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ß
Stichpunkte
Allgemein
Ringel-S oder Dreierles-S bezeichnet
auch als Scharfes S
ß – das Eszett
Buckel-S
Straßen-S
ist ein Konsonantenbuchstabe
der zur Wiedergabe der Fortis Vorlage:Lautschrift dient
Es gibt Regeln zur Verwendung von ß und ss (mehr dazu unten)
Das ß wird heute ausschließlich in der deutschen Sprache verwendet
Der Buchstabe ß hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 0
32%
"Verbergen") 1 Einordnung
Er ist damit der 25.-häufigste Buchstabe in deutschen Texten. Inhaltsverzeichnis showTocToggle("Anzeigen"
Kodierung und Ersetzung 1.1 Eszett im Versalsatz (Großschrift) 2 Entstehung 3 Verwendung 3.1 Vor der Reform von 1996 3.2 Seit der Reform von 1996 (aktuell) 3.3 In der Schweiz und in Liechtenstein 4 Siehe auch 5 Literatur 6 Weblinks [Bearbeiten]
Einordnung, Kodierung und Ersetzung
In der alphabetischen Sortierung wird das ß wie ein ss behandelt
Im Zweifelsfalle kommen Wörter mit ß zuerst
z.B. boßeln vor bosseln
nicht jedoch das Schweizer Tastaturlayout
Das deutsche Tastaturlayout verfügt über eine spezielle ß-Taste
Auf dem Computer lässt es sich aber dennoch bilden (Windows: ALT + 225 auf dem Nummerblock; Macintosh: ALT + s; Unix/X11: AltGr + s)
In HTML kann man es mit ß kodieren
Falls auf der verwendeten Tastatur oder im Zeichensatz kein ß zur Verfügung steht
darf es durch ss ersetzt werden (Straße → Strasse). [Bearbeiten]
Eszett im Versalsatz (Großschrift)
Leipzig 1957 Weil ß am Wortanfang nicht auftreten kann
hat sich nie ein entsprechender Großbuchstabe entwickelt
Bild nicht gefunden Vom Titelblatt des Duden
Deshalb wird es im Versalsatz immer durch SS ersetzt (Straße → STRASSE). Probleme mit dem Eszett im Versalsatz und bei Kapitälchen treten bei Eigennamen auf
da die zugrundeliegende Schreibweise nicht erkennbar bleibt (WEISS = Weiß oder Weiss)
die durch eine versale Form für das Eszett aus typographischer Sicht weniger unangenehm ins Auge stechen würde
Als einzig zulässige Ausnahme behilft man sich hier bei Personaldokumenten mit der Verwendung des ß (WEIß)
eine Praxis
Kapitälchen allerdings bieten einen recht befremdlichen Anblick
Oftmals führt allein der Verzicht auf Großschreibung und Kapitälchen zu einem befriedigenden Schriftbild
Vor der Rechtschreibreform von 1996 war (nach dem Vorbild der Gebrüder Grimm) die Schreibung SZ bei Verwechslungsmöglichkeit zulässig (z
BM
aße: MASSE – MASZE)
nach dem Reformtext von 1901 sogar die einzig zulässige Möglichkeit (z.BP
REUSZEN
RUSZLAND usw.)V
on dieser Möglichkeit wurde anscheinend in den Jahren nach 1901 immer seltener Gebrauch gemacht
so dass sie sich nicht einbürgern konnteF
da SZ im Gegensatz zu SS nicht oder nur sehr selten in gleicher Umgebung wie ß vorkommen kann (nur Wörter wie FASZINIEREND
ür die Schreibung des Deutschen hat der Ersatz von ß durch SZ zwar eine größere Eindeutigkeit
ASZENDENT bergen eine gewisse Doppeldeutigkeit)D
da hier auch sz neben ß des Öfteren (vor allem in Namen slawischen oder ungarischen Ursprungs
och gerade bei der Wiedergabe von Familiennamen gibt es auch bei der Verwendung von SZ Uneindeutigkeit
z.BS
