Zum Forum
Passwort vergessen?
Noch keinen Account?
lexikon
Hauptseite
Zufälliger Artikel
Diskussion
Diskussion : Erster Weltkrieg
Links
Forum
Portale
Reisen
Versicherung
Inhaltsverzeichnis
Hauptmenü
Home
Editorial
Bildung
E-Learning
Fremdsprachen
Magazin
Wissen
Wörterbücher
Enzyklopädien
Expertendienste
Wissenswertes
Praktische Ratgeber
--------------------------
Biologie
Chemie
Computer
Film/ Theater
Geografie
Geschichte
Jura
Kunst
Literatur
Mathematik
Medizin
Musik
Philosophie
Physik/ Astronomie
Politik
Psychologie
Religionen
Sport
Umwelt
Wirtschaft
Reisen
Lexikon
Versicherung
Suchen
Schnellsuche
Suchmaschinen
Metasuchmaschinen
Webkataloge
News
Treffpunkt
Chat
Forum
Suche
Schnellsuche
Sitemap
Kontakt
Impressum
Erster Weltkrieg
Stichpunkte
Allgemein
der von 1914 bis 1918 in Europa
dem Nahen Osten
Der Erste Weltkrieg war ein Krieg
Afrika und Ostasien geführt wurde und über neun Millionen Menschenleben forderte
Großbritannien und Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen
Er wurde zunächst zwischen den Mittelmächten Deutsches Reich und Österreich-Ungarn auf der einen Seite und den Entente-Mächten Frankreich
Wider Willen kam Belgien als Opfer hinzu
in das die Deutschen ungeachtet der belgischen Neutralität aufgrund des Schlieffenplans einmarschierten
während auf alliierter Seite Staaten wie Italien
Im Verlauf des Krieges wurden die Mittelmächte durch das Osmanische Reich und Bulgarien verstärkt
Portugal
Rumänien und die USA in den Krieg eintraten
Im Ersten Weltkrieg entluden sich die machtpolitischen Gegensätze der europäischen Großmächte
die zu einer enormen Aufrüstung geführt hatten
in denen insgesamt 1
Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten und deren Kolonien
also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung
im Kriegszustand
35 Milliarden Menschen lebten
Aufgrund der Verwerfungen
und der Folgen die stellenweise noch heute spürbar sind
die er weltweit auslöste
gilt der erste Weltkrieg bei vielen Historikern als die "Urkatastrophe des 20
Jahrhunderts". Britische Soldaten der Royal Irish Rifles in einem Schützengraben
Herbst 1916 Der Krieg begann am 1
August 1914 mit der Kriegserklärung Deutschlands an Russland aufgrund der russischen Mobilmachung vom 27
Juli 1914
ein militärischer Konflikt sei nicht vermeidbar oder auch nur wünschenswert gewesen
Manche Nachbetrachter sehen dies als Resultat der in Europa weit verbreiteten Ansicht
militärische Neuerungen und soziale Spannungen zu erkennen oder zu akzeptieren (vergleiche auch Kriegsschulddebatte)
Der Verlauf des Ersten Weltkrieges machte die Unfähigkeit der europäischen Führungsschichten deutlich
Flugzeuge
der mit einem massiven Maschineneinsatz (Panzer
Luftschiffe) und mit Massenvernichtungswaffen (Giftgas) geführt wurde
Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg
Die Fronten bewegten sich dennoch kaum; im endlosen Stellungskrieg rieben sich die Truppen gegenseitig auf
ohne dass sich an der militärischen Lage etwas geändert hätte
Insbesondere auf den Schlachtfeldern vor Verdun und in Flandern fielen auf beiden Seiten Millionen von Soldaten
Auch deswegen stellt sich der Erste Weltkrieg als ein Krieg dar
"Verbergen") 1 Politische Ausgangssituation (Zeitalter des Imperialismus) 1.1 Mittel- und Osteuropa 1.2 Westeuropa 1.3 Blockstrukturen 1.4 Militärische Ausgangslage 2 Kriegsziele 2.1 Österreich-Ungarn 2.2 Deutsches Reich 2.3 Frankreich 2.4 Russland 2.5 Großbritannien 2.6 Italien 2.7 Osmanisches Reich 2.8 Serbien 2.9 Bulgarien 2.10 Rumänien 3 Chronologischer Verlauf 3.1 Kriegsbeginn (Julikrise) 3.2 Kriegsjahr 1914 3.3 Kriegsjahr 1915 3.4 Kriegsjahr 1916 3.5 Kriegsjahr 1917 3.6 Kriegsjahr 1918 4 Kriegsfolgen 4.1 Verluste 4.2 Politische Folgen 4.3 Der Erste Weltkrieg als militärhistorische Zäsur 4.4 Der Erste Weltkrieg als Epochenzäsur 5 Militärische Besonderheiten 5.1 Grabenkrieg 5.2 Luftkrieg 5.3 Seekrieg 5.4 Giftgas 5.4.1 Erste Versuche 5.4.2 Chlorgase und Blasverfahren 5.4.3 Gegenmaßnahmen
Phosgen und Senfgas 5.5 Gebirgskrieg 5.6 Erster Weltkrieg an Kolonialschauplätzen 6 Wirtschaftliches Umfeld 6.1 Deutsches Reich 7 Der Erste Weltkrieg in der historischen Forschung 8 Die „vergessene“ Front: Zur Ostfronthistoriographie des Ersten Weltkrieges 9 Zitate 10 Literatur 11 Künstlerische Verarbeitung: 11.1 Literatur 11.2 Filme 12 Weblinks [Bearbeiten]
der an Grauen alles bis dahin Bekannte übertraf. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Politische Ausgangssituation (
Zeitalter des Imperialismus
)
[Bearbeiten]
Mittel- und Osteuropa
An der Schwelle des 20
Jahrhunderts gab es in Mittel- und Osteuropa wesentlich weniger Staaten als heute
Das Deutsche Reich
Österreich-Ungarn und Russland teilten sich das Gebiet im Wesentlichen untereinander auf
Im Südosten Europas lag das ebenfalls Großmachtspolitik treibende Osmanische Reich
Kleinere Staaten gab es nur auf dem Balkan
der in den Jahrzehnten zuvor wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der dortigen Völker und dem Aneinandergrenzen der expansiven europäischen Mächte und des osmanischen Reiches in dieser Region ein ständiger Unruheherd gewesen war
Russland und Österreich-Ungarn
gab es zahlreiche ethnische Minderheiten
die zumeist nach nationaler Unabhängigkeit strebten
Im Deutschen Reich
die sämtlich monarchisch regiert wurden und nur mehr oder weniger machtlose Parlamente hatten
Im 19
Jahrhundert waren unter anderem in Ungarn und Polen entsprechende nationalistische Aufstände unterdrückt worden
Besonders im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn brodelte es erheblich zwischen den verschiedenen Volksgruppen
das sich als Sprecher der "slawischen Völker unter Wiener Herrschaft" sah und als Schutzmacht des (unabhängigen) Königreichs Serbien auftrat
Zudem stand das österreichisch-ungarische Kaiserreich im krassen Gegensatz zum russischen Zarenreich
im Zuge der Bosnischen Annexionskrise erheblichen Belastungen ausgesetzt gewesen
die bereits damals leicht in einen Krieg hätten münden können
1908
Das Verhältnis Österreich-Ungarns zu beiden Staaten war erst wenige Jahre zuvor
Ideologisch wurde dieser Nationalismus mit einem Panslawismus begründet
Aber auch die deutschen Bevölkerungsgruppen im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn versuchten
sich gegen die anderen national gesinnten Bevölkerungsteile zu behaupten und sich gegenseitig in Stellung zu bringen. [Bearbeiten]
Westeuropa
Die westeuropäischen Staaten
hatten weite Teile der Welt unter sich in Kolonien aufgeteilt (siehe Kolonialismus)
aber auch (in geringerem Ausmaß) das Deutsche Reich
das über besonders viele Kolonien in Afrika und Asien verfügte
Großbritannien
war die führende Seemacht
die sich seit Beginn des Jahrhunderts durch das reichsdeutsche Flottenbauprogramm herausgefordert fühlte
Letzteres führte aus Sicht einiger Historiker zum Anwachsen der Spannungen im Jahrzehnt vor dem des Krieges. [Bearbeiten]
Blockstrukturen
In Europa hatten sich zwei Blöcke herausgebildet
Auf der einen Seite die Mittelmächte Deutsches Reich und Österreich-Ungarn (verbündet mit Italien
das sich aber zunächst aus dem Krieg heraushalten wollte und dem Osmanischen Reich)
der durch jeweilige Ententen mit England zur Tripel-Entente verbunden war
Auf der anderen Seite stand der russisch-französische Zweibund
Alle drei Staaten waren in Konflikt mit dem Deutschen Reich geraten: In Frankreich verspürten die französischen Nationalisten noch immer Rachegelüste wegen ihrer Niederlage von 1870/1871 im Deutsch-Französischen Krieg
das sich als Weltmacht sah
Großbritannien
fühlte sich herausgefordert unter anderem wegen der deutschen Flottenbaupolitik beziehungsweise der so genannten "Kanonenbootpolitik" vor Marokko
Die Beziehungen des russischen Zarenreiches zum Deutschen Reich hatten sich seit langer Zeit verschlechtert
Dies war insbesondere seit dem Berliner Kongress von 1878 der Fall
nachdem der deutsche Kaiser verstärkt auf ein Bündnis mit Österreich-Ungarn gesetzt hatte
Der 1887 zwischen dem Deutschen Reich und Russland abgeschlossene Rückversicherungsvertrag wurde 1890 vom neuen Deutschen Kaiser Wilhelm II nicht erneuert. [Bearbeiten]
Militärische Ausgangslage
Die Entente war bei Beginn des Kriegs in einer besseren Ausgangslage als die verbündeten Mittelmächte
Sie verfügte über mehr Soldaten (auch aus ihren Kolonien)
größere Rohstoffreserven und hatte größere Reserven an Kriegsmaterial
insbesondere schwerer Artillerie
Auch an Waffentypen
mangelte es den westlichen Alliierten nicht
Aufgrund von mangelnder Organisation konnte die Entente ihre personelle und materielle Überlegenheit zu Beginn des Kriegs jedoch nicht entfalten
wesentlich besser auf einen eventuellen Krieg vorbereitet
insbesondere das Deutsche Reich
Dagegen waren die verbündeten Mittelmächte
Ihre Armeen waren besser organisiert und Bewaffnung und Kampfmoral waren teilweise besser und ausgeprägter als bei der Entente
Die für den Transport der Truppen und den Nachschub erforderliche Logistik war vorhanden und wurde zudem durch ein gut funktionierendes Eisenbahnnetz unterstützt
Dennoch war keiner der Blöcke auf einen langen Krieg eingestellt
beispielsweise war Winterbekleidung für die Soldaten nicht vorgesehen
einen kurzen Krieg zu führen und diesen noch 1914 erfolgreich beenden zu können. [Bearbeiten]
Die Führungen gingen davon aus
Kriegsziele
[Bearbeiten]
Österreich-Ungarn
die es an den Flanken insbesondere durch Russland bedroht sah
Österreich-Ungarn nahm für sich in Anspruch
um seine Interessen auf dem Balkan und um seine Existenz schlechthin zu kämpfen
sondern auch Montenegros und Rumäniens oder Polens an
Durch den Krieg traten Differenzen zwischen den österreichisch-ungarischen Volksgruppen zeitweilig in den Hintergrund. Österreich-Ungarn strebte nicht nur die Eingliederung Serbiens
Entgegen den nationalistischen Tendenzen der damaligen Zeit hielt Österreich-Ungarn an der universalen Idee vom Kaisertum und somit am Vielvölkerstaat fest
In den ersten Kriegswochen
erlaubten sich die österreichischen Staatsmänner in ihren Vorstellungen genaue territoriale Ziele
vor den schweren Niederlagen in Galizien und Serbien
Einige Wochen später verdrängte jedoch (für einige Zeit) das Überlebensmotiv geplante Erwerbungen
die Verteidigung gegen die panslawistischen Pläne Russlands in Galizien und Böhmen und nicht zuletzt der Widerstand gegen die deutschen Hegemonialbestrebungen
des Küstenlandes mit Triest und Dalmatiens sowie der albanischen Küste gegen Italien
Kroatien und Slawonien
Wie bei keiner anderen Großmacht standen bei der Monarchie auch "negative" Kriegsziele im Vordergrund: die Behauptung des Trentino
die Zurückweisung der großserbischen und südslawischen Bestrebungen in Bosnien-Herzegowina
die Abwehr der rumänischen Ansprüche auf Siebenbürgen und die Bukowina
Dalmatien
Auch die herrschenden Kreise der Monarchie wollten erobern und mussten nicht von äußeren Kräften zur Eroberung animiert werden
Aber die Hauptbestrebungen der österreichisch-ungarischen Monarchie bildeten die Aufrechterhaltung ihres Bestandes
das heißt ihre 'Integrität'
Dass die Wahrung dieser 'Integrität' auch Expansionsbestrebungen deckte
zeigen viele Denkschriften
Die Monarchie tendierte unbestreitbar unter dem Einfluss äußerer Einwirkungen und innerer Bestrebungen immer mehr in Richtung dieser weit gefassten Interpretation der Integrität
Insgesamt lässt sich sagen
das offizielle Kriegsziel Österreich-Ungarns war die Erhaltung der Integrität der Monarchie
Albanien
Polen und der Ukraine zu stärken
Rumänien
Montenegro
Inoffiziell versuchte die Monarchie allerdings ihre Stellung als Großmacht durch Einflussnahme beziehungsweise Annexionen in Serbien
ohne die Vorrangstellung der Deutschen und Ungarn im Staatsverband zu schwächen
Dennoch war in der Praxis
durch das prekäre Gleichgewicht des Habsburgerreiches
der Erwerb slawischer oder rumänischer Gebiete nicht oder nur in beschränktem Umfange möglich
Zu Beginn des Krieges versuchte man durch Verfolgen weit gespannter Kriegsziele alle externen Bedrohungen für die Monarchie zu beseitigen und ihren Großmachtstatus für alle Zeiten zu sichern
Die komplexe innere Struktur der Monarchie machte es aber schwer alle Interessen unter einen Hut zu bringen
Dadurch waren die imperialistischen Bestrebungen der Habsburgermonarchie mit besonderen Problemen belastet und trugen darum auch Züge
die bei anderen Ländern nicht zu sehen waren
auch die Frage nach den sich daraus notwendigerweise ergebenden inneren
mehr als in jedem anderen Staat
In Österreich-Ungarn bedingte die Erörterung der Kriegsziele und deren territorialer Aspekt
verfassungs- und nationalitätenrechtlichen Folgen
was sie allerdings nicht daran hinderte
dass die Gewinne von den zweifelhaften militärischen Erfolgen abhingen
Die österreichischen Staatsmänner waren sich zwar bewusst
bei der Aufstellung der Kriegsziele auch ihre Wunschträume in die Pläne einzubauen
Auf den Sitzungen des gemeinsamen Ministerrates wurde zwar immer wieder betont
dass die Kriegsziele vom Verlauf der militärischen Operationen abhingen
dennoch ließen sich die Teilnehmer immer wieder verleiten
die Bärenhaut im Vorhinein zu teilen
Literatur Günther Kronenbitter: "Krieg im Frieden": die Führung der k.u.k
München
2003 ISBN 3-486-56700-4 [Bearbeiten]
Armee und die Großmachtpolitik Österreichs-Ungarns 1906-1914
Deutsches Reich
Im Deutschen Reich überwog bei Ausbruch des Krieges noch der allgemeine Konsens über den Verteidigungscharakter des Krieges
Kurz darauf schossen
ausgelöst durch die raschen Erfolge der Armee im Westfeldzug
zum Teil ganz phantastischer Natur
Annexionsprojekte
aus dem Boden
um die bedrohte europäische Mittellage des Deutschen Reiches zu durchbrechen
hinter einer Konzentrierung auf eine europäische Machterweiterung
auf die überseeischen
kolonialen und vorderasiatischen Gebiete fixierten Vorkriegsziele des deutschen Imperialismus zurück
Dabei traten die vorwiegend kommerziell bestimmten
um dann von dieser Basis aus den Kampf um einen Anteil an der Beherrschung des Erdballs mit größerer Aussicht als bisher führen zu können
Durch direkte und indirekte Annexionen in Ost und West von mehr oder minder extremer Größenordnung wollte man die gefährdete Hegemonialstellung des Deutschen Reiches auf dem europäischen Festland für alle Zukunft sichern
von preußisch-militaristischen Traditionen geprägte deutsche Öffentlichkeit. Kanzler Bethmann Hollweg hatte am 9
verbunden mit vielen ins Absurde und Brutale gesteigerten Machtträumen warf ein bezeichnendes Licht auf die
Dieser jähe Umschlag von der Idee des Verteidigungskrieges zu der des Eroberungskrieges
der Siegestaumel
der sich in weiten Kreisen des Bürgertums und der Intelligenz vollzog
September 1914 in seinem "Septemberprogramm" die Kriegsziele festgelegt
Deutschland wollte seine seit der Reichseinigung stark gewachsene Machtstellung sichern und seine Ansprüche auf eine Weltpolitik geltend machen
Wirtschaft und Militär wider
der flandrischen Küste und des Erzbeckens von Briey. Eine wirtschaftliche Einheit Mitteleuropas unter Einschluss von Pufferstaaten (beispielsweise Polen) und wirtschaftspolitische Einflusssphären (zum Beispiel Rumänien) Vergrößerung des Kolonialbesitzes Beseitigung der englischen Vorherrschaft durch Aufstände von Marokko bis Indien. Sonderfrieden mit Russland. Das Septemberprogramm des Kanzlers spiegelte in Anknüpfung an Überlegungen der Industrie und Bankenwelt der Vorkriegsjahre die Ideen der führenden Kreise Deutschlands in Politik
Kriegsziele waren im Einzelnen: Militärisch-politische und wirtschaftliche Kontrolle Belgiens durch Annexion von Lüttich-Antwerpen
Namentlich die Industrie erhoffte sich von friedensvertraglichen Regelungen weitgehende Wettbewerbsprivilegien durch Eingriffe in die Autonomie der betroffenen Länder
Das Programm ist das Ergebnis der Zusammenfassung vieler Programme und Konzepte über das zukünftige Europa
der sie auf praktikable Form in politisch erreichbare Ziele reduzierte
Bethmann Hollweg war der Rezipient unzähliger Kriegszielprogramme vieler Interessensgruppen
Die Kriegszielmehrheit im Reichstag erstreckte sich von den konservativen über liberale Parteien bis ins sozialdemokratische Lager hinein
Ab 1915 sind allerdings wachsende Gegensätze in dieser Frage festzustellen
verbot Bethmann Hollweg Ende 1914 aus Rücksicht auf das Ausland und die deutsche Arbeiterschaft die öffentliche Kriegszieldebatte
Nachdem in der Euphorie der ersten Kriegswochen viele
meist phantastische Kriegsziele aufgestellt worden waren
Diese Beschränkung wirkte allerdings nur in sehr geringem Maße und wurde auf Betreiben der 3
Obersten Heeresleitung (OHL)
auch wegen der psychologischen Mobilisierung der kriegsmüden Bevölkerung aufgehoben
Die OHL erblickte in der Freigabe der Kriegszieldiskussion ein entscheidendes Mittel zur Totalisierung des Krieges und als Mittel zur ideologischen Kriegsführung
Das Herzstück der deutschen Kriegszielpolitik im Westen war stets Belgien
Seit dem Septemberprogramm rückte keiner der politisch Verantwortlichen von der Forderung nach Beherrschung Belgiens als Vasallenstaat neben möglichst großen direkten Annexionen ab
von Finnland bis zur Ukraine - lag der Schwerpunkt deutschen Expansionsstrebens im Osten vor allem im Baltikum
Zweites zentrales Kriegsziel war die mehr oder weniger direkte Beherrschung Polens neben der Annexion eines unterschiedlich breiten Grenzstreifens. Im Rahmen der "Randstaatenpolitik" Deutschlands - der "Zurückdrängung Russlands" und der Schaffung einer Zone von "Pufferstaaten"
von ganz rechts bis ins antizaristische linke Lager
Der "Abgliederungskonzeption" hing eine Mehrheit der führenden Schichten Deutschlands an
Gebietserweiterungen in Kurland und Litauen wurden von Vertretern aller weltanschaulichen Richtungen in fast allen Fällen verlangt
andererseits
weil sie dem Reich direkt benachbart waren
Einerseits
weil sie nichtrussische Bevölkerung
die Baltendeutschen
besaßen
sogar teilweise eine kleine deutsche Minderheit
durch Ansiedlung von Russlanddeutschen auf russischen Krondomänen
ähnlich wie im polnischen Grenzstreifen
neben den Besitzungen der baltendeutschen Aristokratie
Kirchen- und Großgrundbesitz
Vorgesehen war
die Verdrängung der Letten im eigenen Lande
Als Motivation der Besiedlungsaktion brach hier mit voller Schärfe die völkische Komponente der deutschen Kriegszielpolitik durch
Das deutsche Kriegsziel "Mittelafrika" war eines der am hartnäckigsten verfolgten deutschen Kriegsziele
das Bethmann Hollweg schließlich in sein Septemberprogramm einschloss
war die "Verteilung der afrikanischen Kolonien Frankreichs
Ein Vorschlag des Staatssekretärs des Reichskolonialamtes Solf der im August und September 1914 ein konkretes Mittelafrikaprojekt entwarf
Belgiens und Portugals"
Französisch-Äquatorialafrika bis auf die Höhe des Tschadsees
mit den Kupfergruben Katangas als wertvollstem Einzelobjekt
in manchen Bereichen noch stark erweitert
Das neue geschlossene mittelafrikanische Kolonialreich Deutschlands sollte folgende Gebiete umfassen: Angola
Belgisch-Kongo
die Nordhälfte von Moçambique
fortan grundsätzlich ein Bestandteil der amtlichen deutschen Kriegsziele
Dahomé und das Gebiet südlich des Nigerbogens bis Timbuktu. Dieses Projekt der Schaffung eines "zusammenhängenden mittelafrikanischen Kolonialreiches" blieb
Im Frühjahr 1918 stimmt Solf sogar den Forderungen des deutschen Kolonialvereines zu
Osttimor
Nach diesen Forderungen sollten deutsch werden: die "Flussgebiete des Senegal und Niger und südlich von diesen bis zum Meere" (also mit Nigeria)
Yap und Tahiti
Madagaskar
Kenia
die Komoren und Dschibuti im Osten. An Stützpunkten für die Erhaltung des zukünftigen Weltreiches forderte der Admiralstab im Mai 1917 die Azoren
Uganda
Valona oder das Benutzungsrecht für Cattaro oder Alexandrette
Dakar mit Senegambien als Hinterland (andernorts auch die Kapverdischen- und Kanarischen Inseln sowie Madeira)
neben den alten Forderungen in Zentralafrika; - die Herrschaft vom Kap Verde bis zum Oranje im Westen
Neukaledonien
Nordmoçambique
Réunion
Nordrhodesien
glaubte man doch sie durch einen Sieg in Europa wie von selbst zu erreichen
Insgesamt gesehen spielte das "Mittelafrikaprojekt" und das Stützpunktprogramm in der deutschen Kriegszielpolitik aber nur eine untergeordnete Rolle
fort von wilden Annexionsforderungen in Europa
benutzt
Andererseits wurde das Ziel Mittelafrika im weiteren Verlaufe des Krieges von liberal gesinnten Politikern mehr und mehr als Ersatz- und Ablenkungsziel für die Nation
Kolonien waren für Deutschland eher Aufputz und Ausdruck seiner (Welt-) Macht
dass Mittelafrika für Deutschland die Bedeutung erlangen würde
die Indien für England hatte
Die deutschen Konzepte für ein geschlossenes Mittelafrika erwarteten von ihrer Verwirklichung den sichtbaren Beweis der deutschen Weltmacht und rechneten
die im Monde liegen"
gezeigt und drängten auf die europäische Expansion
Aber Schwerindustrie und Banken hatten schon vor dem Krieg wenig Interesse an "Kolonialreichen
ließen die Eroberungswünsche unter der Einwirkung der Kriegsnöte in breiten Bevölkerungskreisen verhältnismäßig bald nach
