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Diskussion : Dreißigjähriger Krieg
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Dreißigjähriger Krieg
Stichpunkte
Allgemein
Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war zugleich ein Religionskrieg und ein klassischer Staatenkonflikt um Hegemonie oder Gleichgewicht zwischen den Mächten Europas
In ihm entluden sich zum einen die Konflikte innerhalb Deutschlands zwischen der Katholischen Liga und der Protestantischen Union
Zum anderen trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien ihre dynastischen und Interessenkonflikte mit Frankreich
Dänemark und Schweden aus
den Niederlanden
Die Feldzüge und Schlachten fanden überwiegend auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation statt
aber auch die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen verheerten und entvölkerten ganze Landstriche des Reiches
Die Kriegshandlungen selbst
Gemessen an der Zahl der Opfer im Verhältnis zur damaligen Gesamtbevölkerung war der Dreißigjährige Krieg die größte Katastrophe in der Geschichte Deutschlands. Bild nicht gefunden Der Prager Fenstersturz war ein Auslöser aber nicht die Ursache des Krieges Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Ursachen und Vorgeschichte 1.1 Konfessionelle Gegensätze 1.2 Dynastische Gegensätze 1.3 Verschärfung der Konfliktlage 2 Der Ausbruch des Krieges 3 Der Verlauf 3.1 Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-25) 3.2 Dänisch-niedersächsischer Krieg (1625-30) 3.3 Schwedischer Krieg (1630-35) 3.4 Schwedisch-Französischer Krieg (1635-48) 4 Der Westfälische Friede und die Kriegsfolgen 5 Der Krieg in der kollektiven Erinnerung 6 Literatur 7 Weblinks [Bearbeiten]
Ursachen und Vorgeschichte
[Bearbeiten]
Konfessionelle Gegensätze
die Deutschland konfessionell gespalten hatte
versuchten die katholischen und protestantischen Landesherren zunächst
eine für beide Seiten akzeptable Verfassungsordnung und ein Mächtegleichgewicht zwischen den Konfessionen im Reich zu finden
Nach der ersten Phase der Reformation
Im Augsburger Religionsfrieden vom 25
eius religio (= Wer die Herrschaft hat
bestimmt die Glaubensrichtung seiner Untertanen)
September 1555) einigten sie sich schließlich auf den Grundsatz cuius regio
Seither waren das katholische und das lutherische Glaubensbekenntnis als gleichberechtigt anerkannt
nicht jedoch das reformierte
Mit der weiteren Ausbreitung der Reformation gegen Ende des 16
Jahrhunderts und dem gleichzeitigen Wiedererstarken des Katholizismus in der Gegenreformation
schwand jedoch zunehmend die Bereitschaft zum Kompromiss
mit Gewalt die eigene Position auf Kosten der Gegenseite auszubauen oder verloren gegangenes Terrain zurück zu gewinnen
Eine neue Generation von Fürsten - sowohl auf katholischer wie auf evangelischer Seite - strebte danach
Dazu kam das Bestreben der Calvinisten nach reichsrechtlicher Gleichstellung ihrer Konfession
Verschärft wurde die Lage in Deutschland zu Beginn des 17
Jahrhunderts durch eine Wirtschaftskrise sowie durch dynastische Konflikte
die weit über den konfessionellen Gegensatz hinaus gingen. [Bearbeiten]
Dynastische Gegensätze
So führten die protestantischen Niederlande seit 1568 einen Unabhängigkeitskrieg - den so genannten Achtzigjährigen Krieg - gegen die Krone des katholischen Spanien
deren Oberhaupt die römisch-deutsche Kaiserkrone trug
Unterstützung fand das in Spanien regierende Haus Habsburg bei der österreichischen Linie der Familie
das fast vollständig von habsburgischen Territorien umringt war und sich aus dieser Umklammerung zu befreien versuchte
Die Niederländer wiederum wurden von Frankreich unterstützt
der aber auf 10 Jahren befristet war. [Bearbeiten]
1609 schlossen Spanien und die Niederlande einen Waffenstillstand