Liszt) gebraucht wird. Ältere Textverarbeitungs- und Schriftsatzprogramme lassen das Eszett bei der Wandlung von Texten in Großbuchstaben unberücksichtigtS
udaszewski
o schleichen sich bei unbedarften und unaufmerksamen Anwendern gelegentlich entsprechende Fehler einE
besonders zu Anfang des 20J
ein versales Eszett einzuführen
s hat immer wieder ernsthafte Bemühungen gegeben
ahrhunderts und später in der jungen DDR (so wurde z.B. die Schaffung eines versalen Eszetts in den ersten Duden-Ausgaben nach 1901 immer wieder gefordert und im DDR-Duden von 1957/1965 auf den Titelseiten auch realisiert)A
ll diese Bestrebungen sind bislang erfolglos gebliebenE
in Vorschlag zur Aufnahme eines versalen ß in Unicode (siehe Weblink) ist 2005 abgelehnt wordenD
rechts unzulässige [Bearbeiten]
ie versalen Formen des ß in der Abbildung sind von der im genannten Unicode-Vorschlag abgeleitet. Links zulässige Schreibweisen
Entstehung
Antiqua-ß vs
aus dem so genannten langen s (Å¿
sieht aus wie ein f ohne Querstrich) und dem (normalen) runden s
Textura-ß und Fraktur-ß Es gibt zwei verschiedene Ursprünge des ß: Ligatur ſs
aus ſ und z. Die Ligatur aus langem ſ und rundem s war zum Beispiel in englischen oder französischen Antiquaschriften zu finden
bevor das lange Å¿ im Laufe des 18
Ligatur ſz
Jahrhunderts außer Gebrauch geriet (siehe nebenstehendes Bild)
In deutschen Worten findet sie sich nur in Ausnahmen
zum Beispiel auf einigen Antiqua gesetzten Titelblättern zu Johannes Keplers Werken
um 1620
noch dazu in der Wortmitte
wohingegen das sz des Fraktursatzes in derselben Schrift nur am Wortende
Sie wird dort aber nur für das doppelte s gebraucht
also im Auslaut gebraucht wurde
In gebrochenen Schriften ist dagegen die Ligatur aus langem ſ und z seit dem Mittelalter fürs Deutsche verwendet worden
Sie diente ursprünglich der genaueren Bezeichnung des im Zuge der 2
Lautverschiebung aus germanisch [t] entstandenen s-Lauts im Unterschied zu dem ebenfalls aus germanisch [t] entstandenem z-Laut tz (anstelle der unterschiedslosen Schreibung zz)
Im Laufe der Jahrhunderte bildete sich die heute bekannte Unterscheidung zwischen ss und ß heraus
die erstmals im Zuge der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 für das gesamte deutsche Sprachgebiet vereinheitlicht wurde
Als im späten 18. und im 19
Jahrhundert deutsche Texte vermehrt in Antiqua gesetzt wurden
suchte man eine Antiqua-Entsprechung für das Fraktur-ß
um die aus dem Fraktur-Satz geläufige Unterscheidung zwischen ss und ß auch in der Antiqua bezeichnen zu können
Spätestens mit der Rechtschreibreform von 1901 ist die Bezeichnung dieses Unterschieds im Antiquasatz obligatorisch geworden. Ligatur aus langem ſ und s sowie aus ſ und z Für die Form des Antiqua-ß hat es vier verschiedene typographische Ansätze gegeben: Buchstabenkombination ſs (nicht als Ligatur)
das einem griechischen kleinen Beta β ähnelt (eine Art Kompromiss aus 2. und 3.). Heutzutage sind die meisten ß entweder nach 2. oder nach 4. geformt
Ligatur aus Å¿ und s
doch bisweilen findet sich auch eines nach 3. (heute noch auf Straßennamenschildern z.B. in den deutschen Städten Berlin und Bonn)
eine Art Ligatur aus Å¿ und einer Art 3
Ligatur aus Å¿ und einem z