die im Sommer 1915 ihrem Höhepunkt zustrebte
Trotz der Flut annexionistischer Agitation
Auf die Eroberungswünsche während der Kriegspsychose des Jahres 1914/15 folgte im Frühjahr die Ernüchterung eines Großteils der Bevölkerung. Die annexionistische Propaganda erfasste nicht wie im 2
und deren Unmut richtete sich gegen die Alldeutschen als Kriegshetzer und Kriegsverlängerer
Weltkrieg alle Bevölkerungskreise
vor allem unter den Soldaten
sondern hauptsächlich industrielle und intellektuelle Schichten. In der zweiten Hälfte des Krieges erlangte die sozialdemokratische Parole eines "Friedens ohne Annexionen" große Popularität
Der Friede von Brest-Litowsk mit dem bolschewistischen Russland stellte die erste Verwirklichung deutscher Kriegsziele dar
Er war keineswegs ein Verständigungsfriede
wie in der Friedensresolution verkündet
sondern ein harter Gewaltfriede
durch militärischen Vormarsch erzwungen
die "Unabhängigkeit" der Ukraine sowie die Besetzung von Livland und Estland durch deutsche "Polizeitruppen"
obwohl diese Länder formal bei Russland verblieben
Litauen und Kurland
Im Kernpunkt der Vereinbarungen stand die Abtretung von Polen
Kars und Batum abziehen
Bezirken Erdehan
Weiters musste Russland seine Truppen aus Finnland und den
an die Türkei grenzenden
die Ukraine
ferner Turkmenien und Turkestan
33% der Textilindustrie
73% der Eisenindustrie und 75% der Kohlenbergwerke. Einen Höhepunkt der deutschen Kriegszielpläne
Russland verlor dadurch 26% seines Territoriums
in Zentralrussland und Sibirien zu teilen
das Gebiet der Kuban- und Donkosaken als Brücke zum Kaukasus und das Kaukasusgebiet selbst; ja darüber hinaus das Gebiet der Wolgatataren
bildete das Jahr 1918 im Osten und Südosten
als deutsche Einflusssphären zu sichern versucht. Kaiser Wilhelm II. entwickelte den Plan
in Konkurrenz mit türkischen Aspirationen
u.a. durch den Plan eines "Südostbundes"
26% des Eisenbahnnetzes
Estland
der Ostseeprovinzen und des Kaukasus in vier unabhängige "Zarentümer
Russland nach Abtretung Polens
hat vor und nach den Zusatzverträgen zum Brest-Litowsker Frieden vom Sommer 1918 Livland
zwischen dem Frieden mit Sowjetrussland und der Niederlage der Mittelmächte. Vor allem Ludendorff
das Gebiet der Astrachan-Kosaken
die Krim
27% des anbaufähigen Landes
den Südostbund als antibolschewistisches Gebiet zwischen der Ukraine und dem Kaspischen Meer
aber doch auch mit Duldung der Reichsleitung
oft gegen den Widerstand
mit ausgedehnten Annexionsgebieten und Einflusssphären
entwickelte er ein Konzept der deutschen Einflusssphären in Russland
als Gegengewicht zum bolschewistischen Kern
Diese Form der Beherrschung ergäbe eine "Brücke nach Zentralasien zur Bedrohung der englischen Stellung in Indien". Da Ludendorff nicht an die dauernde Separation der Ukraine von Russland glaubte
andererseits das Don-Kubangebiet als Verbindung zum Kaukasus
Einerseits war der kurzlebige Staat Krim-Taurien als Siedlungsgebiet für Russlanddeutsche vorgesehen
Die Krim sollte ein permanent besetzter Kolonialstaat mit deutscher Besiedlung werden
als Flottenstützpunkt wichtig für den deutschen Einfluss im Kaukasus und Mittleren Osten
was sich durch die große Entfernung und den türkischen Vorstoß als völlig utopisch herausstellte
Für den Kaukasus entwickelte Ludendorff einen deutsch bestimmten Kaukasusblock mit Georgien als Kern
Die Zusatzverträge zum Brest-Litowsker Frieden vom 27
August 1918 stellten zwar einen neuen Höhepunkt der Demütigung Russlands dar
noch viel weitergehenden Annexionsplänen ein vorläufiges Ende
setzten aber gleichzeitig diesen
Die russischen Randstaaten von Finnland bis Georgien waren zwar nicht direkt annektiert worden
befanden sich aber in enger wirtschaftlicher und militärischer Abhängigkeit vom Deutschen Reich. Der zunehmende Zerfall der russischen Macht durch die Revolution und die Nichtachtung des amerikanischen Kriegseintritts ließen alle Zügel derer schießen
die aus lange angestauter Sorge vor der Ostmacht den "Ritt ins Ostland" ersehnten
desto eher lockte der Griff nach dem offenen Osten
Je drohender im Westen die Gegner gegen die Front anrannten
ob sich ein deutsch beherrschtes Mitteleuropa in einem zukünftigen Krieg gegen die zwei größten Seemächte Großbritannien und die USA durchsetzen könnte
Die Frage war aber auch
Schließlich besaßen die beiden Weltmächte praktisch den unbegrenzten Zugriff auf das globale wirtschaftliche Potential mit seinen Ressourcen
Als Antwort darauf entwickelten die deutschen Planer die Idee des deutschen Großraumes von der Biskaya bis zum Ural
löste damit Mitteleuropa als zentrales deutsches Kriegsziel ab
als Gegengewicht zu den Seemächten
autark und blockadefest
"wehrwirtschaftlich" geschlossen und verteidigungsfähig
Der östliche Großraum
Die Schwäche der Mitteleuropakonzeption
die Abhängigkeit von anderen souveränen Staaten und die begrenzten Rohstoffreserven entfielen beim Ostraum-Programm
was eine Suche nach Zielen künstlichen Charakters
nach sich zog
Deutschland hatte im Gegensatz zu den anderen kriegsführenden Staaten kein "natürliches" Kriegsziel
die im Bewusstsein des Volkes nicht verwurzelt sein konnten
führte zu einer Konzentration auf reine Machtexpansion
Das Fehlen greifbarer nationaler Ziele
nachdem der Weg nach Südosten durch das Bündnis mit Österreich-Ungarn verbaut war
Diese Machtexpansion
gemäßigt und kritisch oder radikal und ausschweifend
war der Ausdruck des spezifischen politischen Bewusstseins der Wilhelminischen Zeit
Sie begriff die Kumulation von Macht als den Kern staatlicher Existenz
Machtkonflikte erschienen ihr als die innerste Antriebskraft der Geschichte
Einen Krieg zu beginnen
einem fremden Staat Gebiete abzunehmen war von jeher das unbezweifelte Recht des souveränen Staates gewesen
Deutschland verpasste in dieser Selbstverständlichkeit bei der Formulierung der Kriegsziele und dem Einsatz aller zu Gebote stehenden politischen und militärischen Mittel den sich damals in aller Welt anbahnenden Umschwung in Politik und öffentlicher Meinung
Die deutsche Kriegszieldebatte war kein Kampf zwischen den Möglichkeiten der Expansion oder des Friedens
sondern ein mörderischer Krieg zwischen gemäßigten und extremen Versionen eines deutschen Friedens
grob gesagt
sie fanden aber vorerst mehr Gehör bei der Reichsleitung unter Bethmann Hollweg
die Gemäßigten durch innere Reformen (obwohl sie Kriegsziele keineswegs ausschlossen). Zahlenmäßig waren die Anhänger der gemäßigten Richtung den Annexionisten unterlegen
die schweren Probleme des Reiches auf außenpolitischer Ebene durch Kriegsziele zu lösen
Die Annexionisten versuchten
anders als manche Gegner
Sie waren aber
keine Massenagitatoren
Die Gemäßigten blieben von der Arbeiterschaft isoliert und standen ebenso hilflos wie Bethmann Hollweg der annexionistischen Massenbewegung gegenüber
Es gab also ein Missverhältnis von starkem Einfluss "nach oben" und mangelnder Breitenwirkung "nach unten"
Bei den Annexionisten war das zumindest bis zur Installierung der 3
OHL genau umgekehrt
Das führte bei den Gemäßigten zu einem Gefühl der Unterlegenheit
obwohl sie durch den Gang der Ereignisse bestätigt wurden; - diese psychologische Hypothek sollte noch in der Weimarer Republik fortwirken
Die Motive für die Kriegszielbewegung waren vielfältig und verflochten
weit überspannten Erwartungen der deutschen Öffentlichkeit schränkten die Handlungsfähigkeit der noch relativ nüchternen Reichsleitung unter Bethmann Hollweg immer wieder ein und vergrößerten die Diskrepanz zwischen weltpolitischen Illusionen und kontinentaleuropäischen Realitäten
Sie reichten von reinen Existenzängsten über wirtschaftliche Partikularinteressen bis zu unverhohlenen Allmachtsträumen. Die durch die nationalistische Agitation fortwährend noch gesteigerten
In der Außenpolitik vor und im Kriege zeigte sich wieder einmal Deutschlands altüberkommene geographisch-politische Spaltung
der (Schwer-) Industrie
dem anitplutokratischen Flügel des preußischen Mittelstandes sowie den Junkern und war im wesentlichen eine norddeutsche Angelegenheit
Der Bruch mit England wurde gefördert und begrüßt von der Flottenpartei
bei den Sympathisanten der Habsburger und bei der Finanzindustrie
Der Kampf mit Russland fand dagegen mehr Unterstützung in Süddeutschland
Auf die Seite des kontinentalpolitischen Flügels war auch der Reichskanzler Bethmann Hollweg zu zählen
auf die Gegenseite sein Hauptwidersacher (in den ersten Kriegsjahren)
Tirpitz
innere Probleme durch Expansion nach außen zu lösen
Hier taucht auch wieder der alte Versuch auf
um ihre privilegierte soziale Stellung im Inneren zu behaupten
Es versuchten die traditionellen agrarischen und industriellen Machteliten im Reich
notwendige Reformen durch einen Sieg zu verhindern
Daher war ein Verständigungsfriede für die politisch Mächtigen Deutschlands immer undenkbar
bedeutete er doch den Verlust ihrer Macht fast ebenso sicher wie eine von außen herbeigeführte Niederlage
Das angestrebte "Imperium Germanicum" scheiterte nicht nur an der deutschen "Kontinuität des Irrtums"
sowie an den Erfordernissen der Zeit mit ihrem Selbstbestimmungsrecht der Völker
die sozialen Spannungen im Inneren durch eine verstärkt auf den überseeischen Imperialismus setzende Außenpolitik abzulenken und womöglich zu neutralisieren
das zu keinerlei Selbstbeschränkung als Vormacht eines Kontinentaleuropas fähig war
sondern auch an den Mängeln der inneren Strukturen des Reiches
das vom Reich im Grunde nicht wirklich akzeptiert wurde. Nach der "Sozialimperialismustheorie" von Hans-Ulrich Wehler entwickelte das Reich bereits in der Bismarck-Zeit die politische Strategie
Der Krieg war demnach als "Flucht nach vorne" zu verstehen
als "Integrationsklammer"
die politische und soziale Einheit der tief in sich gespaltenen wilhelminischen Gesellschaft herzustellen
als Mittel
Für Wehler hatten die deutschen Kriegsziele für die Machteliten den funktionalen Aspekt
Das Deutsche Reich war aufgrund seiner militärischen Macht
seines wirtschaftlichen Potentials und seiner territorialen Größe ohnehin schon die stärkste europäische Großmacht
Daher musste jede in seinem Wesen angelegt imperialistische Expansion zwangsläufig mit dem Gleichgewicht der Kräfte in Europa kollidieren
wäre ihm automatisch eine hegemoniale Funktion in Europa und der Welt zugefallen (Ludwig Dehio)
Hätte sich Deutschland gegen die stärkst-mögliche Koalition aufrechterhalten
die Vereinigten Staaten und das Britische Empire Krieg führen können
sonst hätte es nicht jahrelang gegen die drei anderen beneideten Weltmächte Russland
dass es schon eine Weltmacht war
Schließlich hat Deutschland im Krieg bewiesen
mit möglichst vielen Kolonien
Das Streben nach Weltmacht ging eher in die Richtung von Statussymbolen einer Weltmacht
aber auch zur nur europäischen Großmacht Frankreich
als Ausgangsbasis für die Zukunft einfach zu schmal
Denn das deutsch beherrschte Gebiet der Erdoberfläche erschien den deutschen Imperialisten im Vergleich zu den anderen Weltmächten
viel zu klein
zu werden
neben der russischen und der anglo-amerikanischen
um Erfolg zu haben
aber nicht stark genug
Deutschland war also stark genug für den Versuch eine dritte Weltmacht
mit "Mittelafrika" als Supplement zu einem ausgeweiteten "Mitteleuropa"
vorgesehen waren. Freilich hätte gerade eine solche Machtzusammenballung europäische Befreiungskriege gegen die deutsche Hegemonie provozieren müssen
wobei Kolonien und überseeische Stützpunkte
Es scheiterte an dem überspannten Versuch
ein Reich von der flandrischen Küste bis zum Peipussee
von "Helgoland bis Bagdad" zu beherrschen
von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und der Ägäis
wie sie im Zweiten Weltkrieg Realität wurden
so wie die Kriegsziele der verschiedenen Gruppen
Klassen und Individuen eine Einheit bilden
Kriegsziele von 1914
Vorkriegspolitik
Kriegsziele von 1918 bilden eine Einheit
Parteien
Die Kriegszielpolitik des Deutschen Reiches war die erschütternde Illusion durch unrealistische Überschätzung der deutschen Macht
Überschätzung der eigenen und Unterschätzung der feindlichen Kräfte
Charakteristisch für diese Politik war ein Ineinandergreifen von wirtschaftlichem Denken und rein emotionalen Elementen
mit einem Mangel an Sinn fürs Reale
Deutschland mit seinem "Bündnis zwischen Rittergut und Hochofen" führte eine Kriegszielpolitik
die nur aus dem Dilemma des konservativen Systems eines industrialisierten Agrarstaates erklärbar wird
in dem die ökonomische Machtstellung der Konservativen immer schwächer geworden ist
Lange Zeit dominierte in Westdeutschland die Auffassung
dass keinerlei Zusammenhang zwischen den deutschen Kriegszielen im Ersten und Zweiten Weltkrieg bestehe
die Umsiedlung feindlicher Bevölkerungsteile
vollzogen
die den entscheidenden Qualitätssprung
allen voran die Alldeutschen
In allen kriegsführenden Staaten waren es aber nur die deutschen Nationalisten
Übernahme von Krondomänen
Die Veränderung der ethnischen Verteilung zur Festigung der Macht des Reiches wurde
Kirchengütern usw. und Abschiebung von Teilen der Bevölkerung geplant. Die "völkischen" Aussiedlungs- und Kolonisationspläne für den "Ostraum" gab es zwar schon seit Kriegbeginn
sie beherrschten allerdings erst seit 1918
in der Tradition der preußischen Ostmarkenpolitik
durch zwangsweises Aufkaufen
nach dem kurzfristigen Triumph der 3
OHL
die gesamte Führungsspitze des Reiches
von der Obersten Heeresleitung projektierte Ansiedlung von (vorerst) Russlanddeutschen wies schon in die Richtung der Ostpläne der Nationalsozialisten
Diese für den Osten
vor allem für den polnischen Grenzstreifen
allerdings viel energischer und brutaler als das kaiserliche Deutschland
Der Nationalsozialismus hat die Ostraumideologie und den deutschen Expansionsdrang nach Osten hart und rücksichtslos wieder aufgenommen
wie sie das Dritte Reich durchführte
nicht jedoch an eine völkerrechtswidrige gewaltsame Aussiedlung schon im Krieg
Die Befürworter des Grenzstreifenprojekts in Regierung und Militär dachten nur an eine systematische "Auskaufung" als Fortführung der preußischen Ostmarkenpolitik
Die "völkische" Politik Ludendorffs
vor allem im Osten 1918
nahm jedoch schon große Teile der Rassenpolitik Hitlers vorweg
den deutschen Großraum im Osten zu realisieren
war begleitet von "völkischen" Umsiedlungs- und Kolonisationsplänen
Der Versuch im Sommer 1918
die in vielen Zügen auf Hitlers "Ostpolitik" vorauswiesen
Die Idee
Millionen von Slawen als Heloten zu behandeln oder gar Millionen von Juden zu ermorden
existierte im Ersten Weltkrieg natürlich nicht
die aus dem rasanten Bevölkerungswachstum im Zuge der raschen Industrialisierung Deutschlands erwuchsen
das sich die Lösung der inneren Schwierigkeiten
nur auf dem traditionellen Weg einer territorialen Expansion mit bäuerlicher Ansiedlung vorstellen konnte
Das Problem war das veraltete Denken der meisten Annexionisten in Kategorien der agrarischen Epoche
ein deutsches Ostimperium auf den Trümmern der Sowjetunion aufzubauen
sondern besaß einen konkreten Anknüpfungspunkt in dem 1918 für kurze Zeit schon einmal realisierten
Hitlers schon in den Zwanziger-Jahren fixiertes Fernziel
war also nicht nur "Vision"
dass wichtige Voraussetzungen für Programmatik und Praxis des Nationalsozialismus in dieser Zeit entstanden oder geschaffen wurden
Das verräterische Vokabular von 1918 zeigt
waren jedoch qualitativ durch die Verquickung mit dem rassischen Dogma davon abgehoben
und sein Programm knüpften an die am weitesten gespannten Kriegsziele des Ersten Weltkrieges zwar an
der "an diese Kontinuitäten anknüpft und sie doch zerbricht" (Nipperdey)
Hitler
Neben frappierend ähnlichen Kriegszielen gab es auch Ähnlichkeiten im Auftreten nach West wie nach Ost
Nach Westen beide Male noch relativ zivilisiert
nach Osten sehr viel brutaler
mit Steigerungen unter Hitler
Düsseldorf
Literatur Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht
2000 (erstmals 1961) ISBN 3770009029 [Bearbeiten]
Frankreich
Frankreich wollte Revanche für die von den Franzosen als schmerzhaft empfundene Niederlage von 1871 nehmen und Elsass-Lothringen zurückerobern
welche die französische Nation zuvor seit dem 17
Frankreich wollte darüber hinaus die durch den Deutsch-Französischen Krieg eingeleitete Vormachtstellung des Deutschen Reiches auf dem europäischen Festland beseitigen
Jahrhundert innegehabt hatte. Das wichtigste
fast absolute Kriegsziel der Nation tauchte bereits in den ersten Kriegstagen auf: die Rückgewinnung Elsass-Lothringens
quer durch das politische Spektrum
Diese Forderung blieb vom Anfang bis zum Ende des Krieges
ein unverrückbares Kriegsziel
Als nach dem Sieg an der Marne beschlossen wurde
vom Saarbecken
in manchen Kreisen bis hin zur Infragestellung der Reichseinheit
oder zumindest ihrer Schwächung im föderativen Sinne
über linksrheinische Gebiete
traten bald auch weitere Ziele an die Öffentlichkeit
den Krieg bis zum Ende der "Hegemonie des preußischen Militarismus" fortzuführen
die auf eine Umgestaltung des Rheinufers in einen Pufferstaat unter französischer Dominanz
während die republikanische "Ligue des patriotes" eine Kampagne lancierte
oder sogar offene Annexion abzielte
Führend in dieser Frage war die extreme national-royalistische "Action française"
mit unterschiedlicher offizieller Unterstützung
Im Herbst 1915 zeichneten sich schließlich jene französischen Kriegsziele ab
kaum verändert auftauchten
die in den kommenden Jahren immer wieder
sowie eine wirtschaftliche und militärische Angliederung Belgiens und Luxemburgs an Frankreich
Die Rückkehr von Elsass-Lothringen in den Grenzen von 1814 oder sogar 1790
durch Annexion oder Neutralisation des Rheinlandes
wobei sich die Regierung völlig freie Hand ließ
die Zurückdrängung Deutschlands an den Rhein
also mit dem Saargebiet
Die überseeischen Kriegsziele Frankreichs manifestierten sich durch die Konzentration auf die Westfront
hauptsächlich bei den Vereinbarungen mit den Alliierten über den Nahen und Mittleren Osten und Westafrika
zugesprochenen Gebiete forderte Delcassé vorerst Kilikien und Syrien als Interessenszonen
im März 1915 im „Abkommen über Konstantinopel und die Meerengen“
Für die Russland
Dem Comité de l'Asie Française war das jedoch zu wenig
es rief offen nach einer Annexion Kilikiens und Syriens
inklusive Palästina
Die Regierung folgte dieser Forderung und bekam im Oktober Kilikien und Syrien mit dem Libanon von Großbritannien zuerkannt
Palästina sollte internationalisiert werden
Die kolonialen Kriegsziele waren auch weniger Bestrebungen der Regierung
sondern der Kolonialpartei und ihren Sympathisanten im Außen- und Kolonialministerium
Die Regierung
diskutierte koloniale Fragen nicht einmal
durch die Westfront voll in Anspruch genommen
weswegen der Kolonialminister bis 1918 in dieser Frage dominierte
inklusive der deutschen und britischen Enklaven
Priorität für viele Kolonialisten hatte ein geschlossenes französisches Westafrika
das Osmanische Reich
Auch im Orient war Großbritannien mehr Konkurrent als der eigentliche Kriegsgegner
sondern trat Lloyd George in der anglo-französischen Deklaration vom 7
Zum Leidwesen der Kolonialisten hörte Georges Clemenceau aber wenig auf die Kolonialpartei und ihre Leute im Außenministerium am Quai d'Orsay
um britische Unterstützung bei den französischen Ambitionen auf die linksrheinischen Gebiete zu erhalten
November 1918 die Ansprüche auf Palästina und Mossul ab; - möglicherweise
die Tatsache
Die anderen Hauptgründe
vor allem in der Sprache
dass Großbritannien die militärische Macht in den fraglichen Gebieten inne hatte und die Mäßigung der Kolonialisten
waren das Mandatsprinzip des Völkerbundes in Afrika
warum die französische Kolonialpartei ihre Kriegsziele nicht voll durchsetzen konnte
bedingt durch Wilsons Selbstbestimmungsrecht der Völker
konnte sich Clemenceau zuletzt doch durchsetzen
Hatten kolonialistische Beamte lange Zeit die kolonialen Kriegsziele bestimmt
Die günstige Kriegslage im Sommer 1916
insbesondere der als entscheidend bewertete Kriegseintritt Rumäniens
bewirkte bei der Regierung Briand ein Aufgeben der bisherigen Zurückhaltung
Diskussionen und Untersuchungen in Bezug auf die Friedensbedingungen setzten ein und führten schließlich zu einem umfangreichen Forderungsprogramm
der Bildung von drei oder vier linksrheinischen Staaten mit Brückenköpfen am rechten Rheinufer bei Straßburg und Germersheim
sowie einer Verkleinerung Preußens zugunsten der anderen deutschen Staaten
Auf Verlangen Präsident Poincarés entwarf zuerst Generalstabschef Joffre im August 1916 einen Plan der wünschenswerten Friedensbedingungen; - mit Annexion des saarländischen Kohlebeckens
Dieser Generalstabsplan wurde im Oktober 1916 überarbeitet und verschärft
wobei eine dreißigjährige Okkupation des Rheinlandes und eine Teilung Deutschlands in neun unabhängige Staaten vorgesehen war
Dieses extreme Konzept sollte aber erst nach Kriegsende wieder auftauchen. Das Kriegszielprogramm der Regierung Briand
Botschafter in London
und seinem Bruder ausgearbeitet
war deutlich moderater
im November 1916 von Paul Cambon
erhalten
Frankreich „zumindest“ die Grenze von 1790
also Elsass-Lothringen mit dem Saarland