Verschärfung der Konfliktlage
verschärften sich die konfessionellen Gegensätze im Reich: Im Jahr 1608 untersagte der protestantische Rat der Stadt Donauwörth den Katholiken die Ausübung ihres Glaubens
Während der erneute Ausbruch des Kampfes um die Niederlande absehbar war
Daraufhin wurde über die Stadt die Reichsacht verhängt
Herzog Maximilian I. von Bayern führte Donauwörth gewaltsam zum katholischen Glauben zurück
Als Reaktion darauf schlossen sich die meisten protestantischen Reichsstände zur Protestantischen Union zusammen
um den Bestrebungen zur Rekatholisierung evangelischer Gebiete entgegenzutreten
Führer der Union war der calvinistische Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz
Im Gegenzug schlossen sich noch im gleichen Jahr die katholischen Reichsstände unter der Führung Maximilians I. von Bayern - einem Wittelsbacher wie Friedrich V. - zur Katholischen Liga zusammen. Bild nicht gefunden Heinrich IV. von Frankreich Konfessionelle und dynastische Spannungen hatten mittlerweile in ganz Europa ein enormes Konfliktpotenzial angehäuft
Diese Spannungen hätten sich beinahe bereits 1610 im Jülich-Klevischen Erbfolgestreits entladen und zum zum Ausbruch eines großen
gesamteuropäischen Krieges geführt
der die treibende Kraft hinter dem anti-habsburgischen Bündnis gewesen war. [Bearbeiten]
Verhindert wurde dies nur durch die die Ermordung des französischen Königs Heinrich IV.
Der Ausbruch des Krieges
war schließlich der Aufstand der mehrheitlich protestantischen böhmischen Stände im Jahr 1618
die zum Ausbruch des großen Krieges führte
Die Ursache
gegenreformatorisch gesinnte österreichische Erzherzog und König von Böhmen Ferdinand II.
der 1619 zum Kaiser gewählt werden sollte
Im Streit um die Nutzung einer Kirche in dem böhmischen Dorf Braunau hatte der streng katholische
der den Protestanten in Böhmen Religionsfreiheit zugesichert hatte. Bild nicht gefunden Kaiser Ferdinand II
den Majestätsbrief widerrufen
Die Aufständischen schritten im Mai 1618 zu einer in Böhmen traditionellen Form des Protests und warfen die kaiserlichen Räte Martinitz und Slavata sowie einen Sekretär aus einem Fenster der Prager Burg
Dieser 2
Prager Fenstersturz gilt bis heute als Auslöser des Krieges
Die böhmischen Stände beriefen sich nun auf ihr angestammtes Recht
ihren König selbst zu wählen und erklärten 1619 Ferdinand für abgesetzt
Statt seiner wählten sie den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz
das Oberhaupt der Protestantischen Union im Reich
akzeptierte Friedrich die Wahl
Christian I. von Anhalt-Bernburg
erhielt von den protestantischen Reichsständen nach der Unterzeichnung des Ulmer Vertrags jedoch nicht die erhoffte militärische Unterstützung
Beeinflusst von seinem Minister
Dennoch zog Friedrich in Prag ein
Er sollte dort aber nicht länger als ein Jahr regieren und als "Winterkönig" in die Geschichte eingehen. Ferdinand II. konnte den Verlust Böhmens nicht akzeptieren
wenn er sein Ansehen als Kaiser wahren wollte
Da ihm aber selbst die Mittel für einen Krieg mit Friedrich V. und den böhmischen Ständen fehlten
schloss er mit Maximilian I. von Bayern den Vertrag von München
Danach sollte der Herzog den böhmischen Aufstand mit einer Armee der Katholischen Liga niederschlagen
Im Gegenzug sollte der bayerische Wittelbacher die Kurwürde seines pfälzischen Vetters Friedrich erhalten und die Oberpfalz für Bayern annektieren dürfen
Bild nicht gefunden Johann Tserclaes Tilly - Führer des Heeres der katholischen Liga Mit der Entsendung der Liga-Truppen unter der Führung des bayerischen Feldherrn Johann Tserclaes Tilly nach Böhmen trat der Konflikt endgültig in die kriegerische Phase ein
der eine Krone akzeptierte
der seine katholische Überzeugung über Frieden und Kompromiss in seinem Herrschaftsbereich stellte; Friedrich V.