das wie in der Fraktur von der Form her wie eine 3 aussieht
so dass ein Zeichen entsteht
Nur die Variante nach 1. ist nicht mehr in Gebrauch
insbesondere weil es als solches in der Frakturschrift
bleibt die Bezeichnung Eszett für das deutsche ß angemessen
dem über Jahrhunderte hinweg üblichsten Satz fürs Deutsche
Betrachtet man die ursprüngliche Frakturschreibweise
auch durchweg in Gebrauch blieb
dass das deutsche Fraktur-ß auf eine Ligatur aus einem langen ſ und einem kurzen s zurückgeht
Der Typograph Jan Tschichold behauptete
Diese Ansicht hat sich weit verbreitet
obwohl sie nach Ansicht von Sprachwissenschaftlern von keinem stichhaltigen Argument gestützt wird
Tschicholds Beweisführung beruht auf einer selbstgezeichneten Grafik
und auf einem Hinweis auf die ſs-Ligatur in Antiqua-Schriften
anhand derer er eine Verschmelzung von Å¿ und s in der Fraktur darstellt
Die Verschmelzung wird von akademischer Seite als unbelegt angesehen
aber gegenstandlos. [Bearbeiten]
der Hinweis auf die Ligatur hingegen als richtig
Verwendung
Das ß dient der Wiedergabe des stimmlosen s-Lautes Vorlage:Lautschrift
mit ß oder mit ss geschrieben
Dieser Laut wird entweder mit s
Eindeutig formulierte Regeln gab es im Duden bis zur 1996er Reform allerdings nur für die Verwendung von ß und ss; es wurden keine Regeln formuliert
und nicht ß oder ss
in welchen Fällen ein einfaches s geschrieben wird
auch wenn es dafür synchron keine Erklärung (mehr) gibt (z.B. das
ß u.a. stehen können
Nach alter wie nach neuer Rechtschreibung ist diese Frage auch weniger eindeutig zu beantworten
k
hübsch)
da es für das Deutsche charakteristisch ist
dass in bestimmten Umgebungen b
ab
jeglich
t
s u.a. anstelle von p
es
und
d
ob
bis
g
fasst - fast oder biss - bis vollkommen identisch
Grieß - Gries(gram)
In der gesprochenen Standardsprache sind die s-Laute in Fällen wie dass - das
die aber in die offiziellen Duden-Regeln keinen Eingang gefunden hat.) Nach den "grundlegenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen" bei den Konsonanten (§22) gilt s als die grundlegende Zuordnung sowohl für den stimmhaften als auch den stimmlosen s-Laut
Der Reformtext von 1996 versucht hier erstmals eine umfassende Beschreibung der Verteilung von s auf der einen und ß/ss auf der anderen Seite. (Allerdings gab es auch schon im Reformtext von 1901 eine relativ ausführliche Beschreibung der Schreibung der s-Laute
Psalm abgedeckt (also die Position vor Konsonanten und nach stimmlosen Konsonanten)
kosmisch
knuspern
Damit sind dann für den stimmlosen s-Laut Schreibungen wie fast
hopsen
Skat
Männchen
wessen
dass wie Bann
bisschen
dann)
Im Abschnitt "Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale" wird in §2 ss als verdoppelte Form von s zur Kennzeichnung von kurzen Vokalen (ganz in Parallele zu den anderen verdoppelten Konsonantenbuchstaben) erklärt (Hass
nennen
Dass die doppelten Konsonantenbuchstaben auch in Ableitungen erhalten bleiben (fasst
ist in den "Vorbemerkungen" unter Punkt (2.2) als allgemeines Phänomen des Deutschen beschrieben worden (weitgehende Konstantschreibung der Morpheme)
fallt)
Im genannten Abschnitt zur Verdopplung finden sich auch (§5) die Regeln für den Wechsel Zeugnis - Zeugnisse
