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Diskussion : Ökologische Landwirtschaft
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Ökologische Landwirtschaft
Stichpunkte
Allgemein
Unter ökologischer Landwirtschaft (auch: biologische Landwirtschaft) versteht man die Produktion und den Absatz von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage von natürlichen Produktionsfaktoren. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
"Verbergen") 1 Gesetzliche Regelungen 2 Produktion und Absatz 3 Entwicklung 4 Selbsternte 5 Monitoring 5.1 Ergebnisse 6 Probleme und Konfliktfelder 7 Siehe auch 8 Literatur 9 Weblinks [Bearbeiten]
Gesetzliche Regelungen
Die IFOAM als weltweite Dachorganisation hat Basisrichtlinien entwickelt
die vielfach als Grundlage für nationale Gesetzgebungen dienen
In der Europäischen Union sind die Bezeichnungen Ökologischer Anbau
Biologischer Anbau und ähnlich klingende Begriffe im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Produkten und deren Herstellung und Verarbeitung geschützt
nach der diese und abgeleitete Bezeichnungen nur für entsprechend angebaute und kontrollierte Bio-Lebensmittel verwendet werden
Grundlage ist die EGVO 2092/91
Auf dem Etikett kann also z.B
Biologischer oder Ökologischer Anbau
kontrolliert biologisch/ökologisch" oder Abkürzungen wie Bio oder Öko stehen
Die Kennzeichnung Ökologische Agrarwirtschaft-EWG-Kontrollsystem und die Angabe des Namens:... und/oder der Nummer:... des EU-Kontrollorgans geben an
dass dieses Lebensmittel laut Bio-EU-Regelung hergestellt und von anerkannten EU-Kontrollorganen kontrolliert wurde
Auf dem Etikett kann der Bio-Anbauverband angegeben sein
bei dem der Hersteller Mitglied ist
gilt folgende Kennzeichnungsregelung: Besteht das Produkt zu 95% aus Bio-Produktion
darf die Bezeichnung Biologisch bzw. Ökologisch geführt werden
die aus mehreren Zutaten zusammengesetzt sind
Für Lebensmittel
aber mindestens 70% der Zutaten ökologisch erzeugt
Sind weniger als 95%
dürfen diese in der Zutatenliste als solche gekennzeichnet werden - in der Regel mit einem Sternchen und einer Fußnote. [Bearbeiten]
Produktion und Absatz
Pestiziden
Wachstumsregulatoren und Kunstdüngern verzichtet
Herbiziden
Bei der Pflanzenproduktion wird auf Monokulturen sowie den Einsatz von Fungiziden
Mittels speziellen Anbaumethoden
wie z.B
Ecofarming wird versucht
sich den Prinzipien der Natur zu nähern
Bei der Viehwirtschaft wird eine extensive Produktionsform angewandt
Der Absatz der Erzeugnisse findet allgemein unter den Gesichtspunkten eines regionalen Kreislaufs statt
Die Preise für Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft sind im Vergleich mit den Erzeugnissen der konventionellen Landwirtschaft aus mehreren Gründen deutlich höher
Zum einen liegt der Ertrag durchschnittlich bei weniger als 50% und ist wesentlich größeren Schwankungen (Risiko) bis hin zum Totalausfall unterworfen
da durch den Verzicht auf Monokulturen bzw. eine intensive Viehwirtschaft ein Ersatz von Human- durch Maschinenkapital nur begrenzt möglich ist
Gleichzeitig muss der Landwirt auf Skalenerträge verzichten
Zum anderen führt der vornehmlich regionale Vertrieb
zu höheren Kosten
der dem Kreislaufprinzip folgt bzw. folgen soll
Viele Produzenten sind in Anbauverbänden zusammengeschlossen wie z.B
Bioland
Naturland oder Demeter. [Bearbeiten]
Entwicklung
Der Absatz von Erzeugnissen der ökologischen Landwirtschaft hat in der Vergangenheit in Europa stetig zugenommen
wobei tendenziell eine positive Korrelation zwischen dem Wohlstand der Gesellschaft und dem Absatzvolumen erkennbar ist
Gleichwohl reagiert ein großer Teil der Verbraucher preisreagibel
Nach einer Reihe von negativen Nachrichten über landwirtschaftliche Produkte aus der konventionellen Produktion könnte der Wunsch der Verbraucher nach einer gesunden Ernährung diese Tendenz beeinflusst haben und weiter beeinflussen
Hinzu kommt die verstärkte Bedeutung dieser Problematik in der Politik
Während in Österreich die ökologische Landwirtschaft als Graswurzelbewegung begann und meist auf kleineren Höfen betrieben wird
sind beispielsweise in Dänemark durch ein gezieltes staatliches Programm auch größere Betriebe auf die ökologische Landwirtschaft umgestiegen. [Bearbeiten]
Selbsternte
Ein Konzept
ökologisch und zugleich für den Verbraucher kostengünstig zu wirtschaften