die traditionell den Habsburgern zustand
Alle Beteiligten waren entscheidende Schritte zu weit gegangen: Ferdinand II.
wohl wissend
die das Mächtegleichgewicht im Reich so stark zugunsten des Katholizismus verschieben mussten
der die Unterstützung des Kaisers von Forderungen abhängig machte
dass Ferdinand II. schon aus Gründen der Reputation nicht kampflos auf sie verzichten konnte; und schließlich Maximilian I.
dass die protestantischen Fürsten dies nicht würden hinnehmen können. [Bearbeiten]
Der Verlauf
wurde im Verlauf des Krieges schon bald offenbar
Obwohl zunächst religiös begründet
dass er aus rein machtpolitischen Gesichtspunkten geführt wurde
die beide von katholischen Mächten geführt wurden: die spanischen und österreichischen Habsburger einerseits und Frankreich andererseits
Im Gebiet des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation bekriegten sich zwei Machtblöcke
Insgesamt lassen sich in den 30 Jahren von 1618 bis 1648 vier aufeinanderfolgende Konflikte unterscheiden. [Bearbeiten]
Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-25)
würden die böhmischen Stände mit ihrem Aufstand erfolgreich sein
Bild nicht gefunden Schlacht am Weißen Berg Anfänglich erschien es so als
Das böhmische Heer unter Heinrich Matthias von Thurn drang in die österreichischen Stammlande der Habsburger ein und stand am 6
Juni 1619 vor Wien
Besonders der mit den Böhmen verbündete Fürst von Siebenbürgen
machte Kaiser Ferdinand II. schwer zu schaffen
Bethlen Gábor
Erst als der Kaiser im Münchner Vertrag (8
der protestantische Kurfürst von Sachsen
Johann Georg I. an die Seite des Kaisers trat und die in der Union zusammengeschlossenen protestantischen Reichsstände Friedrich V. von der Pfalz nicht adäquat zu Hilfe kamen (Ulmer Vertrag)
die Unterstützung von Maximilian I. von Bayern versprochen bekam
wendete sich das Kriegsblatt
Oktober 1619)
Fürst von Anhalt-Bernburg von den kaiserlich-ligistischen Truppen unter Tilly und Karl Bonaventura Graf von Buquoy schwer geschlagen
In der Schlacht am Weißen Berg wurde das Heer der böhmischen Stände unter Christian I.
Nach der Schlacht floh Friedrich aus Böhmen
über ihn wurde die Reichsacht verhängt
Ein Großteil der aufständischen böhmischen Adeligen wurde am 21
Juni 1621 hingerichtet
Gemälde von Paulus Moreelse
Schon vorher hatte sich die Protestantische Union aufgelöst. Bild nicht gefunden Herzog Christian von Halberstadt
1619 Die noch verbliebenen protestantischen Heerführer Christian von Halberstadt und Ernst von Mansfeld setzten den Krieg außerhalb Böhmens fort
In den pfälzischen Erblanden des "Winterkönigs" konnten sie zunächst bei Wiesloch und Wimpfen größere Erfolge feiern
mussten jedoch bei Höchst gegen die Kaiserlichen und bei Fleurus gegen die Spanier schwere Niederlagen erleiden
Die Pfalz konnte nicht gehalten werden und Friedrich V. verlor am 23
die auf Maximilian von Bayern übertragen wurde
Februar 1623 die Kurwürde
Christian von Halberstadt erlitt bei Stadtlohn erneut eine verheerende Niederlage und seine dezimierten Truppen waren fortan für die Kaiserlichen kein ernstzunehmender Gegner mehr. [Bearbeiten]
Dänisch-niedersächsischer Krieg (1625-30)
Nachdem die protestantischen Heere im Reich eine Niederlage nach der anderen erlitten hatten
griff nun Christian IV. von Dänemark zu den Waffen
der sich zunächst gegen Thüringen und dann gegen Süddeutschland richten sollte
Der dänische König plante mit seinem Verbündeten Ernst von Mansfeld einen Feldzug
da er am 27
Christian konnte diesen Plan jedoch nicht umsetzen
August 1626 bei Lutter am Barenberge eine vernichtende Niederlage gegen Tilly einstecken musste
Nach der Schlacht verloren die Dänen die Unterstützung sämtlicher protestantischer Fürsten in Norddeutschland
Bereits am 25