der in Parallele mit dem Wechsel Ärztin - Ärztinnen gesehen wird
und die Verwendung von ss in Fremdwörtern
Kürbis - Kürbisse
Im selben Abschnitt wird in §4 außerdem beschrieben
in welchen Fällen die Verdopplung unterbleiben kann: u.a. bei "eine[r] Reihe einsilbiger Wörter mit grammatischer Funktion"
wann und nach neuer Rechtschreibung auch dass gibt)
So wird deutlich
nn
mit
mm usw. geschrieben werden (das ist in der Tat keine eindeutige Regel
dass das
um
es usw. ausnahmsweise nicht mit ss
bb
da es daneben auch "einsilbige Wörter mit grammatischer Funktion" wie dann
an
ab
In §25 ("Besonderheiten bei [s]") wird ß als besondere Schreibung (anstelle von s) in bestimmter Umgebung eingeführt: "nach langem Vokal oder Diphthong"
kosmisch
Strauß usw. mit ß geschrieben wird
hopsen
Grieß
außer
aber fast
Psalm eben nicht)
"wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt" (so ist also geregelt
knuspern
dass Straße
Skat
t
wo ausnahmsweise b
Beim Abschnitt zur "Auslautverhärtung" (§23
f zu erwarten wären (das deckt dann besondere s-Schreibungen wie Gries(gram) ab)
ß
v zu finden sind
s
obwohl nach den im Reformtext formulierten Regeln eigentlich p
k
g
d
E2) findet man dann noch Beispiele
Dass manchmal orthographische Ausnahmeschreibungen auch zur Unterscheidung von Bedeutungen verwendet werden können (das vs. dass
Gries- vs
Grieß)
ist ebenfalls in den "Vorbemerkungen" abgehandelt. Dass ß/ss im Gegensatz zu s nur in diesem begrenzten Umfange verwendet wird (begrenzter als beispielsweise p/pp oder k/ck in Bezug auf b und g)
ist wie so vieles in der Schreibung reine Konvention
historisch gewachsen und bisher von einer Reform nicht grundsätzlich angetastet worden
Vor und nach der Reform von 1996 ist die Setzung von ss oder ß (vergleichbar mit der Setzung anderer Doppelkonsonantenbuchstaben und ihrer einfachen Pendants) dem Wechsel der Vokalquantität untergeordnet
dass der so genannte paradigmatische Zusammenhang (also die Konstantschreibung von Morphemen) an Ausspracheunterschieden und den Regeln für deren Darstellung seine Grenzen hat
Dies bedeutet
Badd
nach der alten Schreibung iß! und er ißt (kurzes "i"
weil kein Vokal folgt)
"miaßen" = müssen
aber ich aß (langes "a")
nach der neuen Schreibung iss! und er isst (kurzes "i"). Vergleiche die verschiedenen Formen von treffen: wir treffen (kurzes "e")
"kaffa" = kaufen
ß aber einfach
norddt. "Trabb
Grass")
da die Vokallänge in verschiedenen Teilen des deutschen Sprachgebiets nicht mit den Verhältnissen in der Standardsprache übereinstimmt (z.B. bayrisch "gspassig" = spaßig
aber ich traf (langes "a")
Vergleiche die verschiedenen Formen von essen: nach der alten und neuen Schreibung: wir essen (kurzes "e")
triff! und er trifft (kurzes "i"). Das für die Rechtschreibregeln zur Schreibung von doppelten Konsonantenbuchstaben zentrale Kriterium der Vokallänge ist vor allem in der Diskussion um die Darstellung der ß-Regeln immer wieder als problematisch bezeichnet worden
Im Telex-Verkehr der bundesdeutschen Sicherheitsbehörden ist auch heute noch die Verwendung "sz" anstelle von ß amtlich vorgeschrieben
das fehlende ß auf der Tastatur zu ersetzen