ist die Selbsternte: Ein Landwirt bestellt ein Feld mit Gemüse und Feldfrüchten in langen Reihen; das bestellte Feld wird in Querparzellen unterteilt und die Parzellen werden dann einzeln für eine Ernteperiode an Verbraucher vermietet
Das Konzept der Selbsternte wurde in Österreich entwickelt; derzeit beteiligt sich die Universität Kassel mit einem Projekt auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen an der Erforschung und Weiterentwicklung dieser Idee
Bisherige praktische Erfahrungen aus der Land- und Forstwirtschaft weisen eine negative Korrelation zwischen der Bereitschaft zur Selbsternte und dem Wohlstand einer Gesellschaft auf. [Bearbeiten]
Monitoring
Seit 2003 werden Bio-Obst und Bio-Gemüse systematisch auf Pestizidbelastungen untersucht
Ziel des Monitoring-Systems für Obst und Gemüse im Naturkostfachhandel ist es
mögliche Anbaufehler und Lücken in der Qualitätssicherung aufzudecken und abzustellen
welche bundesweit so koordiniert sind
Im Rahmen des Monitoring werden alle vier Wochen im Naturkost-Großhandel Proben gezogen
erfasst wird
dass ein großer Teil der Obst- und Gemüsesorten die aktuell im Handel sind
Die Proben werden im Labor Dr
die mindestens 250 Pestizide erfasst
untersucht
Specht & Partner in Hamburg und im SGS Institut Fresenius in Berlin nach der Multimethode DFG S19
Je nach Gefährdungslage kommen weitere Analyseverfahren zum Einsatz. [Bearbeiten]
Ergebnisse
bei 86% waren nicht einmal Spuren von Pestiziden nachweisbar
Bei 95% aller Proben im Monitoring gab es bisher keinerlei Grund zur Beanstandung
Lediglich 0
7% der Proben überschritten die gesetzliche Höchstmenge an Pestiziden
insgesamt enthalten nach amtlichen Angaben 40% aller untersuchten pflanzlichen Lebensmittel Pestizidrückstände. [Bearbeiten]
Zum Vergleich: Bei konventionellem Obst und Gemüse in der EU sind bei mehr als 5% der Proben Höchstmengenüberschreitungen zu beanstanden
Probleme und Konfliktfelder
Da Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft in der Regel höhere Marktpreise erzielen
konventiell erzeugte Produkte als solche aus ökologischem Anbau auszugeben
können kriminelle Produzenten oder Händler versucht sein
Manche Untersuchungen ergaben auch bei als ökologisch deklarierter Ware erhöhte Belastungen mit Pflanzenschutz- und Konservierungsmitteln oder Fungiziden
Im Allgemeinen ist die Sicherheit für den Verbraucher bei ökologischen Produkten jedoch wegen des relativ engmaschigen Netzes von Kontrollen wesentlich größer als bei konventioneller Ware
auch ökologische Früchte vor dem Verzehr gründlich zu waschen
da unabhängig vom Verhalten des Produzenten beispielsweise durch Regen oder Staub und andere Umweltfaktoren belastende Substanzen auf die Produkte gelangen können
Eigentlich selbstverständlich sollte es sein
Im Zweifelsfall
z.B. in Ermangelung sauberen Wassers sollten die Früchte - wie konventionelle auch - geschält verzehrt werden. [Bearbeiten]
Siehe auch
Landwirtschaft Biologisch-dynamische Landwirtschaft Ökologischer Weinbau Permakultur [Bearbeiten]
Literatur
Sepp Holzer: Der Agrarrebell
Stocker 2002 ISBN 3-7020-0970-1 Norbert Knauer: Ökologie und Landwirtschaft
oekom verlag München [Bearbeiten]
Ulmer (Eugen) 1993 ISBN 3-8001-4094-2 Stiftung Ökologie und Landbau (Hrsg): Zeitschrift Ökologie & Landbau
Weblinks
Verarbeiter
IFOAM - International Federation of Organic Agriculture Movements (http://www.ifoam.org) Portal AID des Verbraucherschutzes zum Thema Biologischer Anbau (http://www.aid.de/verbraucher/bio-lebensmittel.cfm) BNN - Monitoring (http://www.bnn-monitoring.de) Sieben Thesen zum biologischen Anbau (http://www.bioworld.de/naturkost.html) Seite des deutschen Bio-Siegels (http://www.bio-siegel.de/) EU-Seite ökologischer Landbau (http://europa.eu.int/comm/agriculture/qual/organic/index_de.htm) oekolandbau.de - Portal zum Ökologischen Landbau für Verbraucher
Erzeuger
Händler
Kinder und Jugendliche (http://www.oekolandbau.de/) Stiftung Ökologie & Landbau (http://www.soel.de) Selbsternte Österreich (http://www.selbsternte.at/) da:Økologisk landbrug en:Organic farming eo:Ekologia agrikulturo es:Agricultura ecológica fr:Agriculture biologique nl:Ecologische landbouw sv:Ekologiskt jordbruk
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Ökologische Landwirtschaft
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