der 70er Jahre konnte oft Anfallsfreiheit als Voraussetzung für ein "ganz normales Leben" erreicht werden
Seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts sind neue antiepileptische Medikamente mit geringeren Nebenwirkungen zugelassen und haben die Chance der Anfallsfreiheit noch mehr erhöht. [Bearbeiten]
Akutbehandlung
Ein akuter epileptischer Anfall kann nötigenfalls medikamentös unterbrochen werden
z.B. durch Gabe von Diazepam (s.u.)
In der Regel ist aber kein Eingreifen nötig
und der Anfall endet (maximal) nach wenigen Minuten von selbst
Viele EpileptikerInnen empfinden es sogar als unangenehm und belastend
wenn bei einem "einfachen" Anfall der Notarzt gerufen oder gar eine Klinikeinweisung veranlasst wird
Die nötigen Hilfsmaßnahmen bestehen regelmäßig in der Verhinderung von Verletzungen (Abpolstern
kein Festhalten!)
Entfernen von umgebenden Gegenständen
Grundlegend anders ist beim Status epilepticus zu handeln
Wenn mehrere Anfälle kurz hintereinander erfolgen
sollte dringend ärztliche Hilfe angefordert werden. [Bearbeiten]
Untersuchungsmethoden
Blutbild Elektroenzephalographie (EEG)
neurologische Anamnese neurologische Untersuchung Medikamentenspiegel
Tiefenelektroden und Videoüberwachung) Computertomografie (CT) Magnetresonanztomografie (MRT bzw
Magnetoenzephalographie (MEG) Prächirurgische Epilepsiediagnostik mit invasivem EEG (zum Beispiel Streifenelektroden
Funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRI) Positronen-Emissionstomografie (PET) flumazenil PET SPECT [Bearbeiten]
MRI)
Antiepileptika
Luminal®) Phenytoin (Epanutin®
Mylepsinum®
Elmendos®
Suxilep®
Bei einem Anfall werden Benzodiazepine mit antikonvulsiven Eigenschaften wie die folgenden verabreicht: Diazepam Clonazepam (Rivotril®) Midazolam (Dormicum®) Nitrazepam Zur Vorbeugung werden hingegen diese verabreicht: Carbamazepin (Tegretal®
Neurotop® retard) Ethosuximid (Petnidan®
Bipolam®
Resimatil®) Sultiam (Ospolot®) Tiagabin (Gabitril®) Topiramat (Topamax®) Trimethadion Valproat (Ergenyl®
Timonil®
Zentropil®) Pregabalin (Lycra®) Primidon (Liskantin®
Timox®) Phenobarbital (Lepinal®
Orfiril®) Vigabatrin (Sabril®) siehe auch: Antikonvulsivum [Bearbeiten]
Phenhydan®
Lamapol®) Levetiracetam (Keppra®) Mesuximid (Petinutin®) Oxcarbazepin (Trileptal®
Suxinutin®) Felbamat (Taloxa®) Gabapentin (Neurontin®) Lamotrigin (Lamictal®
Sonstige Methoden der Epilepsiebehandlung
auf Vorzeichens eines Anfalls zu reagieren und diesen zu verhindern oder abzumildern Vagus-Stimulation ("Hirnschrittmacher") reizen mit elektrische Stimuli den Vagusnerv
Stereotaktische Ausschaltung von elektrischen Foci Epilepsiechirurgie oder auch operative Eingriffe vor allem bei Temporallappenepilepsie (Schläfenlappenepilepsie) anwendbar. Verhaltenstherapie (mit oder ohne Biofeedback) kann den Betroffenen ermöglichen
der die Erregung ins Gehirn weiterleitet
Entweder in festen Intervallen oder auf Anforderung bei Anfallsvorgefühl. [Bearbeiten]
Sonstiges
[Bearbeiten]
SUDEP
Es gibt einen sog
SUDEP (sudden unexpected death in epilepsy: plötzlicher unerwarteter Tod bei Epilepsie)
In einer Studie wurden als Risikofaktoren folgendes herausgestellt: jüngeres Lebensalter symptomatische Epilepsien mit nachweisbarer Gehirnveränderung männliches Geschlecht niedrige Serumkonzentration der eingenommenen Antiepileptika generalisierte tonisch-klonische Anfälle Schlaf Für die Ursachen und Erfassung der Mortalität wird in Deutschland wenig getan
weshalb man sehr wenig in der Literatur findet
bei Neubetroffenen bei 15 von 25.000 Personen pro Jahr. Das Risiko für einen SUDEP ist bei ca
Von den Menschen mit Epilepsie liegt die Sterblichkeitsrate bei 3 von 500 Personen pro Jahr
0
5 von 1.000 bis 1 : 1.000 Personen pro Jahr; liegt eine schwere Epilepsie und / oder eine neurologische Beeinträchtigung vor