um Verwechslungen mit "ss" zu vermeiden. [Bearbeiten]
Dies dient zwar dazu
aber auch
Vor der Reform von 1996
Die vor der Rechtschreibreform von 1996 geltende ß-Regelung geht auf den Orthographen Johann Christoph Adelung zurück und wurde durch die Rechtschreibreform von 1901 Grundlage der für Schulen und Ämter in deutschsprachigen Staaten verbindlichen Rechtschreibung
aber: laß! (Imperativ)
unvergeßne
außen (unverändert). Ein durch Fortlassung ans Wortende gerutschtes ss bleibt nach den offiziellen Duden-Regeln nur erhalten
Schlußstrich
Kuß
wenn die Auslassung durch ein Apostroph gekennzeichnet wird: (ich) lass'
daß vor der Kompositionsfuge (mithin ebenfalls am Wortende eines Kompositionsgliedes): kußecht
aß
Buße
Paßbild vor einem Konsonanten: müßt
Der Adelungschen Rechtschreibung gemäß wird in den folgenden Fällen ß geschrieben und nicht ss: Am Wortende: muß
wäßrig
paßt
grüßt
grüßt (unverändert) nach einem (gleichermaßen als lang geltendem) Diphthong: heißen
Rößl nach einem betonten langen Vokal: Straße
aßen
aß
z.B
Allerdings wurde diese Regelung auch in offiziellen und öffentlichen Texten nicht immer beachtet
Freßgass (Frankfurt am Main)
Davon abgesehen kommt ss am Wortende nur in Eigennamen vor (Grass; Günter Grass zählt allerdings zu den entschiedensten Gegnern der Reform)
In der alten Rechtschreibung richtet sich somit die Verteilung von ß und ss teils nach graphotaktischen Kriterien (Berücksichtigung der graphischen Umgebung: des Wortendes oder folgender Konsonantenbuchstabe) und teils nach dem Kriterium der Aussprache (Berücksichtigung der Länge des vorangehenden Vokals). [Bearbeiten]
Seit der Reform von 1996 (aktuell)
Die Handhabung des ß gemäß der Rechtschreibreform von 1996 (ausführliche Beschreibung siehe oben) folgt der sogenannten Heyseschen s-Schreibung
die auf den Orthographen Johann Christian August Heyse zurückgeht
Ihre Erfindung wird auf das Jahr 1829 datiert
da ohnehin die meisten Österreicher nach Verlassen der Schule zur Adelungschen Regelung übergingen
bis sie im Rahmen der Vereinheitlichung der deutschen Orthographie (Rechtschreibreform von 1901) abgeschafft wurde
Von 1879 an galt sie in Österreich
Danach stand die Regel bereits einmal im Dritten Reich kurz vor ihrer Wiedereinführung: Die 1941 unter Reichserziehungsminister Bernhard Rust herausgebrachten "Vorschläge zur Vereinfachung der deutschen Rechtschreibung" sahen ebenfalls das Doppel-s nach kurzem Vokal vor (vgl
Reform der deutschen Rechtschreibung von 1944)
In der Heyseschen s-Schreibung wird in folgenden Fällen ß geschrieben und nicht ss: nach einem langen Vokal: Straße
dass
passt
Pass
heißt Überall sonst wird ss geschrieben: Fluss
kussecht
Fuß
Füße nach einem Diphthong: heißen
Die Verteilung von ß und ss richtet sich in diesem System somit nur noch nach dem Kriterium der Standardaussprache (vgl. oben)
Somit gilt auch für die s-Laute die Regel
dass der auf einen kurzen Vokal folgende ambisyllabische Konsonant immer als Doppelbuchstabe geschrieben wird (vgl
Gasse mit kurzem a wie Gatte
Halle
Knappe)
Karre