April 1626 hatte Christians Verbündeter Ernst von Mansfeld an der Dessauer Elbbrücke eine entscheidende Niederlage gegen den kaiserlichen Feldherren Wallenstein erlitten
Mansfelds militärische Karriere war nach der Schlacht beendet
das den Höhepunkt der kaiserlichen Macht im Reich markierte. [Bearbeiten]
Die protestantische Sache im Reich schien verloren und Ferdinand II. erließ das Restitutionsedikt (1629)
Schwedischer Krieg (1630-35)
Bild nicht gefunden Gustav II
Adolf wurde in der Schlacht bei Lützen tödlich verwundet Nachdem mit Dänemark eine Ostseemacht aus dem Dreißigjährigen Krieg ausgeschieden war
sah Gustav Adolf von Schweden die Chance gekommen seine hegemonialen Ansprüche in Nordosteuropa durchzusetzen
Er landete mit seiner Armee am 4
Brandenburg und Sachsen zu einem Bündnisvertrag
Mecklenburg
Juli 1630 auf Usedom und zwang Pommern
Am 17
September 1631 trafen die Schweden bei Breitenfeld auf die kaiserlichen Truppen unter Tilly
der noch kurz zuvor die Stadt Magdeburg dem Erdboden gleich gemacht hatte
Tilly wurde vernichtend geschlagen und konnte auch im folgenden Jahr den Vormarsch der Schweden in Süddeutschland nicht aufhalten
In der Schlacht bei Rain am Lech wurde er tödlich verwundet
Die Schweden drangen daraufhin bis München vor und bedrohten Österreich. Bild nicht gefunden Albrecht von Wallenstein wurde auf Befehl des Kaisers 1634 in Eger ermordet In dieser für den Kaiser gefährlichen Situation ernannte er den 1630 auf dem Reichstag von Regensburg entlassenen Wallenstein erneut zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen (April 1632)
Wallenstein gelang es tatsächlich Gustav Adolf Paroli zu bieten
Der charismatische schwedische König verlor in der Schlacht bei Lützen am 16
November 1632 das Leben
Die Herrschaft für die noch unmündige Christina
Tochter Gustav Adolfs
übernahm Axel Oxenstierna
Dieser schloss mit den Protestanten des fränkischen
schwäbischen und rheinischen Reichskreises den Heilbronner Bund (1633-1634) und führte den Kampf weiter
Sein fähigster Gegner Albrecht von Wallenstein wurde am 26
Februar 1634 in Eger ermordet
Im selben Jahr konnten die kaiserlichen Armeen in der Schlacht bei Nördlingen den ersten wirklich großen Sieg über die Schweden unter dem bedeutenden Feldherrn Bernhard von Sachsen-Weimar erringen. Bild nicht gefunden Bernhard von Sachsen-WeimarDie protestantischen Reichstände
der die Aussetzung des Restitutionsedikt von 1629 beinhaltete
zuallererst Kursachsen brachen im Jahre 1635 aus dem Bündnis mit Schweden aus und schlossen mit Kaiser Ferdinand II. den Prager Frieden
Man beschloss auch
nun gemeinsam gegen die Feinde des Reiches vorzugehen
da sich ab 1635 die protestantischen und katholischen Stände des Reiches sowie das protestantische Schweden und das katholische Frankreich gegenüberstanden. [Bearbeiten]
Der Dreißigjährige Krieg hörte damit auf ein Krieg der Konfessionen zu sein
Schwedisch-Französischer Krieg (1635-48)
Obwohl Frankreich fast zur Gänze von habsburgischen Territorien umgeben war und ein Hauptinteresse an der Schwächung der spanischen und kaiserlichen Macht hatte
wurde es bis 1635 nicht selbst militärisch aktiv
trat Frankreich offen in den Krieg ein
Erst als sich im Reich Kriegsmüdigkeit breit zu machen schien
Schon vorher hatte die französische Krone Schweden und die protestantischen Fürsten
im Vertrag von Bärwalde 1631
finanziell unterstützt
der als Erster Minister König Ludwigs XIII. die Politik des Landes maßgeblich bestimmte
Bild nicht gefunden Richelieu hatte kein Interesse an einer Beendigung des KriegesZudem suchte Kardinal Richelieu
durch diplomatische Aktivitäten einzelne Fürsten im Westen des Reichs an sich zu binden
Dies gelang beispielsweise in dem Schutzvertrag mit dem Kurfürsten von Trier Philipp Christoph von Sötern
der den Franzosen kampflos die Festungen Philippsburg und Ehrenbreitstein einbrachte