Danach sollte der deutsche Nationalstaat bestehen bleiben
unabhängiger Pufferstaaten unter französischem Schutz vorgezogen
Einer mit großen Schwierigkeiten verbundenen Okkupation des Rheinlandes wird die Errichtung zweier neutraler
aber nicht Luxemburg
Belgien
andere wollten wiederum keinen Verzicht auf Annexionen im Rheinland
wird im Gegensatz zum Generalstabsmemorandum in Unabhängigkeit belassen. Manchen Regierungsmitgliedern ging das Cambon-Memorandum zu weit
in revidierter Form
zum offiziellen Regierungsprogramm wurde
weshalb es im Januar 1917
Ministerpräsident Briand stand aber hinter dem Programm
Die revidierte Form bezog sich jedoch in erster Linie auf die Verwendung subtilerer Formulierungen
So wurde das „zumindest“ beim Anspruch auf die 1790er-Grenze weggelassen oder die Bezeichnung „Pufferstaaten“ durch „Neutralität“ und „provisorische Okkupation“ ersetzt
Alles Sonstige sollte inter-alliierten Verhandlungen vorbehalten bleiben
was Frankreich freie Hand sicherte
Jedenfalls waren alle der Meinung
ein System von Pufferstaaten würde spätere Annexionen erleichtern
ohne legislative Sanktion
vage vor allem in Bezug auf die
und war daher möglichst unverbindlich gehalten
Das Dokument war gedacht als Diskussionsgrundlage mit Großbritannien
von Großbritannien abgelehnte
Annexion des Rheinlandes
Aus diesem Grunde wurde das spektakulärste Kapitel in der Geschichte der französischen Kriegsziele auch ohne Wissen Großbritanniens geschrieben - die Mission des Kolonialministers Doumergue in Petrograd am 12
Februar 1917
Das Angebot Doumergues an Russland zur freien Festsetzung seiner Westgrenze war der Versuch
einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reiche zu verhindern
Am 14
Februar 1917 sicherte Russland seinerseits den Franzosen Unterstützung bei ihren Forderungen zu
Frankreich wurde Elsass-Lothringen im Umfang des früheren Herzogtums Lothringen mit dem Saarbecken zugestanden
die nicht annektierten linksrheinischen Gebiete „sollen ein autonomes und neutrales Staatswesen“ unter französischem Schutz bilden
bis alle Friedensbedingungen erfüllt sind
das besetzt bleibt
Wenige Wochen später wurde die Abmachung durch die erste russische Revolution allerdings hinfällig
zusammen mit der gesamten Politik wegen der unsicheren Kriegslage
bedingt durch ein mögliches Ausscheiden Russlands
und die französische Kriegszielpolitik geriet
in eine tiefe Krise
die Briands Pläne im Saarland und am Rhein unterstützt hatte
Das zaristische Russland war schließlich die einzige Großmacht gewesen
schien es vorerst
auch Frankreichs Rheinpläne
Kollabierte das Zarenreich
kollabierten
Der den gescheiterten Briand ersetzende Ministerpräsident Ribot leitete eine neue Phase der französischen Kriegszielpolitik ein
Da durch das drohende Ausscheiden Russlands nun der Ausgang des Kampfes selbst in Frage gestellt wurde
trat die Frage der Kriegsziele natürlich in den Hintergrund; - offiziell wurde nur mehr an Elsass-Lothringen festgehalten
Die Regierung Ribot wies den „Geist der Eroberung“ weit von sich und verlangte neben Elsass-Lothringen „nur“ notwendige „Sicherheitsgarantien“
die Kriegsziele noch mehr zurückzuschrauben
sieht sich Ribot von den französischen Sozialisten gedrängt
Als die Erfolge des deutschen U-Bootkrieges und die Meutereien im französischen Heer im Frühjahr 1918 die Kriegslage für die Alliierten zusätzlich verschlimmern
und beteuert
die Rückgabe Elsass-Lothringens sei keinesfalls eine Annexion und die notwendigen „Garantien“ solle man doch nicht im „Geiste der Eroberung“ sehen. Später meint Ribot „die Stunde ist noch nicht gekommen
Er entbindet Russland seiner Zusagen bezüglich der neuen französischen Ostgrenze
an die sich die neue russische Regierung ohnehin nicht gebunden fühlte
und weist jegliche Annexionsbestrebungen zurück
um über alle Friedensbedingungen zu diskutieren“
Gleichzeitig lässt er aber die Möglichkeit unabhängiger Rheinstaaten offen und predigt weiterhin die Niederwerfung des „preußischen Militarismus“
die Veränderung betraf lediglich die äußere Form der Kriegsziele
Ribot hielt also an der Rheinlandpolitik
nicht ihren Inhalt
ebenso wie an der Gesamtheit der französischen Ziele fest
Erst im Januar 1918 erhielt Frankreich die endgültige offizielle Unterstützung in der Hauptkriegszielfrage Elsass-Lothringen; - Lloyd George und Präsident Wilson forderten öffentlich die Auslöschung des Unrechts von 1871
das Recht Frankreichs auf die Provinzen
zu zementieren
ohne jegliche Abstimmung
während die anderen Fragen diskret im Hintergrund blieben
Bis Kriegsende konzentriert sich die Regierung Clemenceau darauf
was aber keinesfalls ein Abgehen von weiteren Zielen bedeutete
obwohl nach der sicheren Erlangung Elsass-Lothringens die Rheingrenze eindeutig das Hauptziel Clemenceaus und aller politischen Führer war
dass selbst nach Ende des Krieges die französischen Kriegsziele noch halbfertig und unklar waren
So kam es
durch Annexion oder Neutralisation
Langlebigstes und wichtigstes Konzept zur Schwächung Deutschlands war der Versuch der Loslösung der Rheinlande von Deutschland
trotz aller Konzessionen an seine Alliierten
dass Frankreich mit seinen Absichten in Versailles gescheitert ist
konnte es doch
Es ist nicht richtig
einen guten Teil seiner Ziele durchsetzen
hatte jedoch durch die Besetzung dieser Gebiete alle Möglichkeiten den Vertrag
wie 1923 bei der Ruhrbesetzung
„nachzubessern“
Zwar musste das Land auf offene Annexionen im Saar- und Rheinland verzichten
lag jedenfalls nicht am mangelnden Durchsetzungsvermögen der Grande Nation in Versailles. Allerdings ist anzunehmen
Dass die Okkupation letztlich scheiterte
also ihre Kriegsziele weitgehend durchgesetzt und Deutschland auf das Gebiet zwischen Rhein und unterer Weichsel beziehungsweise Oder beschränkt
dass bei einem Nichtausscheiden Russlands die „annexionistischen Mächte“ Frankreich und Russland ihren Frieden diktiert
hätten
Die Forderungen an die Besiegten hätten von vornherein anders gelautet
denn der Einfluss der liberal-gemäßigt gesinnten angelsächsischen Mächte wäre auf der Friedenskonferenz weit weniger zum Tragen gekommen
Frankreich und sein großer kontinentaler Verbündeter hätten die neue Karte Europas weitgehend unter sich ausgemacht
um Deutschland auch nach dem Kriege dauerhaft niederzuhalten
So aber musste sich Frankreich
von vornherein bescheiden
um sich nicht britischen und US-amerikanischen Einwänden beugen zu müssen
da es seine westlichen Alliierten benötigte
die ja das bereits „kosmetisch behandelte“ und reduzierte Programm Frankreichs kritisierten und einzuschränken trachteten
Man könnte daher
leicht überspitzt
formulieren
Deutschland verdankt das Rheinland der russischen Revolution. [Bearbeiten]
Russland
als dessen natürliche Schutzmacht es sich sah
Russland konzentrierte seine internationalen Interessen nach dem verlorenen Krieg 1904/05 gegen Japan auf den Balkan
Dabei kam es unweigerlich zu starken Spannungen mit Österreich-Ungarn
Das Selbstverständnis Russlands als Erbe der byzantinisch-orthodoxen Kultur und die traditionelle Feindschaft gegen das Osmanische Reich kamen in den russischen Kriegszielen ebenfalls zum Ausdruck
Nach dem osmanischen Kriegseintritt erhoffte man sich auf russischer Seite den Gewinn Konstantinopels und der Meerengen zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer
aber auch Galizien
vor allem den „(klein)russisch“ besiedelten Ostteil
und aus strategischen Gründen
das ins russische Gebiet hineinragende Ostpreußen
Die russischen Kriegsziele umfassten neben dem alten Ziel der Meerengen
einer Zusammenfassung aller Slawen in einem Kontinentalblock
eine Rolle
Im weiteren Sinne spielte sicher auch die Idee des Panslawismus
In der ersten Siegeszuversicht erstellte der russische Außenminister Sazonow am 14
das in manchen Aspekten als Gegenpart zum Septemberprogramm Bethmann-Hollwegs anzusehen ist
September 1914 ein 13-Punkte-Programm
Dies ist auch bekannt als „12-Punkte-Programm“
weil bei den ersten Veröffentlichungen Punkt 13
eliminiert worden war
über die Reparationen
Sazonov sah in erster Linie territoriale Abtretungen Deutschlands
vor
angeblich auf der Basis des Nationalitätenprinzips
(Ober-) Schlesien und Westgalizien angliedern
Russland würde den Unterlauf des Njemen (Memelland) und den östlichen Teil Galiziens annektieren sowie dem Königreich Polen das östliche Posen
Weitere Bestimmungen waren die oft genannten Fixpunkte alliierter Kriegszielprogramme: Elsass-Lothringen
ein Gebietszuwachs für Belgien bei Aachen
vielleicht das Rheinland und die Pfalz an Frankreich
wobei sich Ungarn mit Rumänien über Siebenbürgen einigen müsste
was die Unklarheit russischer Vorstellungen von Zentraleuropa zeigt)
bestehend aus den Königreichen Böhmen (Böhmen und Mähren; - Mähren wurde dabei für das Gebiet der Slowaken gehalten
Ungarn und Österreich (Alpenländer)
Schleswig-Holstein zurück an Dänemark und die Wiederherstellung Hannovers. Österreich würde eine „Dreifache Monarchie“ bilden
Bulgarien einen Teil Mazedoniens
Frankreich und Japan die deutschen Kolonien
Dalmatien und Nordalbanien
Griechenland hingegen Südalbanien
England
Serbien erhielte Bosnien-Herzegowina
zumindest offiziell unerwähnt
noch vor dem türkischen Kriegseintritt
Die Meerengen blieben
die ihren Alliierten eine Liste mit Kriegszielen vorlegte. [Bearbeiten]
Sazonows Programm war die erste umfassende Kriegszielerklärung der russischen Regierung und Russland war damit die erste Ententemacht
Großbritannien
Großbritannien wollte sich der wachsenden Wirtschaftskraft Deutschlands entledigen und die starke deutsche Flotte ausschalten
da es seine Machtstellung durch das seit der Reichseinigung aufstrebende Deutschland bedroht sah
Die deutsche Invasion Belgiens war der offizielle Grund für Großbritanniens Kriegseintritt - die Wiederherstellung Belgiens blieb in den ersten Kriegsjahren daher auch das einzige erklärte wichtige Kriegsziel
Zum Ziel der Befreiung Belgiens trat aber schon früh die Formel der „Zerschlagung des preußischen Militarismus“
das durch die deutsche Besetzung Belgiens und der Kanalküste bedroht schien
zur Wahrung des europäischen Gleichgewichts
schon jetzt gerade so viel Land wie „we are able to hold“
auch außerhalb Europas habe Großbritannien
laut Premier Asquith
Direkte territoriale Ziele auf dem europäischen Kontinent hatte Großbritannien jedenfalls zu keiner Zeit
Dennoch mussten etwaige Interessen gegenüber Frankreich
was im Klartext Erwerbungen von deutschen und türkischen Besitzungen in Afrika und Vorderasien bedeutete
Russland und den anderen Verbündeten gewahrt bleiben
Territoriale Belange wurden offiziell immer
wohl um peinliche Implikationen zu vermeiden
als sekundär angesehen
Nach dem Ausscheiden des zaristischen Verbündeten konnte der Krieg propagandistisch hervorragend als Kreuzzug der Demokratie gegen Tyrannei und Despotismus geführt werden
was die Formulierung der Kriegsziele dringend machte
Aber Ende 1916 wollte die englische Öffentlichkeit schließlich konkret wissen
wofür ihre Soldaten kämpfen und sterben sollten
Am 20
als wahre Kriegsziele
als Basis des internationalen Friedens
März 1917 bezeichnete Lloyd George die Beseitigung der reaktionären Militärregierungen und die Etablierung von „populären“ Regierungen
Gegen Ende des Jahres einigte sich das Kabinett auf erste provisorische Kriegsziele
sowie die Restauration Belgiens
entgegen dem Vertrag von London
Es unterstützte französische Aspirationen auf Elsass-Lothringen
Serbiens und Rumäniens
nur auf Basis des Nationalitätenprinzips
italienische Forderungen
auch eigene Expansionswünsche in Form von Forderungen nach Selbstbestimmung für die deutschen Kolonien
um den Deutschen die Grundlage für ihr Mittelafrika zu entziehen und den schon okkupierten arabischen Teilen der Türkei unter „British rule“ zu Tage. Das Sykes-Picot Abkommen vom 3
Später kamen
neben der Forderung nach Unabhängigkeit Polens und der Völker der Donaumonarchie
Januar 1916 regelte die Interessenszonen Großbritanniens und Frankreichs im Nahen Osten
während Palästina internationalisiert werden sollte
Großbritannien erhielt das südliche Mesopotamien
was auch die an der Eroberung beteiligten Japaner und britischen Dominions kaum zugelassen hätten
Die deutschen Kolonien in Afrika und Übersee sollten keinesfalls zurückgegeben werden
Es stellte sich heraus
dass die „war aims of the British Empire“ nicht ausschließlich auf den Interessen des Vereinigten Königreiches basierten
Neuseeland und Südafrika ihre Eroberungen deutscher Kolonien behalten wollten
da Australien
Eine im Januar 1917 vorgelegte Denkschrift des Foreign Office betrachtete die deutschen Kolonien als die für die Deutschen handgreiflichsten Resultate der „Weltpolitik“ des Kaisers
aus englischer Sicht
die Vorbereitung von Angriffen auf fremde Kolonien
Der Hauptzweck dieser Kolonien war
Die Wegnahme der deutschen Kolonien sei die Vorbedingung für das wichtige britische Kriegsziel: das Ende der deutschen Seemacht und Seepolitik
dass Deutschland Weltmacht werde
Oberstes Kriegsziel müsse es sein zu verhindern
auf das 1870 Erreichte
Es solle seine Energien auf den Kontinent
aber keine kontinentalen Bestrebungen haben solle
während England die Vorherrschaft zur See und ein überseeisches Reich
beschränken
die alte Wurzeln besaß
Neben der Tendenz zur Schwächung Deutschlands gab es in der britischen Politik also auch eine Gegenbewegung
Die „balance of power“ des Nachkriegseuropa erfordere ein starkes Deutschland
als Gegengewicht zu Frankreich und Russland
Diese Komponente der britischen Kriegszielpolitik sollte bei der Friedenskonferenz in Versailles noch eine wichtige Rolle spielen. Die alten Rivalitäten mit Frankreich und Russland waren zwar durch den Konflikt mit Deutschland überdeckt
aber dennoch latent vorhanden
Es war klar
weshalb sich jede Großmacht ihre neue Ausgangsposition früh sichern musste
dass nach dem Krieg die Konflikte wieder ausbrechen würden
war die Beibehaltung eines auf dem Land militärisch starken Deutschland geopolitisch lebensnotwendig
Für England
das keine direkten realisierbaren Erwerbungen auf dem Kontinent in Aussicht hatte
Balfour wollte die Kohlenreviere im Ruhrgebiet und Schlesien vom Reich abspalten
wofür es stark und wohlgesinnt zu halten sei; - eine Denkart
nicht nur während des Krieges
tauchte wieder auf
Deutschland hielten die Briten sogar für einen möglichen Alliierten der Zukunft
fremd war. Ende August 1918 wurde Lloyd Georges Deutschlandpolitik zunehmend härter
die Russland oder Frankreich
sogar die lang vergessene Abtretung Schleswig-Holsteins an Dänemark
Die im Weltkrieg existierende Koalition wurde von England nicht für sehr dauerhaft gehalten
wurde aus den schon beschriebenen Gleichgewichtsgründen kein "second Alsace-Lorraine" angestrebt
Im November
als das englische Hauptkriegsziel
die deutsche Vorherrschaft auf dem Kontinent zu brechen
bereits erreicht war
Der Wegfall Russlands aus der Kriegskoalition machte das „balance of power“-Konzept Großbritanniens einfacher aber zugleich auch schwieriger
Der russische Druck auf den deutschen Osten fiel nun weg und ein System von neuen Staaten musste die Bindung deutscher Kräfte im Osten übernehmen
wurde der zuvor erwogene Anschluss Österreichs an Deutschland von den Briten
Da diese neuen Staaten nie die Macht des alten russischen Reiches entwickeln konnten
als nicht mehr zweckdienlich
verworfen
Im Westen war die Situation anders
die England durch Milderung der Friedensbedingungen für Deutschland zu verhindern suchte. [Bearbeiten]
da umfangreiche Annexionswünsche Frankreichs im Rheinland
wenn auch in verdeckter Form
eine Hegemonie der Franzosen einzuleiten drohten
Italien
Auch Italien betrieb seit der nationalen Einigung
die 1870 abgeschlossen worden war
eine expansionistische Politik
die unter anderem auf italienisch besiedelte Gebiete unter österreichisch-ungarischer Herrschaft zielte
Auch die Unterzeichnung des Dreibund-Vertrags mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich im Jahre 1882 konnte die daraus resultierenden Spannungen nicht beseitigen
Zudem war es 1911/12 zu einem Krieg mit dem Osmanischen Reich gekommen
der mit der faktischen Annexion Libyens und der Dodekanes durch Italien endete. Durch Nachgeben Russlands auf italienisches Drängen nach Erwerbung slawischer Gebiete an der Adria
kam schließlich der Geheimvertrag von London am 26
April 1915 zustande
dem am 23
das ja durch seine günstige Verhandlungsposition praktisch alle Anliegen durchsetzen konnte
Mai 1915 die Kriegserklärung an Österreich-Ungarn und der Angriff u.a. am Isonzo folgte. Der Vertrag von London spiegelt die Kriegsziele Italiens genau und verlässlich wider
aber nicht Fiume
die Stadt und das Gebiet von Triest
die istrischen und einige kleinere Inseln
Italien erhält das Trentino
ganz Istrien
Südtirol bis zum Brenner
die Grafschaften Görz und Gradiska
bis Kap Planka im Süden
Ferner erhält Italien die Provinz Dalmatien ab Lissarik und Trebinje im Norden
also etwa von Zara bis vor Split
mitsamt den vorgelagerten Inseln
sowie Lissa und Lagosta
Zuletzt erwirbt Italien noch den strategisch bedeutsamen albanischen Hafen Valona mit umfangreichem Hinterland. Auch würde bei einer etwaigen Teilung der Türkei eine noch festzusetzende Region an der Südküste Kleinasiens an Italien gehen
durch den Vertrag nicht gebundenen
lag am Widerstand der Serben beziehungsweise Südslawen und der
US-Amerikaner. [Bearbeiten]
Dass die Vereinbarung insbesondere in Bezug auf Dalmatien in Versailles nicht zur Gänze verwirklicht wurde
Osmanisches Reich
Das Osmanische Reich hatte seine jahrhundertelange Großmachtstellung faktisch längst verloren
Durch den Kriegseintritt auf der Seite der Mittelmächte erhofften sich die Osmanen die Wiedergewinnung der Vormacht im Schwarzmeerraum zum Nachteil von Russland
mit dem das Osmanische Reich seit Jahrhunderten verfeindet war
Der Weltkrieg war für das Osmanische Reich anfangs der Versuch
seine Unabhängigkeit und Kraft wiederzugewinnen
wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr
im Krieg eine Selbständigkeit zu erlangen
ineffizienten inneren Strukturen
Tatsächlich schaffte die Türkei
trotz ihrer wirtschaftlichen und militärischen Rückständigkeit und ihrer unmodernen
vor allem in internen Belangen
Die Türken machten klar
seine Macht zu erweitern
Einflusszonen zu schaffen
ja sogar neue Territorien zu erwerben
dass sie Herren im eigenen Haus waren
verlorene Gebiete zurückzuerobern
um mit Hilfe panislamischer und pantürkischer Losungen seine Position zu kräftigen
volle Selbständigkeit; - auch gegenüber Deutschland. Das Osmanische Reich nahm den Weltkrieg aber gleichzeitig zum Anlass
sie erlangten in einem Bündnis auf absoluter Gleichheit
Die osmanischen Revolutionierungsaktionen stehen in Bezug auf ihre Weitgestreutheit - sie erstreckten sich von Tunis bis Turkestan und Nordwestindien - denen des deutschen Bündnispartners kaum nach
Wünsche und Träume wurde der islamisch-türkische Osten
Das Hauptziel der osmanischen Hoffnungen
Ein islamischer Dreibund Türkei-Persien-Afghanistan sollte das Bindeglied nach Indien und nach Russisch-Turkestan sein
Der politische Turanismus der Jungtürken war ein Traum
weil sie die Macht des Osmanischen Reiches bedeutend überschätzten und vor allem die Tatsache übersahen
dass den verschiedenen Türkvölkern ein einheitliches Nationalbewusstsein fehlte
Für die Türkei hatten die Kriege der letzten Jahrhunderte fast alle mit oft riesigen Gebietsverlusten geendet
Auch im Weltkrieg hatte sie
als einzige der vier Verbündeten
große Gebiete verloren
Um ihre Stellung
glaubte sie Gebietserwerbungen zu brauchen
vor allem bei Friedensverhandlungen zu wahren
Schneller und leichter als die Rückeroberung ihrer arabischen Gebietsteile von den Briten schien die Einverleibung der von Russland nicht oder kaum mehr verteidigten Gebiete Kaukasiens und Zentralasiens zu sein
Außerdem erschien die Eingliederung verwandter Völker im Osten lohnender als die Rückeroberung der aufständischen arabischen Gebiete
Auf lange Sicht war der Bestand des Reiches auch ohne Krieg zweifelhaft
Geographie und Wirtschaft
Der Türkei fehlten die meisten notwendigen Voraussetzungen für ihren inneren Zusammenhalt: eine gemeinsame Rasse
Kultur
Sprache
Religion
Die Türkei jagte in Asien wie das Deutsche Reich phantastischen Plänen nach
die auf größtenteils irrealen Voraussetzungen beruhten
im Namen des Pan-Turanismus
Das türkische Vordringen in den Kaukasus
erscheint heute als der Amoklauf des zusammenbrechenden Osmanischen Reiches. [Bearbeiten]
Serbien
In Serbien war Grundlage aller Kriegszielprogramme die Idee von der Vereinigung aller Südslawen
nicht hinaus. Aber schon die serbische Kriegsproklamation vom 4
bei Unabhängigkeit von Bulgarien und Montenegro
Meistens reichten die serbischen Ansprüche über eine Vereinigung mit Kroaten und Slowenen
oder sogar nur einem Großserbien
mit Abrundung des serbischen Gebietes und Zugang zur Adria
Srem und von unserem Meer
der Backa
aus dem felsigen Dalmatien
zu uns drang“; die Proklamation nannte also das nationale Befreiungsziel der Serben
Kroatien
August 1914 sprach vom „Jammer von Millionen unserer Brüder ...