sind es sogar 5 zu 1.000 Personen pro Jahr. Die Zahl der beobachteten Todesfälle (SUDEP) zu der erwarteten Todesfälle (z
BA
wird dazu wenig in Deutschland getan
aber man möchte sich darum bemühenI
sehr schwere Nebenwirkungen) ist nur in Studienpopulation – und wie gesagt
lter
n Großbritannien wird die Zahl der an oder in Folge von Epilepsie gestorbenen Menschen mit 1000 pro Jahr angegebenE
dass es sich bei den meisten dieser Todesfälle um SUDEP handelt (National Sentinel Clinical Audit of Epilepsy-Related Death 2002 - englisch (http://www.official-documents.co.uk/document/reps/nscaerd/report.pdf)). [Bearbeiten]
s wird geschätzt
Geschichtliches
Da das Erscheinungsbild bei epileptischen Anfällen spektakulär sein kann
sind Epilepsiekranke im Lauf der Geschichte sowohl positiv wie negativ stigmatisiert worden
da ihnen der (scheinbare) Übergang in Trancezustände so leicht fiel
So galten Epilepsiekranke in manchen antiken Kulturen als Heilige
Bereits im Reich der alten ägyptischen Antike und zur Zeit des babylonischen Königs Hammurabi war die Epilepsie bekannt und gefürchtet
und dem "schlangenden Mann" am Ende
Tod" darstellt
die "Ausspruch einer Gottheit" bedeutet
"zwei Schilfblätter" und "Brotlaib"
"gefalteter Stoff"
Altägyptische Hieroglyphen für das Wort Anfallsleiden sind "Wasser"
umrahmt von der "Kobraschlange" am Anfang
der "Feind
Bei den alten Griechen galt die Epilepsie als "heilige Krankheit"
als "Besessensein von der göttlichen Macht" - der Epilepsiebegriff stammt von dem griechischen Wort "epilambanein" ab
jemanden heftig ergreifen" bedeutet
das "packen
Rund vierhundert Jahre vor Christus schrieb jedoch der griechische Arzt Hippokrates (ca
460 - 375 v
Chr)
dass das Gehirn verantwortlich für die "Heilige Krankheit" sei
Im Mittelalter wurde ein Anfall allerdings häufig als "Angriff von oben"
als göttliche Strafe oder "dämonische Besessenheit" interpretiert und konnte für den Betroffenen gefährliche Konsequenzen haben
wie beispielsweise einen Exorzismus
Im 17. und 18
Jahrhundert erhielt die Epilepsie allmählich wieder ihren Stellenwert in der Reihe der übrigen Krankheiten
doch erst in der zweiten Hälfte des 19
dass die Epilepsie einen natürlichen Ursprung hat
Jahrhunderts gelang es wissenschaftlich zu beweisen
In der Zeit des Nationalsozialismus galten Epilepsiekranke wie viele andere "Behinderte" als "unwertes Leben"
Im Alten Rom mussten angehende Soldaten bei ihrer Musterung durch ein rotierendes Wagenrad in eine Lichtquelle (zum Beispiel die Sonne) schauen
Molière
wie beispielsweise Alexander den Großen
Agatha Christie
Vincent van Gogh
Dostojewski
Paganini und einigen Philosophen
Georg Friedrich Händel
Julius Cäsar
wurden sie ausgemustert. Dennoch gab es über alle Zeiten berühmte Epileptiker
Erlitten sie einen Anfall
Michelangelo
Leonardo da Vinci
obwohl Personen mit einer Epilepsie lange Zeit als Besessene verfolgt wurden
Mit Pius IX. (1792 - 1878) gelangte ein Epileptiker sogar auf den Papststuhl
Die Epilepsie ist so alt
wie die Menschheit und gehört zu den häufigsten chronischen Krankenheiten überhaupt. [Bearbeiten]
Recht
die ihn selbst oder andere gefährdet
Hat ein Mensch öfters epileptische Anfälle und kann auch durch Behandlung nicht über mindestens ein Jahr anfallsfrei bleiben
dann darf er kein Auto fahren oder eine Tätigkeit verrichten
Betroffene einer Epilepsie haben in Deutschland je nach Schwere der Erkrankung die Möglichkeit
auf Antrag einen Schwerbehindertenausweis zur Gewährung steuerlicher und beruflicher Nachteilsausgleiche zu erhalten
wenn diese nicht mindestens zwei Jahre anfallsfrei sind. [Bearbeiten]
Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen und auch Unfallversicherungen verweigern die Aufnahme von Epilepsieerkrankten
Sprachliches
[Bearbeiten]
Epileptiker