In den folgenden Jahren drangen Französische Armeen unter den Generälen Turenne und Condé bis nach Bayern und Böhmen vor
Mit dem Eingreifen Frankreichs stand fest
dass der habsburgische Kaiser seinen absoluten Machtanspruch gegenüber den Reichsständen nicht würde durchsetzen können. [Bearbeiten]
Der Westfälische Friede und die Kriegsfolgen
war man 1648 endlich bereit
bis alle Beteiligten eingesehen hatten
dass "mit Krieg keine Seelen zu gewinnen sind" und keine Partei einen dauerhaften Sieg würde erringen können: Als die Truppen ausgeblutet waren
Erfolge ausblieben und die Sinnlosigkeit weiterer Kämpfe offenbar wurde
Frieden zu schließen
Es dauerte knapp 30 Jahre
und Osnabrück
das dem protestantischen Lager zugehörte
traditionell eine Hochburg der Katholiken
Zur Aushandlung des Friedensvertrages wählte man die Städte Münster
Der kaiserliche Gesandte
Fürst Johann Ludwig von Nassau Hadamar führte die Friedensverhandlungen zum erfolgreichen Abschluss
Im Westfälischen Frieden wurden neben der katholischen und der lutherischen nun auch die reformierte Konfession im Reich als gleichberechtigt anerkannt
Die neue Großmacht Schweden erwarb 1648 Vorpommern und das Herzogtum Bremen mit Verden
und auch die angestrebte religiöse Einheit wurde nicht erreicht
Spanien verlor nicht nur die Niederlande endgültig
sondern auch seine Stellung als Großmacht. Österreich verlor kaiserlichen Einfluss an die Fürsten
Frankreich hingegen wurde zum mächtigsten Land Europas
Die Folgen für das Heilige Römische Reich waren gewaltig
Die Niederlande fielen vom Reich ab und wurden international – sogar von Spanien – anerkannt
Die Landesfürsten erlangten fast völlige Souveranität
auch wenn die Habsburger ihn noch bis 1806 führten
Der Titel des Kaisers war nun kaum noch mehr als ein Ehrentitel
Wenig beachtet aber nicht minder bedeutsam war
dass Deutschland mit der Unabhängigkeit der Niederlande und dem Verlust wichtiger Küstenregionen und Ostseehäfen an Schweden fast völlig von der Hohen See abgeschnitten war
Spanien und die Niederlande nach dem Dreißigjährigen Krieg einflussreich und wohlhabend machen sollte
Schweden
Es war weitgehend vom Erwerb von Kolonien ausgeschlossen und damit vom Seehandel
der andere Nationen wie England
dessen Ausbleiben für Deutschland kaum ermessliche geschichtliche und gesellschaftliche Folgen gezeitigt hat
Mit dem überseeischen Handel ging in diesen Ländern ein Aufschwung des liberalen Bürgertums einher
Der Krieg endete ohne wirklichen Sieger
Sein Ende bedeutete jedoch auch die Abkehr von Glaubenskriegen in Europa
Deutschland war verwüstet
verarmt und über ganze Landstriche entvölkert: Weit mehr als bei allen früheren (und vielen späteren) Kriegen war praktisch die gesamte deutsche Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen worden
aber dennoch erheblich
die bei 25 -33% lagen
Heutigen Erkenntnissen zufolge waren die Verluste an Menschenleben geringer als in früheren Schätzungen angenommen wurde
Von etwa 20 Millionen Bewohnern des Reiches fanden schätzungsweise 3-4 Millionen den Tod
ein Bevölkerungsanteil von 15-20 %
bildete Deutschland einen lockeren Verbund von Fürstentümern
der sich aber in den nächsten 150 Jahren als wesentlicher Friedensfaktor in Europa erweisen sollte
Während sich Frankreich und England bereits zu Nationalstaaten entwickelt hatten
um selbst angreifen zu können
um Angriffe von Außen abzuwehren
Bis zur Französischen Revolution war das Reich noch stark genug
aber zu schwach
Andererseits wirkte sich das Fehlen einer starken Zentralmacht und einer Hauptstadt von der Größe Londons oder Paris' negativ auf die Herausbildung eines selbstbewussten Bürgertums aus. [Bearbeiten]
Der Krieg in der kollektiven Erinnerung
denn gemessen an der Bevölkerungszahl forderte er ungleich mehr Opfer als die nationalsozialistische Herrschaft und die Weltkriege des 20