aus dem Banat
die Vereinigung aller Serben
Slawonien
welcher aus Bosnien und Herzegowina
Kroaten und Slowenen
Ministerpräsident Pasic legte am 21
das Banat
September dem russischen Außenminister Sazonow umfangreiche Kriegsziele vor: Bosnien
Görz mit Umgebung und Istrien
die Backa
die Herzegowina
Dalmatien
bei dessen etwaigem Kriegseintritt
Letzteres war er bereit
zu teilen
mit Italien
weil dann die Serbokroaten der Monarchie auf der Seite Österreich-Ungarns stehen würden
warnte aber davor
wollte er auf ganz Istrien verzichten
Italien Dalmatien zuzugestehen
als Pasic von den italienischen Forderungen erfuhr
Eine Woche später
vom kroatischen Abgeordneten Supilo verfasst
Eine russisch-südslawische Denkschrift
aus dem Dezember 1914 äußerte schon detailliertere Vorstellungen über den kommenden südslawischen Staat
dem gesamten Kronland Küstenland (mit Triest)
sogar Montenegro und das damalige Serbien; von den 14 Millionen Einwohnern wären 12
Bosnien-Herzegowina
7 Millionen Südslawen. Im Februar 1915 versprach der britische Außenminister Grey Serbien
das südliche Ungarn (ein wenig nördlich der Mur
südlich von Pécs und Szegedin)
bestehend aus den südlichen Teilen Kärntens und der Steiermark
dem Krain
Kroatien und Slawonien mit Fiume
die Herzegowina und einen Zugang zur Adria
Dalmatien
im Mai zog man sogar eine Föderation mit Kroatien in Betracht
Dieser Staat hätte 260.000 km² umfasst
Bosnien
Bosnien
dass bei serbischer Zustimmung
Das britische Foreign Office und Premierminister Grey sagten Supilo persönlich sogar zu
ihr eigenes Schicksal selbst zu bestimmen (1.9.1915)
Slawonien und Kroatien erlaubt werde
Süddalmatien
der Herzegowina
Der Einfluss der südslawischen Exilpolitiker innerhalb der Bevölkerung daheim
lag allerdings bis ins letzte Kriegsjahr fast bei Null
mit Serbien vereinigt werden
diplomatische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem serbischen Bruderstaat bemüht war
sollte spätestens
als König Nikola I. den Mittelmächten einen Sonderfrieden anbot
Montenegro
das schon vor 1914 um enge militärische
als südslawisch motiviert
Dennoch waren die frühen Kriegsziele der serbischen Verantwortlichen viel eher großserbisch
Ihre großserbischen Ambitionen wurden bei den westlichen Verbündeten
da viele der angestrebten Gebiete nur eine serbische Minderheit besaßen
mit einem jugoslawischen Mäntelchen umgeben
Ende 1915
gewann die Idee der südslawischen Einheit an Attraktivität
Erst nach der Vernichtung Serbiens
Triest und Dalmatien aber zeitweilig aufgegeben
wurde die russische Unterstützung serbischer Wünsche in Istrien
Um dem Druck Italiens beim Vertrag von London nachzugeben
sowie die Küste südlich des Kap Planka bis zur Drina in Nordalbanien
ohne Dalmatien
Der § 5 im Vertrag von London billigte Serbien lediglich zu: Kroatien
die Adriaküste Ungarisch-Kroatiens
Dass die Serben die Abmachung von Anfang an bekämpften und im wichtigsten Teil
ist nicht verwunderlich
auch Erfolg hatten
bei Dalmatien
zu einem Kampf für die Befreiung und Einigung aller unserer unfreien Brüder
da es begann
gab es aber auch offen großserbische Tendenzen
Kroaten und Slowenen“ propagierten
die den Weltkrieg als „Ringen im Augenblick
Unter den Serben
der Serben
Vor allem nach Ausscheiden des großen Bruders
aus dem Kampf und der Vernachlässigung des kleinen serbischen Verbündeten und der eher nebensächlichen Salonikifront durch die Westalliierten gaben sich viele mit Montenegro
Bosnien-Herzegowina und Süddalmatien als Teile Großserbiens zufrieden
des zaristischen Russlands
der Vojvodina
sondern nur eine jugoslawische Lösung unter demokratischem Vorzeichen ihre Unterstützung finden würde
Gleichzeitig machte die provisorische Regierung Russlands deutlich
dass nicht Großserbien
am 2O
mit der Deklaration von Korfu
Der serbische Ministerpräsident Pasic musste sich der Entwicklung anpassen und so wurde
der das Selbstbestimmungsrecht der einzelnen Völker vorsah
eingeleitet
Juli 1917 die Verwirklichung des südslawischen Staates durch einen Kompromiss
Am 1
Dezember 1918 wurde schlussendlich der „einheitliche Staat der Serben
Kroaten und Slowenen“ aus den Gebieten der österreichisch-ungarischen Monarchie
Serbiens und Montenegros gebildet. [Bearbeiten]
Bulgarien
Bulgarien erstrebte seit seiner vollständigen Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich im Jahre 1908 die Einverleibung Makedoniens
das von nationalistischen Bulgaren als Teil der bulgarischen Nation betrachtet wurde
Die Mittelmächte sicherten Bulgarien im September 1915 den serbisch beherrschten Teil Makedoniens zu
weshalb Bulgarien am 14
Oktober 1915 auf ihrer Seite in den Krieg eintrat
Im späteren Verlauf des Krieges forderte Bulgarien auch noch die rumänische Dobrudscha und türkische Gebiete an der Marica sowie weitere serbisch und albanisch besiedelte Gebiete des besetzten Serbiens. [Bearbeiten]
Rumänien
Zu den Kriegszielen Rumäniens zählte die Annexion Siebenbürgens
bei denen es sich um mehrheitlich rumänisch besiedelte Gebiete unter österreichisch-ungarischer Herrschaft handelte
der Bukowina und des Banats
In einem Vertrag mit den Alliierten ließ sich Rumänien diese Gebiete zusichern und erklärte Österreich-Ungarn am 27
August 1916 den Krieg
Frühere Verhandlungen Rumäniens mit der Donaumonarchie um die Abtretung Siebenbürgens scheiterten an der strikten Ablehnung Ungarns
Die Abtretung der Bukowina durch Cisleithanien genügte den Rumänen freilich nicht
Den rumänischen Forderungen nach der Bukowina bis zum Pruth und dem Banat setzte Russland vorerst Widerstand entgegen
Nach der schweren Niederlage bei Gorlice gab Sazonov dann im Laufe des Julis 1915 seinen Widerstand gegen die rumänischen Forderungen auf
aber der rumänische Ministerpräsident Bratianu wollte nach der Eroberung Polens durch die Mittelmächte wieder einmal abwarten
Nach den ersten großen Erfolgen der russischen Brussilow-Offensive
die österreichisch-ungarische Monarchie
die vor allem Rumäniens potentiellen Hauptgegner
unterzeichnete der Balkanstaat am 17
betrafen
August 1916 einen Bündnisvertrag mit der Entente
Darin wurde Rumänien fast die ganze Bukowina (südlich des Pruth)
was einer Verdoppelung seiner Fläche und Bevölkerung entsprochen hätte. Der Umstand
sicherte dem Balkanstaat letztlich eine Ausdehnung nach allen Seiten
dass außer Serbien keiner seiner direkten Nachbarn zu den endgültigen Siegern zählte
Siebenbürgen und das Temesvarer Banat zugesichert
sowie das gesamte Bessarabien und die von Bulgarien zurückerhaltene Dobrudscha verwandelten den Nationalstaat Rumänien in einen Nationalitätenstaat
Nicht nur die versprochenen Gebiete in Ungarn
ukrainisch besiedelten Teil
sondern auch die gesamte Bukowina mit ihrem nördlichen
den Anteil der Minderheiten von 8 auf 30%. [Bearbeiten]
Der Vertrag von Trianon verdoppelte das Territorium Rumäniens und vergrößerte seine Bevölkerung von 7
2 auf 18 Millionen
Chronologischer Verlauf
[Bearbeiten]
Kriegsbeginn (Julikrise)
Innerhalb der Führungsschichten gab es unzweifelhaft Revanchegelüste
Jedoch war aufgrund der europäischen Bündnissysteme abzusehen
dass der nächste Krieg große Teile des Kontinents erfassen würde
da seit der letzten militärischen Auseinandersetzung zwischen zwei europäischen Großmächten 43 Jahre vergangen waren
Außerdem verblasste der Schrecken des Kriegs
In dieser Situation löste der Mord am österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo (damals österreich-ungarisches Gebiet) am 28
Juni 1914 durch den serbischen Attentäter Gavrilo Princip (Attentat von Sarajewo) eine Kettenreaktion aus
die einen Monat in Anspruch nahm und in einem europäischen Krieg endete
halbherzigen diplomatischen Vermittlungsversuchen und politischen Fehleinschätzungen. Drei Wochen nach dem Mord setzte Österreich-Ungarn Serbien durch Außenminister Graf Berchtold ein Ultimatum (23
Die Julikrise ist geprägt von Drohungen
Juli 1914) mit einer Frist von 48 Stunden
Bis zu diesem Zeitpunkt war die europäische Stimmungslage eher gegen die Serben gerichtet
die als „blutrünstiger Haufen“ gesehen wurden
Außerdem wurde vermutet
dass die serbische Führung hinter dem Attentat steckte
welche die serbische Souveränität bei ihrer Erfüllung eingeschränkt hätten
Das Ultimatum forderte nicht nur die Bekämpfung von gegen Österreich-Ungarn agierenden Organisationen
sondern umfasste zudem Bedingungen
verwahrte sich jedoch gegen eine Einschränkung der Souveränität Serbiens und beschloss die Teilmobilmachung der Armee
Innerhalb der 48 Stunden ging die serbische Regierung auf fast alle Punkte ein
Trotz dieser Zugeständnisse Serbiens erklärte Österreich-Ungarn die Antwort für "unbefriedigend" und brach die diplomatischen Beziehungen zu Serbien nach Ablauf des Ultimatums am 25
Juli ab
und ordnete ebenfalls die Teilmobilmachung an
Die österreichischen Ziele sahen zunächst einen lokalen Krieg um die Vorherrschaft auf dem Balkan vor
zumal die Hauptstadt Belgrad nur unweit der österreichisch-ungarischen Grenze liegt
In dieser Situation wurde aus Berlin Rückendeckung in Form der bereits am 6
da das Bündnis zwischen Wien und Berlin nur defensiven Charakter hatte
Juli zugesicherten "Blankovollmacht" gegeben
dass in diesem Falle Österreich die treibende Kraft hinter den Ereignissen war
Die anderen europäischen Staaten interpretierten diese Treueerklärung insofern falsch
als dass sie sich nicht vorstellen konnten
Die Blankovollmacht sah ein deutsches Eingreifen im Falle eines russischen Eingreifens vor
Am 25
Juli beschloss Russland auf dem Kronrat von Krasnoje Selo
Serbien militärisch zu unterstützen
Gleichzeitig wurde sowohl von russischer als auch von englischer und deutscher Seite eine Botschafterkonferenz vorgeschlagen
Dieser Vorschlag blieb jedoch unbeachtet
dass man im deutschen Reich die Angelegenheit für einen lokalen Österreich-Serbischen Konflikt hielt
Ein weiteres entscheidendes Missverständnis war
während man in den übrigen Staaten eine deutsche Kriegstreiberei für gegeben hinnahm. Die deutsche Rückendeckung war entscheidend für die Kriegserklärung Österreichs an Serbien am 28
Juli
Am 27
Juli erfolgte die Teilmobilmachung der russischen Armee
äußerte rückblickend
Der Befehlshaber der Mobilisierungsabteilung der russischen Armee
Sergej Dobrorolski
dass der Krieg bereits seit dem 25
Juli für den russischen Generalstab beschlossene Sache gewesen sei
dass Deutschland im Falle einer Generalmobilmachung Russlands ebenfalls seine Truppen mobilisieren würde
worauf sie auch konsequent abzielten
Den russischen Militärs war bekannt
Als Zar Nikolaus II. am Morgen des 30
dass dieser Vorgang einer indirekten Kriegserklärung gleichkommt
Juli die Generalmobilmachung der russischen Armee billigte
war ihm zunächst nicht bewusst
Noch am selben Tag wollte der Zar die Generalmobilmachung rückgängig machen
wurde jedoch von dem Generalstab der russischen Armee davon abgehalten
Das Deutsche Reich forderte in einem Ultimatum die sofortige Rücknahme der russischen Mobilmachung
Nachdem diese ausblieb
machte das Reich ebenfalls mobil und erklärte Russland am 1
August den Krieg
eine modifizierte Version des Schlieffenplans in Kraft
der als einzige Siegchance für den drohenden Zweifrontenkrieg gesehen wurde
woraufhin Frankreich in Erwartung eines deutschen Angriffes ebenfalls mobil machte. Daraufhin setzte das deutsche Oberkommando den Aufmarschplan
um die langsame russische Mobilmachung für einen schnellen Schlag gegen Frankreich auszunutzen
Dieser setzte auf Geschwindigkeit
Nachdem das neutrale Belgien die Durchmarschgenehmigung verweigerte
verletzte das Reich die belgische Neutralität für den Angriff gegen Frankreich
Für die liberale Regierung in London war dies der Anlass
in den Krieg einzutreten
Gerade das Verhalten Deutschlands war Ausgangspunkt für die viel diskutierte Kriegsschuldfrage im Vertrag von Versailles
Dieser Punkt wird auch heute noch diskutiert
dass Inkompetenz und mangelnde Verhandlungsbereitschaft nicht nur in der deutschen Führungsschicht Europa in diesen Krieg stürzte
zumal die gleichen Aktionen auf beiden Seiten ganz unterschiedlich bewertet worden sind
wobei mittlerweile die Ansicht vorherrscht
was fatale Folgen hatte
Insbesondere in Deutschland und Russland ging die politische Führung zu sehr auf die kriegsorientierten Forderungen der Militärs ein
Zu Beginn des Krieges standen sich 118 Millionen Menschen der Mittelmächte und 278 Millionen Menschen der Entente Cordiale gegenüber. [Bearbeiten]
Kriegsjahr 1914
dass sie in einem Zwei-Fronten-Krieg kaum überleben konnte
Bild nicht gefunden Ausmarsch bayerischer Soldaten 1914 Der deutschen Kriegsführung war klar
Daher versuchte sie
umzusetzen
den schon vor dem Krieg ausgearbeiteten Schlieffen-Plan (Generalfeldmarschall Alfred von Schlieffen war zwischen 1891 und 1905 Generalstabschef)
dass Deutschland mit aller Kraft Frankreich erobern
Dieser Plan sah vor
im Osten aber die Stellungen nur halten solle
Dazu sollte das starke französische Verteidigungssystem im Norden mit einer weit ausgreifenden Bewegung durch das neutrale Belgien umgangen und schnellstmöglich gegen Paris vorgegangen werden
Am 4
Ulanen der 2. und 4
August hält Wilhelm II. seine „Ansprache an das deutsche Volk“
und deutsche Truppen
Kavalleriedivision
wobei es bereits am selben Tag im Dorf Battice zu gewaltsamen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung kam
begannen den Überfall auf Belgien
Nachdem die deutschen Soldaten glaubten
von Freischärlern und bewaffneten Zivilisten angegriffen worden zu sein
wurde in den kommenden Wochen vielfach Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in Belgien und Frankreich verübt
die den Krieg auf militärische Einheiten begrenzen wollte und deshalb diese Strafmaßnahmen vorsah
Dieses harte Vorgehen war prinzipiell durch die damalige Landkriegsordnung gestattet
Tatsächlich waren diese Feuerüberfälle jedoch auf versprengte militärische Einheiten zurückzuführen; nicht selten beschossen sich deutsche Einheiten in einer Mischung aus Massenhysterie und unübersichtlicher Lage untereinander
Während der Mobilmachung wurde ein handstreichartiger Überfall auf die belgische Stadt Lüttich geplant und ausgeführt
Die Stadt fiel schnell in die Hände der Angreifer
während der Gürtel von 12 Forts unbesetzt blieb
die Festungen zu besetzen
Erst nach dem Heranschaffen schwerster Artillerie (der Dicken Berta) war es möglich
Der Höhepunkt der Kämpfe war die Beschießung und der Fall von Fort Loncin
Nach der Verletzung der belgischen Neutralität erklärte Großbritannien dem deutschen Kaiserreich den Krieg
Die britische Kriegserklärung gegen das Deutsche Reich trat am 4
nach Ablauf eines vorausgehenden Ultimatums Großbritanniens um 0:00 Uhr in Kraft
August
Die unangefochtene britische Seeherrschaft ermöglichte es
sofort 100.000 Mann nach Frankreich zu schicken
Am 18
dabei stieß man sehr schnell nach Brüssel vor
August begann daraufhin die deutsche Großoffensive zur Umfassung der alliierten Armeen
Am 1
August ordnen sowohl die französische Regierung
als auch der Deutsche Kaiser die Mobilmachung ihrer Armeen an
Am selben Tag überreicht der deutsche Botschafter in St
Petersburg Russland die deutsche Kriegserklärung
Am Vormittag des 2
August besetzten deutsche Truppen die Stadt Luxemburg; woraufhin der französische Staatspräsident Raymond Poincaré am folgenden Tag per Erlass den Belagerungszustand über Frankreich verhängt und Deutschland Frankreich wegen diverser Grenzverletzungen in Deutsch-Lothringen den Krieg erklärt
Am 4
August marschieren deutsche Truppen völkerrechtswidrig und ohne Kriegserklärung in das neutrale Belgien ein
Großbritannien befiehlt am selben Tag die Mobilmachung seiner Armee und setzt Deutschland ein Ultimatum bis Mitternacht
was den britischen Außenminister Sir Edward Grey zu seiner geradezu prophetischen Äußerung veranlasst: „The lamps are going out all over Europe; we shall not see them lit again in our lifetime.“ Nach Ablauf dieses Ultimatums erklärt England dem Kaiserreich am 5
August den Krieg
hatte es in Deutsch-Lothringen
im Bereich des XXI
Seit dem Tage der französischen Mobilmachung
dann aber schnell umfangreicher werdende französische Truppenbewegungen und erste Feuergefechte mit deutschen Verbänden gegeben
Armeekorps zunächst kleinere
Am 10
August erlitten bayerische Truppen im Bereich Badonviller erste größere Verluste
am 11
August kam es bei Lagarde zu einem großen Gefecht zwischen Franzosen und Teilen der 42
in dessen Verlauf ca
Infanterie-Division
2.300 Franzosen in Gefangenschaft gerieten
dass sich die deutsche 6
Die Aufklärung ergab
Armee (zu der u.a. die 42
dass die 6
nämlich der 1. unter General Dubail und der 2. unter General Castelnau gegenüber sah – allerdings mit dem Unterschied
ID gehörte) im Bereich zwischen Metz und Saarburg zwei französischen Armeen mit mindestens neun aktiven Armeekorps
Armee „allein“ war und sich der größte Teil des 7
Armee
die zur Verstärkung angefordert worden war
noch auf dem Weg nach Nordosten befand
Nachdem es auch am 12
um Zeit zur Heranführung der 7
wurde entschieden
August bei Badonviller zu einem Sieg über französische Truppen gekommen war
die große Streitmacht des Gegners erst auf deutsches Gebiet zu locken
Armee zu gewinnen und anschließend in eine Falle im Bereich zwischen Mörchingen – Lauterfingen – Mittersheim – Pfalzburg
wo er geschlagen werden sollte
Die deutschen Truppen zogen sich daraufhin bis auf diese Linie zurück und bezogen Stellungen
Am 16
August beschloss der Kommandierende der 6
die französischen Verbände im Widerspruch zum Schlieffen-Plan
Armee Kronprinz Rupprecht von Bayern befehlswidrig
der ihm strengste Defensive auferlegte
so bald wie möglich in Lothringen anzugreifen
Im Verlauf des 18
August entwickelten sich dann erste Gefechte u.a. im Gebiet um Lauterfingen
Am 20
bei Longwy
die so genannten Grenzschlachten
August befahl der französische General Joffre die schon lange vor dem Krieg im so genannten "Plan XVII" vorgesehene Offensive in Richtung Deutsch-Lothringen und Saar-Ruhr-Gebiet. Daraus
an der Maas
zwischen Sambre und Maas und bei Mons entwickelten sich für beide Seiten verlustreiche Kämpfe zwischen den Vogesen und der Schelde
und aus einer Reihe von weiteren Schlachten bei Saarburg
Trotz der unerwarteten Aktionen der Franzosen und Briten glaubte die Oberste Heeresleitung (OHL) an einen raschen Vorstoß nach Paris
Am 4
die Marne zu überschreiten
woraufhin es zwei Tage später zu der für beide Seiten äußerst verlustreichen und sich zwischen Ourcq und Maas erstreckenden Marneschlacht kam
September gelang es den Deutschen
Kurz danach gab die OHL den Schlieffen-Plan auf
weit genug vorzustoßen
um Paris zu isolieren oder gar zu umfassen
da es den Truppen nicht gelungen war
von der Marne zurückzogen
reichten die französischen Munitionsvorräte nur noch für zwei Tage
für die Alliierten überraschend
Als sich die deutschen Truppen
und ein Stellungskrieg bahnte sich an
das Kräfteverhältnis war ausgeglichen
Gegen Ende September nahmen die Bewegungen auf beiden Seiten ab
speziell für die Artillerie
Dies hing unter anderem auch damit zusammen
dass die Munitionsvorräte
nicht rasch genug aufgefüllt werden konnten
Es zeigte sich sehr schnell
dass der Munitionsverbrauch weit über die Kapazitäten hinausging
Lediglich in Belgien hatte der Vorstoß noch nicht an Schnelligkeit verloren
Bis zum November waren Antwerpen
Brügge und andere bedeutende belgische Städte in deutscher Hand
weshalb der am 14
Schweren Widerstand boten die Alliierten jedoch bei Ypern
September zum Chef des Generalstabs ernannte General von Falkenhayn die Angriffe einstellen musste
Von Ende Oktober bis zum 10
Deutschland über alles" die vordersten gegnerischen Stellungen eingenommen
November kam es bei Ypern wiederholt zu verlustreichen Kämpfen
die die OHL mit dem irreführenden Bericht stilisierte
bei Langemarck hätten junge deutsche Regimenter unter dem Gesang "Deutschland
gebildeten deutschen Generation verherrlichte
der bis in die NS-Zeit hinein existierte und den angeblichen Opfertod einer jungen
Der Bericht der OHL löste den Mythos von Langemarck aus
Mit den Kämpfen bei Ypern endete der Bewegungskrieg
An der deutschen Westfront entstand nun ein ausgedehntes System aus Schützengräben
Da die Russen unerwartet schwere Angriffe gegen Deutschland führten
war die Lage an der Ostfront für die Mittelmächte zunächst schlecht
was sich jedoch aufgrund einer gewaltigen russischen Offensive im Nordosten als Fehler erwies
Die Deutschen waren aufgrund des Schlieffenplans an ihrer Ostfront defensiv eingestellt
Kurz nach Kriegsbeginn waren zwei russische Armeen in Ostpreußen eingefallen und standen somit auf Reichsgebiet
Als Folge dessen wurden die Truppen verstärkt und die alten Befehlshaber durch Generalmajor Erich Ludendorff und Generaloberst von Paul von Hindenburg ersetzt
Ihnen war es zu verdanken
besonders der Sieg in der Schlacht bei Tannenberg vom 26.-31
dass sich die Lage an der Ostfront schnell änderte
August war für Deutschland ein großer Erfolg
Dabei gelang deutschen Truppen die Einschließung und Bekämpfung der russischen Narew-Armee
Vom 6.-15
die mit der Niederlage der russischen Njemen-Armee endete
September folgte die Schlacht an den Masurischen Seen
Die russischen Truppen räumten daraufhin einen großen Teil Ostpreußens
Russische Truppen hatten kurz nach Kriegsbeginn auch das zu Österreich-Ungarn gehörende Galizien besetzt
Das österreichisch-ungarische Heer musste sich nach einem Vorstoß auf die galizische Stadt Lemberg aufgrund der erdrückenden russischen Übermacht im September zu den Karpaten zurückziehen
Am 1
November wurde Generaloberst von Hindenburg zum Oberbefehlshaber Ost des deutschen Heeres ernannt
Am 11
November begann eine deutsche Gegenoffensive an der Ostfront
welche die russischen Verbände bis östlich von Å?ódź zurückdrängte
Vom 5.-17
Dezember gelang es österreichisch-ungarischen Truppen
einen russischen Vorstoß auf Krakau aufzuhalten
Danach begann auch im Osten der Übergang zu einem Stellungskrieg
in der sich die Mittelmächte gegen Russland behaupten konnten
Vom Dezember 1914 bis zum April 1915 tobte die Winterschlacht in den Karpaten
Die Regierung des Osmanischen Reichs versuchte zunächst
sich in einer "bewaffneten Neutralität" aus den Kampfhandlungen herauszuhalten
dass man sich an eine Großmacht anlehnen müsste
um militärisch überhaupt standhalten zu können
Den herrschenden Jungtürken war klar
das allerdings im Kabinett umstritten war
Auf Betreiben Enver Paschas kam es schließlich zum Kriegsbündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn
