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Diskussion : Callcenter
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Impressum
Callcenter
Stichpunkte
Allgemein
Als Callcenter wird ein Unternehmen oder eine Unternehmensabteilung bezeichnet
in dem Marktkontakte telefonisch aktiv (outbound) oder passiv (inbound) hergestellt werden
"Verbergen") 1 Aufgaben 2 Arten und Struktur 3 Komponenten von Callcentern 3.1 Mitarbeiter 3.2 Telekommunikationstechnik 4 Mitarbeiterauslastung vs
In einem Callcenter wird neben Serviceangeboten auch häufig Telefonverkauf als Form des Direktmarketing operativ umgesetzt. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Erreichbarkeit 5 Operative Personalplanung 6 Wissenschaft 6.1 Kritik an Erlang C 6.2 Alternativen zum Erlang-C Modell 7 Beispiel 8 Siehe auch 9 Weblinks 10 Literatur [Bearbeiten]
Aufgaben
Callcenter können vielfältige Aufgaben erfüllen
Produktinformationen
Marktforschung
Meinungsforschung
Beschwerdemanagement
Auftrags- und Bestellannahme (z.B
Sie dienen zu Informationszwecken (Hotline
etc.)
Helpdesks
Ticket Services) oder auch als Notfall-Service (ADAC) und dem Verkauf mit Vertragsabschluss (ggf. mit Signatur per Telefax)
Versandhäuser
In jüngster Zeit werden jedoch gerade diese Aktionen vom Gesetzgeber stärker reguliert und eingeschränkt und der aktive Anruf ohne Kundenaufforderung stärker verfolgt. Die Call-Center-Branche ist groß: Allein in Deutschland arbeiten im Jahr 2004 rund 250.000 Menschen in diesem Industriezweig. [Bearbeiten]
Arten und Struktur
Outbound-Call centern
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Inbound-Callcentern
die ausschließlich von sich aus Personen kontaktieren
die nur extern eingehende Anrufe entgegennehmen
sowie Callcentern
in denen beide Formen gleichzeitig vorkommen. Im Inbound ruft der Kunde das Callcenter an
Es handelt es sich dabei z.B. um Bestellungen
Störmeldungen oder Beschwerden seitens der Kunden. Im Outbound werden Kunden bzw. potentielle Kunden im Rahmen umfangreicher Telefonmarketing-Aktionen gezielt angerufen
Informationsanforderung
Zwecke sind z.B. die Erhebung statistischer Daten
um Verkauf oder einfach nur um Adressaktualisierung. [Bearbeiten]
Bedarfs- und Ansprechpartner-Ermittlung (das so genannte Pre-Sale)
Komponenten von Callcentern
an denen die Mitarbeiter mit Headsets vor Computer-Terminals sitzen und die Anrufer bedienen
Die Arbeitsumgebung eines Callcenters ist im Allgemeinen ein Großraumbüro mit vielen abgeteilten Arbeitsplätzen
Aber auch konventionelle Büros mit zwei bis drei Mitarbeitern können im Falle anspruchsvoller Servicehotlines als Callcenter genutzt werden. [Bearbeiten]
Mitarbeiter
die Teamleiter Supervisoren
Die Telefonisten in einem Callcenter werden Agenten genannt
Diese sind vor allem für die Qualitätssicherung zuständig
Die übliche Anstellungsform der Agenten ist eine flexible
um die sich permanent ändernde Nachfragesituation zu bedienen
Es wird oft mit geringfügig Beschäftigten gearbeitet
Werbung) sinkt oder steigt das Call-Aufkommen drastisch in kürzester Zeit im Inbound-Geschäft
denn durch diverse externe Faktoren (Wetter
Wahlen
Sport
Ein Drittel der Angestellten arbeiten hier z.B. vollzeit und haben umfassende Erfahrung und hohe Qualifikationen
Diese Gruppe steigt stetig an und wird auch weitaus höher bezahlt
da es einen steigenden Bedarf in diese Richtung gibt und kaum freie Arbeitskräfte zur Verfügung stehen
z.B. im Outboundgeschäft zur Terminvereinbarung oder Storno-Rückgewinnung arbeiten sehr gleichmäßig mit einer klar vorgegebenen Call-Anzahl pro Schicht und Soll-Quoten
Andere Callcenterformen
Callcenter werden seit einigen Jahren häufig in Regionen mit niedrigen Lohnkosten eingerichtet