Der Dreißigjährige Krieg ist im kollektiven Gedächtnis der Deutschen als größte Katastrophe ihrer Geschichte haften geblieben
Jahrhunderts
Kindchen
bet'
morgen kommt der Schwed'" bis zu großen Werken der Dichtkunst
Dies hat vielfältige Spuren in Kunst und Alltagsleben hinterlassen - von einfachen Kinderreimen wie "Bet'
erschienen 1669
In seinem Schelmenroman "Der abenteuerliche Simplicissimus"
schilderte Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1625-1676) die Wirren und Gräuel des Krieges und schuf damit den ersten bedeutenden Roman der deutschen Literatur
Hunger
in der sich die Gewissheit von Tod und Vergänglichkeit mit barocker Lebensgier verband
Krankheiten und allgemeiner Zerstörung ließ eine Lyrik von bis dahin nicht gekannter Eindringlichkeit entstehen
Das Erlebnis von nicht enden wollendem Krieg
das bis heute zu den meist zitierten Antikriegsgedichten zählt
So schrieb Andreas Gryphius das Sonett "Tränen des Vaterlandes Anno 1636"
die rasende PosaunDas vom Blut fette Schwert
die donnernde Kartaun
Es beginnt mit den Versen: Wir sind doch nunmehr ganz
ja mehr denn ganz verheeret!Der frechen Völker Schar
Hat allen Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret. Im 18
Jahrhundert beschäftigte sich Friedrich Schiller als Historiker und Dramatiker mit dem Krieg
1792 veröffentlichte er eine in weiten Teilen noch heute gültige "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges"
Sieben Jahre später vollendete er sein dreiteiliges Drama "Wallenstein"
Mit wachsendem zeitlichem Abstand sahen Schriftsteller in dem großen Konflikt des 17
Jahrhunderts zunehmend eine Metapher für die Schrecken des Krieges überhaupt
Das bekannteste Beispiel dafür aus dem 20
dass die Verrohung und Zerstörung des Menschen durch die Gewalt überall und zu jeder Zeit möglich ist. [Bearbeiten]
aber deutlich macht
das im Dreißigjährigen Krieg angesiedelt ist
Jahrhundert ist Bertolt Brechts Stück "Mutter Courage und ihre Kinder"
Literatur
Erstausgabe 1920
bei DTV
Juni 2003
Alfred Döblin: Wallenstein
Katalogband und zwei Textbände
Münster 1998 [Dokumentation der Europaratsausstellung zum 350-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens in Münster und Osnabrück
expressionistischer Roman Klaus Bußmann und Heinz Schilling (Hg.): 1648 - Krieg und Frieden in Europa
Standardwerk zu den europäischen Verflechtungen im Krieg] Bernhard Kroener und Ralf Proeve (Hg.): Krieg und Frieden
Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit
Johannes: Der Dreißigjährige Krieg
Frankfurt a.M
Paderborn 1996 Burkhardt
Münster 1965 [Standardwerk zu den Friedensschlüssen von Münster und Osnabrück] Heinz Duchhardt (Hg.): Der Westfälische Friede
1992 [ein Standardwerk zur modernen Interpretation des Krieges und seiner Ursachen] Fritz Dickmann: Der Westfälische Friede
kulturelles Umfeld
Diplomatie
München 1998 Findeisen
Jörg-Peter: Der Dreißigjährige Krieg
politische Zäsur
Rezeptionsgeschichte
Eine Epoche in Lebensbildern
Graz/Wien/Köln 1998 Ernst Höfer: Das Ende des Dreißigjährigen Krieges
Strategie und Kriegsbild
Hans Medick (Hg.): Zwischen Alltag und Katastrophe
Köln/Weimar/Wien 1997 Cordula Kapser: Die bayerische Kriegsorganisation in der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges 1635-1648/49 (Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte 25)
Münster 1997 Benigna von Krusenstjern
Der Dreißigjährige Krieg aus der Nähe
Göttingen 1999 Mieck
Ilja: Wallenstein 1634
Suhrkamp Taschenbuch Verlag
1999 Golo Mann: Wallenstein
Mord oder Hinrichtung? in Demandt
Alexander (Hrsg.) Das Attentat in der Geschichte
Dirk Niefanger (Hg.): Ein Schauplatz herber Angst
Frankfurt am Main 1971 [Erzählende Biographie des kaiserlichen Feldherrn] Markus Meumann
Frankfurt a.M.