Die ausschließliche Kopplung an die Vokalquantität und die ausnahmslose Anwendung der Regel hebt sie aber von der Regelung für die anderen Konsonanten wieder ab (ß kommt dadurch im Gegensatz zu anderen stimmlosen Konsonanten z.B. nicht ausnahmsweise am Wortende nach Kurzvokal vor; Schreibungen von geografischen Namen wie Darß
Verschlusssache. Es ist umstritten
ob die Veränderung der ß-Schreibung wirklich die angestrebte Lernerleichterung bringen kann
wie bei: Schlussstrich
Börßum werden von der Regelung nicht erfasst
obwohl sie die einzig möglichen regelmäßigen Schreibungen für diese Namen darstellen). Die Gegner der Rechtschreibreform führen als ärgerlich vor allem das veränderte Schriftbild an
wo wegen der ebenfalls durch die Reform veränderte Dreikonsonantenregel drei s - oft mit unterschiedlichem Lautwert - aufeinandertreffen
das in bestimmten Fällen auch die Leserlichkeit verschlechtere
Basssolo
Nussschokolade
Missstimmung
nämlich: da
wo nach der nicht mehr durch das ß gekennzeichneten Wortfuge ein Vokal (Messergebnis) oder ch folgt (bisschen); da
Eine Studie des Leipziger Lernpsychologen Prof
gibt keinen Aufschluss darüber
die die entsprechenden Rechtschreibleistungen von Grundschulkindern vor und nach der Reform vergleicht
Harald Marx
dass die Schüler außerhalb der Schule oft in Kontakt mit der alten Rechtschreibung kamen
doch dies könne daran liegen
Zwar hätten die Fehler im Bereichs s-Laut-Schreibung seit der Reform deutlich zugenommen
Zur ausführlicheren Diskussion siehe auch die Kritik und Apologetik. [Bearbeiten]
In der Schweiz und in Liechtenstein
In der Schweiz und in Liechtenstein ist das ß seit den 1930er Jahren stufenweise außer Gebrauch geraten
obwohl es nie offiziell abgeschafft oder gar verboten wurde
das ß vom 1
So entschied die Erziehungsdirektion des Kantons Zürich
Januar 1938 an in den kantonalen Volksschulen nicht mehr zu lehren
Andere Kantone folgten
Als letzte schweizerische Tageszeitung entschied die Neue Zürcher Zeitung
ab dem 4
November 1974 auf das ß zu verzichten
verwenden das ß nach wie vor
Buchverlage
die für den gesamten deutschsprachigen Markt produzieren
Anstelle von ß wird ss geschrieben. ss steht damit anders als andere Doppelkonsonantenbuchstaben nicht nur nach Kurzvokalen
sondern übernimmt die Rolle von ß und repräsentiert grundsätzlich den ß-Laut
Somit hat ss in der Schweizer Orthografie eine andere Funktion als in den übrigen deutschsprachigen Ländern. ss dient hier nicht der Markierung eines Kurzvokals
Wie bei anderen Digrafen (z
B. ch) ist die Länge oder Kürze des vorangehenden Vokals nicht erkennbar (Russ vs
vgl. hoch vs
Russland
Hochzeit). Bei der Silbentrennung wird in der Schweiz (bzw. im Versalsatz oder wenn kein ß zur Verfügung steht) seit der Regelung von 1996 ein ss in s-s aufgelöst
seither aber als Blös-se
Vorher wurde z. B. das Wort Blösse als Blö-sse getrennt (in Analogie zu Blö-ße)
bevor sie eingeführt war
Tatsächlich haben wohl die meisten Schweizer diese Regel schon angewendet
In letzter Zeit ist ein vermehrter Gebrauch des ß in der privaten SMS-Kommunikation zu beobachten
also gerade in einer Kommunikationsform
die unter den jüngeren Teilnehmern fast ausschließlich im schweizerdeutschen Dialekt abgewickelt wird
cha di nid vergäße "kann dich nicht vergessen" oder sogar Hopp Suiße! (Suisse: frz. für Schweiz)