im ländlichen Raum oder an Universitätsstandorten
Multinationale Konzerne haben sich vor allem entschieden in Irland
Belgien und in den Niederlanden ihre zentralen Callcenter zu gründen
um von dort aus den gesamten europäischen Markt abzudecken. [Bearbeiten]
Telekommunikationstechnik
Eine Telekommunikationsanlage – PBX (Private [Automatic] Branch Exchange) genannt – verbindet via Telefonleitungen das öffentliche Telefonnetz mit den Telefonen im Callcenter
Zwischen der PBX und den Agenten befindet sich als Kernstück des Callcenters die ACD-Anlage (Automatic Call Distribution)
alle eingehenden Anrufe gleichmäßig auf die verfügbaren Agenten aufzuteilen
die die Aufgabe hat
Im Regelfall wird die Verteilung nach dem FIFO- ("first in first out") und dem "longest idle"-Prinzip vorgenommen
dass der ankommende Anruf
an denjenigen Mitarbeiter weitergeleitet wird
der als erster in der Telekommunikationsanlage registriert wurde
Das bedeutet
dessen letztes Gespräch am längsten zurückliegt
Es ist jedoch auch möglich andere Verteilungsregeln festzulegen (z.B
Unterscheidung nach unterschiedlicher Priorität der Anrufer
Verteilung bestimmter Rufnummern an bestimmte Mitarbeitergruppen
etc.)
solange zu warten
Wenn kein Agent freisteht
um einen ankommenden Anruf entgegenzunehmen
leitet die ACD den Anrufer automatisch an eine Warteschlange (Queue) weiter – hier wird er von einer aufgezeichneten Stimme darum gebeten
der seinen Anruf entgegennehmen kann
bis ein Mitarbeiter frei geworden ist
die sowohl für die Personalplanung als auch für die Steuerung der optimalen Auslastung eines Callcenters genutzt werden
aus denen wichtige Kennzahlen gewonnen werden
Neben der reinen Anrufverteilung ist eine weitere Aufgabe der ACD-Anlage die Erstellung umfangreicher Statistiken
So wird beispielsweise die Anzahl der eingehenden
entgegengenommenen und abgebrochenen Anrufe gespeichert
die zur Errechnung der Kenngröße "Erreichbarkeit" dienen
Weiterhin wird die Zeit erfasst
die Anrufer in der Warteschlange auf Weiterleitung zu einem Agent warten müssen – hieraus kann die Kenngröße "Servicelevel" abgeleitet werden
Die Gesamtdauer der einzelnen Anrufe ist abrufbar ("Wie lange dauert eine durchschnittliches Gespräch") und etliche weitere Daten
Diese werden nicht nur zur nachträglichen Auswertung genutzt
sondern können in der Regel auch "online" eingesehen werden
wie viele Anrufer sich momentan in der Queue befinden
so dass beispielsweise den Agenten im Callcenter angezeigt wird
und so den (fehleranfälligen) Weg der Weiterverbindung durch einen Menschen einspart
die Agenten von Routineauskünften zu befreien sowie bestimmte Anfragen direkt an die richtige Mitarbeitergruppe weiterzuleiten
die dazu dient
Häufig verwenden Callcenter eine IVR (Interactive Voice Response)
Anrufer werden mit einer aufgezeichneten Begrüßung empfangen und es werden Ihnen verschiedene Möglichkeiten angeboten
die per Tastendruck oder Sprache ausgewählt werden können
Die IVR kann insbesondere bei häufig vorkommenden Nachfragen nach bestimmten Informationen (z.B
Kontostandabfrage) ein Gespräch mit einem Agent komplett ersetzen
Ein CTI-System (Computer Telephony Integration) verbindet die PBX des Callcenters mit einem Computersystem
Ist der Anrufer identifiziert – z.B. durch seine Telefonnummer oder die Eingabe seiner Kontonummer/PIN ins IVR-System – so können sämtliche über den Kunden gespeicherten Daten am Bildschirm des Agenten angezeigt werden
Der Agent kann nachvollziehen
ohne dass der Kunde seinen Wunsch erneut vortragen bzw. der Agent mit seinen Kollegen Rücksprache halten muss. Dies hat eine erhebliche Beschleunigung der Prozesse zur Folge. [Bearbeiten]
was der Anrufer mit anderen Mitarbeitern besprochen hat
Mitarbeiterauslastung vs. Erreichbarkeit