Im Oktober 1914 beschossen die Osmanischen Türken mit zwei vom Deutschen Reich erworbenen Kriegsschiffen russische Küstenstädte
Daraufhin erklärten Anfang November Frankreich
Großbritannien und Russland dem Osmanischen Reich den Krieg
das sich nun auf der Seite der Mittelmächte befand
Bereits am 23
November gelang es britischen Truppen
die osmanische Stadt Basra am Persischen Golf einzunehmen
Außerhalb von Europa kam es besonders in Afrika zu teils schweren Kämpfen
Die von allen Seiten umzingelte Kolonie Togo wurde sofort eingenommen
bis zum Ende des Jahres 1914 zogen sich die deutschen Truppen in den Dschungel zurück
Um Kamerun stand es genau so schlecht
wo sich ein zermürbender Kleinkrieg entwickelte
Deutsch-Südwestafrika wurde von der südafrikanischen Union angegriffen
Bis zum Jahresende bestand keine Möglichkeit mehr
das Gebiet zu halten
Einzig Deutsch-Ostafrika verteidigte sich unter Paul von Lettow-Vorbeck verbissen
Dank der deutschen Strategie von Rückzügen und Guerilla-Taktiken konnte sich die Kolonie bis zum Kriegsende halten
Die deutschen Kolonien im Pazifik wurden auf Grund eines japanischen Ultimatums kampflos übergeben
Einzig der Pachthafen Kiautschou wurde erbittert verteidigt
bis Material und Munition aufgebraucht waren. [Bearbeiten]
Kriegsjahr
1915
Im Januar 1915 kam es im Kaukasus zu ersten größeren Kampfhandlungen zwischen osmanischen und russischen Truppen
Dabei musste das Osmanische Reich eine schwere Niederlage hinnehmen
Dies nahm man auf osmanischer Seite zum Anlass
dem Volk der Armenier Kooperation mit den Russen zu unterstellen
Es kam zu Verfolgungen der Armenier durch osmanische Truppen
die schätzungsweise 1 Million armenische Todesopfer forderten
Zahlreiche Armenier wurden in Wüstengebiete deportiert
Der erste große Völkermord des 20
Jahrhunderts wird bis heute in der Türkei tabuisiert. Das deutsche Heer siegte vom 2.-27
Februar mit Hilfe der neu eingetroffenen 10
Armee in der Winterschlacht in Masuren über die Russen
Die russischen Truppen zogen sich daraufhin endgültig aus Ostpreußen zurück
Im November 1914 erhielt Erich von Ludendorff als Chef des Stabes gemeinsam mit Paul von Hindenburg das Oberkommando über alle deutschen Truppen der Ostfront
fast ganz Kurland und Litauen unter deutsche Okkupation
Im Sommer 1915 fielen Polen
In Polen entstanden durch die Besatzungsmächte zwei Gouvernements: ein Österreichisches in Lublin und ein Deutsches mit Sitz in Warschau
Die restlichen Gebiete wurden unter dem Begriff Ober Ost zusammengefasst
kurz Ober Ost
das ethnographische Litauen
einige rein polnische Distrikte wie Augustow und Suwalki und die westlichen Distrikte Weißrusslands
erstreckte sich über Kurland
Das Gebiet des Oberbefehlshabers der gesamten deutschen Streitkräfte im Osten
bei der die Franzosen erstmals massives Trommelfeuer einsetzten
An der Westfront kam es im Februar und März zur so genannten Winterschlacht in der Champagne
Diese Taktik war jedoch nicht sehr erfolgreich
da sich die Deutschen schnell auf einen Angriff der Infanterie einstellten und die Angreifer aus bereits gut ausgebauten Unterständen mit Sperrfeuer und MG-Salven niederstreckten
dem Giftgas
Wenig später begannen die Deutschen mit der Entwicklung einer der furchtbarsten Waffen des Ersten Weltkriegs
und sich somit in die Gräben senkte
Für den so genannten Blasenangriff wurde Chlorgas verwendet
das sehr schwer ist
Der erste Angriff war mehr als Experiment gedacht und fand am 22
April in Ypern statt
Die Wirkung war verheerend: 15.000 aus Algerien stammende französische Soldaten
flohen oder wurden getötet
so dass die Deutschen anfänglich ohne Widerstand vorrücken konnten
dazu bretonische Territorialsoldaten sowie die erst kürzlich an der Front eingetroffenen Kanadier
worauf die Alliierten die Front wieder schließen konnten
Dennoch nutzte die OHL die Gunst der Stunde nicht
Es ist historisch nicht endgültig geklärt
welche Kriegspartei tatsächlich zuerst Gas als Kampfmittel eingesetzt hat
Am 25
April begann die Dardanellen-Operation der Alliierten auf der Halbinsel Gallipoli mit dem Ziel
nach Konstantinopel durchzubrechen
Alliierte Truppen hatten zuvor unter Missachtung der griechischen Neutralität die Insel Lemnos besetzt
um sie als Ausgangspunkt für Angriffe gegen das Osmanische Reich zu nutzen
Die zerklüfteten Felsen von Gallipoli boten zwar einen guten Unterschlupf
aber bei den Angriffen waren sie den Briten
Australiern und Neuseeländern wenig hilfreich
weshalb die Operation bis zum 9
Auch war der türkische Widerstand unerwartet hart
Januar 1916 mit einer umfassenden amphibischen Evakuierung abgebrochen werden musste. (siehe Schlacht von Gallipoli) An der deutschen Ostfront kam es vom 2.-7
in der den deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen ein tiefer Einbruch in die russischen Stellungen gelang
Mai östlich von Krakau bei Gorlice und Tarnów zu einer Schlacht
Als Folge der Schlacht gewannen die Mittelmächte die Kontrolle über Galizien zurück
Am 7
Mai versenkte ein deutsches Unterseeboot das britische Passagierschiff Lusitania vor der südirischen Küste
was schwere Spannungen zwischen dem Deutschen Reich und den USA auslöste
Dabei soll dem deutschen Unterseeboot die Position der Lusitania durch gegnerische Funksignale übermittelt worden sein
Am 9
Mai versuchten Briten und Franzosen einen Durchbruch im Artois Schlacht bei Lens
die jedoch trotz enormer Verluste ohne Erfolg blieb und Mitte Juni abgebrochen wurde. Am 23
Mai erklärte Italien nach der Zusicherung von österreichisch-ungarischen Gebieten durch Frankreich und Großbritannien den Mittelmächten den Krieg und griff Österreich am Isonzo-Fluss an
was den Druck auf die Mittelmächte erheblich erhöhte
Damit befand sich Österreich-Ungarn ab sofort in einem Drei-Frontenkrieg
da diese die Höhe des Gebirges wirkungsvoll zur Verteidigung nutzten
Bis 1917 versuchten die italienischen Truppen in elf Offensiven vergeblich die österreichischen Stellungen zu stürmen
Die Kämpfe gingen als "Krieg in Schnee und Eis" in die Geschichte ein und forderten etwa 2 Mio
Tote und Verletzte
Zahlreiche Soldaten wurden dabei durch gezielt ausgelöste Lawinen getötet
Anfang Juli starteten die Mittelmächte eine Großoffensive an ihrer Ostfront
Bis zum September gelang ihnen dabei die Einnahme wichtiger Städte wie Warschau
Brest-Litowsk und Wilna
Die Mittelmächte drückten die russische Front teilweise um mehrere hundert Kilometer ein
In der Schlacht bei Tarnopol hielt die russische Armee den Vorstoß auf
Im selben Monat übernahm Zar Nikolaus II. persönlich den Oberbefehl über das russische Heer
Trotz der großen russischen Gebietsverluste strebte er keinen von den Mittelmächten erhofften Separatfrieden an
Verstärkung erhielten die Mittelmächte am 14
Oktober 1915 durch den Kriegseintritt Bulgariens
Bereits am 6
die durch einen Angriff auf Serbien eine Landverbindung zum Osmanischen Reich herstellen wollten
September hatte sich Bulgarien zu einer Zusammenarbeit mit den Mittelmächten bereit erklärt
in deren Folge die Mittelmächte im November auf dem Amselfeld einen Sieg über die serbische Armee errangen
Im Oktober begann die Offensive gegen Serbien
Bis zum Dezember 1915 besetzten österreichisch-ungarische
deutsche und bulgarische Truppen Serbien. Zu den letzten größeren Kampfhandlungen an der Westfront des Kriegsjahres 1915 kam es zwischen 25
September und 13.Oktober im Artois und der Champagne
Diese für Briten und Franzosen verlustreiche Herbstschlacht brachte wieder nur geringfügige Einbrüche in die deutschen Stellungen
in den Argonnen und unterirdisch mit gewaltigen Minen geführte Landkrieg an der Westfront im Jahre 1915 brachte im Ergebnis keine nennenswerten Verschiebungen der Frontlinie
im Bogen von St.Mihiel
führte aber zu den schwersten französischen Verlusten innerhalb eines Kalenderjahres während des gesamten Krieges
Der u.a. auch in den Vogesen
Ende November unternahmen britische Truppen vom Persischen Golf aus einen Vorstoß nach Mesopotamien
Bei Kut el-Amara wurden sie jedoch von der osmanischen Armee eingeschlossen und mussten im April 1916 kapitulieren. [Bearbeiten]
Kriegsjahr
1916
Verdun anzugreifen
beschloss die Oberste Heeresleitung unter Erich von Falkenhayn zu Beginn des Jahres 1916
Bild nicht gefunden Verdun - Fort Vaux Der im Oktober 1915 erfolgreich begonnene Balkanfeldzug der Mittelmächte endete im Februar 1916 nach der vollständigen Besetzung Montenegros und Albaniens durch das österreichisch-ungarische Heer. Nachdem sich das deutsche Heer im Vorjahr an seiner Westfront eher defensiv verhalten hatte
Falkenhayn wollte die französische Armee dazu bringen
für die Verteidigung ihrer stärksten und somit moralisch wichtigen Festung große Truppenverbände aufzubieten
um sie dann im Kampf gegen die deutlich größere deutsche Armee "ausbluten" zu lassen
Munition und Truppen in das Gebiet nördlich der Maas
Die deutsche Armee führte nun gewaltige Mengen an Geschützen
Mitte Februar herrschte im Angriffsgebiet auf deutscher Seite eine nie zuvor gekannte Konzentration an Kriegsgerät
Am 21
welches das Zeitalter der Materialschlachten einleitete
Februar begann die Schlacht um Verdun mit einem gewaltigen
über achtstündigen Trommelfeuer aus 1.500 Geschützrohren
Dabei wurden die meisten französischen Vorposten ausgelöscht
Kurz danach griffen acht deutsche Divisionen auf voller Frontbreite an und zerschlugen die letzten gegnerischen Einheiten
worauf die Moral der Franzosen erheblich sank
Am 25
Februar wurde das wichtige Fort Douaumont von deutschen Truppen erobert
Kurz danach entschlossen sich die Alliierten
dass die Festung Verdun unbedingt gehalten werden sollte
Mit der Verteidigung der Stadt wurde General Pétain beauftragt
bis Anfang April dem Gegner ebenbürtig zu werden
Durch den guten Nachschub über die Straße von Bar-le-Duc nach Verdun gelang es den Franzosen
Am 20
jedoch nicht sehr lange gehalten
Mai wurde die Höhe "Toter Mann" ("Dead Mans Hill" oder "Le-Mort-Homme") von den Deutschen eingenommen
Die Höhe gilt wegen der unglaublich brutal geführten Kämpfe als Symbol für die "Hölle von Verdun"
Am 2
Juni erfolgte die Erstürmung von Fort Vaux durch deutsche Truppen
Im Juli entbrannten heftige Kämpfe um Fort Thiaumont
bis es endgültig unter deutsche Kontrolle geriet
das innerhalb kurzer Zeit mehrere Male den Besitzer wechselte
Ein deutscher Student berichtete über das Schlachtgeschehen wenige Monate vor seinem Tod bei einem Sturmangriff auf ein Fort vor Verdun: "7.30 Uhr Gas mit den größten Kalibern
7.30 bis 8 Uhr 38
5 bis 42-Zentimeter-Granaten
Erde bis zum Himmel
turmhoch flogen die Trümmer
Die Schlucht eine riesige Dampfwolke
Dorf FI. ist eine Rauchwolke
Gegenüber unserer Stellung scheint die Welt unterzugehen
der nicht zerwühlt ist
Raus aus den Gräben! Kein Quadratmeter
Die Maschinengewehre rasseln
das Infanteriefeuer rollt
Ein Höllenlärm
Da stürzt einer
dort wieder einer
steht auf – da – spritzen Fetzen seiner Generalstabskarte
unser derzeitiger Kompanieführer
er krampft die Hände vor die Brust und fällt vorne über
Leutnant U.
Nach wenigen Minuten ist er tot." Die Schlacht vor Verdun wurde bei den deutschen Soldaten schnell als "Maas-Mühle" und "Blutpumpe" bekannt
Auf einem Gebiet von wenigen Dutzend Quadratkilometern explodierten mehrere Millionen Granaten
die das Schlachtfeld mehrfach durchpflügten
Leichen und verschossener Munition
Das umkämpfte Gebiet war übersät von Granattrichtern
Bis heute hat sich die dortige Vegetation nicht vollständig erholt. Bild nicht gefunden Gommecourt nach britischem Beschuss in der Anfangsphase der Sommeschlacht Durch die erbitterten Kämpfe vor Verdun wurde die französische Armee stark geschwächt
so dass ihre britischen Verbündeten im Frühsommer eine Großoffensive am Fluss Somme begannen
griff das auch von Falkenhayn betriebene Konzept der Abnutzungsschlacht auf
Der Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Frankreich
Douglas Haig
sondern auch die völlige materielle und personelle Erschöpfung der Deutschen herbeiführen
Die von ihm geplante Offensive an der Somme sollte nicht nur die französische Armee entlasten
bei der etwa anderthalb Millionen Granaten verschossen wurden
begann am 1
ununterbrochener Artillerievorbereitung durch über 1400 Geschütze
Nach achttägiger
Juli 1916 der Angriff auf die deutschen Stellung an der Somme
Trotz des schweren Geschützfeuers waren zahlreiche deutsche Unterstände intakt geblieben
so dass die deutschen Soldaten dem englischen Angriff mit MG-Feuer begegnen konnten
Allein am ersten Tag der Somme-Schlacht starben 20.000 britische Soldaten
Viele britische Einheiten verloren über die Hälfte ihrer Soldaten
darunter auch ein nordirisches Freiwilligenregiment
Trotz dieser enormen Verluste ließ Haig die Offensive weiterführen
Aufgrund der Schlacht an der Somme und einer russischen Offensive an der Ostfront musste das deutsche Heer Truppen vor Verdun abziehen und den Angriff auf die Stadt am 21
Juli abbrechen. Noch im Herbst ging die geschwächte französische Armee in einem militärischen Kraftakt zur Gegenoffensive über
Am 24
Oktober nahmen französische Truppen die Forts Douaumont und Thiaumont ein
Weitere französische Offensiven zwangen die Deutschen dazu
am 2
Dezember Fort Vaux zu räumen
Das Fort wurde nach seiner Räumung von deutschen Pionieren gesprengt
Bis zum 16
Dezember eroberten die Franzosen fast sämtliche Gebiete zurück
welche die Deutschen bei ihrer Offensive im Frühjahr eingenommen hatten
Währenddessen hatte sich auch der Kampf an der Somme zu einer gewaltigen Materialschlacht entwickelt
In monatelangen
die deutsche Front um einige Kilometer einzudrücken
verlustreichen Kämpfen gelang es britischen und französischen Truppen
Die Verluste waren jedoch dermaßen hoch
dass die Somme-Schlacht Ende November 1916 abgebrochen wurde. Die Schlacht vor Verdun forderte insgesamt über 400.000 Menschenleben
Zudem wurden mehr als 800.000 Soldaten verletzt
deutsche und französische Soldaten wurden in der Schlacht verwundet oder getötet
Aufgrund des Verlaufs der Schlacht wurde Erich von Falkenhayn als Generalstabschef des deutschen Heeres im August 1916 von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg abgelöst. Die Schlacht an der Somme forderte noch mehr Todesopfer als der Kampf um Verdun. Über eine Million britische
die jedoch mehrfach auf dem Weg zur Front mit technischen Defekten stehen geblieben waren
Während der Somme-Schlacht hatte die britische Armee erstmals in geringer Zahl Panzer eingesetzt
Da die Somme-Schlacht den Alliierten bei gewaltigen Verlusten nur geringe Gebietsgewinne brachte
wurde der französische Oberbefehlshaber Joffre am 3
Dezember durch General Nivelle ersetzt
Auch an den anderen Kriegschauplätzen kam es 1916 zu schweren Kämpfen
Von Mai bis Juni führte die österreichisch-ungarische Armee eine Offensive gegen die italienischen Stellungen
die nach geringen Anfangserfolgen aufgrund der Lage an der Ostfront abgebrochen werden musste
Die italienische Armee unternahm von Juni bis November mehrere Großangriffe am Isonzo
Dabei eroberten die Italiener die Stadt Görz
doch blieben weitere Erfolge der italienischen Armee aus
bei der Russland aufgrund des Mangels an Kriegsgerät vor allem auf seine große Masse an Soldaten setzte
Im Juni begann die russische Armee die nach dem zuständigen General benannte Brussilow-Offensive
konnte jedoch von den österreich-ungarischen Truppen mit deutscher Hilfe im August aufgehalten werden
Das russische Heer eroberte größere Gebiete in Wolhynien und Galizien
Aufgrund der hohen Verluste wurde die gesunkene Moral des russischen Heeres immer deutlicher
Die zweite Brussilow-Offensive
scheiterte ebenso wie die dritte Offensive von Oktober bis Dezember
die von September bis Oktober geführt wurde
Am 5
November wurde das zuvor russische Polen von den Mittelmächten zum unabhängigen Königreich proklamiert
Die dabei von den Mittelmächten erhoffte militärische Unterstützung durch die Polen blieb jedoch aus
Am 27
August 1916 trat Rumänien auf der Seite der Alliierten in den Krieg ein
Rumänische Truppen fielen im österreichisch-ungarischen Siebenbürgen ein
doch erfolgte bereits Ende August eine Gegenoffensive der Mittelmächte
deutsche und bulgarische Truppen einen Großteil Rumäniens
Innerhalb kurzer Zeit eroberten österreichisch-ungarische
Am 6
Dezember nahmen die Mittelmächte die rumänische Hauptstadt Bukarest ein
Die Rumänen konnten mit russischer Hilfe lediglich den Nordosten ihres Landes halten
Nach dem Sieg über Rumänien richteten die Mittelmächte am 12
Dezember mit Hilfe der USA ein Friedensangebot an die Alliierten
das diese am 30
Dezember ablehnten. [Bearbeiten]
Kriegsjahr
1917
wobei sie einen Teil des von ihnen freigegebenen Gebietes verminten. Im selben Monat unternahmen die Briten einen Vorstoß nach Bagdad
Im März 1917 zogen sich die an der Somme stationierten deutschen Truppen in die stark ausgebaute Siegfriedstellung zurück
wobei ihnen die Einnahme der Stadt gelang. Vor dem Hintergrund der Kriegsbelastungen und aufgrund des starken Nahrungsmangels kam es am 8
März (23
Februar nach russischem Kalender) in St
die sich zur Februarrevolution ausweiteten
Petersburg zu Massendemonstrationen
Es bildeten sich in Petersburg Arbeiter- und Soldatenräte
während eine provisorische bürgerliche Regierung unter Fürst Lwow errichtet wurde
Am 15
März dankte Zar Nikolaus II. ab
Neben der parlamentarischen Regierung stand als zweite Gewalt der oberste Arbeiter- und Soldatenrat von Petersburg
Zur Enttäuschung großer Teile der russischen Bevölkerung entschied sich die provisorische Regierung zur Weiterführung des Krieges
mit dem Zug nach Russland zu kommen
Aus diesem Grunde ermöglichte die OHL im April einer im schweizer Exil lebenden Gruppe von Russen um Lenin
Der Zug fuhr über Berlin
wo er mit 40 Millionen Goldmark (entspricht mehr als sieben Tonnen Gold) beladen wurde
Am 16
wo er zur sozialistischen Revolution aufrief
April traf Lenin in Sankt Petersburg ein
Am 6
April 1917 erklärten die USA dem Deutschen Reich den Krieg
Anlass war die Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Kriegs durch das Reich
der auch viele zivile Opfer forderte
in der das Deutsche Reich Mexiko aufforderte die USA anzugreifen
Außerdem flog die Zimmermann-Depesche auf
Im Dezember 1917 folgte die Kriegserklärung der USA an Österreich-Ungarn
Ungeachtet der gewaltigen Verluste im vorangegangenen Kriegsjahr starteten die Alliierten auch im Jahre 1917 mehrere Großangriffe auf die deutsche Westfront
während die französische Armee an der Aisne und in der Champagne die deutschen Stellungen angriff
Diesmal wählte der britische Oberbefehlshaber Haig die nordfranzösische Stadt Arras als Ziel einer Offensive
An der Aisne setzten die Franzosen noch mehr Soldaten und Kriegsgerät ein
als bei ihrer Gegenoffensive vor Verdun 1916
Die Offensiven der Alliierten begannen im April und mussten bereits im Mai nach hohen Verlusten abgebrochen werden
die Schützengräben weitaus tiefer und dichter zu staffeln als zuvor
Das deutsche Heer war dazu übergegangen
die mit großer Schnelligkeit an hart umkämpfte Frontabschnitte herangeführt wurden. Als Folge der verlustreichen Offensiven kam es in der französischen Armee zu Meutereien
von denen zeitweilig bis zu 16 Korps erfasst wurden
Zudem setzten die Deutschen mobile Reserve-Divisionen ein
Deshalb wurde der französische Oberbefehlshaber Nivelle durch General Pétain abgelöst
der die Verteidigung Verduns organisiert hatte
Durch den Übergang zu einer strikten Defensivhaltung konnte Pétain die Ordnung in der französischen Armee wiederherstellen
Gegen meuternde Soldaten wurde mit äußerster Härte vorgegangen
In Frankreich wurden 1917 mehrere Hundert Soldaten hingerichtet oder dazu gezwungen
sich in das so genannte Niemandsland (der Bereich zwischen den Schützengräben) zu begeben
was den sicheren Tod durch Geschützfeuer bedeutete
Obwohl deutsche Verbände weitergemeldet hatten
dass der französische Widerstand an größeren Frontabschnitten praktisch nicht mehr existierte
nutzte die deutsche Heeresleitung die Meutereien in der französischen Armee nicht aus
Trotz der verlustreichen Kämpfe im Frühjahr starteten die Briten im Mai 1917 eine Großoffensive in Flandern
Wie mehrfach zuvor setzte man dabei auf den massiven Einsatz von Kriegsgerät und Infanterie auf großer Breite
dauerte mehrere Monate und brachte den Briten geringe Gebietsgewinne bei hohen Verlusten
Die Flandernschlacht
die durch die widrigen Geländebedingungen geprägt war
Sie musste im Herbst 1917 abgebrochen werden
Am 27
Juni 1917 trat Griechenland auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein
Das neutrale Griechenland stand bereits seit 1916 unter Druck
da britische und französische Schiffe die griechische Küste blockierten
Nach einem Ultimatum des französischen Oberkommissars Jonnart dankte im Juni 1917 der griechische König Konstantin ab
welche den Mittelmächten den Krieg erklärte
den Alliierten wohlgesonnenen Regierung unter Ministerpräsident Venizelos
Es folgte die Bildung einer neuen
Die Alliierten drängten zu ihrer Entlastung Russland zur Durchführung einer Offensive
die von dem russischen Kriegsminister Kerenski geplant wurde und am 30
Juni begann
Nach Anfangserfolgen lief sich die Offensive am 11
Juli fest
Bereits am 19
Juli gingen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen bei Tarnopol zum Gegenangriff über
Dabei gelang ihnen die Rückeroberung von Galizien und der Bukowina
In Russland selbst kam es am 17
Juli zu einem Putschversuch der Bolschewiki
der durch das Militär zerschlagen wurde
während Fürst Lwow am 21
Lenin floh daraufhin nach Finnland
Juli von dem aus einer gemäßigten sozialistischen Partei stammenden Kerenskij als Ministerpräsident der provisorischen Regierung abgelöst wurde
Trotz der militärischen Misserfolge und der kritischen Situation im Inneren beharrte Kerenskij auf einer Weiterführung des Krieges
u.a. der bayerischen Division Edelweiß unterstützt wurden der Durchbruch bei Flitsch (Bovec
Slowenien) und Tolmein (Tolmin
Slowenien)
Im September eroberten deutsche Truppen die Stadt Riga und im Oktober die baltischen Inseln Ösel
die durch Deutsche Armeekorps
am Isonzo österreichischen Truppen
Dagö und Moon
woraufhin der militärische Widerstand der russischen Armee nahezu zusammenbrach. Bild nicht gefunden Der Morgen nach der ersten Schlacht von Passchendaele Im Oktober 1917 gelang am südlichen Kriegsschauplatz