Wahrnehmung und Darstellung von Gewalt im 17
Söldner und Gesandte
Erstausgabe 1800 Gunnar Teske: Bürger
Bauern
bei Reclam
Ditzingen
2003
Göttingen 1997 Friedrich Schiller: Die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
München 1988 [erstmals erschienen 1792] Friedrich Schiller: Wallenstein
Jahrhundert
Der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Frieden in Westfalen
1997
ardey verlag
Berlin 2002 [Erstausgabe: London 1938; noch immer eine der besten erzählenden Darstellungen des Krieges] Julia Zunckel: Rüstungsgeschäfte im Dreißigjährigen Krieg
Münster
2te Auflage 1998
ISBN 3-97023-085-1 Cicely Veronica Wedgwood: Der Dreißigjährige Krieg
manchmal etwas grausam-realistisch
ISBN 3-926621-32-X
Berlin 1997 Peter Engerisser: "Von Kronach nach Nördlingen - Der Dreißigjährige Krieg in Franken
Amsterdam und Hamburg (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte 49)
Würzburg
sehr spannend geschrieben
Literaturempfehlung für Jugendliche: Tilman Röhrig: "In 300 Jahren vielleicht"
ISBN 3-401-01850-7
also nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. [Bearbeiten]
Schwaben und der Oberpfalz 1631-1635"
Militärgüter und Marktstrategien im Handel zwischen Genua
Verlag Heinz Späthling 2004
knapp 700 Seiten starkes Kompendium mit mehr als 120 Kurzbiographien
Arena-Verlag
UnternehmerÂkräfte
Weblinks
Liste von Kriegen
Virtuelle Bibliothek (http://www.fruehe-neuzeit.net/modules.php?op=modload&name=Web_Links&file=index&req=viewlink&cid=5) Geschichte Frühe Neuzeit - Konfessionelles Zeitalter und Dreißigjähriger Krieg (1500-1648) Museum des Dreißigjährigen Krieges (http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/mdk/index.htm) München im Dreißigjährigen Krieg (http://www.krieg.historicum.net/themen/m30jk/m30jk.htm) Dramatis Personae - Akteure des Dreißigjährigen Krieges (http://www.krieg.historicum.net/themen/m30jk/30jkpersonen.htm) Die Akteure des Dreißigjährigen Krieges (http://www.muenster.de/friede/d/04_akteure/04_set.htm) Open Directory: Dreißigjähriger Krieg (http://dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Geschichte/Nach_Zeitabschnitten/Neuzeit/17._Jahrhundert/Kriege/Drei%c3%9figj%c3%a4hriger_Krieg/) [1] (http://www.cac1632.de.vu)Der dreißigjährige Krieg - lebendige Geschichte in Kronach Siehe auch: Zeittafel zum Dreißigjährigen Krieg
Liste von Schlachten bg:ТридеÑ?етгодишна война da:TrediveÃ¥rskrigen en:Thirty Years' War eo:Tridekjara Milito es:Guerra de los Treinta Años fi:Kolmikymmenvuotinen sota fr:Guerre de Trente Ans he:מלחמת שלושי×? ×”×©× ×™×? it:Guerra dei Trent'Anni ja:三å??年戦争 nl:Dertigjarige Oorlog no:TredveÃ¥rskrigen pl:Wojna trzydziestoletnia sv:TrettioÃ¥riga kriget
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