Die Erreichbarkeit eines Callcenters ist unmittelbar von der Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter abhängig
Werden zu viele Agenten eingesetzt
so spricht man von einer Überdeckung
Die Überkapazitäten verursachen Mehrkosten; das Callcenter arbeitet unrentabel
da diese unausgelastet sind
Neben der Kostenkomponente führt eine Überdeckung zusätzlich zu einer Verschlechterung der Mitarbeitermotivation
Bei Einsatz zu weniger Agenten – einer Unterdeckung – verschlechtert sich hingegen die Erreichbarkeit und damit die Servicequalität des Callcenters vor allem beim Auftreten von Nachfragespitzen
die aufgrund der Unterdeckung nicht angenommen werden können ("lost calls")
revidieren die eingesparten Kosten im Personaleinsatz durch möglicherweise entgangene Umsätze
Anrufe
Die Mitarbeiterauslastung sinkt bei steigendem Servicelevel
dass Agenten sehr schnell nach Beendigung eines Gespräches einen neuen Anruf entgegennehmen
Eine hohe Auslastung wird dadurch erreicht
so dass zwischen diesen Anrufen nur eine sehr kurze oder keine Pause liegt
dass die Anrufe in der Queue vorgehalten werden – dies senkt allerdings den Servicelevel
Dies wird dadurch erreicht
möglichst gering zu halten
einen möglichst hohen Servicelevel zu erreichen und so die Zahl der Kunden
die in der Queue warten müssen
Das Ziel eines Callcenters sollte es sein
Es ist aber für ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen nicht möglich
selbst in kurz auftretenden Spitzenzeiten jeden Anruf direkt anzunehmen – die hohen Personalkosten wären nicht zu tragen
Da die Agenten einen längeren Zeitraum arbeiten
würde nach den Spitzenzeiten sofort eine Unterdeckung mit den oben genannten Problemen eintreten
Eine rein kostenorientierte Personalausstattung führt zu einer hohen Mitarbeiterauslastung aber ebenso auch zu einer Verschlechterung der Erreichbarkeit des Callcenters – besonders zu den Spitzenzeiten
da ein Teil der nicht bedienten Anrufer möglicherweise auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr anrufen wird
Dies kann zu Einbußen führen
die dem Kunden mangels Erreichbarkeit des Callcenters entstehen
Bei der Kapazitätsplanung müssen die Kosten der Mitarbeiterauslastung gegen die "Wartekosten"
gegeneinander abgewogen werden. [Bearbeiten]
Operative Personalplanung
die es ermöglicht kurzfristige Verschiebungen in der Planung vorzunehmen und so z.B
Die operative Personalplanung sieht in Call Centern im Regelfall wie folgt aus: Prognose des Anrufaufkommens je Zeitabschnitt Ermittlung der erforderlichen Anzahl von Agenten je Zeitabschnitt unter Berücksichtigung eines vorgegebenen Servicelevels Planung der erforderlichen Schichten Zuordnung der Agenten zu den Schichten Hieran schließt sich eine Echtzeitplanung an
Toilettenpausen der Agenten oder Besprechungen zu berücksichtigen
Bei der operativen Personalplanung muss ein erhebliches Datenvolumen verarbeitet werden
Diese Verarbeitung ist nur rechnergestützt sinnvoll möglich
Man nutzt hierzu sogenannte "Workforce Management Systeme". [Bearbeiten]
Wissenschaft
Zur Berechnung der benötigten Callcenteragenten wird üblicherweise die vom dänischen Mathematiker Agner Krarup Erlang entwickelte Erlang C-Formel verwendet
kann mit der Erlang B-Formel errechnet werden. [Bearbeiten]
Die Berechnung der benötigten Telefonleitungen
Kritik an Erlang C
Obwohl die Anwendung des Erlang C-Modells weit verbreitet ist
gibt es zahlreiche Kritikpunkte
Die Realität unterscheidet sich in vielen Punkten vom Modell. Begrenzte Geduld der Anrufer Der Anrufer wird nicht unbegrenzt lange in der Queue warten
sondern nach eine gewissen Zeitspanne auflegen. Begrenzter Warteraum Der Warteraum ist durch die Anzahl der vorhandenen Leitungen im Call Center begrenzt