Die Italiener wurden bis an die Piave zurückgeworfen und konnten ihre Front erst nach großen Verlusten mit Mühe und durch Heranbringen britischer und französischer Unterstützung stabilisieren. Anfang November eskalierte die Situation in Russland
Durch die von dem inzwischen aus Finnland zurückgekehrten Lenin geführte Oktoberrevolution vom 6. bis 7
November wurde die provisorische Regierung gestürzt und die Macht von den Bolschewiki übernommen
Bereits am 8
November wird von den neuen russischen Machthabern das Dekret über die Beendigung des Krieges erlassen
wodurch sich für die Mittelmächte eine starke militärische Entlastung an ihrer Ostfront anbahnte. Bild nicht gefunden Zerstörte britische Panzer bei Cambrai Im Gegensatz zu der sich Ende 1917 verändernden Situation im Osten kam es in Frankreich nach wie vor zu schweren Kämpfen
Am 20
November unternahm die britische Armee nach kurzer Artillerievorbereitung einen Überraschungsangriff auf die deutschen Stellungen bei Cambrai und setzte dabei mehrere hundert Panzer ein
so dass die deutsche Armee alle verfügbaren Reserven heranführte
Dabei gelang den Briten ein tiefer Einbruch in die deutsche Front
Wenige Tage nach Beginn der Schlacht gingen die Deutschen zum Gegenangriff über
wobei sie erstmals in großem Umfang Sturmtruppen an der Westfront einsetzten
Am 3
Dezember endete die Panzerschlacht von Cambrai mit annähernd unveränderten Fronten
Insgesamt waren über 80.000 britische und deutsche Soldaten verwundet oder getötet worden
Aus taktischer Sicht hatte die Schlacht großen Einfluss auf das weitere Kriegsgeschehen
Ein nach kurzem Geschützfeuer schnell vorgetragener Angriff mit Panzern und Sturmtruppen schien einen Durchbruch in dem völlig statischen Grabenkrieg möglich zu machen
Bei dem britischen Angriff auf das von den Osmanen kontrollierte Palästina handelte es sich um die letzte größere Offensive des Kriegsjahres 1917
Der Angriff endete am 10
Dezember mit der Eroberung Jerusalems durch britische Truppen
Am 15
Dezember wurde ein Waffenstillstand zwischen den Mittelmächten und Russland vereinbart und eine Woche später in Brest-Litowsk die zunächst ergebnislosen Friedensverhandlungen eröffnet. [Bearbeiten]
Kriegsjahr
1918
1918 Aufgrund der zähen Friedensverhandlungen mit Russland rückten die Mittelmächte Anfang 1918 weiter auf russischem Territorium vor und schlossen am 9
Bild nicht gefunden Deutsche Soldaten im Schützengraben an der Somme
Februar 1918 einen Sonderfrieden mit der Ukraine
Deshalb ließ Lenin trotz der harten Bestimmungen am 3
März den Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnen
Russland schied unter dem Verlust von etwa 25 Prozent seines europäischen Territoriums aus dem Krieg aus
wovon man sich erhöhte Rohstoff- und Getreideversorgung erhoffte
Selbst die Ukraine wurde unter deutsche Kontrolle gestellt
etwa 1 Million Soldaten an die Westfront zu verlegen
Durch das Ausscheiden Russlands wurde es der deutschen Heeresleitung ermöglicht
Dadurch erlangten die Mittelmächte an der Westfront die personelle Überlegenheit
Diese Überlegenheit konnte aufgrund des Eintreffens immer größerer US-amerikanischer Verbände in Frankreich nur von kurzer Dauer sein
weshalb sich die OHL erstmals seit 1916 zu einer Großoffensive an der Westfront entschloss
Die deutsche Armee plante einen Angriff auf einen Frontabschnitt
wo britische und französische Stellungen aufeinander trafen. Am frühen Morgen des 21
März 1918 begann die deutsche Frühjahrsoffensive mit einem mehrstündigen Trommelfeuer aus mehreren Tausend Geschützen
Erstmals wurde auch das so genannte Paris-Geschütz eingesetzt
die sich an mehreren Abschnitten nahezu auflöste
Deutsche Sturmtruppen erzielten einen tiefen Einbruch in die alliierte Front
Innerhalb weniger Tage rückte das deutsche Heer mehrere Kilometer vor
Aufgrund ihres schnellen Vorrückens traten in der deutschen Armee große logistische Probleme auf
konnten die vorstoßenden Truppen nicht ausreichend mit Munition und Nahrung versorgt werden
Da das deutsche Heer nur über eine geringe Anzahl an Kraftfahrzeugen verfügte
so dass die Offensive teilweise unterbrochen werden musste
den deutschen Vorstoß allmählich zu stoppen
Die Übernahme eines längeren alliierten Frontabschnittes durch US-amerikanische Soldaten ermöglichte es den Franzosen
Am 3
Juni endete die deutsche Frühjahrsoffensive an der Marne. Durch die immer stärker gewordene personelle und materielle Unterstützung durch die US-Amerikaner konnten die Alliierten bereits im Juli zwischen Marne und Aisne zur Gegenoffensive übergehen
Diese Offensive gipfelte in der Panzerschlacht bei Amiens am 8
August
bei der die Deutschen eine schwere Niederlage hinnehmen mussten
Auf deutscher Seite sprach man vom "schwarzen Tag des deutschen Heeres"
Um die größten Lücken zu schließen
ging man auf deutscher Seite im Sommer 1918 dazu über
auch Siebzehnjährige zum Kriegsdienst heranzuziehen
Bereits am 14
August stufte die OHL die militärische Lage als aussichtslos ein
bis sie nur noch einen geringen Teil Nordostfrankreichs besetzt hielten
Die Deutschen Truppen mussten sich nun mehrfach zurückziehen
was der so genannten Dolchstoßlegende nach dem Krieg zu einem Auftrieb verhalf
Dabei gelang den Alliierten bis zuletzt kein entscheidender Durchbruch
Im September brach der Widerstand der bulgarischen Armee nach einem Durchbruch der Alliierten in die mazedonische Front komplett zusammen
Vor diesem Hintergrund verlangten Hindenburg und Ludendorff am 29
September ultimativ die Ausarbeitung eines Waffenstillstandsangebots durch politische Vertreter des Reiches
wurde durch Erlass des Kaisers am 30
Um Verhandlungen auf der Basis des 14-Punkte-Programms des amerikanischen Präsidenten zu ermöglichen
September ein parlamentarisches Regierungssystem in Deutschland eingeführt
Der neue
vom Parlament bestätigte Reichskanzler Max von Baden unterbreite am 4
Oktober Woodrow Wilson ein derartiges Angebot
Die USA forderten daraufhin die Räumung der von den Deutschen besetzten Gebiete
die Einstellung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges und die Abschaffung der Monarchie
Gerade die Abschaffung der Monarchie wird jedoch von Regierung und SPD abgelehnt
Im Oktober 1918 begann sich der österreichisch-ungarische Vielvölkerstaat aufzulösen
Am 28
Oktober wurden die österreichisch-ungarischen Truppen an der italienischen Front (an der Piave ) in Venetien entscheidend geschlagen (ital.: "Vittorio Veneto") Am selben Tag wurde die Gründung der Tschechoslowakei beschlossen
während am darauf folgenden Tag Jugoslawien gegründet wurde
Am 1
November bildete sich eine unabhängige Regierung in Ungarn
Am 3
November trat der Waffenstillstand mit den Alliierten in Kraft
Acht Tage später dankte Kaiser Karl I. ab und verzichtete auf jegliche Beteiligung an der neuen österreichischen Regierung
Ungeachtet der deutschen Waffenstillstandsbemühungen wollte am 29
Oktober die deutsche Admiralität die deutsche Flotte zu einer Entscheidungsschlacht auslaufen lassen
Daraufhin kam es in Wilhelmshaven zu schweren Meutereien
Man verlegte die Flotte daraufhin zum Teil nach Kiel und wollte die Meuterer bestrafen
Daraufhin brach ein Matrosenaufstand aus
in dessen Folge in zahlreichen deutschen Städten Arbeiter- und Soldatenräte gegründet wurden
Kurt Eisner rief in München den Freistaat Bayern aus
Hier folgte im Frühjahr 1919 die Münchner Räterepublik
Die Revolution erfasste am 9
wo Reichskanzler Prinz Maximilian von Baden aus Sorge vor einem radikalen politischen Umsturz eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt gab und die Reichskanzlerschaft auf den Vorsitzenden der SPD
Friedrich Ebert
übertrug
November auch Berlin
Am Nachmittag desselben Tages rief Philipp Scheidemann die deutsche Republik aus
Karl Liebknecht vom Spartakusbund proklamiert die Freie Sozialistische Republik Deutschland
Sowohl der Kaiser als auch sämtliche deutsche Fürsten dankten ab
Kaiser Wilhelm II. floh am 10
November ins niederländische Exil. Ab 7
November verhandelten der französische Marschall Foch und vier deutsche Politiker der Regierung Max von Badens unter Führung von Matthias Erzberger (Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei) in einem Salonwagen im Wald von Compiègne über den Waffenstillstand zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich
Nach dem Regierungswechsel drängte Friedrich Ebert auf eine Unterzeichnung des von Frankreich diktierten Vertrages
Am 11
November um 5 Uhr früh unterzeichneten die beiden Parteien den Waffenstillstandsvertrag
Dieser sah unter anderem die Bedingungen für die Räumung der von der deutschen Armee besetzten Gebiete und des linken Rheinufers vor
Koblenz und Köln von den Alliierten besetzt wurde
das zusammen mit drei Brückenköpfen in Mainz
Zudem wurde der Friedensvertrag von Brest-Litowsk aufgehoben
Durch die Verpflichtung zur Abgabe großer Mengen von Transportmitteln und Waffen sowie die Internierung der Hochseeflotte wurde dem Reich die Weiterführung des Krieges praktisch unmöglich gemacht
obwohl der Waffenstillstand immer nur für 30 Tage galt und dann verlängert werden musste
Ab 11 Uhr am 11
November schweigen die Waffen. [Bearbeiten]
Kriegsfolgen
[Bearbeiten]
Verluste
Der Erste Weltkrieg forderte fast 10 Millionen Todesopfer und etwa 20 Millionen Verwundete
Von den 13
die man im Verlauf des Krieges eingezogen hatte
starben etwas über 2 Millionen
1 Millionen Deutschen
Bis zum Ausscheiden Russlands aus dem Krieg hatte man dort etwa 15 Millionen Männer zum Kriegsdienst herangezogen
7 Millionen fielen
von denen 1
Von den knapp 8
5 Millionen eingezogenen Franzosen überlebten 1
4 Millionen den Krieg nicht
Die britische Armee (incl
von denen 950.000 nicht aus dem Krieg zurückkehrten. Österreich-Ungarn musste 1
während es auf italienischer Seite fast eine halbe Million waren
2 Millionen Todesopfer hinnehmen
Empire) hatte insgesamt etwa acht Millionen Soldaten eingesetzt
Unter den Verwundeten befanden sich zahlreiche
mitunter bis zur Unkenntlichkeit entstellte Invaliden
Die besonders schwer umkämpften Gebiete in Nordfrankreich waren im Krieg größtenteils zerstört worden
Die Kosten für den Wiederaufbau wurden auf etwa 100 Milliarden Francs geschätzt
Der Krieg hatte alle beteiligten Mächte insgesamt über eine Billion Goldmark gekostet. [Bearbeiten]
Politische Folgen
Am 18
Januar 1919 begann die Friedenskonferenz
die am 28
Juni unter starkem Druck der Alliierten zur Unterzeichnung des Versailler Vertrags durch die deutsche Delegation führte
Aufgrund der Bestimmungen des Vertrages von Versailles musste das Deutsche Reich Elsass-Lothringen an Frankreich
Posen und Westpreußen an Polen abtreten; das Memelgebiet wurde unter französische Verwaltung gestellt und 1923 durch Litauen besetzt
Zudem musste das so genannte Hultschiner Ländchen an die neugegründete Tschechoslowakei abgetreten werden
Danzig wurde zur Freien Stadt unter Kontrolle des neugegründeten Völkerbundes erklärt
Die ehemaligen deutschen Kolonien wurden zu "Mandatsgebieten" des Völkerbundes unter britischer und französischer Kontrolle erklärt
Nordschleswig (der nördliche Teil anschließend dänisch)
In Eupen-Malmedy-St.Vith (anschließend belgisch)
Teilen Ostpreußens (deutsch bleibend) und in Oberschlesien (zwischen Deutschland und Polen geteilt
obwohl 60 Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich votierten) wurden bis 1921 Volksabstimmungen über den Verbleib beim Deutschen Reich angesetzt
Im belgischen Abstimmungsgebiet wurden Wähler in großem Stil eingeschüchtert und von der Wahl abgehalten
Das Saargebiet wurde für 15 Jahre der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt
wobei Frankreich die Wirtschaftshoheit übernahm
Wahlen im Memelland erbrachten hohe Stimmenanteile (etwa 80 Prozent) für die deutschen Parteien
Das Deutsche Reich wurde zur Abrüstung verpflichtet und durfte nur noch ein Berufsheer mit einer maximalen Stärke von 100.000 Soldaten unterhalten
die Reichsmarine 15.000
Das Heer durfte weder schwere Artillerie noch Panzer besitzen
auch die Marinerüstung unterlag starken Einschränkungen
deren Grenze etwa 50 Kilometer östlich des Rheins verlief
Im Westen des Deutschen Reiches wurde eine entmilitarisierte Zone geschaffen
in denen keine Befestigungen errichtet oder verändert werden durften
An den Grenzen des Deutschen Reiches wurden Zonen bestimmt
Mehrere Flüsse und der Nord-Ostsee-Kanal (damals: Kaiser-Wilhelm-Kanal) wurden durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags internationalisiert
Durch den von vielen Deutschen als besonders ungerecht betrachteten Artikel 231 des Vertrages wurde dem Deutschen Reich und seinen Verbündeten die alleinige Schuld am Krieg unterstellt
wodurch die Alliierten die Zahlung von Reparationen begründeten
Anfangs wurden Reparationen in Höhe von 269 Milliarden Goldmark festgelegt
welche in 42 Jahresraten ausgezahlt werden sollten
die Forderungen und Regelungen zu den Reparationszahlungen änderten sich mehrfach (siehe: Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg)
Zudem musste das Deutsche Reich zahlreiche Sachlieferungen leisten
Die Bestimmungen des Versailler Vertrags reichten nicht aus
um die Großmachtstellung Deutschlands dauerhaft zu beseitigen
Trotzdem waren sie hart genug
um das Verhältnis Deutschlands zu den Alliierten schwer zu belasten
Der in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft als aufdiktierter Frieden eingestufte Versailler Vertrag verhalf nationalistischen Kreisen im Reich zu einem starken Zulauf
Der Vertrag wurde von den USA nicht unterzeichnet
Sie schlossen am 25
der einige der härtesten Bestimmungen ausklammerte
August 1921 mit dem Berliner Vertrag einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reich
Marschall Foch kommentierte den Versailler Vertrag mit den Worten: "Das ist kein Frieden
Das ist ein zwanzigjähriger Waffenstillstand." Am 10
September 1919 wurde der Friedensvertrag der Alliierten mit Österreich in St
Germain bei Paris unterzeichnet. Österreich musste Südtirol an Italien abtreten
sowie das Gebiet um Triest
Jugoslawiens und Polens anerkennen
der Tschechoslowakei
Hinzu kamen Gebietsabtretungen an das neu gegründete Jugoslawien. Österreich musste die Unabhängigkeit Ungarns
zudem wurde eine Umbenennung des Staates in "Deutsch-Österreich" verboten
Ein Anschluss an das Deutsche Reich wurde Österreich untersagt
Auch in Österreich wurde die Wehrpflicht verboten
Die maximale Stärke des österreichischen Heeres wurde bei 30.000 Soldaten angesetzt
Im Pariser Vorortvertrag von Neuilly mit Bulgarien
der am 27
begrenzte man die Stärke des bulgarischen Heeres auf 20.000 Soldaten
November 1919 unterzeichnet wurde
Bulgarien musste mehrere kleinere Gebiete im Westen an Jugoslawien abtreten
Außerdem fiel der bulgarisch beherrschte Teil Thrakiens an Griechenland
Am 4
Juni 1920 wurde im Pariser Vorort Trianon der Friedensvertrag mit Ungarn unterzeichnet
während Slawonien und der Banat an Jugoslawien fielen
Die ungarischen Teile der Slowakei mussten an die Tschechoslowakei abgetreten werden
Außerdem musste Ungarn das Burgenland an Österreich und Siebenbürgen an Rumänien abtreten
Das ungarische Berufsheer wurde auf 35.000 Soldaten begrenzt. Der letzte Pariser Vorortvertrag wurde am 10
August 1920 in Sèvres unterzeichnet
In dem Vertrag wurde die Internationalisierung der türkischen Meerengen festgelegt
sowie sämtliche unter türkischer Kontrolle befindliche Ägäis-Inseln bis auf die Dodekanes
die an Italien fiel
Die Türkei musste Ost-Thrakien und die Stadt Smyrna mitsamt Umgebung an Griechenland abtreten
Ägypten
Kilikien und Syrien gerieten unter französische Kontrolle
während Zypern
Palästina und der Irak unter britische Verwaltung kamen
Kurdistan wurde der Autonomiestatus zugesprochen
während Armenien unabhängig wurde
Die türkische Heeresstärke wurde auf 50.000 Soldaten begrenzt
Der Vertrag von Sèvres wurde von der türkischen Nationalversammlung nicht bestätigt
Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Griechenland
die bis 1922 zur Räumung Ost-Thrakiens und Smyrnas durch die Griechen führten
1921 wurde der Abzug der Franzosen aus Kilikien vertraglich herbeigeführt
während Armenien zwischen der Sowjetunion und der Türkei aufgeteilt wurde
In der Folgezeit wurden Tausende Armenier Opfer von Verfolgungen durch die Türken
Im Frieden von Lausanne wurden am 24
Juli 1923 die türkischen Gebietserwerbungen bestätigt
zudem verzichteten die Alliierten auf Reparationsforderungen. [Bearbeiten]
Der Erste Weltkrieg als militärhistorische Zäsur
Der industrialisierte Krieg: Der Erste Weltkrieg war der erste vollständig industrialisierte Krieg
in dem man versuchte alle verfügbaren personellen und materiellen Reserven aufzubieten
Die Ursprünge des von den Nationalsozialisten propagierten "Totalen Kriegs" finden sich vor Verdun und an der Somme
Hatte das Zeitalter der Millionenheere bereits während der Französischen Revolution mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht begonnen
erreichte es während des Ersten Weltkriegs eine neue Dimension
Das Deutsche Reich hatte während des Kriegs durchschnittlich knapp 7 Millionen Männer unter Waffen
die ausgerüstet werden mussten
Die Kriegswirtschaft erreichte aufgrund der gewaltigen Materialschlachten im Ersten Weltkrieg zuvor ungekannte Ausmaße
An manchen Tagen des Kriegs wurde mehr Munition verschossen als während des gesamten Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71
Maschinengewehren
Die völlige Industrialisierung der Kriegsführung zeigte sich auch in der tausendfachen Produktion von Geschützen
Panzern und Kampfflugzeugen
die es zuvor nicht gegeben hatte
die angesichts moderner
Kriegsentscheidend waren seitdem endgültig die Wirtschaftskraft und die Anzahl der wehrfähigen Männer der beteiligten Staaten geworden. Zäsur der Mentalität von Soldaten und Befehlshabern: Viele Soldaten zogen zunächst mit einer romantisch verklärten Vorstellung vom Krieg in die Schlacht
in gewaltiger Zahl eingesetzter Waffen äußerst anachronistisch war
Wusste zu Beginn des Zweiten Weltkrieges praktisch jeder Soldat
war dies während des Ersten Weltkrieges zunächst nicht der Fall
was Panzer und Flammenwerfer sind
Deshalb hatte derartiges Kriegsgerät im Ersten Weltkrieg einen verheerenden psychischen Effekt auf Soldaten
gegen die es eingesetzt wurde
Auch die Kriegstaktik war von einer unzeitgemäßen Mentalität geprägt
was meist katastrophale Folgen hatte. Ausrüstung: Auf die enorm wichtig gewordene Deckung im Feld nahmen mehrere Armeen zunächst keine Rücksicht
Zu Beginn des Krieges ließ man die Infanterie oftmals in dichter Schützenreihe und nur unter dem Einsatz des Bajonetts angreifen
mit denen sie weithin sichtbar waren
Die Franzosen zogen 1914 mit blau-roten Uniformen in den Krieg
Auch die deutsche Pickelhaube gehörte eigentlich in eine vergangene Epoche
Ihre Spitze verriet oftmals vorzeitig einen geplanten Sturmangriff
da sie meistens aus dem Graben ragte
Erst im Laufe des Jahres 1916 wurden die meisten deutschen Frontsoldaten mit einem zeitgemäßen Stahlhelm ausgestattet. Verschwinden der Kavallerie: Der häufige Einsatz von Kavallerie in der Anfangsphase des Kriegs stellte einen eindeutigen Anachronismus dar und endete oftmals in einer Katastrophe
während sich andere zu Kampfpiloten ausbilden ließen
In den späteren Kriegsjahren wurden einige Kavalleristen als Ordnungstruppen im Hinterland der Front eingesetzt
Lediglich die britische Armee setzte bis zum Ende des Kriegs auch an der Front ihre Reiterei ein
So sollten in der Flandern-Schlacht von 1917 britische Kavallerie-Einheiten flüchtende deutsche Truppen endgültig schlagen
wozu es jedoch nicht kam. Aberglaube: Der während des Ersten Weltkriegs stark verbreitete Aberglaube stand in einem gewaltigen Gegensatz zu der militärischen Realität
Viele Soldaten erwarben Talismane und "Nothemden"
mit denen sie sich vor Verwundungen zu schützen suchten
Dasselbe Phänomen trat gehäuft bereits während des Dreißigjährigen Krieges auf
Angesichts von Maschinengewehren mit einer Feuerrate von über Tausend Schuss pro Minute und Geschützen mit einem Kaliber von bis zu 42 cm wirkt dieser Aberglaube wie ein Überbleibsel aus mittelalterlicher oder sogar vorchristlicher Zeit. Der Erste Weltkrieg mit seinen Materialschlachten führte einen starken Mentalitätswechsel herbei
der vollständig abgehärtet
emotionslos und grenzenlos belastbar ist
In militaristischen Kreisen kam nach dem Krieg das Idealbild des Soldaten auf
Dieser wird in keiner Weise mehr durch seine Persönlichkeit
sondern durch seinen markanten Helm repräsentiert
sich nach dem Stahlhelm zu benennen
Diese Vorstellungen veranlassten einen im Dezember 1918 gegründeten Bund ehemaliger Frontsoldaten dazu
rücksichtslosen Soldaten wurde insbesondere von den Nationalsozialisten aufgegriffen. [Bearbeiten]
Das Ideal vom bedingungslos harten
Der Erste Weltkrieg als Epochenzäsur
Mit dem Ersten Weltkrieg ging eine Epoche zu Ende – das lange 19. Jahrhundert wie es oft genannt wird
das mit der Französischen Revolution (1789) begonnen hatte und gemeinhin als das "bürgerliche" Zeitalter apostrophiert wird
Dies war bereits den Zeitgenossen bewusst
dass in Europa die Lichter ausgingen; Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg sprach in düsterer Vorahnung von einem "Sprung ins Dunkle"
Der britische Außenminister Sir Edward Grey meinte
Der Erste Weltkrieg war – wie es der US-amerikanische Diplomat und Historiker George F
Kennan ausdrückte – die "Urkatastrophe des 20
Jahrhunderts"
Faschismus
Er war vor allem ein Ereignis
Nationalsozialismus und schließlich der Zweite Weltkrieg sind ohne die Erschütterungen des 1
Stalinismus
das sich fatal auf die weitere Geschichte Europas auswirkte: Oktoberrevolution
Weltkriegs nicht denkbar
Einige Historiker fassen die Jahre von 1914 bis 1945 als zweiten Dreißigjährigen Krieg zusammen und beschreiben die Zeit der Weltkriege als Katastrophenzeit der deutschen Geschichte
eine große Desillusionierung durch die mörderische Realität der Materialschlachten und Grabenkämpfe setzte ein
Mit dem Ersten Weltkrieg endete eine Epoche unbedingten und optimistischen Fortschrittsglaubens
Die Ordnung des 19
Jahrhunderts geriet aus den Fugen: parlamentarisch-demokratische Republiken lösten die liberal-konstitutionelle Regierungsform mit stark autokratischen Zügen besonders im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn ab
Letztere zerfiel in mehrere neue Staaten
Die republikanische Staatsform löste in Europa endgültig die monarchische ab
Diesen Republiken blieben jedoch die wirtschaftlichen und sozialen Spannungen sowie die politischen Konzepte der Vorkriegszeit