Die Bezeichnung "Epileptiker" ist bei Betroffenen häufig nicht sehr beliebt - es wird eher von z.B. "Menschen mit Epilepsie" gesprochen (siehe auch political correctness)
Epilepsie ist nach wie vor ein riesiges Stigma; wenn man eine Epilepsie hat
ist man aber eben nicht nur "seine Epilepsie"
sondern weiter auch alles andere
Eine andere Möglichkeit
ist ihr offensiver Gebrauch - wie es zum Beispiel mit der Bezeichnung Queer geschah
mit der Bezeichnung "Epileptiker" umzugehen
das Andere als EpileptikerIn zu sein
sondern eher ist es erforderlich
Manchmal ist es kaum möglich
"alles andere" auch zu sein
Denn ein Leben mit Epilepsie - und nicht gegen sie - kann durch die Zumutung des Verzichts auf normalerweise selbstverständliche Sicherheiten tief greifende Veränderungen der Weltsicht und der Psyche mit sich bringen und einen Einfluss auf die persönliche Identität haben
dass es sich bei "Epileptikern" auch um Frauen handeln kann. [Bearbeiten]
Die Bezeichnung "EpileptikerIn" (mit Binnen-I) kann nach Ansicht einiger Menschen bestehenden - geschlechtlich unspezifizierten und damit im Patriarchat männlichen - Stereotypen insofern entgegen wirken als sie darauf hinweist
An Epilepsie erkranken, Epilepsiekranke
Eine Bezeichnung von Epilepsiekranken als "krank" liegt nahe
weil die meisten Betroffenen mit (einer) Epilepsie/n aus medizinischer Sicht dauerhaft den Status von PatientInnen inne haben
Andererseits wirft die Bezeichnung verschiedene Fragen auf
der oder die gerade einen Anfall hinter sich hat
verwenden
Unter Anderem: Wenn schon die Epilepsie die Bezeichnung "krank" für einen Menschen rechtfertigt: Welches Wort sollte dann jemand
um sein oder ihr Befinden zu bezeichnen? Kann ein Mensch ein Leben lang "krank" sein? Wie sinnvoll wäre ein lebenslängliches Selbstgefühl als "krank"? Wie nennt man ein epileptisches Kind mit Masern? Krankes krankes Kind? [Bearbeiten]
Unter Epilepsie leiden
Das Wort "Leiden" genießt im Zusammenhang mit chronischen "Krankheiten" nicht nur bezüglich der Epilepsie eine weite Verbreitung
es sei möglich
und ständig unter ihr zu leiden. [Bearbeiten]
ohne unter der Traurigkeit zu leiden; es sei nicht möglich
traurig zu sein
Schmerzen zu haben
Einige Menschen behaupten
ohne unter ihnen zu leiden; es sei auch möglich
ein Leben lang Epilepsie zu haben
Wortschöpfungen
In englischsprachigen Epilepsie-Foren im Internet wird manchmal der Ausdruck verwendet: "I had an E" - "Ich hatte ein E"
Das "E" gibt es als großes und als kleines
Die Austauschmöglichkeiten von Epilepsiekranken im Internet können dazu beitragen
dass sich nach und nach Begriffe entwickeln
mit denen sich epileptische Befindlichkeiten genauer beschreiben lassen als bisher
Begriffsentwicklungen erfordern eine Vergesellschaftung der Erfahrungen
die Epilepsiekranke bisher nicht herstellen konnten. [Bearbeiten]
Computerspiele & Medien
Bildschirme können durch Hell-Dunkel-Wechsel
durch wechselnde Farbkombinationen und durch Muster epileptische Anfälle provozieren
wenn der Wechsel nur wenige Male pro Sekunde stattfindet
für die meisten Menschen gefahrlos
Hell-Dunkel-Wechsel sind
in die Disko zu gehen
Die Wechsel wirken anregend und motivieren zum Beispiel Kinder dazu
oder Jugendliche
mit einem Stock an Lattenzäunen entlang zu laufen
Durch sehr schnelle Farb- und Hell-Dunkel-Wechsel löste 1997 in Japan die Kindersendung "Pocket Monsters" bei über 600 ZuschauerInnen ohne epileptische Vorgeschichte
so dass 200 von ihnen im Krankenhaus übernachten mussten. Ähnliche Wirkungen sind bei Computerspielen möglich
zumeist Kindern
epileptische Reaktionen aus
In vielen Handbüchern zu Computerspielen findet sich daher an prominenter Stelle eine Epilepsiewarnung
Die besondere Reaktionsbereitschaft auf Lichtreize wird Photosensibilität genannt
können je nach Anfallsform gar nicht