Dieser Gebrauch dient allein der Platzersparnis und dazu
weniger tippen zu müssen: ß steht für jegliches Doppel-s
also auch dort
wo es weder nach alter noch nach neuer Rechtschreibung stehen dürfte
vgl. beßer
Aus gleichem Grund wird bei Ungarischen SMS das sz durch ß ersetzt. [Bearbeiten]
Siehe auch
Deutsche Rechtschreibung [Bearbeiten]
Literatur
Tübingen
Utz: Grundzüge der deutschen Orthographie
Niemeyer 1992
Maas
S.310-317
Erich Schmidt 1997
Poschenrieder
Hans-Werner/Munske
Horst H.: Die Rechtschreibreform
Thorwald: S-Schreibung - Überlieferung oder Reform? In: Eroms
Berlin
Pro und Kontra
Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 81 (1959)
Wolf-Dieter Michel: Die graphische Entwicklung der s-Laute im Deutschen
S
456 - 480. [Bearbeiten]
Weblinks
Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung § 25 (http://www.duden.de/index2.html?neue_rechtschreibung/regelwerk/laut_08.html) Eszett
Umlaute und deren Sortierung (http://faql.de/eszett.html) Informationen zur Herkunft des ß (http://faql.de/eszett.html#herkunft) Wilfried Kürschner: Der Buchstabe ß - Form und Name (http://www.orthografiereform.de/ausarbeitungen/eszett/hauptteil_eszett.html) Heinrich Tischner: Esszett (http://www.dike.de/pfr-tischner/22-spr/ht-zchn/zchn/sz.htm) Typographie-Lexikon von Eberhard Dilba (http://home.t-online.de/home/eberhard.dilba/) (pdf-Datei)
Stichwort "Scharfes s" und "Langes s" Artikel im typeFORUM zur DDR-Duden-Ausgabe von 1965 (http://www.typeforum.de/news_158.htm) Diskussion bei Typografie.info zum Versal-ß (http://www.typografie.info/portal/mod.php?mod=forum&op=threadview&topicid=300&forumid=2) Warum das ß nicht in Domainnamen möglich ist (http://www.denic.de/de/faqs/idn_faqs/index.html#section_162) Artikel aus dem Gutenberg-Jahrbuch 2001 (http://www-nw.uni-regensburg.de/~.brh22505.indogerm.sprachlit.uni-regensburg.de/Ligatur/LIGATUR.HTM) Herbert E
Brekle: Zur handschriftlichen und typographischen Geschichte der Buchstabenligatur ß aus gotisch-deutschen und humanistisch-italienischen Kontexten (S
67-76) Rechtschreibleistung vor und nach der Rechtschreibreform: Was ändert sich bei Grundschulkindern? (http://www.rechtschreibreform.com/Seiten2/Wissenschaft/011MarxBielefeld.html) Untersuchung des Lernpsychologen Prof
Harald Marx Totenschein für das Eszett? (http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=6675) Gallmann
Peter: Warum die Schweizer weiterhin kein Eszett schreiben. (http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Pub/Eszett_1997.pdf) In: Sprachspiegel (Luzern) 4/1996
S
Gerhard
Tübingen
Niemeyer 1997. (PDF) Heysesche s-Schreibung in Frakturschrift (http://flitternikel.onlinehome.de/heyse-s.html) Vorschlag zur Kodierung eines versalen ß in Unicode(PDF) (http://std.dkuug.dk/jtc1/sc2/wg2/docs/n2888.pdf) Vorlage:Lateinisches Alphabet Beurteilung: Dieser Artikel ist in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen worden. da:ß en:ß eo:ß es:ß fr:ß ja:ß nl:ß pt:Eszett
et al. (Hrsg.): Zur Neuregelung der deutschen Orthographie
124-130; und in: Augst
[X] Schliessen
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
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