erhalten
um ihnen zu begegnen
Alsbald brach sich die Krise der bürgerlichen Gesellschaft Bahn und sie wurden durch den Aufstieg großer faschistischer und kommunistischer Massenbewegungen bedroht
die in diktatorische und totalitäre Regime mündeten
Die bürgerlich dominierte Stände- und Klassen-Gesellschaft wandelte sich in Teilen zur Massengesellschaft
Russland und in der Türkei und der daraus folgende soziale und politische Umbruch mündete vor dem Hintergrund weiterhin schlechter Wirtschaftskonjunkturen zum Teil in äußerst instabile Regierungssysteme in den Nachfolgestaaten vor allem Ostmitteleuropas
Der Zusammenbruch der Monarchien in Deutschland
Österreich-Ungarn
Die USA wurden durch ihr Eingreifen in den Ersten Weltkrieg zur dominierenden Weltmacht
Staaten wie Großbritannien und Frankreich gerieten in wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA
Der Erste Weltkrieg leitete das Ende der europäischen Vormachtstellung ein - auch durch die allmähliche Emanzipation der Völker Afrikas und Asiens vom Kolonialismus
Die eurozentrische Weltordnung wurde abgelöst durch eine zunehmende Polarisierung zweier Supermächte. [Bearbeiten]
Militärische Besonderheiten
[Bearbeiten]
Grabenkrieg
Siehe hierzu den Artikel Grabenkrieg [Bearbeiten]
Luftkrieg
Die wenig robusten Flugzeuge zu Beginn des Krieges wurden hauptsächlich zur Fernaufklärung eingesetzt
von den Generälen unterschätzte
Doch bereits in diesem Zeitraum erfüllten sie eine wichtige
Aufgabe
Als die Briten in Frankreich ankamen
brachten sie gerade einmal 48 Aufklärungsmaschinen mit
Sie erkundeten jeden Tag das Gebiet und meldeten die Feindbewegungen an das Oberkommando
Ihnen war es besonders zu verdanken
dass General Joffre die Offensive an der Marne einleitete
Das deutsche Heer wollte bei seinem Vormarsch Paris westlich umgehen
Als es plötzlich nach Südosten abdrehte
wurde dies zuerst von den Fliegern der Royal Flying Corps (RFC) bemerkt
und dabei eine große Lücke zwischen den einzelnen Armeen hinterließ
die daraufhin den Gegenangriff an der Marne einleiten konnte
Sie gaben die Nachricht an die französische Kommandokette weiter
Auf diesem Wege gewann die Luftaufklärung zunehmend an Bedeutung
wurden die Flieger auch zu Artilleriekoordinierung eingesetzt
weswegen erste Methoden zu ihrer Bekämpfung entwickelt wurden
Als der Stellungskrieg einsetzte
Der französische Luftfahrtpionier Roland Garros war der Erste
der ein echtes Jagdflugzeug entwickelte
Er montierte ein Maschinengewehr an der Spitze seines Flugzeugs
Um den Propeller nicht zu beschädigen
verstärkte er ihn mit Stahlplatten
Im Frühjahr 1915 machte er 18 Tage lang über Flandern Jagd auf die Deutschen
bis er bei einer seiner Missionen abgeschossen wurde
Wenig später baute der Niederländer Anton Herman Gerard Fokker ein Unterbrechergetriebe in sein Fokker E.III ein
Das MG setzte immer dann sein Feuer aus
wenn es den Propeller getroffen hätte
Die ersten erfolgreichen Piloten dieser Maschinen waren Max Immelmann und Oswald Boelcke
die den Ruf der Fokkergeißel begründeten
Bis Anfang 1916 dominierten die Deutschen den Himmel über der Westfront
Angriffe durch Bombenabwürfe kamen zuerst eher selten vor
wurden aber im Laufe des Krieges verstärkt
Die ersten Bomben wurden von einem deutschen Zeppelin am 24
August 1914 über Antwerpen abgeworfen
Im Dezember desselben Jahres griff man auch die britische Insel an
Die Engländer wiederum konzentrieren sich bei ihren Angriffen auf die Industrie Westdeutschlands und die Zeppelinwerke am Bodensee
Der Erste Weltkrieg war die erste militärische Auseinandersetzung
in der Bomber eingesetzt wurden
Bei diesen handelte es sich um besonders große und stabile Doppeldecker
die Fliegerbomben mit einem Gewicht von teilweise über einer halben Tonne mit sich führten
die von Zeppelinen abgeworfen wurden
1400 britische Zivilisten und fast 5000 wurden verwundet
Bis 1918 starben durch die deutschen Bomben
in dem frühe Flugzeugträger zum Einsatz kamen
Der Erste Weltkrieg war zudem der erste Krieg
Dazu bauten US-Amerikaner und Briten mehrere ihrer Kriegsschiffe um
Diese frühen Modelle waren nur für den Einsatz von Wasserflugzeugen geeignet
um mit einem Kran an Bord befördert zu werden
die vom Deck starteten und in der Nähe des Flugzeugträgers landeten
Die vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs beschleunigte Entwicklung von Flugzeugträgern sollte sich während des Zweiten Weltkriegs bei den Kämpfen im Pazifik als entscheidend herausstellen
worauf einige Industrien den Betrieb sogar stilllegen mussten
Bis 1917 wurden immer wieder schwere Angriffe auf London geflogen
zunehmend durch Großflugzeuge abgelöst
welche eine zu große Angriffsfläche boten und zu unbeweglich waren
Danach wurden die Luftschiffe
Ab 1916 verloren die Deutschen ihre Lufthoheit wieder
Die Alliierten hatten sich neu organisiert und flogen nun mit einigen robusten Flugzeugen (zum Beispiel Nieuport 11) sehr erfolgreiche Angriffe
Die Deutschen reagierten
Oswald Boelcke bildete einige der besten Flieger aus und vermittelte ihnen sein Kampfwissen (niedergeschrieben in der Dicta Boelcke)
brachten den Alliierten schwere Verluste bei
insbesondere die JASTA 11
Die deutschen Jagdstaffeln (kurz JASTA)
Nach dem Tod Boelckes wurde Anfang 1917 die JASTA 11 von Manfred von Richthofen geleitet
in dem die Alliierten 443 Flieger verloren
Er sorgte mit seinen Piloten für den blutigen April
sein Bruder Lothar brachte es auf 15 Abschüsse
Richthofen selber schoss in dieser Zeit 20 Flugzeuge ab
Kurt Wolf
erlangte in diesem April 22 Luftsiege
Ein anderer Pilot
Als 1918 die US-Amerikaner eintrafen
wendete sich das Blatt
Die US-Amerikaner waren zwar unerfahren
Die Überlegenheit an der Masse von Flugzeugen konnten die Deutschen jedoch nicht ausgleichen
Ab Sommer 1918 mussten die kaiserlichen Piloten ihr Glück mit Sturzangriffen probieren
da sie sonst keine Chance gegen die alliierten Geschwader hatten
Daraufhin ließ man mehrere Staffeln übereinander fliegen
wodurch die Deutschen weiterhin bedrängt wurden
Am 21
April 1918 wurde Manfred von Richthofen abgeschossen
Er war mit 80 bestätigten Luftsiegen der erfolgreichste Jagdflieger des Ersten Weltkriegs
verstärkte sich der Druck auf die kaiserlichen Jagdstaffeln
Durch den Verlust ihres Idols und durch zunehmende Nachschubschwierigkeiten
Zum Kriegsausgang konnten die Luftstreitkräfte wenig beitragen
Der Krieg wurde am Boden entschieden (siehe Artikel Luftkrieg für weitere Informationen)
Siehe: Luftkrieg#Erster Weltkrieg [Bearbeiten]
Seekrieg
Auf den Weltmeeren standen sich zum Anfang des Krieges hauptsächlich die kaiserliche Flotte Deutschlands und die Grand Fleet Großbritanniens gegenüber
Aufgrund der Übermacht britischer Schiffe konnten die Deutschen 1914 nicht in die Offensive gehen
weswegen besonders die alliierte Schifffahrt im Ärmelkanal ohne große Störungen erfolgen konnte
Defensiv war besonders Helgoland mit einer starken Küstenverteidigung ausgestattet und sicherte somit die Deutsche Bucht
Aufgrund der Zurückhaltung der Mittelmächte
die dem Krieg auf den Schlachtfeldern Frankreichs vorerst größere Beachtung schenkten
konnten die Briten ungestört die Seeherrschaft über die Nordsee erringen und eine Seeblockade in der Nordsee einleiten
Deutschland von allen Zufahrten des Seewegs zu trennen
Das Ziel der Blockade war es
Weiterhin konnte durch die Kontrolle des Seeraums auch das britische Expeditionskorps ungestört übersetzen. Das erste Gefecht fand am 28
August 1914 vor Helgoland statt
Deutsche Torpedoboote unter dem Schutz leichter Kreuzer führten regelmäßige nächtliche Aufklärungsunternehmungen durch
dem deutschen Verband eine Falle zu stellen
Diese Regelmäßigkeit ermöglichte es den Briten
Diese erfuhren jedoch von dem Plan und bauten ihrerseits eine Falle auf
Beide Seiten hatten jedoch organisatorische Probleme
die zur "Ködergruppe" gehörten
verlor die Hochseeflotte drei Leichte Kreuzer und ein Torpedoboot
und da die Unterstützungskräfte wegen der Flut nicht aus der Jade auslaufen konnten
waren die Briten verschwunden
Als die schweren deutschen Einheiten auf dem Schlachtfeld erschienen
Um das Ungleichgewicht der Kräfte zu kompensieren
leiteten die Deutschen den U-Boot Krieg ein
Nach anfänglichen Misserfolgen deutscher U-Boote
gelang es der U-9 am 22
September 1914 drei britische Kreuzer zu versenken
entschloss man sich auch Handelsschiffe zu attackieren
Nachdem man die Wirksamkeit der Unterseeboote erkannt hatte
um die Briten von ihrem überlebenswichtigen Nachschub abzuschneiden
Im Überseekrieg erlitt das deutsche Pazifikgeschwader in der Schlacht bei den Falklandinseln eine schwere Niederlage
Als das deutsche Geschwader unter der Leitung von Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee am 1
da sie befürchteten
entschieden sich die Briten einen Verband in Richtung Falkland zu schicken
November in der Bucht von Coronel zwei englische Kreuzer versenken konnte
von Spee könnte den Hafen Stanley auf den Inseln angreifen
Als von Spee am 8
wurde er von einer britischen Übermacht überrascht
Dezember den Hafen erreichte
In der nachfolgenden Schlacht versenkten die Briten die "Großen Kreuzer" Scharnhorst und Gneisenau
Die verbliebenen deutschen Schiffe konnten zwar vorerst entkommen
wurden aber weniger später aufgespürt und ebenfalls vernichtet
1915 verschlechterte sich die Lage Deutschlands
Im Gefecht auf der Doggerbank erlitt es am 24
Januar eine weitere Niederlage gegen die Briten
Sämtliche Versuche
die alliierte Seeblockade zu schwächen
schlugen fehl und immer mehr deutsche Schiffe wurden versenkt oder nach schwerer Beschädigung freiwillig aufgegeben
Aufgrund dieser Fehlschläge erfolgte am 4
in dem neben alliierten auch neutrale Schiffe angegriffen werden konnten
Februar der Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrieges
Am 7
Mai versenkte die U-20 die Lusitania
was eine internationale Protestwelle auslöste
der Waffen und Munition von den USA nach Europa bringen sollte
Die Lusitania war ein bewaffneter Hilfskreuzer
der unter anderem auch US-Amerikaner beförderte
Zur Tarnung deklarierte man das Schiff als Passagierdampfer
als diese am 1
waren über 200 US-Amerikaner an Bord der Lusitania
in der man vor Reisen nach Großbritannien warnte
Obwohl die deutsche Regierung eine Meldung herausgab
Mai 1915 den Hafen von New York verließ
Die Briten wussten
dass der Tod von US-Bürgern den Kriegseintritt der USA bewirken würde
und der Kapitän des Schiffes nicht über die Tätigkeiten deutscher U-Boote unterrichtet
So wurde der Kreuzer Juno vom Geleitschutz der Lusitania abgezogen
steuerte das Schiff ahnungslos auf die U-20 zu
und die Lusitania nicht wie geplant nach Liverpool
Als die Briten schließlich noch die Route änderten
sondern nach Queenstown fuhr
Am 7
wobei über 1.100 Passagiere starben
Mai versenkte die U-20 das Transportschiff
Zwischen den USA und dem Deutschen Reich verschärfte sich der Ton
Schließlich drohten die USA sogar mit einem Eintritt in den Krieg. Bild nicht gefunden Das deutsche U-Boot U 16 Aus Angst um einen US-amerikanischen Kriegseintritt beendete die deutsche Admiralität Anfang 1916 den Handelskrieg und konzentrierte sich auf die Vernichtung alliierter Kriegsschiffe
Am 31
Mai und 1
in der 258 Schiffe beteiligt waren
Juni kam es zur Skagerrakschlacht
Das Ziel der Deutschen war es
mit ihrer Hochseeflotte die Briten entscheidend zu schwächen
Letztlich endete die bisher größte Seeschlacht der Weltgeschichte mit einem Unentschieden und Deutschland setzte wieder alle Hoffnungen auf den uneingeschränkten U-Bootkrieg
Im Kriegsjahr 1917 führte diese Strategie zwar zu gewaltigen Verlusten unter alliierten und neutralen Handelsschiffen
wie von den deutschen Führung erwartet
konnte jedoch nicht erreicht werden
eine kriegsentscheidende Wendung
Stattdessen trat die USA in den Krieg ein
Zur selben Zeit führten die Entente-Mächte das Konvoisystem ein
unbewaffnete Handelsschiffe aufzuspüren
Dadurch war es den Booten nicht mehr so leicht möglich
Ein Großteil der deutschen U-Boote wurde vernichtet
Im Mai 1918 eröffneten die Deutschen eine weitere U-Boot-Offensive
wodurch unter den US-Amerikanern einige Verluste zu beklagen waren
Besonders die U-Boote vor der Ostküste Nordamerikas waren eine große Gefahr für Handelsschiffe und Truppentransporter
Doch letzten Endes war durch den Seekrieg keine kriegsentscheidende Wirkung zu erwarten
Ein großer Teil der U-Boot-Besatzungen war gefallen und die Industrie sah sich außer Stande die zunehmenden Verluste an Booten auszugleichen
Erfolgreicher war die Seekriegführung in der Ostsee
Obwohl die Russische Ostseeflotte den deutschen Kräften in der Ostsee bei Weitem überlegen war
Großadmiral Prinz Heinrich von Preußen
so dass es während des ganzen Krieges zu keinem einzigen russischen Angriff auf die deutsche Küste kam
den Gegner in die Defensive zu drängen
gelang es dem dortigen Oberbefehlshaber
Statt dessen war es möglich
deutsche Heeresoperationen im Baltikum zu unterstützen
sollte gegen den Willen der neuen deutschen Regierung am 28
Als sich das Ende des Krieges anbahnte
worauf der Matrosenaufstand von Kiel losbrach und der Seekrieg somit sein Ende fand
Oktober noch einmal ein Großangriff auf die britische Marine stattfinden
Die Meuterei der Matrosen leitete auch die Entwicklung zur Novemberrevolution in Deutschland ein. [Bearbeiten]
Giftgas
Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg
in dem Giftgas eingesetzt wurde
Der Krieg an der Westfront hatte sich schnell zum Stellungskrieg entwickelt
da beide Seiten sich in ihren Schützengräben gut eingegraben hatten
Geländegewinne waren kaum möglich
Aus militärstrategischer Sicht erforderte diese Situation den Einsatz einer Flächenwaffe
mit der man den Feind von oben beharken konnte
Die klassische Waffe dafür war natürlich die Artillerie
Besonders für die Deutschen ergab sich jedoch das Problem
vor allem an Nitrat
das damals aus Chile über den Atlantik - und damit mitten durch vom Feind kontrolliertes Gebiet - importiert werden musste
dass die Sprengstoffproduktion zu keinem Zeitpunkt mit dem Bedarf der Militärs Schritt halten konnte
da es an Rohstoffen mangelte
Erst später konnte der Nitratmangel durch das Haber-Bosch-Verfahren
mit dem Ammoniak synthetisiert werden konnte
gelindert werden
statt Sprenggranaten giftige Chemikalien zu verschießen
In dieser Situation entstand die Idee
Eigentlich galt der Einsatz von Gift als unmilitärisch und war laut Haager Landkriegsordnung verboten
aber bei der Entwicklung neuer Kriegswaffen waren ethische Bedenken während des Ersten Weltkrieges meistens kaum vorhanden
Man fing an
nach geeigneten Stoffen zu suchen
Bis Kriegsende hatte man 3.000 verschiedene Substanzen auf ihre Brauchbarkeit als Waffe geprüft. [Bearbeiten]
Erste Versuche
die dann chemische Waffen im weitesten Sinne einsetzten
waren die Franzosen
Die ersten
die bis dahin ungenutzt lagerte
Die Pariser Polizei hatte vor dem Krieg Tränengas-Munition entwickelt
Diese Munition holte man jetzt hervor und probierte sie an der Front aus
Die Patronen waren mit 19 ml Bromessigsäureethylester (ein recht schwaches Tränengas) gefüllt
dass das zu wenig war
Sehr bald stellte sich heraus
dass dadurch niemand kampfunfähig zu machen war
Die Munition war für den Einsatz in geschlossenen Räumen entwickelt worden
unter freiem Himmel verdünnte sich der Stoff so sehr
Auch die Deutschen starteten ihre ersten Versuche
Zunächst wurden ebenfalls nicht-tödliche Chemiewaffen eingesetzt
Am 27
einem feinkristallinen Pulver
die mit Dianisidinchlorsulfonat gefüllt waren
das die Schleimhäute von Augen und Nase reizte
Oktober 1914 verschossen die Deutschen bei Neuve-Chapelle zum ersten Mal Granaten
Der Erfolg blieb auch hier aus
da sich die verwendeten Stoffe beim Abschuss durch die entstehende Hitze zersetzten
aber auch genügend hitzebeständig
Dieses Problem hatte man den ganzen Krieg durch: Die Chemikalie musste ausreichend giftig sein
das recht giftig und hitzefest war
trotzdem versagte es beim ersten Einsatz an der Ostfront: Es war Januar 1915 und man hatte nicht bedacht
dass Xylylbromid bei tiefen Temperaturen kaum in den gasförmigen Zustand übergeht
Während der Experimente mit Kampfgasen kam man schon früh auf Xylylbromid
um dem Feind ernsthaft zu schaden. [Bearbeiten]
Auch hier war also die Konzentration zu gering
Chlorgase und Blasverfahren
Da man mit durch die Artillerie verschossenem Giftgas augenscheinlich Probleme hatte
erfand man etwas Neues: Man nahm nun Chlorgas
das sehr billig zu erhalten war
da es ein Abfallprodukt der chemischen Industrie war
entwickelte Fritz Haber das Habersche Blasverfahren
sondern aus Behältern bei entsprechender Windrichtung in die französischen Schützengräben geblasen wurde
mit dem das Chlorgas (schwerer als Luft und daher in Bodennähe konzentriert) nicht verschossen
Um den Stoff zum Feind zu bringen
Zum ersten Mal hatte ein Gaseinsatz durchschlagenden "Erfolg": Am 22
15.000 weitere erlitten Vergiftungen
April 1915 fielen in Ypern (Belgien) 5.000 Menschen einem deutschen Chlorgaseinsatz zum Opfer
Dieses Datum wird heute als Beginn der chemischen Kriegsführung angesehen. [Bearbeiten]
Gegenmaßnahmen, Phosgen und Senfgas
Die nächste Stufe des Gaskrieges wurde von den Franzosen eingeleitet
Sie verschossen Ende Februar 1916 als erste Granaten mit Phosgen
Auf die Wirkung (und vor allem die Spätfolgen) dieses Kampfstoffs gehen die meisten Gastoten des Ersten Weltkriegs zurück
Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Gasmasken erfunden
Nach einigen Monaten hatten beide Seiten ihre Soldaten flächendeckend mit Gasmasken ausgerüstet
Die Chemiker reagierten darauf mit einer neuen Entwicklung: Senfgas war ein Kontaktgift und führte zunächst zu schweren Verätzungen der Haut und schließlich zum Tod
im Juli 1917
Als "Testgelände" verwendeten die Deutschen wieder das Schlachtfeld bei Ypern
während die Verätzungen der Haut von den Betroffenen in vielen Fällen überlebt wurden
Seine schädlichste Wirkung entfaltet Senfgas aber an den Augen und in den Atmungsorganen
Senfgas war auf deutscher Seite aufgrund der Markierung auf den Granaten auch als "Gelbkreuz" bekannt
Zudem setzten die deutschen noch Blaukreuzkampfstoffe
so genannte "Maskenbrecher" ein
Sie durchdrangen die Filter der Gasmasken
Reizstoffe zwangen den so angegriffenen
die Gasmaske abzunehmen
meist tödliche Kampfstoff Grünkreuz eingesetzt
Oft wurde dabei bzw. kurz danach der lungenschädliche
Atemnot und Hustenreiz steigerten sich zum Erstickungsanfall
Der Tod trat bei nahezu vollem Bewusstsein ein
Diese Methode wurde verharmlosend „Buntschießen“ genannt
die von Deutschen Verbänden verstärkt worden waren. Die genaue Anzahl der im Ersten Weltkrieg durch Kampfgas Vergifteten und Toten ist nur schwer festzustellen
zumal ein Großteil der Soldaten erst nach dem Krieg an den Spätfolgen verstarb: Schätzungen gehen von etwa 496.000 Vergifteten und 17.000 Toten aus
Auch die 12. Isonzoschlacht wurde maßgeblich durch den Einsatz von Giftgas beeinflusst und führte zum Durchbruch bei Karfreit der Österreichischen Truppen
wobei die Zahl der Toten wahrscheinlich noch höher angesetzt werden muss. [Bearbeiten]
Gebirgskrieg
Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg
welcher auch im Hochgebirge im Winter weitergeführt wurde
An der Südfront zwischen Österreich und Italien war der Krieg zu einem Stellungskrieg im Hochgebirge ausgeartet
Vom Stilfser Joch an der Grenze zur Schweiz wurde eine 600 km lange Grenze bis zu den Julischen Alpen gebildet
hatte sich insbesondere in den Dolomiten eine bis dahin unbekannte Art von Stellungskrieg entwickelt: die topographischen Bedingungen des Krieges waren eine Novität
Während im Osten der Südgrenze die Isonzoschlachten tobten
welche den Materialschlachten an der Westfront um nichts nachstanden
In Tirol wurden nach der Kriegserklärung durch Italien 1915 die Standschützen mobilisiert und an die Südgrenze gebracht
weil sich die Landesschützen in Galizien befanden
Sie kamen in den Karnischen Alpen ebenso zum Einsatz wie in den Dolomiten
rund um den Gardasee und am Ortler und standen den italienischen Alpini gegenüber und hielten die italienischen Soldaten auf
bis die Verstärkung der Landesschützen und Kaiserjäger eingetroffen war
Handelte es sich im Sommer schon um unwirtliches Gebiet
so war im Winter nicht der Gegner
sondern der Schnee der größte Feind
Die Stellungen mussten von bis zu 12 Metern Schnee freigehalten werden; von der Außenwelt abgeschnittene Stellungen gehörten zum Normalzustand
Am heftigsten tobte der Kampf im Gebiet der Drei Zinnen und um den Paternkofel - in diesen Kämpfen fiel auch der bekannte Südtiroler Bergsteiger Sepp Innerkofler
Das Gelände brachte mit sich
während die andere versuchte
dass jeweils die eine Kriegspartei einen Gipfel besetzt hielt
den Gipfel zu erstürmen
um ohne Feindeinwirkung bis zum Gipfel vordringen zu können
kilometerlange Stollen durch das Gestein zu treiben
begann man damit
Weil dies zumeist nicht möglich war
Manchmal wurden die Stollen auch mit Sprengstoff gefüllt und ganze Berggipfel zum Einsturz gebracht (Col di Lana)
Noch heute zeugen viele Stollen vom Kampf
die Versorgungen über Leitern und entlang von Stahlseilen ermöglichten
außerdem wurden Klettersteige entwickelt
Für die Versorgung und vor allem dem Waffentransport kamen in großem Ausmaß Seilbahnen zum Einsatz
In den Gletschergebieten wurden Stollen durch das Gletschereis getrieben
um Zugriff auf die gegnerischen Lager ohne Feindeinsicht zu erhalten (Marmolata)
Der Stellungskrieg im Hochgebirge musste auf ausgebildete Bergsteiger und Bergführer bauen und führte seinerseits zu einer rasanten Fortentwicklung der Alpinismustechnik. [Bearbeiten]
Erster Weltkrieg an Kolonialschauplätzen
Im ersten Weltkrieg kam es auch auf außereuropäischen Schauplätzen zu Kampfhandlungen
umkämpft waren dabei die deutschen Kolonien
Diese Kämpfe waren in der Regel von wenig Gegenwehr gekennzeichnet
da das Deutsche Reich davon ausging
dass sich das Schicksal der Kolonien durch den Kriegsausgang in Europa entscheiden würde
Bis Februar 1916 fielen sämtliche deutschen Besitzungen
der Entente in die Hände
mit Ausnahme Deutsch-Ostafrikas
Die letzten Einheiten in Deutsch-Ostafrika kapitulierten erst nach dem offiziellen Waffenstillstand in Europa
Näheres dazu im Hauptartikel Erster Weltkrieg an Kolonialschauplätzen [Bearbeiten]
Wirtschaftliches Umfeld
[Bearbeiten]
Deutsches Reich
das auffordert
Bild nicht gefunden Spare Seife! ... aber wie? Poster des Kriegsausschusses für Oele und Fette