Menschen
nur eingeschränkt oder ohne Probleme Computerspiele spielen
die auch ohne Lichtreizung epileptische Anfälle haben
können unabhängig davon
evtl. auch Kinos
Die Photosensibilität tritt bei diesen Menschen zu über 90% mit idiopathisch-generalisierter Epilepsie auf
selten jedoch bei der fokalen Anfallsform. Röhrenbildschirme wie zum Beispiel herkömmliche Fernsehgeräte und Computer-Monitore mit Kathodenstrahlröhre
ob sie ruhige oder schnelle Bilder zeigen
epileptische Anfälle auslösen
Diese Systeme erzeugen durch sehr schnelle Lichtwechsel den Eindruck eines stehenden Bildes
dass das Problem nicht erkannt wird
besteht die Möglichkeit
Da sich bei diesen Systemen keine deutlichen Warnungen finden und gewisse Anfallsformen leicht mit vegetativen Störungen oder Kreislaufproblemen verwechselt werden
dass das Problem auch von NeurologInnen nicht erkannt wird
Es besteht außerdem die Möglichkeit
In diesem Fall werden vermeidbarerweise Antiepileptika genommen
Technisch ist das Problem häufig durch die Verwendung von Flachbildschirmen oder Bildschirmen mit hohen Bildwiederholfrequenzen lösbar. [Bearbeiten]
Siehe auch
Postparoxysmaler Dämmerzustand [Bearbeiten]
Literatur
Krämer
Günther: Epilepsie von A-Z - Medizinische Fachwörter verstehen (2004) Krämer
Günter: Diagnose Epilepsie - Kurz und bündig
die besten Therapien für sich nutzen
Helmut: Anfälle im Kindesalter - Schwerpunkt gutartige Epilepsien
Haiko: Epilepsie im Kindesalter - Eine interdisziplinäre Aufgabe (2000) Schneble
Wie Sie die Krankheit verstehen
Günter: Epilepsie - Antworten auf die häufigsten Fragen (1998) Volkers
Hansjörg: Epilepsie bei Kindern: Wie ihre Familie damit leben lernt
Ihren Alltag optimal gestalten (2003) Altrup u.a.: Epilepsie - Informationen in Texten und Bildern für Betroffene
Angehörige und Interessierte (2000) Puckhaber
was Epilepsie ist
wie der Arzt untersucht und behandelt (1999) Krämer
Antworten auf Elternfragen (1998) [Bearbeiten]
Kinder- und Jugendbücher zum Thema Epilepsie
Ellen: Edith allein
Beate: Was Du schon immer wissen wolltest über Dein Gehirn
Gerd: Bei Tim wird alles anders. (ab 5 Jahre) Howard
Deine Anfälle und das Krankenhaus. Fährmann
Richard & Krämer
Günter: Epilepsie-Wörterbuch für Kinder Dingenotto
Willi: Jakob und seine Freunde (ab 9 Jahre) Heinen
Appleton
Schröder
Silke & Elisabeth Reuter: Carla
Eine Geschichte über Epilepsie (ab 4 Jahre) Habermann-Horstmeier
Lotte: Karin und Max
Geschichten von einem Jungen und seiner geistig behinderten
H.: Das Eigentor oder die Geschichte vom Peter Guck-in-die Luft (ab 12 Jahre) Brandes
S.: Kein bisschen cool (ab 12 Jahre) [Bearbeiten]
epilepsiekranken Schwester. Schnebele
Weblinks
Epilepsie-Informationen (http://www.epilepsie-info.net) Selbsthilfegruppe Epilepsie Wuppertal & Umgebung (http://www.epilepsie-selbsthilfe.de/wuppertal/) Epilepsie-Informationen (http://www.epilepsie-informationen.de/) Epilepsie-Netzwerk (http://www.epilepsie-online.de/) Informationszentrum Epilepsie (http://www.izepilepsie.de/cweb/design/home.icom) Deutsche Epilepsievereinigung (http://www.epilepsie.sh/) Epilepsie-Netz (http://www.epilepsie-netz.de/) Schweizerische Liga gegen Epilepsie (http://www.epi.ch/dt/frame/frame.html) British Epilepsy Association (http://www.epilepsy.org.uk/info/videotxt.html) Deutsches Epilepsiemuseum Kork (http://www.epilepsiemuseum.de/deutsch/) EDÖ - Epilepsiedachverband Österreich (http://www.epilepsie.at/) Eltern SHG epilepsiekranker Kinder Salzburg (http://www.kinderepilepsie.at/) Epilepsie Bonn (http://www.epileptologie-bonn.de) Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen! - Zum Portal Medizin da:Epilepsi en:Epilepsy fi:Epilepsia fr:Épilepsie he:כיפיון it:Epilessia ja:�ん�ん pl:Padaczka pt:Epilepsia sv:Epilepsi
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