Sind diese belegt
hört der Anrufer ein Besetztzeichen. Abnehmender Grenznutzen Ab einem gewissen Servicelevel-Schwellenwert (80-90%) bringt der Einsatz zusätzlicher Mitarbeiter nur noch marginale Verbesserungen der Erreichbarkeit
Dies wird als "Law of dimishing returns" bezeichnet. Unproduktivität Pausenzeiten der Mitarbeiter werden nicht berücksichtigt. Sensitivität der Formel Die Erlang-C Formel kann schon bei kleinen Variationen der Parameter λ
μ und c deutlich unterschiedliche Ergebnisse erzielen
wenn a nahe bei c liegt. Dynamische Ankunftsraten Oft trifft die Annahme der Ankunftsverteilung nicht zu
Dies ist besonders der Fall
sondern mehrere heterogene Gruppen - beispielsweise bei "Premium-Kunden". Diese Ungenauigkeiten führen in der Summe im Regelfall zu einer Überdeckung (es werden mehr Agenten beschäftigt
Kurz nach einem Werbespot tritt eine massive Häufung von Anrufen auf. Heterogene Agenten Die Agenten sind im Regelfall nicht alle auf einem Wissenstand
als benötigt). [Bearbeiten]
sondern haben bestimmte "Spezialgebiete". Heterogene Anrufer Oftmals bilden die Anrufer keine homogene Gruppe
Alternativen zum Erlang-C Modell
Es werden verschiedene auf Erlang-C basierende Algorithmen in Workforce-Management Systemen verwendet
die bessere Ergebnisse liefern
In der Regel sind diese Algorithmen jedoch nicht veröffentlicht
die jedoch nicht weit verbreitet eingesetzt werden
Es existieren bessere Warteschlangenmodelle
In zunehmendem Maße werden stattdessen Simulationsprogramme eingesetzt. [Bearbeiten]
Beispiel
zeitlich versetzte Stufen unterteilt werden
Ein typisches Projekt im Telefonmarketing mit Hilfe eines Callcenters für den Verkauf eines hochpreisigen Produktes oder einer erklärungsbedürftigen Dienstleistung muss in mehrere
Bei einem Business-to-Business-Verkauf eines Getränkeautomaten könnte dies so aussehen: Call zur Adressaktualisierung und Ermittlung des Ansprechpartners (des Entscheiders): z.B
Kantinenpächter Call mit dem Entscheider
Geschäftsleiter
Bedarfsermittlung und das Sammeln von Marketingdaten
Das ist die so genannte Qualifizierung (Informationssammlung über vorhandene Produkte
Investitionsplanung usw.)
Anforderungen
in der Regel direkt durch das ausführende Callcenter
Fax oder E-Mail versendet
Oft wird danach schriftlich Informationsmaterial per Brief
Call an alle positiv qualifizierten Ansprechpartner
mit dem Ziel
das Produkt oder die Dienstleistung zu verkaufen
Nachfass-Call an alle Interessenten
Nichtreagierer
Calls auf Wiedervorlage: nach mehreren Monaten
die angerufen werden sollen
um z.B. den anstehenden Ersatzbedarf abzudecken Projekt-Abwicklung: Es werden die Adressen definiert
Das Volumen und die Kapazität (Calls/Tag) werden festgelegt
Für jede Stufe wird ein schriftlicher Gesprächsleitfaden erarbeitet
Weiter wird die Vergütung des Callcenters ausgehandelt
Bei verkaufsorientierten Projekten ist eine Provisionsregelung unumgänglich
Ggf. werden die Agenten am Produkt geschult
Während der Calls werden dem Auftraggeber tagesaktuelle Erfolgsstatistiken übermittelt
So kann in laufende Aktionen zeitnah eingegriffen werden. [Bearbeiten]
Siehe auch
Portal Verhandlung und Verkauf Customer Relationship Management [Bearbeiten]
Weblinks
http://www.gegenentwurf-muenchen.de/morgenroth.htm Kampagnen als Arbeitskampfmittel - Aufstand im Call-Center: Die Kampagne Citi-Critic [Bearbeiten]
Literatur
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and Operations
Creating Value in Financial Services: Strategies
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W. und DK
57-388 Wiencke
oke (1997)C
all Center PraxisS
tuttgart: Schäffer-Poeschel. en:Call centre
[X] Schliessen
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