wie das zu tun ist. (Für eine detailliertere Abhandlung siehe: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte im Ersten Weltkrieg) Der Erste Weltkrieg unterschied sich in vielerlei Hinsicht von früheren europäischen Kriegen
Seife und Öle zu sparen und Vorschläge unterbreitet
Für das Deutsche Reich lag einer der Unterschiede darin
in seinen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen ganz unmittelbar und in unerwarteter Heftigkeit auf die heimatliche Region und auf den Staat durchschlug
dass zum ersten Mal ein Krieg
der außerhalb der heimatlichen Region
sogar außerhalb des Staates geführt wurde
Die durch den Krieg bedingten Engpässe und Veränderungen machten sich sehr schnell bemerkbar
Neben der in dieser Größenordnung noch nicht dagewesenen Mobilmachung von Soldaten gehörte dazu auch das Problem der Finanzierbarkeit des Krieges
Die Kriegsausgaben des Reiches betrugen 1915 24 Milliarden
das heißt das Zehnfache der Steuereinnahmen des letzten Friedenshaushalts
Da aus unterschiedlichen Gründen
die Kriegsfinanzierung nicht durch Steuern
kam es von Anfang an zu massiven Eingriffen in die Finanzwirtschaft
unter anderem wegen der Aufrechterhaltung des sozialen Friedens
sondern durch Kreditaufnahmen erfolgen sollte
Zudem zog dieses Vorgehen natürlich alle negativen Folgen nach sich
die man von einer auf Schulden basierenden Volkswirtschaft kennt
dass der Krieg – entsprechend den Erfahrungen von 1866 und 1870/71 – in wenigen Monaten beendet sein würde
Die Maßnahmen waren anfänglich noch unter der Voraussetzung getroffen worden
Von dieser Überlegung ging ja auch die Armee aus
Man erwartete von der vorhandenen deutschen Rüstungsindustrie eine ausreichende Versorgung
Erst der Munitionsmangel Anfang November 1914
als nur noch Munition für sechs Tage zur Verfügung stand
zeigte die rüstungswirtschaftlichen Engpässe in aller Deutlichkeit auf
Im Verlauf des Krieges blieben ja sowohl die schnellen militärischen Fortschritte und damit auch die Möglichkeit der Beschlagnahme von Rohstoffen im Feindesland aus
Zudem stürzte die englische Seeblockade die stark importabhängige deutsche Wirtschaft in größte Verlegenheit. Auf Initiative namentlich von Walther Rathenau und Wichard von Moellendorff von der AEG wurde noch im August 1914 die Kriegsrohstoffabteilung (KRA) ins Leben gerufen
bis 1915 unter der Leitung Rathenaus
Diese Stelle
stand für eine enge Verzahnung von Privatwirtschaft und Staat
allerdings stieß sie schon seit ihrer Gründung auf heftiger Ablehnung von Teilen der Privatwirtschaft
die daher zentral bewirtschaftet werden mussten
Ihre Hauptaufgabe sah sie in der Versorgung der Privatwirtschaft mit den benötigten Rohstoffen
Zudem entstanden "Kriegsgesellschaften"
die deren Zahl im Laufe des Krieges auf über hundert stieg
Diese waren ähnlich wie Aktiengesellschaften organisiert
weil die Kriegskosten ins Gigantische stiegen: Mehr als 1/10 des Jahresvolkseinkommens 1913 wird zu dieser Zeit in einem Monat verpulvert
Im Frühsommer 1916 kam es zu einer massiven militärischen
politischen und wirtschaftlichen Krise
Ab der 5
Kriegsanleihe (September/Oktober 1916) können die Zeichnungsergebnisse nicht mehr mit dem Geldbedarf Schritt halten (zum Deckungsgrad durch die Kriegsanleihen vergleiche Tabelle im Artikel Deutsche_Inflation_1914_bis_1923)
das drastische Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftskraft verlangte
sowie das "Kriegsamt" neu geschaffen
Darauf wurde das Hindenburg-Programm verkündet
Die Folgen des Hindenburg-Programms waren aber nicht nur für die Wirtschaft spürbar
sondern auch für die Soldaten und Arbeiter
aus den Armeen eine Fülle von Facharbeitern herauszuziehen
Denn zur Steigerung der Produktion war es unumgänglich
Der Einsatz von Frauen in der Industrie stieg weiter an
Kriegsgefangene und (vielfach belgische) Zwangsarbeiter wurden in der Rüstungsindustrie eingesetzt
Ein allgemeiner Arbeitszwang wurde eingeführt
Nicht "kriegswichtige" Betriebe litten unter dem Entzug der für die Rüstungsindustrie benötigen Rohstoffe und Arbeitskräfte. [Bearbeiten]
Der Erste Weltkrieg in der historischen Forschung
hielten Historiker der Siegerstaaten weitgehend an der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands und seiner Verbündeten fest
Während in Deutschland in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg ein umfangreiches apologetisches Schrifttum zur Abwehr der "Kriegsschuldlüge" (s. dazu: Kriegsschulddebatte) entstand
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Ansicht des britischen Premiers David Lloyd George durch
nach der die Völker Europas "in den Weltkrieg hineingeschlittert" seien
Erst die Arbeiten des Hamburger Historikers Fritz Fischer stellten dieses Geschichtsbild in den sechziger Jahren des 20
Jahrhunderts vehement in Frage
Vor allem mit seinem Buch Griff nach der Weltmacht
der Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit jahrelang beherrschte
Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 löste Fischer einen ersten "Historikerstreit" aus
dass Deutschland bewusst auf einen Krieg hingearbeitet habe
um die eigene Überlegenheit auszuspielen
Gestützt auf umfangreiches Quellenmaterial (vor allem des Archivs des Auswärtigen Amtes) vertrat Fischer darin die These
bevor die Übermacht der Gegner zu groß würde
Mittlerweile hat sich eine vermittelnde Position durchgesetzt
aber einen großen Krieg in ihr Kalkül einbezogen habe
nach der die deutsche Führung zwar nicht bewusst nach der Weltmacht gestrebt habe
Der Anteil des Deutschen Reiches an der Kriegsschuld muss aber im Kontext mit den anderen europäischen Großmächten betrachtet werden
um dem Deutschen Reich nicht nur das Elsass
sondern auch die Vormachtstellung auf dem europäischen Festland wieder zu entreißen
So wurde auch in Frankreich ein Krieg in Kauf genommen
Die Ermordung des bekannten Kriegsgegners Jean Jaurès am 31
Juli 1914 war Ausdruck einer am Vorabend des Krieges in Teilen der französischen Gesellschaft herrschenden Stimmung
Die jüngste Forschung konzentriert sich darauf wie der Krieg im Alltag der Menschen erfahren wurde
Regionalgeschichtliche Forschungen konnten auch die Annahme einer allgemeinen Kriegsbegeisterung im August 1914 widerlegen
Siehe auch: Urkatastrophe des 20
Jahrhunderts [Bearbeiten]
Die „vergessene“ Front: Zur Ostfronthistoriographie des Ersten Weltkrieges
Dieser Abschnitt soll einen kurzen Überblick über die Historiographie der Ostfront
mit Blick auf das Land Ober Ost
geben
Sucht man in den Geschichtsbüchern des 20
doch beschränken sich diese Darstellungen fast ausschließlich auf den militärischen Ablauf und die strategischen Erwägungen des Krieges im Osten
Jahrhunderts nach Beschreibungen der Ostfront zwischen 1915-1918
findet sich zwar Material
Literatur mit dem Schlagwort Ober Ost im Titel ist kaum vorhanden. In Darstellungen zur deutschen Ostpolitik wurde Ober Ost höchstens kurz erwähnt oder ganz ausgelassen. Die erste umfassende und gute Darstellung der Geschehnisse an der Ostfront lieferte der Engländer Norman Stone im Jahre 1975 mit seinem Buch The Eastern Front 1914-1917
Stone betont die Wichtigkeit der Schlachten an der Ostfront für den militärischen Gesamtverlauf des Krieges und es gelingt ihm
einige interessante Schlussfolgerungen zu ziehen
Er beschränkt sich aber nicht auf eine Rekonstruktion der ereignisgeschichtlichen Ebene des Krieges im Osten
dass sich das Zarenreich in einer für russische Verhältnisse noch nicht da gewesenen Phase wirtschaftlichen Aufschwungs befand
sondern dekonstruiert auch den bis dato vorherrschenden Mythos eines wirtschaftlich gelähmten Russischen Reiches. Er belegt
schweigt sich Stones Darstellung gänzlich aus
Die Schwäche Russlands liegt für Stone vielmehr in der veralteten Administration
welche schließlich in Materialknappheit und in eine ineffiziente Armee mündete. Über die deutsche Besatzung sowohl auf dem Gebiet der heutigen EU- Staaten Litauen und Lettland als auch auf Teilen Weißrusslands
Damit steht er allerdings nicht allein da
„Grabenkrieg“
Immer noch sind „Verdun“
„Stellungs- und Gaskrieg“ charakteristische Schlagwörter und gleichzeitig die ersten Assoziationen zum Ersten Weltkrieg
„Somme“
Allerdings beschreiben diese nur den Westen
Die Zustände an der Ostfront werden kaum charakterisiert
Kriegsromane wie Erich Maria Remarques "Im Westen nichts Neues" verklärten dieses Bild weiter und so lag die Ostfront nicht im Fokus der westlichen Weltkriegsforscher
ziemlich genau den Kern des Problems
„aber wer weiß schon
Journalist für „Die Welt“
Felix Kellerhoff
dass es die relativ gesehen höchsten Verlustraten dieses Völkerschlachtens keineswegs im Stellungskrieg in Belgien und Ostfrankreich gab
trifft mit der Formulierung
sondern in der Karpatenschlacht?“
Seit Stones Ausführungen dürfte klar sein
dass sich der Krieg im Osten markant von den Ereignissen an der Westfront unterschied
Als im Westen die Fronten bereits erstarrt waren
herrschte im Osten immer noch eine von Bewegung geprägte Kriegführung vor
Die Gründe hierfür liegen bei den spärlichen Kommunikationsmöglichkeiten und der schlechten Verkehrserschließung der Ostfront
Folglich konnten aufgebrochene Lücken in den Verteidigungslinien lange nicht so schnell gefüllt werden
wie dies in Frankreich der Fall war
ganz abgesehen von den landschaftlichen Unterschieden
kontrastierte mit der Westfront und ihren 630 Kilometern Frontlinie. Erst in den neueren und neuesten westlichen Darstellungen und Forschungen zum Ersten Weltkrieg erscheint die Ostfront zunehmend auch als Thematik. Das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MFGA) in Potsdam führte im August 2004 eine Konferenz über „Die vergessene Front“ durch
Die räumliche Ausdehnung der Ostfront mit mehreren tausend Frontkilometern
Führende Militärhistoriker aus acht Ländern kamen dort zusammen
Unter anderem war auch der US-amerikanische Historiker Vejas Gabriel Liulevicius auf dieser Konferenz dabei
Mit seinem Buch Kriegsland im Osten
lieferte er 2002 die erste umfassende westliche Darstellung der deutschen Besatzungsherrschaft im Baltikum während der Zeit des Ersten Weltkriegs Ober Ost und markierte so eine Forschungslücke. Im Buch und einigen kurz darauf geschriebenen Artikeln beschreibt er nicht nur Wesen und Charakter der deutschen Militärbesatzung im Lande Ober Ost
sondern versucht auch die Ursachen des Wandels des deutschen Bildes vom Osten zu analysieren und Verbindungslinien zwischen den Vorstellungen der Militärverwaltung von Ober Ost und denen der späteren NS-Elite nachzuzeichnen. Auch im Spiegel-Artikel Der vergiftete Sieg geht Liulevicius auf diese Thematik ein
zumal Liulevicius damit eine Brücke über die Zeit zwischen 1918 und 1933 zu schlagen versucht
Der Versuch eine Kontinuitätslinie zur Zeit des NS Regimes zu ziehen dürfte wohl noch einige Reaktionen in der Geschichtswissenschaft hervorrufen
Er sieht im Ostfronterlebnis der deutschen Soldaten das verborgene Vermächtnis des Ersten Weltkrieges. Ein gewichtiges Problem bei den Ausführungen bezüglich der Frontwahrnehmung der Soldaten und des Wandels der Kategorien in welche der Osten gefasst wurde (Land und Leute vs
liegt in der einseitigen Quellenbasis des Werkes Kriegsland im Osten
Raum und Volk)
Liulevicius berücksichtigt offenbar vorwiegend Tagebücher und Memoiren von Militärs in höheren Rängen
fehlen fast ganz
Feldpostbriefe von Soldaten
beispielsweise
In der Konsequenz muss das entstehende Bild als elitär gefärbt betrachtet werden
Stellenweise läuft Liulevicius` Werk Gefahr eine national Litauische Sicht auf die deutsche Besatzung einzunehmen wie sie sich auch in anderen Werken zur litauischen Geschichte findet. Dies zeigt sich wiederkehrend in der Wortwahl
wenn er von „krankhaften Auswüchsen der Macht“ (S.217) und einer „rücksichtlosen Jagd nach Steuern“ (S.87) schreibt
Solche und ähnliche Formulierungen verhelfen dem Werk nicht unbedingt zu mehr Objektivität
dürfen die Ungerechtigkeiten
welche durch die deutschen Besatzer an der Bevölkerung Litauens begangen worden sind
Gleichzeitig
nicht verharmlost werden
verzichtet Liulevicius ferner auf polnische und französische Quellen und Darstellungen. Als Beispiel ist die ausführliche 700 Seiten starke zeitgenössische Dokumentation La Lithuanie sous le joug allemand 1915-1918
Wie der Historiker Eberhard Demm festhielt
Le plan annexioniste allemand en Lithuanie von C
Rivas zu nennen. (Pseudonym für Yvonne Pouvreau). Frühere Untersuchungen über Ober Ost
stellen die Werke des litauischen Historikers Abba Strazhas dar
In seiner Monographie Deutsche Ostpolitik im Ersten Weltkrieg
berücksichtigte Strazhas im speziellen auch die litauische Seite der Besatzung
Der Fall Ober Ost 1915-1917
Ein weiterer
erwähnenswerter Aufsatz von Strazhas ist „The Land Oberost and Its Place in Germany`s Ostpolitik 1915-1918“
Strazhas Ausführungen wurden in später geschriebenen Werken über die Geschichte Litauens oftmals übernommen
Seine Darstellungen können als die Weiterführung von in Fritz Fischers kontroversem Werk Griff nach der Weltmacht gemachten Aussagen bezüglich der deutschen Ostpolitik gesehen werden
Fischer beschreibt Deutschlands annexzionistische Absichten im Baltikum
Weiter stellt er gar eine gewisse Kontinuität zwischen den Zielen des Kaiserreiches und jenen des nationalsozialistischen Regimes her
Solche Linien sind in der Geschichtswissenschaft nicht unumstritten und lösen eine Diskussion über Kontinuität in der Geschichte aus
welche von Autoren wie Liulevicius scheinbar kritiklos aus der Sekundärliteratur übernommen wurde
nimmt Strazhas stellenweise eine national litauische Sichtweise ein
In Artikeln wie der litauische Landesrat als Instrument der deutschen Ostpolitik
Doch wo liegt die Problematik der Ostfront und speziell von Ober Ost als praktisch unbeschriebenes Blatt in der Geschichtswissenschaft? Der Schatten des Zweiten Weltkrieges lag lange über jenem des Ersten
als ein entscheidendes Kriterium genannt werden
Sicher muss auch der Kalte Krieg und der damit erschwerte Zugang zu den Archiven
Des Weiteren
galt Jahre lang der Schwerpunkt jeglicher Forschung im östlichen Raum der Russischen Revolution
in Bezug auf den Osten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
Unter Lenin wurden Soldatenfriedhöfe des Zarenreiches zerstört und so der Versuch unternommen
machte Norman Stone
in dem Vorwort zur zweiten überarbeiteten Version seines Buches
folgende Bemerkungen: „Whatever you said about the Tsarist Russian army might give you trouble
gewisse Ereignisse aus dem Geschichtsbewusstsein der Menschen auszulöschen. Über das Verhältnis von Politik und Geschichtswissenschaft
you might offend against the Communist orthodoxy
by which everything Tsarist was condemned
If you wrote in a positive
patriotic way about it
on the other hand
you could offend against the nationalist line which emerged with Stalin and which flourished under Brezhnev
you concentrated on the negative side
If
taboo“
that The Eastern Front was listed in an German catalogue
but could not be read without permission. […] the subject was still
Even the obvious sources were quite difficult to obtain; I was told
in the seventies
some years later
John Keegan verleiht mit dem Argument
schriftlichen Quellen hinterlassen konnten) der Quellenlage eine weitere Dimension. Nicht zu vergessen ist auch die sprachliche Barriere für viele westliche Historiker
dass rund 80 Prozent des Russischen Heeres aus Analphabeten bestand (also ohne Schreibgehilfen keine persönlichen
Die Erweiterung der Europäischen Union um die Baltischen Staaten vom 1
Mai 2004
wird in Zukunft sicher auch für ein zunehmendes Interesse an der Geschichte dieser Länder sorgen
Vgl
Kriegsland im Osten
Vejas Gabriel
Liulevicius
Kolonisierung und Militärherrschaft im Ersten Weltkrieg 1914-1918
London 1998 [Bearbeiten]
Internet: http://www.welt.de/data/2004/06/02/285589.html (Mai 2004) Stone
The Eastern Front 1914-1917
Hamburg 2002 Kellerhoff
Die vergessene Front
Norman
Felix
Eroberung
Zitate
Friedrich Engels im Jahre 1887: "Und endlich ist kein anderer Krieg für Preußen-Deutschland mehr möglich
als ein Weltkrieg
und zwar ein Weltkrieg von einer bisher nie geahnten Ausdehnung und Heftigkeit
wie noch nie ein Heuschreckenschwarm
Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abwürgen und dabei Europa so kahl fressen
endend im allgemeinen Bankrott; Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer tragenden Staatsweisheit
Die Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges zusammengedrängt in drei bis vier Jahre und über den ganzen Kontinent verbreitet; Hungersnot
dass die Kronen zu Dutzenden über das Straßenpflaster rollen und niemand sich findet
derart
Industrie und Kredit
wie das alles enden und wer als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird; nur ein Resultat absolut sicher: die allgemeine Erschöpfung und die Herstellung der Bedingungen des schließlichen Siegs der Arbeiterklasse." [Bearbeiten]
allgemeine
durch akute Not hervorgerufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen; rettungslose Verwirrung unseres künstlichen Getriebes in Handel
der sie aufhebt; absolute Unmöglichkeit
vorherzusehen
Seuchen
Literatur
Sammelrezension von H-Soz-u-Kult (http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2004-2-101) Enzyklopädie Erster Weltkrieg
1002 S.
Hrsg. von Gerhard Hirschfeld
Ferdinand Schöningh : Paderborn 2003
Gerd Krumeich und Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann
ISBN 3506739131 Wolfgang J
zahlreiche Karten und Abbildungen
Die Urkatastrophe Deutschlands
Mommsen
Der Erste Weltkrieg 1914–1918 (Gebhardt
Stuttgart 2002 ISBN 3608600175 Fritz Klein u.a.: Deutschland im ersten Weltkrieg (3 Bände)
Berlin (Ost)
2
Handbuch der deutschen Geschichte 17)
1968-1970 Peter Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg
Stuttgart
Graz
Wien
Köln 1993 ISBN 3-222-12116-8 John Keegan: Der Erste Weltkrieg
1980 Manfried Rauchensteiner: Der Tod des Doppeladlers: Österreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg
Aufl.
Eine europäische Tragödie.
rororo Sachbuch
ISBN 3499611945 Barbara Tuchman: August 1914
ISBN 3596153956 (Pulitzer-Preis 1963) Richard F
Fischer Taschenbuch
Hamilton
Holger H
ISBN 0521817358 Jay Winter (Hg.): Der Erste Weltkrieg und das 20
Cambridge 2004
Herwig: "The Origins of World War I"
ISBN 3-930908-76-X Sönke Neitzel: Blut und Eisen
Hamburg
Zürich 2003
2002
Jahrhundert
ISBN 385842448X [Bearbeiten]
Künstlerische Verarbeitung:
[Bearbeiten]
Literatur
2004 (erstmals 1916)
Henri Barbusse: Le Feu (deutsch: Das Feuer)
ISBN 3937738088 Roland Dorgelès : Les Croix de bois (frz
dt
EA 1919
Die hölzernen Kreuze) Timothy Findley: The Wars (engl
EA 1977
dt
Der Krieg und die Kröte) Ernst Jünger: In Stahlgewittern
Stuttgart 2001 (erstmals 1920)
ISBN 3360009762 Dominik Richert: Beste Gelegenheit zum Sterben
ISBN 360895208X Edlef Köppen: Heeresbericht
Berlin 2002 (erstmals 1928)
ISBN 342105777X Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues (EA 1929)
Roman im Dritten Reich verboten Ludwig Renn: Krieg
München 2004 (erstmals 1930)
Roman im Dritten Reich verboten Arnold Zweig: Erziehung vor Verdun (EA 1935) [Bearbeiten]
der zur deutschen Armee einzogen wird Adrienne Thomas: (Pseudonym von Hertha Strauch) Die Katrin wird Soldat (EA 1930)
Meine Erlebnisse im Kriege 1914-1918 (EA 1989)
Tagebuchaufzeichnungen eines Elsässers
Filme
Bekannte Filme
die nachweislich auf Kriegsereignisse des 1
Regie: G
Weltkrieges zurückgehen: Westfront 1918 (Vier von der Infanterie)
WP
der sein Gedächtnis verlor Paths of Glory (dt.: "Wege zum Ruhm")
Regie: Stanley Kubrick
Regie: Lewis Milestone
Deutschland 1930 All Quiet on the Western Front (dt.: "Im Westen nichts Neues")
abst
USA 2001 [Bearbeiten]
USA 1930 Der Soldat
Regie: Russell Mulcahy
Regie: Dalton Trumbo
USA 1957 Johnny Got His Gun (dt.: "Johnny zieht in den Krieg")
USA 1971 Das verlorene Bataillon - Zwischen allen Linien
Weblinks
mit vielen Bildern (englisch) Wege der Erinnerung (http://www.wege-der-erinnerung.de) - Darstellung der Kriegsfolgen und des Krieges sowie der Entwicklung der Zwischenkriegszeit Zur französischen Armee im ersten Weltkrieg (http://perso.wanadoo.fr/chtimiste) Zur britischen Armee im ersten Weltkrieg (http://www.1914-1918.net) authentichistory.com: US-amerikanisches Bild- und Tonarchiv zum Ersten Weltkrieg (http://www.authentichistory.com/ww1.html) Online-Bibliothek zum ersten Weltkrieg (englisch) (http://www.firstworldwar.com) Beurteilung: Dieser Artikel ist in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen worden. ar:ØØ±Ø¨ عالمية اولى bg:Първа Ñ?ветовна война bs:Prvi Svjetski Rat ca:Primera Guerra Mundial cs:První světová válka cy:Y Rhyfel Byd Cyntaf da:1. verdenskrig el:Α' Παγκόσμιος Πόλεμος en:World War I eo:Unua Mondmilito es:Primera Guerra Mundial et:Esimene maailmasõda fi:Ensimmäinen maailmansota fr:Première Guerre mondiale he:מלחמת העול×? הר×?×©×•× ×” hu:I. világháború id:Perang Dunia I io:Unesma mondo-milito it:Prima guerra mondiale ja:第一次世界大戦 ko:ì œ 1ì°¨ ì„¸ê³„ëŒ€ì „ lb:Éischte Weltkrich lv:1._pasaules_kar? ms:Perang Dunia I nl:Eerste Wereldoorlog no:Første verdenskrig pl:I wojna Å›wiatowa pt:Primeira Guerra Mundial ro:Primul Război Mondial ru:ПерваÑ? мироваÑ? война simple:World War I sl:Prva svetovna vojna sv:Första världskriget sr:Први светски рат tr:I
Themenportal Erster Weltkrieg (http://www.erster-weltkrieg.clio-online.de/) Lebendiges virtuelles Museum Online (http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/) Übersicht über die Giftgaseinsätze (http://www.m-ww.de/kontrovers/abc_waffen/c_waffen_detail.html) Schlachtfeld Verdun (http://www.geocities.com/bunker1914/verdun.htm) Französische Farbfotografien aus der Zeit des ersten Weltkrieges (http://www.mediatheque-patrimoine.culture.gouv.fr/fr/archives_photo/visites_guidees/autochromes.html) World War One (http://www.bbc.co.uk/history/war/wwone/) - Darstellung der BBC
Dünya Savaşı wa:Prumire guere daegnrece zh-cn:第一次世界大战
[X] Schliessen
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Erster Weltkrieg
aus der freien Enzyklopädie
wikipedia
und steht unter der
GNU Lizenz für freie Dokumentation
. In der wikipedia ist eine
Liste der Autoren
verfügbar.
Eindhoven
Edmund Stoiber
Elektronische Musik
Elbe
Einzugsgebiet
Liste von Erfindern
Liste bedeutender Erfindungen
Ebereschen
Ethik
England
[ Zurück ]
Inhalt Lexikon:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Chat
|
Lexikon
|
Reisen
|
Versicherung
|
Forum
|
Kontakt